Podcaster
Episoden
27.02.2026
47 Minuten
An alle Hamachi-Afficionados: Jan Hartwig liebt den japanischen
Speisefisch auch, Ehrenwort. Nur: „Wie oft möchte man ihn
eigentlich noch serviert bekommen? Er ist superlecker, aber
austauschbar“, gibt sich der Drei-Sterne-Koch angriffslustig. Sager
wie diese sind bei Hartwig in unserer neuesten Podcast-Folge aber
kein Selbstzweck. Vielmehr erklärt er damit seinen Anspruch an das,
was für ihn große Küche ausmacht: Verwurzelung, Originalität und,
ja, auch dieses bisschen Stolz auf das, was die regionale Tradition
kulinarisch hergibt. Konkret bedeutet das etwa: In Jan Hartwigs
international gefeiertem Münchner Restaurant „Jan“ gibt es statt
Hamachi etwa Stör. Oder Saibling. Oder Forelle. „Ich will nicht,
dass es bei mir schmeckt wie in Stockholm oder New York“, sagt
Hartwig. Klingt alles einleuchtend – aber das allein erklärt
Hartwigs Erfolg nicht. Vergessen wir nicht: Im April 2023 schrieb
er Fine-Dining-Geschichte, indem er nicht einmal 170 Tage nach der
Eröffnung seines ersten eigenen Restaurants die begehrten drei
Michelin-Sterne holte. Das hatte es so in der Geschichte des Guide
Michelin noch nie gegeben. Im vergangenen Sommer dann der nächste
Ritterschlag: Da wurde bekannt, dass sein Restaurant es als
einziges in ganz Deutschland in die renommierte Liste der „World’s
50 Best Restaurants“ geschafft hat. Damit ist der 43-Jährige
mittlerweile das internationale Aushängeschild der deutschen
Spitzengastronomie. In unserem neuesten Podcast verrät Jan Hartwig,
wie er das geschafft hat: wie alles begann, warum es um mehr als
nur den Verzicht auf Hamachi geht – und warum die Eröffnung seines
Restaurants fast an einem Gullydeckel gescheitert wäre.
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13.02.2026
34 Minuten
Wer gerne auf Durchzug stellt, wenn Sterneköche über Nachhaltigkeit
quasseln, sollte jetzt eine Ausnahme machen: Denn dieser allzu oft
zu Greenwashing-Zwecken bemühte Begriff bekommt im Podcast mit Nick
Bril seine Bedeutung zurück – und das gleich in mehrfacher
Hinsicht. Nachhaltigkeit ist so etwas wie das Leitmotiv der
vergangenen zwei Jahre im Leben des Nick Bril – und das
Schlüsselwort, um zu verstehen, warum der heute 41-Jährige sein
altes „The Jane“ schließen wollte. Ja, wollte – nicht musste. „Die
Schließung war keine wirtschaftliche Entscheidung“, so Bril, der
auch die medial kolportierte Mietsumme von 24.000 Euro im Monat
bestätigt. „Dass meine monatliche Energierechnung allein für das
Hauptrestaurant außerdem 13.000 Euro ausmachte, hat sich irgendwann
einfach nicht mehr richtig angefühlt.“ Was sich hingegen richtig
anfühlte, war das, was seit Oktober 2025 das neue The Jane im
Antwerpener Hafenbezirk Eilandjevon ist: 28 Couverts statt 170.
Zeit und Ressourcen, um sich wieder richtig ins Kochen zu
vertiefen. Die Arbeit mit kleineren, aber feineren Produzenten.
„Ich wollte alles kleiner machen, um weiterzukommen, um mich dahin
zu entwickeln, wo ich hinwill.“ Das heißt: an die Spitze. Ja,
während viele seiner Kollegen sich nicht trauen, es auszusprechen,
sagt Nick Bril es geradeheraus: Er will mit seinem Restaurant drei
Sterne holen. „Weil ich weiß, dass es möglich ist mit dem, was wir
vorhaben.“ Es ist ein Gespräch, in dem Bril auch zu anderen Themen
ungewohnt offen spricht: darüber, warum er in einer schwierigen
Phase seines Lebens den Kochberuf neu entdecken musste, warum
Gastronomie Lebensstil und nicht nur Beruf sein kann, was der
Nachhaltigkeitsgedanke mit seiner Familie zu tun hat – und wie ein
DJ-Set mitten in einer Gastro-Küche funktioniert.
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30.01.2026
51 Minuten
Es sind große Fußstapfen, in die Dennis Kuckuck tritt. Hinterlassen
hat sie Joachim Wissler, jener Gigant der deutschen Hochküche, der
25 Jahre lang das Restaurant Vendôme auf Schloss Bensberg als eine
der ikonischsten Adressen Deutschlands etabliert hat – 17 Jahre
davon auf drei Sterne-Niveau. Seit dem 1. November hat Dennis
Kuckuck also das Küchenzepter von Joachim Wissler übernommen.
Dieser zieht sich innerhalb der Althoff-Gruppe – der unter anderem
das Schloss Bensberg gehört – in eine beratende Funktion zurück.
Aber: „Im Vendôme ist die Situation ganz klar: Das ist ab jetzt
meine, und nur meine Küche, ohne Joachim Wissler im Hintergrund“,
stellt Kuckuck klar. Drei Jahre lang hat ihn Wissler als sein
Mentor auf diese Übergabe vorbereitet. „Und jetzt muss ich liefern,
das ist mir schon klar“, sagt Kuckuck, der diese Aufgabe zwar mit
der nötigen Ehrfurcht, aber auch mit der richtigen Portion
Zuversicht und Hemdsärmeligkeit angeht. Wird es Veränderungen
geben? Natürlich – genauso wie es in den vergangenen Jahren immer
wieder Veränderungen im Vendôme gegeben hat: die Reduzierung von
Service-Zeiten in der Post-Corona-Zeit, ein zusätzliches
vegetarisches Menü, die neue Bedeutung des Mittagsservices… Und
doch: Kuckucks Fokus liegt zunächst einmal darauf, die hohen
Bewertungen zu halten und, drei Jahre Vorbereitung hin oder her, in
seine neue Rolle als Mr. Vendôme anzukommen. Im exklusiven Gespräch
verrät Dennis Kuckuck, was der Verlust des dritten Michelin-Sterns
2022 für das Vendôme bedeutete, warum Arbeitgeber in Zeiten des
Fachkräftemangels mehr denn je Perspektiven für ihre Mitarbeiter
schaffen müssen, was es mit dem neuen Hype rund um den Mittagstisch
auf sich hat – und warum “Wissler ja in einem halben Jahr mal essen
kommen kann”.
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16.01.2026
20 Minuten
Obwohl es schon fast drei Jahrzehnte her ist, fasziniert Gennaro
Contaldo bis heute: Er verstand es, lernhungrige Menschen für einen
Beruf dermaßen zu begeistern, dass ihr gesamter späterer Werdegang
davon geprägt wurde. So geschehen etwa bei Jamie Oliver und Tim
Mälzer. Beide verschlug es in den 1990er-Jahren in sein Londoner
Restaurant „Neal Street“, in dem sie mehr lernten als die wohl
weltbesten Pasta-, Gnocchi- oder Lasagnen-Rezepte: Es war die Liebe
zum Kochen, die bedingungslose Begeisterung der Essenszubereitung,
das Zelebrieren des Bauchgefühls, des intuitiven Abschmeckens und
Verfeinerns, das ihnen Contaldo damals vorlebte. Kein Wunder also,
dass die beiden auch heute, wo sie als etablierte Superstars ihrer
Zunft gelten, zu ihrem Mentor aufblicken und, wie etwa Tim Mälzer
auf der Mainstage der Rolling Pin.Convention 2025 in Düsseldorf,
rührende Lobeshymnen auf ihre kulinarische Vaterfigur halten. Im
exklusiven Podcast blicken wir mit Gennaro Contaldo hinter die
Kulissen des Neal Street-Restaurants der 90er-Jahre: Wie tickte ein
junger Jamie Oliver? Wie ein Tim Mälzer mit blaugefärbten Haaren,
der eigentlich nichts mehr vom Kochen wissen wollte? Und wie macht
man das, Leute so nachhaltig für die Welt der Gastronomie
begeistern? Über all das und vieles mehr spricht Gennaro Contaldo
in unserer neuesten Podcast-Folge.
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Folge #120: „Hört auf Systemgastronomie zu verteufeln!“: Jim Block-Mastermind im schonungslosen Talk
02.01.2026
47 Minuten
Jim Block-Mastermind Sven Freystatzky ist überzeugt: Die
Systemgastronomie bietet dringend benötigte Lösungen, unter denen
die Branche ächzt. Warum es auch in der Sternegastronomie ohne
Automatisierung langfristig nicht gehen wird und Roboter dringend
menschliche Namen brauchen – darüber und über vieles mehr spricht
Freystatzky im großen Podcast. Es ist noch gar nicht so lange her,
da hätte Sven Freystatzky als dystopischer Schwarzmaler gegolten.
Maschinen, die Köche – selbst gute, ja, selbst sehr gute! – in der
Küche ersetzen. Roboter, die Menschen nicht nur in Sachen
Verlässlichkeit übertrumpfen. Küchen, in denen Prozesse so klar
sind, dass selbst ungelernte Anfänger aus Fleisch und Blut nichts
falsch machen können. Nein, als düsteres Zukunftsbild wird
Freystatzkys Gastrovision von morgen längst nicht mehr
wahrgenommen. Im Gegenteil: Was der Geschäftsführer der
Burgerkette Jim-Block mit funkelnden Augen vor sich sieht, lässt
die Branche mittlerweile Hoffnung schöpfen. Warum? “Weil gute
Gastronomie mehr denn je auf funktionierende Systeme angewiesen ist
– und Systemgastronomie für konstante Qualität sorgt”, so der
56-Jährige, der auch für das Küchenroboter-Start-up Good Bytz
tätig ist. Überhaupt ist Freystatzky an vielen Fronten tätig: Als
geschäftsführender Gesellschafter verantwortete er nach dem
Verkauf der Anteile der von ihm mitbegründeten Burgerkette namens
Burgerlich eineinhalb Jahre lang die strategische Ausrichtung und
das Wachstum von Tellerrand Consulting, der von Tim Mälzer und
Patrick Rüther gegründeten Agentur, die sich auf die Beratung von
Gastronomiekonzepten spezialisiert hat. Seit 2021 leitet er nun die
Geschicke von Jim Block – mit einem besonderen Fokus auf
Digitalisierung und Automatisierung. Im großen Podcast verrät der
leidenschaftliche Gastro-Stratege, warum Systemgastronomie weit
mehr kann und ist als Fast Food, warum er Sternegastronomie
weiterhin über alles liebt – und warum wir alle unser Bild von
Robotern überdenken, sprich: updaten müssen.
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Über diesen Podcast
In den "Rolling Pin-Talks" sprechen der Rolling Pin Founder und CEO
Jürgen Pichler sowie Redakteur Lucas Palm mit den spannendsten und
erfolgreichsten Köchen, Gastronomen, Hoteliers, Sommeliers,
Barkeeper… über ihr Leben, Trends, und Erfolgsgeheimnisse.
Persönlichkeiten ganz persönlich.
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R_M: Bisch
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