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Episoden

1 Stunde 2 Minuten
In dieser Folge von „Sinnerfüllt. Humanistische Lebensgeschichten“ erzählt Florian Chefai, warum er sich leidenschaftlich gerne beim Hans-Albert-Institut engagiert, um mehr Vernunft in politische Diskurse zu bringen. Klar ist für ihn: In Zeiten des Erstarkens von autoritären Kräften müssen wir das Ideal einer offenen Gesellschaft wehrhaft verteidigen.

Dabei schließt es sich aus Chefais Sicht nicht aus, offen für die Debatte zu sein und engagiert auf humanistische Grundwerte zu pochen. Anhand eigener Beispiele verdeutlicht er, wie man trotz unterschiedlicher Ansichten im Kontakt bleiben kann, auch wenn es emotional manchmal schwer auszuhalten ist. Das Ziel ist, säkular-liberale Errungenschaften wie das Recht auf letzte Hilfe gegen fundamental-religiöse Einflüsse, kollektive Moralvorstellungen und „paternalistische Anmaßung“ zu schützen und auszuweiten, ohne das Auseinanderdriften unserer Gesellschaft zu bestärken. Motivation bezieht er dabei aus einer rational positiven Zukunftsvision, die sich nicht auf Untergangsszenarien fokussiert, sondern auf das Potenzial für Verbesserungen. So benennt er Organisationen wie „Power for Democracies“ als Positivbeispiel dafür, vernünftige und effektive Lösungsstrategien gegen Autoritarismus und Extremismus zu entwickeln, die von sozialwissenschaftlicher Forschung informiert sind.
1 Stunde 41 Minuten
In dieser Folge von „Sinnerfüllt. Humanistische Lebensgeschichten“ erläutert Christoph Antweiler, wie Kulturanthropologie dazu beitragen kann, den Menschen als Ganzes zu verstehen. An Beispielen wie Religion, Pünktlichkeit und Barbiepuppen wird deutlich, wie globale Phänomene lokal angeeignet werden. Im Spannungsfeld von Eigenem und Fremdem eröffnet sich ein neuer Blick auf Menschen, Kulturen und das Zusammenleben in einer gemeinsamen Welt, die schon jetzt so tief von unserer Spezies geprägt wurde, dass man mit gutem Grund vom Erdzeitalter des Anthropozäns sprechen kann.

Für den Professor und seine Familie war der Kulturschock 1991 bei der Ankunft in Indonesien für einen einjährigen Forschungsaufenthalt geringer als bei der Rückkehr in ihre Kölner Heimat. Seine eigenen Erfahrungen verdeutlichen eine der Grunderkenntnisse der Ethnologie: Trotz der enormen Vielfalt menschlicher Kulturen stößt man überall auf grundlegende Gemeinsamkeiten, die die interkulturelle Verständigung oftmals leichter machen als gedacht – trotz reichlich Fettnäpfchen an unerwarteten Stellen. Religiosität als Grundhaltung empfindet Christoph Antweiler dabei oft als verbindend, wobei er diese klar von konkreten Religionen abgrenzt, die wiederum eher spaltend wirken.
1 Stunde 32 Minuten
In dieser Folge von „Sinnerfüllt - Humanistische Lebensgeschichten“ berichtet die Philosophin und Journalistin Cinzia Sciuto von ihrer Jugend auf Sizilien und teilt ihre Außenperspektive auf das manchmal erschreckend unsäkulare Deutschland. Dabei macht sie eine antidogmatische Grundhaltung stark, die ihr bereits im Elternhaus vorgelebt wurde und die bis heute ihre wichtigste Leitlinie darstellt, um die kleinen und großen Herausforderungen des Lebens zu meistern.

 

In Cinzias sizilianischem Heimatdorf war es nicht nur selbstverständlich, katholisch zu sein, sondern auch der Einfluss der Mafia gehörte als offenes Geheimnis zumm Alltag dazu. Rückblickend beschreibt sie diese mafiösen Machtstrukturen als eine Art von Religion, die ebenfalls Rituale, Hierarchien und Dogmen aufbaut und eine ähnliche Atmosphäre erzeugt wie religiöser Fundamentalismus. Daher kritisiert sie sowohl die Kirche als auch die Mafia für die Setzung von missbräuchlichen Regeln und selbsternannten Autoritäten auf das Schärfste. Dabei macht sie deutlich, dass wir alle ständig und überall gegen Gruppendynamiken ankämpfen müssen, die uns in ungerechte Machtstrukturen hineinziehen wollen. Das fängt schon auf dem Schulhof an und zieht sich durch alle Bereiche des Lebens, weshalb gerade auch religiöse Organisationen als per se dogmatische Instanzen klar von staatlichen Institutionen getrennt und gesellschaftlich in ihre Schranken gewiesen werden müssen.
1 Stunde 54 Minuten
In dieser anekdotenreichen Folge von Sinnerfüllt erzählt Horst Marschall, Professor für Geowissenschaften, ausführlich von seiner Schul- und Studienzeit, wobei erstere alles andere als geradlinig verlaufen ist. Sein Beispiel zeigt, dass antiquierte Lehrmethoden selbst klugen und interessierten Kindern das Lernen schwer machen können. In starkem Kontrast dazu steht für ihn die intellektuelle Freiheit während seiner eigenen Studienzeit und späteren Berufslaufbahn.Inhaltlich rückt Marschall die drohende und zum Teil bereits eingetroffene Klimakatastrophe in den Fokus des Interviews und plädiert nachdrücklich dafür, trotz der aktuellen geopolitischen Konflikte in der Nähe Europas den Klimaschutz stärker voranzutreiben. Er betont, dass der Klimawandel nicht „nur“ die Vielfalt und Schönheit der biologischen Umwelt dezimiert, sondern auch das Überleben der menschlichen Zivilisation gefährdet. Kipppunkte wie das Aussetzen des Golfstroms werden allen Berechnungen zufolge bei zu hoher globaler Erwärmung weite Teile des Globus unbewohnbar machen. Dabei warnt Marschall jedoch auch vor Fatalismus angesichts der politischen Schwierigkeiten, das 1,5-Grad-Limit einzuhalten. So wären 1,6 Grad globale Erwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zwar deutlich schlimmer als 1,5 Grad, aber immer noch deutlich besser als 1,7 Grad. Letztlich gilt: jedes bisschen CO2-Einsparung zählt!
53 Minuten
In dieser Folge von „Humanistische Lebensgeschichten“ ist die ehemalige Bundestagsabgeordnete und ehemalige Chefin der KfW-Bankengruppe Ingrid Matthäus-Maier zu Gast. Wer den Dokumentarfilm „Die Unbeugsamen“ von 2020 gesehen hat, kennt die sozialliberale Vorkämpferin der 70er, 80er und 90erJahre bereits.

Matthäus-Maier lässt in dem Gespräch prägende Etappen ihrer Biografie und politischen Arbeit Revue passieren: Von 1976 bis 1999 gehörte sie dem Bundestag an – zunächst für die FDP in der sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt, ab 1983 dann für die SPD. Sie berichtet unter anderem von der Neugestaltung der gesetzlichen Regelung des Schwangerschaftsabbruchs nach der Wiedervereinigung sowie von sexuellen Übergriffen im Bundestag, deren Zeugin sie wurde. Mit Blick auf die heutige Lage hebt sie die Bedeutung politischer Kompromisse hervor. Zugleich weiß Matthäus-Maier aus Erfahrung: Manchmal mussman ein Amt niederlegen, um integer zu bleiben. Vor diesem Hintergrund könne sie dem politischen Nachwuchs nur raten, stets über einen soliden Plan B außerhalb der Politik zu verfügen.

Hinweis: Die Folge wurde am 30. September aufgezeichnet und bildet daher nicht den aktuellen Stand rund um die Grundsicherungsdebatte ab.
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Über diesen Podcast

SINNERFÜLLT - Ein Interview-Podcast, der Humanismus persönlich macht. In authentischen Gesprächen teilen unsere Gäste Einblicke in ihre Lebensweise und Überzeugungen. Vom Menschenrechts-Aktivismus bis zur Religionskritik - hier kommen engagierte Stimmen zu Wort, die humanistische Werte in verschiedensten Bereichen leben, suchen oder verteidigen. Keine theoretischen Abhandlungen, sondern bewegte Biographien und allzu menschliche Erfahrungen. Für alle, die sich dem Humanismus verbunden fühlen oder auf der Suche nach Sinn und Orientierung sind.
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„SINNERFÜLLT – Humanistische Lebensgeschichten“

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