Podcaster
Episoden
14.07.2026
1 Stunde 25 Minuten
Was passiert, wenn von einer Sekunde auf die andere die gewohnte Welt in Trümmern liegt? Wenn die Zerstörung so gewaltig ist, dass jegliche Infrastruktur kollabiert? Dr. Peter Kaup kennt diese Momente ganz genau. Als Gründungsmitglied und ärztlicher Direktor des internationalen Such- und Rettungsteams ISAR Germany fliegt er dorthin, wo Naturkatastrophen und Krisen das Leben diktieren. Ob nach dem schweren Erdbeben in der Türkei, Hungersnöten in Ostafrika oder Einsätzen in Haiti und auf den Philippinen – Peter ist dort vor Ort, wo schnelle medizinische Erstversorgung und die Suche nach Verschütteten über Leben und Tod entscheiden. In dieser Folge sprechen wir mit einem Mann, der im Angesicht extremer Krisen eine ganz besondere Fähigkeit verfeinert hat: die absolute Ruhe im Chaos. Peter erzählt eindringlich, wie es sich anfühlt, wenn auf einer zerstörten Straße plötzlich Grabesstille herrscht, weil alle Teams darauf horchen, ob ein Verschütteter mit dem Finger am Beton kratzt. Er berichtet von der emotionalen Last des Risikos eines „Bergungstodes“, aber auch von zutiefst menschlichen Begegnungen inmitten des Elends. Dabei wird schnell klar, dass solche Grenzerfahrungen den Blick auf das eigene Leben radikal verändern. Wer einmal erlebt hat, was existenzielle Not bedeutet, steht danach mit einer ganz anderen Demut vor der Marmeladenauswahl im heimischen Supermarkt. Doch Peters Wirkungskreis endet nicht an den Grenzen von Katastrophengebieten. Als leidenschaftlicher Palliativmediziner begleitet er Menschen in ihrer letzten Lebensphase und plädiert dafür, dem Sterben genau dieselbe Aufmerksamkeit, Liebe und Vorbereitung zu schenken wie einer Geburt. Zudem beleuchten wir ein oft verschwiegenes Thema der modernen Medizin: das „Second Victim“-Phänomen. Peter engagiert sich in der Ärztekammer Nordrhein für den Ausschuss Ärztegesundheit und spricht offen über die psychische Belastung von medizinischem Personal nach Behandlungsfehlern oder Beinahe-Fehlern – ein wichtiger Blick auf die Fehlbarkeit in einem System, das eigentlich keine Fehler verzeihen will. Wie balanciert man so viel existenzielle Schwere? Mit einer gesunden Portion Lebensfreude und echten, bodenständigen Leidenschaften. Peter ist „Zebra“ aus tiefster Überzeugung und betreut ehrenamtlich als einer von vier Mannschaftsärzten den MSV Duisburg. Er schraubt in seiner Freizeit leidenschaftlich gern an alten Autos und hilft montagmorgens im eigenen Schafstall bei der Geburt seltener „Baby Doll“-Schafe aus, weil seine Frau als Gynäkologin in der Praxis gebraucht wird. Und dann ist da noch sein eigener Ausflug auf die Stand-up-Comedy-Bühne – denn für Peter ist respektvoller Humor kein Widerspruch zum Ernst des Lebens, sondern das gesündeste Ventil überhaupt.
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09.06.2026
1 Stunde 23 Minuten
Eigentlich ist ein Witz ein ziemlich empfindliches Wesen. Auf der Bühne muss er im richtigen Moment zünden, im richtigen Ton landen und beim richtigen Publikum die richtige Reaktion auslösen. Sobald man ihn erklärt, ist der Zauber meistens vorbei. Benjamin Eisenberg weiß das ziemlich genau – und zwar aus beiden Perspektiven. Er steht seit seinem 16. Lebensjahr auf der Bühne, macht politisches Kabarett, moderiert Formate wie „Comedy im Saal“ und „Nachgewürzt“ und hat sich zugleich wissenschaftlich mit Sprachkomik beschäftigt. In dieser Folge sprechen wir mit einem, der Pointen nicht nur setzt, sondern auch verstanden hat, wie sie gebaut sind. Es geht um die Logik des Lachens, um Gelingensbedingungen von Komik und um die Frage, warum ein Witz im Theater funktionieren kann, auf einem Parteitag aber vielleicht krachend versandet. Benjamin erzählt, warum Humor nicht einfach nur Geschmackssache ist, sondern immer auch vom Kontext, vom Publikum, vom Timing und von der Haltung zur Sprache abhängt. Und warum man trotzdem nicht auf die Bühne gehen kann wie in ein Labor. Dabei wird schnell klar: Kabarett ist für ihn keine nostalgische Kunstform, sondern eine sehr gegenwärtige Art, auf Welt, Politik und Gesellschaft zu reagieren. Trump, Merz, Lauterbach, öffentliche Debatten, veränderte Sensibilitäten, Social-Media-Algorithmen, die politische Comedy plötzlich für Propaganda halten – all das gehört für Benjamin längst zum Arbeitsalltag. Genau wie die eher unsichtbare Seite des Bühnenlebens: schreiben, testen, verwerfen, organisieren, schneiden, posten, weitermachen. Und dann ist da natürlich Bottrop. Nicht als bloße Ruhrpott-Kulisse, sondern als Herkunft, Resonanzraum und vielleicht auch als Schule der Direktheit. Benjamin spricht über seinen ersten Auftritt auf einer Klassenfahrt, über Imitationen von Kohl, Lindenberg und Grönemeyer, über Preise mit wunderbar skurrilen Namen, über den „Bottroper Frechdachs“ und über die Frage, warum am Ende weder Doktortitel noch Auszeichnungen zählen, sondern das, was auf der Bühne passiert.
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13.05.2026
1 Stunde 39 Minuten
Eigentlich ist das Archiv am Institut für Kommunikationswissenschaft alles andere als staubig. Für Karin Kolb ist es das lebendige Fundament für unser Verständnis von Verständigung. Als „Bewahrerin des Wissens“ hütet sie das Erbe des Sprachforschers Gerold Ungeheuer und erinnert uns daran, dass Kommunikation eine zutiefst menschliche Höchstleistung ist – und eben kein simpler Datenaustausch zwischen Maschinen. Heute arbeitet Karin an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Tradition und den Fragen der Zukunft. Sie blickt kritisch auf den Hype um Künstliche Intelligenz und stellt klar: Um Tools wie ChatGPT sinnvoll zu nutzen, brauchen wir heute paradoxerweise mehr eigenes Fachwissen als je zuvor. Nur wer die Materie wirklich durchdringt, kann beurteilen, ob die Ergebnisse der KI stimmen oder uns in die Irre führen. Gleichzeitig engagiert sie sich seit über 20 Jahren bei den Soroptimisten für Frauen, die eben keine glattgebügelten Lebensläufe haben. Mit einem Förderpreis feiert sie ganz bewusst Resilienz und den Mut, Umwege zu gehen. Und trotzdem klingt sie im Gespräch herrlich bodenständig. Für Karin findet das echte Leben abseits der Uni im Garten, bei ihrem Kater oder am Rhein statt. Ihre große Leidenschaft gilt der Kunst – eine Liebe, die schon im Studium in der Galerie von Ricarda Fox begann und bis zur Magisterarbeit über Joseph Beuys führte. Dass ihr Mann heute manchmal ein bisschen aufpassen muss, wenn sie ein neues Werk entdeckt, gehört zur Geschichte dazu – schlichtweg, weil an den heimischen Wänden eigentlich kein Platz mehr für einen weiteren Nagel frei ist.
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07.04.2026
1 Stunde 28 Minuten
Sein eigener Weg war alles andere als geradlinig. Eigentlich wollte Guido in die bunte Welt der Werbung, landete dann aber in einer Ausbildung zum Industriekaufmann. Ein Umweg, der ihn durch eine krachend gescheiterte Bewerbung bei Ferrero seine wichtigste Lektion lehrte: Disziplin und Vorbereitung sind das Fundament für alles, was folgt. Diese Erfahrungen helfen ihm heute, ein hochspezialisiertes Unternehmen mit einer Mischung aus Ruhrgebiets-Lockerheit und harter Kante zu führen. Heute arbeitet Guido genau an der Schnittstelle zwischen Hightech-Geotechnik und dem Erhalt von Werten. Bei URETEK sieht er jeden Tag, wie Gebäude wortwörtlich den Halt verlieren – und wie er sie mit der Kraft von zehn Elefanten pro Quadratmeter wieder stabilisiert. Gleichzeitig blickt er kritisch auf die deutsche Politik und Wirtschaft, in der er ein massives Umsetzungsproblem sieht, das uns als Standort ausbremst. Und trotzdem klingt er im Gespräch überraschend bodenständig. Für Guido ist die „Schlüsselloch-Chirurgie“ an Gebäuden kein Hexenwerk, sondern eine Frage der richtigen Methode und des Willens, Dinge einfach anzupacken. Er liebt den Moment, in dem aus Skepsis Staunen wird – ein Stolz, den er seit dem „Ritterschlag“ durch die Sendung mit der Maus sogar als QR-Code auf seiner Visitenkarte trägt. Wir sprechen über zwei Perspektiven: Technik und Unternehmertum. - Über 50 Tonnen Hubkraft, minimalinvasive Injektionen und warum wissenschaftliche Belege für ihn die Basis jedes Vertrauens sind. - Über das „Ronaldo-Prinzip“ im Mittelstand, das Management-Modell Familie und den täglichen Sport als mentalen Anker. - Und über die Frage, warum Deutschland endlich anfangen muss, wie ein gesundes Unternehmen zu handeln, statt nur Probleme in Endlosschleifen zu analysieren. Ein Gespräch über echte Macher-Mentalität, den Stolz auf das eigene Handwerk und darüber, warum ein stabiles Fundament immer mit der eigenen Einstellung beginnt.
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10.03.2026
1 Stunde 31 Minuten
Judith Strücker: Geschäftsleitung bei Einstieg, Grafikdesignerin und jemand, der seit über 20 Jahren zwischen jungen Menschen und Unternehmen vermittelt. Ihr eigener Weg war alles andere als geradlinig. Erst Germanistik, dann Pädagogik und schließlich Grafikdesign. Umwege, die ihr heute helfen zu verstehen, warum Entscheidungen für junge Menschen oft so schwer sind und warum Unternehmen diese Phase manchmal unterschätzen. Heute arbeitet Judith genau an der Schnittstelle dieser beiden Welten. Auf Ausbildungsmessen, in Workshops und Gesprächen erlebt sie jedes Jahr tausende Jugendliche, die versuchen herauszufinden, welcher Weg zu ihnen passt. Gleichzeitig spricht sie mit Unternehmen, die genau diese jungen Menschen erreichen wollen und oft nicht verstehen, warum das immer schwieriger wird. Und trotzdem klingt sie im Gespräch überraschend pragmatisch. Für Judith ist Gen Z nicht schwierig, sie ist nur weniger bereit, schlechte Systeme zu akzeptieren. Gleichzeitig sieht sie auch die Herausforderungen für Unternehmen, die Fachkräfte suchen und sich auf eine neue Generation einstellen müssen. Wir sprechen über zwei Perspektiven: junge Menschen und Unternehmen. Über Entscheidungsdruck mit 17, Praktika als Realitätscheck und die Angst, sich falsch zu entscheiden. Über Berufsmessen, die manchmal ein bisschen wie Tinder funktionieren. Und über die Frage, was sich in der Arbeitswelt wirklich ändern muss, damit beide Seiten zusammenfinden. Ein Gespräch über Erwartungen, Missverständnisse und darüber, warum sich Arbeitswelt und Generationen gerade neu sortieren.
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Über diesen Podcast
Es gibt sie, die 20 Prozent, die den Unterschied machen – die
Schritte, die Mühe kosten, die Entscheidungen, die Mut verlangen,
und die Lösungen, die aus der Masse herausragen. Genau diesen
Geschichten widmen wir uns im reviergold Podcast. Unser Leitwort
ist Kreativität – nicht als abstraktes Ideal, sondern als gelebte
Haltung. Wir sprechen mit Menschen, die sich nicht mit den üblichen
80 Prozent zufriedengeben. Es geht um Anpacker*innen,
Visionär*innen und Umsetzer*innen, die den Status quo hinterfragen
und neue Wege gehen. Dabei schauen wir hinter die Kulissen
kreativer Prozesse: Wie entstehen mutige Ideen? Welche Hürden gilt
es zu überwinden? Und was bedeutet es, diese Ideen trotz
Widerständen in die Realität umzusetzen? Unsere Gäste sind
Unternehmer*innen, Kreative, Innovator*innen und all jene, die den
entscheidenden Schritt mehr gehen – mit Leidenschaft,
Durchhaltevermögen und einer Prise Unbequemlichkeit. Was erwartet
dich? Jede Folge ist eine Einladung, über den Tellerrand zu
blicken: Geschichten, die inspirieren und motivieren, selbst aktiv
zu werden. Einblicke in kreative Lösungen, die Wirtschaft,
Gesellschaft und Kultur prägen. Der Mut, auch mal anders zu denken
– und anders zu machen. Für wen ist dieser Podcast? Für alle, die
Veränderung gestalten wollen. Für Unternehmer*innen,
Führungspersönlichkeiten, Kreativschaffende – und für alle, die
sich fragen: Was wäre, wenn ich die Extrameile gehe? Lass dich
anstecken von der Energie, die entsteht, wenn aus Mut etwas Großes
wird. Der reviergold Podcast zeigt: Kreativität ist keine Kunst,
sondern die Fähigkeit, unsere Welt zu verändern – Schritt für
Schritt, Idee für Idee, Geschichte für Geschichte.
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