Podcaster
Episoden
25.03.2026
1 Stunde 32 Minuten
In dieser Folge von „Sinnerfüllt - Humanistische Lebensgeschichten“ berichtet die Philosophin und Journalistin Cinzia Sciuto von ihrer Jugend auf Sizilien und teilt ihre Außenperspektive auf das manchmal erschreckend unsäkulare Deutschland. Dabei macht sie eine antidogmatische Grundhaltung stark, die ihr bereits im Elternhaus vorgelebt wurde und die bis heute ihre wichtigste Leitlinie darstellt, um die kleinen und großen Herausforderungen des Lebens zu meistern.
In Cinzias sizilianischem Heimatdorf war es nicht nur selbstverständlich, katholisch zu sein, sondern auch der Einfluss der Mafia gehörte als offenes Geheimnis zumm Alltag dazu. Rückblickend beschreibt sie diese mafiösen Machtstrukturen als eine Art von Religion, die ebenfalls Rituale, Hierarchien und Dogmen aufbaut und eine ähnliche Atmosphäre erzeugt wie religiöser Fundamentalismus. Daher kritisiert sie sowohl die Kirche als auch die Mafia für die Setzung von missbräuchlichen Regeln und selbsternannten Autoritäten auf das Schärfste. Dabei macht sie deutlich, dass wir alle ständig und überall gegen Gruppendynamiken ankämpfen müssen, die uns in ungerechte Machtstrukturen hineinziehen wollen. Das fängt schon auf dem Schulhof an und zieht sich durch alle Bereiche des Lebens, weshalb gerade auch religiöse Organisationen als per se dogmatische Instanzen klar von staatlichen Institutionen getrennt und gesellschaftlich in ihre Schranken gewiesen werden müssen.
In Cinzias sizilianischem Heimatdorf war es nicht nur selbstverständlich, katholisch zu sein, sondern auch der Einfluss der Mafia gehörte als offenes Geheimnis zumm Alltag dazu. Rückblickend beschreibt sie diese mafiösen Machtstrukturen als eine Art von Religion, die ebenfalls Rituale, Hierarchien und Dogmen aufbaut und eine ähnliche Atmosphäre erzeugt wie religiöser Fundamentalismus. Daher kritisiert sie sowohl die Kirche als auch die Mafia für die Setzung von missbräuchlichen Regeln und selbsternannten Autoritäten auf das Schärfste. Dabei macht sie deutlich, dass wir alle ständig und überall gegen Gruppendynamiken ankämpfen müssen, die uns in ungerechte Machtstrukturen hineinziehen wollen. Das fängt schon auf dem Schulhof an und zieht sich durch alle Bereiche des Lebens, weshalb gerade auch religiöse Organisationen als per se dogmatische Instanzen klar von staatlichen Institutionen getrennt und gesellschaftlich in ihre Schranken gewiesen werden müssen.
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28.01.2026
1 Stunde 54 Minuten
In dieser anekdotenreichen Folge von Sinnerfüllt erzählt Horst Marschall, Professor für Geowissenschaften, ausführlich von seiner Schul- und Studienzeit, wobei erstere alles andere als geradlinig verlaufen ist. Sein Beispiel zeigt, dass antiquierte Lehrmethoden selbst klugen und interessierten Kindern das Lernen schwer machen können. In starkem Kontrast dazu steht für ihn die intellektuelle Freiheit während seiner eigenen Studienzeit und späteren Berufslaufbahn.Inhaltlich rückt Marschall die drohende und zum Teil bereits eingetroffene Klimakatastrophe in den Fokus des Interviews und plädiert nachdrücklich dafür, trotz der aktuellen geopolitischen Konflikte in der Nähe Europas den Klimaschutz stärker voranzutreiben. Er betont, dass der Klimawandel nicht „nur“ die Vielfalt und Schönheit der biologischen Umwelt dezimiert, sondern auch das Überleben der menschlichen Zivilisation gefährdet. Kipppunkte wie das Aussetzen des Golfstroms werden allen Berechnungen zufolge bei zu hoher globaler Erwärmung weite Teile des Globus unbewohnbar machen. Dabei warnt Marschall jedoch auch vor Fatalismus angesichts der politischen Schwierigkeiten, das 1,5-Grad-Limit einzuhalten. So wären 1,6 Grad globale Erwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zwar deutlich schlimmer als 1,5 Grad, aber immer noch deutlich besser als 1,7 Grad. Letztlich gilt: jedes bisschen CO2-Einsparung zählt!
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03.12.2025
53 Minuten
In dieser Folge von „Humanistische Lebensgeschichten“ ist die ehemalige Bundestagsabgeordnete und ehemalige Chefin der KfW-Bankengruppe Ingrid Matthäus-Maier zu Gast. Wer den Dokumentarfilm „Die Unbeugsamen“ von 2020 gesehen hat, kennt die sozialliberale Vorkämpferin der 70er, 80er und 90erJahre bereits.
Matthäus-Maier lässt in dem Gespräch prägende Etappen ihrer Biografie und politischen Arbeit Revue passieren: Von 1976 bis 1999 gehörte sie dem Bundestag an – zunächst für die FDP in der sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt, ab 1983 dann für die SPD. Sie berichtet unter anderem von der Neugestaltung der gesetzlichen Regelung des Schwangerschaftsabbruchs nach der Wiedervereinigung sowie von sexuellen Übergriffen im Bundestag, deren Zeugin sie wurde. Mit Blick auf die heutige Lage hebt sie die Bedeutung politischer Kompromisse hervor. Zugleich weiß Matthäus-Maier aus Erfahrung: Manchmal mussman ein Amt niederlegen, um integer zu bleiben. Vor diesem Hintergrund könne sie dem politischen Nachwuchs nur raten, stets über einen soliden Plan B außerhalb der Politik zu verfügen.
Hinweis: Die Folge wurde am 30. September aufgezeichnet und bildet daher nicht den aktuellen Stand rund um die Grundsicherungsdebatte ab.
Matthäus-Maier lässt in dem Gespräch prägende Etappen ihrer Biografie und politischen Arbeit Revue passieren: Von 1976 bis 1999 gehörte sie dem Bundestag an – zunächst für die FDP in der sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt, ab 1983 dann für die SPD. Sie berichtet unter anderem von der Neugestaltung der gesetzlichen Regelung des Schwangerschaftsabbruchs nach der Wiedervereinigung sowie von sexuellen Übergriffen im Bundestag, deren Zeugin sie wurde. Mit Blick auf die heutige Lage hebt sie die Bedeutung politischer Kompromisse hervor. Zugleich weiß Matthäus-Maier aus Erfahrung: Manchmal mussman ein Amt niederlegen, um integer zu bleiben. Vor diesem Hintergrund könne sie dem politischen Nachwuchs nur raten, stets über einen soliden Plan B außerhalb der Politik zu verfügen.
Hinweis: Die Folge wurde am 30. September aufgezeichnet und bildet daher nicht den aktuellen Stand rund um die Grundsicherungsdebatte ab.
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24.09.2025
1 Stunde 18 Minuten
In dieser Folge von „Sinnerfüllt – Humanistische Lebensgeschichten“ gibt Jacques Tilly Einblicke in seine jahrzehntelange Arbeit als Gestalter von satirischen Karnevalswagen, die weit über das Rheinland hinaus ihre Wirkung entfalten. Wenn an Rosenmontag ein Wagen durch die Straßen zieht, auf dem Trump und Putin einen schreienden Selenski zwischen ihren Händen zerquetschen, gehen die Bilder davon um die ganze Welt. Grund hierfür ist sicherlich der weltweit einmalige Härtegrad der satirischen Darstellungen, der vom Düsseldorfer Karnevalsverein als ausgelebte Narrenfreiheit verstanden und mit tiefer Überzeugung verteidigt wird.
Anhand der Reaktionen der porträtierten Personen und Institutionen lässt sich bemessen, wer mit Kritik umgehen kann und wer nicht – ein wichtiges Merkmal demokratischer Gesinnung. Verschont wird dabei niemand. Von Weidel, Merz und Scholz bis hin zu Erzbischöfen und den Karnevalsvereinen höchst selbst – wer aus Tillys Sicht Kritik und Spott verdient, bekommt sie auch. „Was wir den Christen zumuten, müssen wir den Muslimen auch zumuten“, so Tillys klare Haltung zu Islamkritik, die nicht fälschlicherweise als Diskriminierung von Minderheiten verstanden werden sollte. Wichtig ist ihm dabei, dass seine Werke überparteilich sind. Tilly versucht, die zentralen gesellschaftspolitischen Konflikte herauszuarbeiten und gleichzeitig mit seiner Kritik einen gewissen Grundkonsens in der Bevölkerung zu finden. Diese Kritik in ein simples und ausdrucksstarkes Bild zu gießen, ist die hohe Kunst, die Tilly seit 40 Jahren wirksam auf die Straße bringt.
Bitte entschuldigt das gelegentlich auftretende Klopfgeräusch. Die Folge wurde in einer unkontrollierten Umgebung aufgezeichnet.
Anhand der Reaktionen der porträtierten Personen und Institutionen lässt sich bemessen, wer mit Kritik umgehen kann und wer nicht – ein wichtiges Merkmal demokratischer Gesinnung. Verschont wird dabei niemand. Von Weidel, Merz und Scholz bis hin zu Erzbischöfen und den Karnevalsvereinen höchst selbst – wer aus Tillys Sicht Kritik und Spott verdient, bekommt sie auch. „Was wir den Christen zumuten, müssen wir den Muslimen auch zumuten“, so Tillys klare Haltung zu Islamkritik, die nicht fälschlicherweise als Diskriminierung von Minderheiten verstanden werden sollte. Wichtig ist ihm dabei, dass seine Werke überparteilich sind. Tilly versucht, die zentralen gesellschaftspolitischen Konflikte herauszuarbeiten und gleichzeitig mit seiner Kritik einen gewissen Grundkonsens in der Bevölkerung zu finden. Diese Kritik in ein simples und ausdrucksstarkes Bild zu gießen, ist die hohe Kunst, die Tilly seit 40 Jahren wirksam auf die Straße bringt.
Bitte entschuldigt das gelegentlich auftretende Klopfgeräusch. Die Folge wurde in einer unkontrollierten Umgebung aufgezeichnet.
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20.08.2025
57 Minuten
In dieser Folge von „Sinnerfüllt – humanistische Lebensgeschichten“ erzählt Simone P., was sie dazu bewogen hat, aus der Kirche auszutreten. Aufgewachsen im Sauerland der 60er- und 70er-Jahre, war sie von klein auf daran gewöhnt, dass katholische Priester im Hause ihrer Familie als Ehrengäste ein- und ausgingen. Als Kind kämpfte sie leidenschaftlich (und erfolgreich!) dafür, eine der ersten weiblichen Messdienerinnen in der Region werden zu dürfen. Doch auf diese frühe Errungenschaft folgten jahrzehntelang herbe Momente der Enttäuschung. Neben eklatanter Doppelmoral und Missbrauchsskandalen war für Simone insbesondere auch der gefühlskalte und abwertende Umgang mit Menschen, die an Suchterkrankungen leiden, ein deutliches Warnzeichen. Zuletzt konnten selbst die hartnäckigsten Stippvisiten des neuen Gemeindepfarrers ihre Entscheidung nicht mehr aufhalten. Im Gegenteil: wenn ein Vertreter Gottes auf Erden sie plötzlich ghostet – für wen in aller Welt soll sie dann noch das Vater Unser beten?
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Über diesen Podcast
SINNERFÜLLT - Ein Interview-Podcast, der Humanismus persönlich
macht. In authentischen Gesprächen teilen unsere Gäste Einblicke in
ihre Lebensweise und Überzeugungen. Vom Menschenrechts-Aktivismus
bis zur Religionskritik - hier kommen engagierte Stimmen zu Wort,
die humanistische Werte in verschiedensten Bereichen leben, suchen
oder verteidigen. Keine theoretischen Abhandlungen, sondern bewegte
Biographien und allzu menschliche Erfahrungen. Für alle, die sich
dem Humanismus verbunden fühlen oder auf der Suche nach Sinn und
Orientierung sind.
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