#16 Dr. Benjamin Eisenberg

#16 Dr. Benjamin Eisenberg

vor 22 Stunden
Kabarettist. Moderator. Sprachkomikforscher.
1 Stunde 23 Minuten
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Beschreibung

vor 22 Stunden
Eigentlich ist ein Witz ein ziemlich empfindliches Wesen. Auf der
Bühne muss er im richtigen Moment zünden, im richtigen Ton landen
und beim richtigen Publikum die richtige Reaktion auslösen. Sobald
man ihn erklärt, ist der Zauber meistens vorbei. Benjamin Eisenberg
weiß das ziemlich genau – und zwar aus beiden Perspektiven. Er
steht seit seinem 16. Lebensjahr auf der Bühne, macht politisches
Kabarett, moderiert Formate wie „Comedy im Saal“ und „Nachgewürzt“
und hat sich zugleich wissenschaftlich mit Sprachkomik beschäftigt.
In dieser Folge sprechen wir mit einem, der Pointen nicht nur
setzt, sondern auch verstanden hat, wie sie gebaut sind. Es geht um
die Logik des Lachens, um Gelingensbedingungen von Komik und um die
Frage, warum ein Witz im Theater funktionieren kann, auf einem
Parteitag aber vielleicht krachend versandet. Benjamin erzählt,
warum Humor nicht einfach nur Geschmackssache ist, sondern immer
auch vom Kontext, vom Publikum, vom Timing und von der Haltung zur
Sprache abhängt. Und warum man trotzdem nicht auf die Bühne gehen
kann wie in ein Labor. Dabei wird schnell klar: Kabarett ist für
ihn keine nostalgische Kunstform, sondern eine sehr gegenwärtige
Art, auf Welt, Politik und Gesellschaft zu reagieren. Trump, Merz,
Lauterbach, öffentliche Debatten, veränderte Sensibilitäten,
Social-Media-Algorithmen, die politische Comedy plötzlich für
Propaganda halten – all das gehört für Benjamin längst zum
Arbeitsalltag. Genau wie die eher unsichtbare Seite des
Bühnenlebens: schreiben, testen, verwerfen, organisieren,
schneiden, posten, weitermachen. Und dann ist da natürlich Bottrop.
Nicht als bloße Ruhrpott-Kulisse, sondern als Herkunft,
Resonanzraum und vielleicht auch als Schule der Direktheit.
Benjamin spricht über seinen ersten Auftritt auf einer
Klassenfahrt, über Imitationen von Kohl, Lindenberg und Grönemeyer,
über Preise mit wunderbar skurrilen Namen, über den „Bottroper
Frechdachs“ und über die Frage, warum am Ende weder Doktortitel
noch Auszeichnungen zählen, sondern das, was auf der Bühne
passiert.

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