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Die letzte Flasche Archiv

62 Episoden
58 Minuten
Eine ganze Folge über das grüne Gold - davon hat Selberkoch Clemens schon lange geträumt! Mit Olivenöl-Experin Carmen Sánchez-García aus Pulheim holt er sich eine Profi-Verkosterin ans Mikro, die Hersteller und Produzenten berät, in Wettbewerbsjurys sitzt und Sensorik-Workshops gibt. Ihre "letzte Flasche" stammt aus ihrer Heimat La Mancha. Den handwrklich hergestellten Vermouth Valpini liebten schon ihre Eltern zum Aperitif am Sonntagmittag. Carmen serviert ihn stilecht mit Eiswürfeln und einer Orangenscheibe - sehr erfrischend! Bei der anschließenden Blindverkostung zeigt Carmen Clemens, dass native Öle der spanischen Sorte Picual intensiv nachTomatengrün und Gras duften, während Bitterkeit und Schärfe in einem harmonischen Verhältnis stehen. Die Sorte Arbequina wiederum ist ein eher süßes Öl ganz ohne bitteren Nachgeschmack. Dafür bringt ihre pikante Schärfe im Abgang Clemens kurz zum Husten - ein Zeichen, dass das Öl frisch ist. Carmen erklärt, woran man beste Qualitäten erkennt, wieviel Geld man dafür mindestens ausgeben sollte und warum es völlig in Ordnung ist, zum Braten und Schmoren ein günstigeres Olivenöl zu verwenden.
1 Stunde 12 Minuten
Wenn es um Genuss, die Freude am Gastgeben und am gemeinsamen Essen geht, ist die Hamburgerin Monika Fuchs eine absolute Expertin: Sie hat noch mit Anfang 60 ein Catering-Business aufgebaut und 16 Jahre lang die Talkshowgäste von Reinhold Beckmann verköstigt - von Elton John bis Sophia Loren. Sie lädt seit 10 Jahren einmal im Monat in ihr privates Wohnzimmer-Restaurant. Und ist auch mit 88 noch als YouTube-Köchin unterwegs. Und das alles in einer unvergleichlichen Mischung aus Humor, Selbstironie und Grandezza. Im Gespräch mit Clemens erinnert sich Monika an früheste Genussfreuden (Himbeerbonbons und Kalbsnierenbraten). Und sie verrät, womit sie sich heute ihre Netflix-Abende versüßt (marktfrisches Gemüse aller Art, Pilze und Austern). Dazu kredenzt sie Clemens ein Schlückchen aus ihrer letzten Flasche selbst aufgesetztem "Schlehenfeuer". Und erzählt, warum daran mehrere lebenslänglich verurteilte Schwerverbrecher beteiligt waren. Was eine gute Gastgeberin ausmacht? Was es mit ihrem jüngsten Baby "OmaLiebe" auf sich hat? Und welcher Küchenspruch einmal auf ihrem Grabstein stehen wird? Hört einfach selbst!
25 Minuten
Vor ein paar Tagen verwandelte sich das Pooldeck der MS EUROPA in Hamburg in eine kulinarische Genussmeile: Zehn Sterneköche, elf renommierte Weingüter und zahlreiche Genussexpertinnen präsentierten auf dem Kreuzfahrtschiff ihre Kreationen – live, zum Probieren, zum Zuschauen und zum Mitreden. Zum 20. Jubiläum des Festivals „Europa’s Beste“ hatte Hapag-Lloyd Cruises groß aufgefahren: Insgesamt 23 Michelin-Sterne waren an Bord, verteilt auf kleine Koch- und Wein-Stationen, an denen Gäste von Stand zu Stand schlendern, Fotos machen und den Köchen direkt Fragen stellen konnten. Ich war mit meinem Aufnahmegerät dabei – und habe die Gelegenheit genutzt, um kurze, spontane Gespräche mit einigen meiner Lieblingsköche zu führen. Mit Tanja Grandits ("Stucki) und Nikolai Wiedmer ("Das Eckert", Marco Müller ("Rutz"), Marcel Skibba ("Schloss Reichenstein"), Martin Stopp ("Atame") und Thomas Dorfer ("Landhaus Bacher"). Das Ergebnis ist eine besondere Podcast-Folge: keine lange Unterhaltung, sondern eine lebendige Collage aus O-Ton-Schnipseln – ein kleines Best-of voller Anekdoten, Küchenweisheiten und kulinarischer Momente.
2 Stunden 1 Minute
Kurz vor der Michelin-Sterneverleihung eilt Clemens ins schmalste Haus Frankfurts. Dort führt Ricky Saward das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete vegane Restaurant "Seven Swans". Zum Gespräch spendiert er eine letzte Flasche seines Lieblingsweins: den maischevergorenen Riesling „Orange Utan“ vom Weingut Wohlfahrt-Franke aus dem Rheingau. Es folgt ein Gespräch über Sawards radikal regionale Naturküche, in der Gemüse vom Blatt bis zur Wurzel verarbeitet wird und der Eigengeschmack der Produkte im Mittelpunkt steht. Vegan kocht er ohne missionarischen Ton: „Die Leute sollen kommen, weil es lecker ist.“ Am Ende gehe es um eine Stimmung, die man schmecken kann. „Jeder Teller ist eine Offenbarung meiner Gedanken und Erlebnisse“, sagt Saward. Dafür bewirtschaftet er einen eigenen Permakultur-Garten und sammelt Wildgewächse in der Natur. Seine Überzeugung: Je puristischer die Küche, desto vielschichtiger muss die Auswahl der Zutaten sein. Teil des Sterne-Kosmos zu sein, bedeutet ihm Anerkennung – klassische Luxusprodukte des Fine Dining hat er jedoch konsequent vom Menü verbannt. „Luxus bedeutet für mich, zu wissen, wann und wo etwas wächst“, sagt der gebürtige Westfale. Ein Gespräch über gereifte Karotten und Baiser aus Aquafaba vom Leinsamen, über das Streben nach Perfektion – und über das Glück, Vater zu sein.
1 Stunde 22 Minuten
Ein Stück abbrechen, riechen und langsam am Gaumen zergehen lassen: Die Berliner Käse-Koryphäe Ursula Heinzelmann zeigt Clemens, wie er Käse besser begreift. Nicht nur in der Theorie, sondern ganz praktisch an einer sorgfältig kuratierten Käseplatte: vom Rohmilch-Ziegenkäse aus Münster über spanischen Schafsweichkäse aus La Mancha bis zu kroatischem Ziegenkäse. Schnell wird aus der Verkostung ein Gespräch über Intuition an der Käsetheke, über frühe Käseprägungen (ein Harzer Käse auf der Heizung) und die überraschende Nähe von Käse, Wurst und Schinken. Heinzelmann spricht über Zufälle, die keine sind, ihr persönliches Rilke-Motto und die Kunst, einen Käselaib gerecht zu teilen. Dazu öffnet sie ihre „letzte Flasche“: einen Ryzling vlasský (Welschriesling) vom Weingut "Hrdina & dcera" aus Südmähren, der den Käse schwimmen und die Gedanken schweifen lässt. Am Ende verrät die Autorin und Journalistin noch ihre liebste Käse-Wein-Kombination. Eine Folge über echte Passion für ein Grundnahrungsmittel, das wir mehr wertschätzen sollten. Als Genussobjekt, das uns mit Tieren und Landschaften verbinden kann.
47 Minuten
Zwischen Pyrenäen und Mittelmeer liegt das vielleicht unterschätzteste Weinparadies Frankreichs – das Roussillon. In dieser Sonderfolge von „Die letzte Flasche“ nehme ich euch mit zu staubtrockenen Schieferböden und sonnendurchfluteten Rebzeilen, die fast das Meer berühren. Ich treffe leidenschaftliche Winzerinnen und Winzer, die dem Klimawandel mit Kreativität begegnen, entdecke mediterrane Sorten und grenzübergreifende, neue Ideen. Und ich probiere Weine, die so gar nicht dem Klischee des heißen Südens entsprechen. Vom saftig-frischen Grenache bis zu jahrzehntealten Süßweinen mit Rancio-Noten. Dazu: ein wenig Gesteinskunde, Einblicke in die katalanische Küche, wilde Garrigue-Aromen und die Frage, wie viel Zukunft in dieser traditionsreichen Region steckt. Eine Episode über Herkunft, Wandel – und richtig gute Weine. Kommt mit auf eine Reise voller Geschmack, Landschaft und Charakter . Mit Unterstützung von CIVR, dem Branchenverband der Roussillon-Weine.
55 Minuten
Clemens hat Christoph Wirtz zu Gast. Der Genuss-Journalist hat soeben eine Biografie über Wolfram Siebeck veröffentlicht. Deutschlands wohl einflussreichsten Berufsesser und kulinarischen Gesellschaftskritiker, der am 7. Juli 2016 verstarb. Bei einer gereiften Riesling-Auslese (2013er Graacher Himmelreich von J.J Prüm) erzählt Christoph, wie Siebecks Werke im elterlichen Bücherschrank, dessen Rezept für den Geburtstagskuchen „Gateau Bärbel“ und unzählige Frankreichurlaube seine eigene Sozialisation zum Gerne-Alles-Esser beförderten. Siebeck, so fasst Christoph eine Kernthese seines Buchs zusammen, liebte es, Lebensfreude, Genuss und Hedonismus zu vermitteln. Aber genauso wollte er seine Leser zu emanzipiertem und aufgeklärtem Urteilen befähigen. (Motto: „Wer Spargelsorten auseinanderhält, der wird auch Parteien scharf beobachten“). Christoph leitet her, warum Siebeck die mehlschwitzenschwere deutsche „Plumpsküche“ fürchterlich fand, die allseits verpönten Innereien dagegen ganz wunderbar. Nebenbei wird deutlich, welchen immensen Anteil Siebecks Kolumnen, Artikel und Bücher an unserer heutigen kulinarischen Vielfalt haben. Eine Anregung zum Wiederentdecken dieses Ausnahme-Autors.
1 Stunde 9 Minuten
Mit Tee-Sommeliere Kwok Ying von Beuningen vom veganen Fine Dining Restaurant "Oukan" in Berlin-Mitte taucht Clemens ein in das genussvoll-faszinierende Universum des Tees.
1 Stunde 30 Minuten
Die letzte Flasche" live auf dem Feinschmeckerfestival Eat!Berlin: Clemens unterhält sich mit Berlins einzigem Drei-Sterne-Koch Marco Müller.
1 Stunde
In "Anabelas Kitchen" in Berlin ist der Name Programm. Hier steht die Portugiesin Anabela Campos-Neves in ihrer winzigen Küche. Und vermählt, was ihr beim Einkaufen an guten Produkten in die Hände fällt, mit den Aromen ihrer Kindheit.
1 Stunde 4 Minuten
In ihrem Kreuzberger Restaurant "NaNum" trifft Clemens auf die Köchin und Keramikerin Jinok Kom-Eicken, die nach ihrer Karriere als Opernsängerin an den Herd gefunden hat - als Autodidaktin und in einem Alter, in dem andere schon an Rente denken.
58 Minuten
Zum Auftakt des "Dry January" trifft Clemens Jennie Kießling in ihrem "Mindful Drinking Club". Der Concept-Store in Berlin bietet prickelnde und stille Wein-Alternativen, sogenannte Proxies, sowie alkoholfreie Aperitifs, Destillate und servierfertige Cocktails. Doch wonach schmeckt Achtsamkeit im Glas? Zum Beispiel nach Zitronenmelisse, Weidenröschen und Waldmeister. Zutaten, die in Jennies letzter Flasche des spritzig-schäumenden Proxie „ENG“ nach der ursprünglichen Rezeptur „01“ weiterleben. Damit bringen die Macherinnen von Villbrygg die Essenz einer norwegischen Wildblumenwiese direkt ins Glas. Clemens, sonst überzeugter Weintrinker, staunt über die erstaunliche Frische und die feinen Tannine. Weil Jennie täglich Kunden und Gastronomen berät, kreist das Gespräch schnell um den gesellschaftlichen Wandel rund ums Trinken. Jennie beobachtet, dass die Akzeptanz für Null Promille stetig wächst, auch wenn mancher Wirt damit noch etwas Nachhilfe braucht. Ihr Tipp: Schon beim Aperitif sollten Gastgeber und Bars alkoholfreie Alternativen anbieten. Das setze den Ton für den Abend – und schaffe ein Klima, in dem sich alle willkommen fühlen. Egal, was sie im Glas haben. Für Jennie ist achtsames Trinken keine Verzichtsübung, sondern Genusskultur. Auch darum sind ihr eigenständige Getränke-Kreationen lieber als entalkoholisierte Weine, die – da sind sich Clemens und sie einig – leider noch zu oft schmecken, als sei eine Dampfwalze darübergerollt. Und obendrein selten nachhaltig produziert sind. Zum Schluss gibt Jennie noch ein paar inspirierende Tipps für alkoholfreie Ergänzungen des heimischen Barschranks. Ein bewußtseins-erweiterndes Gespräch zum Jahresbeginn. Mit Leichtigkeit, Neugier – und völlig ohne Promille
1 Stunde 16 Minuten
Die 50. Folge von „Die letzte Flasche“ wird gefeiert – mit einem besonderen Jubiläums-Gast: Wein- und Genussjournalist Ulrich Amling vom Tagesspiegel. Gemeinsam mit Clemens blickt er zurück auf fünfzig Folgen voller Genussmomente – und auf die großen Fragen des Kulinarik-Jahres 2025: Warum Wein plötzlich ein Kulturkampfthema ist, wie Gastronomen mit immer launischeren Gästen umgehen und was gutes Essen heute eigentlich bedeuten sollte. Ulrich hat eine letzte Flasche "Scheurebe Alte Reben 2018" im Gepäck, die er in der Corona-Zeit als Lohn für schweißtreibende Arbeitseinsätze in den Steillagen des fränkischen Weinguts "Am Stein" erhalten hat. Die beiden philosophieren über die Bewertungsmaßstäbe für Gastrokritiken, rätseln über den ersten alkoholfreien 100-Euro-Wein, und verabschieden sich von einer Berliner Delikatessen-Institution nach 97 Jahren. Für die Zukunft wünschen sie sich mehr Restaurants mit schmackiger Bistro-Küche, statt langatmiger Menüfolgen und überteuerter Weinkarten. Zum Schluss verrät Ulrich noch, dass er an die Renaissance der deutschen Küche glaubt, welche Restaurants er aktuell empfiehlt, und welcher Lieblingsmensch für ihn am ersten Weihnachtstag den Kochlöffel schwingt.
51 Minuten
In Folge 49 trifft Clemens Simone Adams, eine der spannendsten Winzerinnen Rheinhessens, die auf dem Familienweingut in Ingelheim eine ganz eigene Handschrift entwickelt hat. Simone ist eine Frau mit Mut und Ideen, die sich nicht scheut, eigene Wege zu gehen – mit viel Gefühl fürs Terroir bringt sie berührende Burgunder-Weine auf die Flasche, die dank des Kalkbodens eine unverwechselbare Frische ausstrahlen. Besonders freut sich Clemens über Simones Spätburgunder aus der Premium-Lage „Pares“ – 2020 ist ihr erster Jahrgang aus diesem lange vernachlässigten Filetstück, das sie mit den besten deutschen Pinot-Noir-Klonen neu bestockt hat. Dass Simone heute kompromisslos und leidenschaftlich Winzerin ist, war nicht vorhersehbar: Eigentlich wollte sie Jura in Berlin studieren, hat dann aber in Geisenheim promoviert und stand plötzlich nach dem Tod ihres Vaters 2010 vor der Entscheidung, das Familienweingut weiterzuführen. Simone beschreibt sich selbst als „zäh“ – halbe Sachen gibt es für sie nicht. Ihr größtes Ziel: Die Reben in eine natürliche Balance bringen – ohne Dogmen, mit Blick aufs Wesentliche. Biodynamische Prinzipien sind ihr wichtig, aber noch wichtiger ist, dass die Reben produzieren dürfen, was sie wollen und können. Bei ihren Lagenweinen setzt sie auf Ganztraubenpressung. So holt sie noch mehr Herkunftscharakter über die Rappen in den Keller – das Ergebnis sind elegante, komplexe und trotzdem strahlend frische Weine. Simone verrät auch, warum ihre Weine regelmäßig beim VOX-Dating-Format "First Dates" zu sehen sind, warum sie in ihrer neuen Sektcuvée mit Frühburgunder experimentiert und welche anderen Ingelheimer Weine sie besonders schätzt.
1 Stunde 20 Minuten
In Folge 48 trifft Clemens Winzer Nik Weis vom Weingut St. Urbanshof an der oberen Mittelmosel. Der passionierte Hobbykoch Nik kam schon als Abiturient mit feiner Kulinarik, Genuss und Tischkultur in Berührung, weil sein Schwager Harald Rüssel damals als Sous-Chef im Zwei-Sterne-Restaurant "Die Traube" in Grevenbroich arbeitete. Bis heute treibt es ihn an, Weine zu produzieren, die zu gutem Essen getrunken werden. Bei einer gereiften Spätlese aus dem Piesporter Goldtröpfchen, erzählt Nik, durch welchen unglaublichen Zufall er seinen Besitz in einem nicht flurbereinigten Teil der berühmten Steillage bedeutend erweitern konnte. Mit Clemens spricht er über das unberechtigte Häckeldeckchen-Image der Spätlese, den gegenwärtigen Kabi-Hype und das Restsüße-Dilemma des Moselrieslings. Nik erklärt, warum jung verkostete Spitzenrieslinge oft recht fordernd sind, während sie in gereifter Form viel bekömmlicher daherkommen. Die beiden philosophieren darüber, wie Salz und Säure Energie und Spannung in Weinen erzeugen - und warum dafür ein harter Gesteinsboden unerlässlich ist. Am Schluss stellt Nik noch sein neustes Baby vor: einen frisch angelegten Spätburgunder-Rebgarten auf dem Dhroner Hofberg, einem kühlen Seitental der Mosel, von wo er in zehn Jahren die ersten roten Großen Gewächse präsentieren möchte. Für alle, die nicht so lange warten mögen, empfiehlt Nik noch die interessantesten Rotwein-Perlen im Top-Riesling-Anbaugebiet der Welt.