Produktentwicklung mit einem agentischen Team (BMad, GSD, Superpowers ...)

Produktentwicklung mit einem agentischen Team (BMad, GSD, Superpowers ...)

vor 6 Tagen
Alexander Sprogis ist im Gespräch mit Tim
52 Minuten
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Podcaster

Beschreibung

vor 6 Tagen
In dieser Folge ist Alexander Sprogis bei Tim zu Gast. Gemeinsam
sprechen die beiden über Produktentwicklung mit einem agentischen
Team und über die Frameworks die man kennen sollte. Alex kommt
ursprünglich aus der Softwareentwicklung und dem Produktmanagement.
Früher gründete er mit Lilith Brockhaus die No-Code & Low-Code
Ausbildung und KI-Beratung VisualMakers. Inzwischen baut er unter
eigenem Namen seinen YouTube Kanal rund um AI Coding auf. Seine
Leidenschaft gilt seit jeher dem Befähigen von Menschen. Heute geht
es dabei vor allem um Coding Agents wie Claude Code. Wer einfach
drauflos promptet, landet schnell im klassischen Vibe Coding. Viele
Ergebnisse wirken gut, sind aber kaum reproduzierbar. Die KI trifft
munter eigene Annahmen, ohne dich zu fragen. Alex vergleicht Coding
Agents gern mit einem hastigen Junior Entwickler. Der liefert zwar
schnell, neigt aber zum Overengineering. Auch Widerspruch legt so
ein Agent nur selten ein. Dazu kommt ein Problem namens Context
Rot. Je länger eine Session dauert, desto voller wird das
Kontextfenster. Und desto öfter verliert die KI den roten Faden. Um
dieses Chaos einzufangen, kann man vier Ebenen unterscheiden: Ganz
unten steht das Sprachmodell (LLM) selbst, etwa Claude Opus oder
Fable. Darüber liegt der Harness, also die Konfigurationsschicht,
zum Beispiel Claude Code. Darüber wiederum sitzt das Framework als
methodischer Rahmen für die eigentliche Arbeit. Innerhalb dieses
Rahmens übernehmen einzelne Agenten oder Skills konkrete Rollen.
Genau hier zeigt sich der Kern von Produktentwicklung mit einem
agentischen Team. Ein gutes Framework bringt Struktur und
wiederholbare Qualität in die tägliche Arbeit mit Coding Agents. Am
ausführlichsten sprechen die beiden über die BMad Methode. BMad
steht mittlerweile meist für "Breakthrough Method for Agile AI
Driven Development" - manchmal aber auch für seinen Erfinder Brian
Madison. Das Framework stellt ein komplettes agentisches Team aus
neun Personas bereit. Die Business Analystin Mary erstellt mit dir
zusammen ein Product Brief. Ein Produktmanager übersetzt das
anschließend in ein PRD. Der Architekt Winston plant danach Technik
und Stack. Am Ende entstehen daraus Epics und Storys mit klaren
Akzeptanzkriterien. Es ist fast vergleichbar mit einem Team, das
sich Dokumente zuwirft. Von echter gemeinsamer Arbeit an einem
Inkrement (im Sinne von Scrum) bleibt allerdings wenig übrig. Ein
sogenannter Party Mode bringt immerhin mehrere Agenten an einem
Artefakt zusammen. Alex nutzt BMad selbst produktiv, sieht aber
auch klare Grenzen. Für einzelne Personen entsteht schnell zu viel
Dokumentation. Ein Project Brief kann schon mal mehrere Seiten lang
werden. Ein Architekturdokument wird schnell zu einem kleinen Buch.
Wer allein arbeitet, muss all das lesen und pflegen. Bei jeder
Änderung fällt zusätzlich noch ein Review an. In kleinen Teams
führt das schnell zu Overhead statt zu Tempo. Deshalb setzt Alex
das Framework heute nur noch punktuell ein. Parallel schaut er sich
längst andere Ansätze an. Als leichtere Alternative gibt es auch
'Get Shipped Done', früher bekannt als 'Get Shit Done'. Es läuft in
einer kurzen Schleife aus fünf Phasen. Erst wird besprochen, dann
geplant, dann umgesetzt, geprüft und ausgeliefert. Einzelne
Unteragenten starten dabei mit einem leeren Kontextfenster. Sie
melden am Ende nur ihr fertiges Ergebnis zurück. Ein Befehl namens
Map Codebase schickt gleich sieben Unteragenten los. Die
analysieren eine bestehende Codebasis aus verschiedenen
Blickwinkeln. Das hilft besonders bei Legacy Projekten ohne gute
Dokumentation. Superpowers verfolgen einen ähnlichen Ablauf,
arbeiten aber testgetrieben. Erst entstehen die Tests, dann nur so
viel Code wie nötig. So bremst das Framework Overengineering von
vornherein aus. Neben BMad, Get Shipped Done und Superpowers fallen
in der Folge noch weitere Namen. SpecKit von GitHub gehört dazu,
ebenso Kiro von Amazon und AgentOS.
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