#14 KI als Innovationshebel in der öffentlichen Verwaltung | Thomas Bönig

#14 KI als Innovationshebel in der öffentlichen Verwaltung | Thomas Bönig

vor 5 Tagen
Wie Stuttgart zeigt, dass Innovation mit KI im öffentlichen Sektor nicht an Bürokratie scheitern muss.
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Podcast
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Führungskräfte und Experten geben Einblicke in die Praxis der Transformation in Unternehmen

Beschreibung

vor 5 Tagen

In dieser Folge spreche ich mit Thomas Bönig, CIO und CDO der
Landeshauptstadt Stuttgart, darüber, wie Künstliche Intelligenz
in einer öffentlichen Einrichtung nicht nur als neues Tool,
sondern als strategischer Innovationshebel gedacht und eingeführt
werden kann.



Thomas bringt dafür eine besondere Perspektive mit. Er ist
studierter Informatiker, war viele Jahre in der Privatwirtschaft
tätig und arbeitet seit über 20 Jahren im öffentlichen Sektor.
Vor seiner Rolle in Stuttgart war er bereits in München und
Karlsruhe tätig. Heute verantwortet er als Amtsleiter die
städtische IT und Digitalisierung der Landeshauptstadt Stuttgart
und treibt dort eine der spannendsten KI-Initiativen im
öffentlichen Bereich voran.



Im Mittelpunkt der Folge steht die Frage, warum KI für eine Stadt
wie Stuttgart weit mehr ist als ein technologischer Trend. Thomas
macht deutlich, dass öffentliche Einrichtungen vor enormen
Herausforderungen stehen: Fachkräftemangel, steigende Erwartungen
der Bürgerinnen und Bürger, wirtschaftlicher Druck, komplexe
gesetzliche Vorgaben und eine Gesellschaft, die digitale Services
längst aus anderen Lebensbereichen gewohnt ist. Verwaltung muss
aus seiner Sicht auf Augenhöhe mit dieser Entwicklung bleiben,
wenn sie handlungsfähig und akzeptiert bleiben will.



Wir sprechen darüber, warum es nicht ausreicht, einfach ein Tool
wie ChatGPT oder Copilot freizuschalten. Gerade in einer
öffentlichen Einrichtung spielen Datenschutz, IT-Sicherheit,
Rechtssicherheit und die Einbindung der Personalvertretung eine
zentrale Rolle. Gleichzeitig wollte Stuttgart KI nicht nur für
wenige Expertinnen und Experten verfügbar machen, sondern für
möglichst viele Mitarbeitende. Daraus entstand der Anspruch, eine
Oberfläche zu schaffen, die so einfach nutzbar ist wie eine
Google-Suche.



Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist ChatStar, der
eigene KI-Assistent der Stadt Stuttgart. Mitarbeitende erhalten
nach einer Schulung nach EU AI Act Zugriff auf das System und
können damit zum Beispiel Texte zusammenfassen, Entwürfe
erstellen, Beschlussvorlagen auswerten, Presseanfragen
vorbereiten, rechtliche Fragestellungen strukturieren oder
Verwaltungsdokumente analysieren. Besonders spannend ist, dass
ChatStar bereits nach kurzer Zeit von mehreren tausend
Mitarbeitenden genutzt wurde und viele Anwendungsfälle direkt aus
der Organisation heraus entstanden sind.



Thomas beschreibt sehr offen, dass die Stadt dabei bewusst nicht
versucht, den großen KI-Tools am Markt Konkurrenz zu machen.
Stattdessen geht es darum, KI in einem kontrollierten,
verständlichen und sicheren Rahmen für die eigene Organisation
nutzbar zu machen. Der Fokus liegt nicht auf technischer
Spielerei, sondern auf konkreter Wirkung: Mitarbeitende
entlasten, Prozesse beschleunigen, Qualität verbessern und die
Verwaltung insgesamt leistungsfähiger machen.



Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die mehrstufige
KI-Strategie der Stadt Stuttgart. Nach dem Einstieg über ChatStar
soll im nächsten Schritt eine sogenannte Amts-KI entstehen. Dabei
werden ämterspezifische Datenbestände eingebunden, sodass
unterschiedliche Fachbereiche wie Bauamt, Jugendamt, Sozialamt
oder Rechtsamt mit jeweils relevanten Informationen arbeiten
können. Darauf aufbauend sollen perspektivisch KI-Agenten
einfache Routineaufgaben vorbereiten und automatisieren, ohne
dass die Entscheidungshoheit an die KI übergeht.


Besonders wichtig ist Thomas dabei der Grundsatz „Human in the
Loop“. KI darf Daten analysieren, Anträge vorprüfen,
Informationen aufbereiten und Entscheidungen vorbereiten. Die
Entscheidung selbst bleibt aber beim Menschen. Damit verbindet
Stuttgart technologische Innovation mit einem klaren
Verantwortungsverständnis und einer Governance, die den
Anforderungen einer öffentlichen Einrichtung gerecht wird.



Wir sprechen außerdem darüber, wie sich Arbeit durch KI verändern
wird. Thomas geht davon aus, dass sich Berufsbilder,
Aufgabenprofile und Anforderungen deutlich verschieben werden. Es
wird weniger darum gehen, repetitive Tätigkeiten manuell
auszuführen, und stärker darum, KI-Ergebnisse zu prüfen,
Datenqualität sicherzustellen, analytisch zu arbeiten und neue
digitale Kompetenzen aufzubauen. Gleichzeitig sieht er KI nicht
als Ersatz für den Menschen, sondern als Ergänzung, die helfen
kann, Produktivität zu steigern und gesellschaftliche
Herausforderungen wie den Fachkräftemangel besser zu
bewältigen.



Zum Abschluss gibt Thomas eine klare Empfehlung an andere
Organisationen: Angst ist der schlechteste Ratgeber. Wer KI nur
abwehrt oder blockiert, wird den Wandel nicht aufhalten.
Entscheidend ist, offen zu bleiben, auszuprobieren, zu lernen,
auch einmal Vorhaben abzubrechen und sich an denen zu
orientieren, die darüber sprechen, wie es gehen kann.



Key Takeaways


KI ist mehr als ein Tool
Stuttgart versteht Künstliche Intelligenz nicht als einzelne
Anwendung, sondern als strategischen Hebel, um die eigene
Organisation leistungsfähiger, schneller und zukunftsfähiger zu
machen.



️ Innovation funktioniert auch im öffentlichen Sektor
Die Folge zeigt, dass öffentliche Einrichtungen nicht
zwangsläufig langsam oder innovationsfeindlich sein müssen. Mit
klarer Strategie, Mut und guter Einbindung der Menschen können
sie selbst zu Vorreitern werden.



Governance ist Voraussetzung für Wirkung
Datenschutz, IT-Sicherheit, Rechtssicherheit, Personalvertretung
und EU-AI-Act-Schulung sind keine Randthemen. Sie schaffen den
Rahmen, damit KI verantwortungsvoll und breit nutzbar wird.



ChatStar senkt die Einstiegshürde
Mit dem eigenen KI-Assistenten will Stuttgart möglichst viele
Mitarbeitende erreichen. Die Nutzung von KI soll so einfach sein
wie eine Suchabfrage und nicht nur wenigen Expertinnen und
Experten vorbehalten bleiben.



Die Strategie geht weit über den Chatbot hinaus
Aus ChatStar soll Schritt für Schritt mehr entstehen: Amts-KI mit
fachbereichsspezifischen Daten, Agentic AI für Routineaufgaben
und langfristig eine zentrale KI-Plattform für die Stadt.



Der Mensch bleibt im Lead
KI darf vorbereiten, analysieren und unterstützen. Entscheidungen
trifft weiterhin der Mensch. Dieser „Human in the Loop“-Ansatz
ist ein zentraler Bestandteil der Stuttgarter KI-Strategie.



Produktivität wird zum entscheidenden Argument
KI soll nicht aus Selbstzweck eingeführt werden, sondern messbare
Entlastung schaffen: schnellere Bearbeitung, bessere Qualität,
weniger manuelle Routinearbeit und bessere Services für
Bürgerinnen, Bürger und Wirtschaft.



Veränderung braucht Lernbereitschaft
Thomas macht deutlich, dass niemand heute alle Antworten hat.
Entscheidend ist, loszugehen, Erfahrungen zu sammeln, Schritt für
Schritt besser zu werden und den Wandel aktiv zu gestalten.



Warum solltest du reinhören?



Diese Folge ist für alle spannend, die wissen wollen, wie
Künstliche Intelligenz in großen Organisationen wirklich
eingeführt werden kann. Besonders relevant ist sie für CIOs,
IT-Leiter, Digitalverantwortliche, Führungskräfte und
Transformationsverantwortliche, die KI nicht nur testen, sondern
strategisch nutzbar machen wollen.



Thomas gibt einen sehr konkreten Einblick in die KI-Strategie der
Landeshauptstadt Stuttgart. Dabei geht es nicht um theoretische
Zukunftsbilder, sondern um praktische Fragen: Wie schafft man
einen einfachen Zugang für Mitarbeitende? Wie geht man mit
Datenschutz und Sicherheit um? Wie bindet man Personalvertretung
und Führungskräfte ein? Wie entstehen echte Use Cases? Und wie
kann KI helfen, Fachkräftemangel, steigende Anforderungen und
wachsende Komplexität besser zu bewältigen?



Besonders wertvoll ist der Blick auf die mehrstufige Entwicklung:
von einem niedrigschwelligen KI-Assistenten über ämterspezifische
Datenräume bis hin zu KI-Agenten und einer zentralen Plattform.
Die Folge zeigt, dass erfolgreiche KI-Einführung nicht mit dem
Freischalten eines Tools erledigt ist. Sie braucht Strategie,
Governance, Nutzerorientierung und ein klares Verständnis davon,
welche Wirkung für die Organisation entstehen soll.


Die zentrale Botschaft der Folge lautet: Innovation entsteht
nicht dadurch, dass man auf perfekte Bedingungen wartet. Sie
entsteht, wenn Organisationen den Mut haben, neue Technologien
verantwortungsvoll auszuprobieren, daraus zu lernen und die
Menschen auf diesem Weg mitzunehmen.




Jetzt reinhören – es lohnt sich!

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REAL EXPERTS, der Podcast zu Themen der
Transformation und Digitalisierung in Unternehmen. In diesem
Podcast spricht Christoph Rauhut mit führenden Köpfen und
Experten aus Unternehmen über die verschiedensten Themen
der Transformation und gibt echte Einblicke und praktische
Empfehlungen.

Herausgeber und Podcast-Host ist Christoph
Rauhut (LinkedIn)

Mehr Informationen und Folgen zum Podcast:
https://podcast.realexperts.de/

Dieser Podcast wurde produziert mit freundlicher Unterstützung
von Bony Stoev: https://bony-stoev.de/

Social Media Betreuung durch Lisa Jordan:
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