Der "Six Pager" als Form des Written Narrative

Der "Six Pager" als Form des Written Narrative

vor 5 Tagen
Dominique & Tim im Gespräch
40 Minuten
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Beschreibung

vor 5 Tagen
In dieser Folge sprechen Tim und Dominique über den sogenannten
"Six Pager" als besondere Form des Written Narrative. Der Six Pager
stammt aus dem Umfeld von Amazon und steht für weit mehr als nur
ein Dokument mit sechs Seiten Fließtext. Er schafft einen Rahmen,
in dem Gedanken vollständig entwickelt werden, bevor andere
Menschen darüber diskutieren und entscheiden. Genau darin liegt
seine Stärke. Wer eine Idee schriftlich nachvollziehbar erklärt,
beschreibt nicht nur die gewünschte Lösung, sondern setzt sich
intensiv mit dem Problem, dem Kontext, den Annahmen,
Gegenargumenten möglichen Alternativen und den Risiken auseinander.
Das führt häufig zu einer deutlich besseren Grundlage für
Entscheidungen als eine Präsentation mit wenigen Stichpunkten
("Death by PowerPoint"). Ein Six Pager verändert gleichzeitig die
Art, wie Meetings ablaufen. Statt Folien zu präsentieren und dabei
auf Vorwissen zu hoffen, lesen alle Beteiligten den Text zunächst
gemeinsam. Erst danach beginnt die Diskussion. Dadurch entsteht ein
gemeinsames Verständnis, bevor Meinungen aufeinander treffen.
Niemand muss vermuten, ob einzelne Personen die Unterlagen vorher
gelesen haben oder wichtige Informationen fehlen. Gleichzeitig
zwingt das Schreiben im Vorfeld dazu, die eigenen Gedanken zu
ordnen. Wer eine Idee nicht klar aufschreiben kann, hat sie oft
selbst noch nicht vollständig durchdacht. Genau deshalb eignet sich
ein Six Pager besonders für strategische Entscheidungen, neue
Produktinitiativen oder wichtige Investitionen. Der Six Pager ist
jedoch kein Werkzeug für jede Situation. Niemand sollte alltägliche
Abstimmungen oder kleine operative Entscheidungen auf diese Weise
dokumentieren. Der Aufwand lohnt sich dort, wo Tragweite und
Unsicherheit zusammenkommen und unterschiedliche Sichtweisen
berücksichtigt werden müssen. Gerade Product Owner, Produktmanager
und Führungskräfte profitieren davon, weil sie Entscheidungen
regelmäßig begründen und verschiedene Interessen zusammenbringen.
Ein sauber formuliertes Written Narrative macht Annahmen sichtbar,
legt Zielkonflikte offen und schafft eine gemeinsame Grundlage für
konstruktive Diskussionen. Das verbessert nicht nur die Qualität
von Entscheidungen, sondern auch die Zusammenarbeit innerhalb einer
Produktorganisation. Wer den Six Pager zum ersten Mal ausprobiert,
merkt schnell, dass Schreiben vor allem ein Denkwerkzeug ist. Gute
Texte entstehen nicht nebenbei. Sie fordern Klarheit und machen
Lücken im eigenen Verständnis sichtbar. Genau deshalb ersetzt ein
Six Pager keine Präsentation, sondern verfolgt einen anderen Zweck.
Statt Informationen möglichst kompakt auf Folien zu verdichten,
entwickelt er einen nachvollziehbaren Gedankengang, der von der
Ausgangssituation bis zur Empfehlung führt. So entsteht eine
Entscheidungsvorlage, die Diskussionen auf ein deutlich höheres
Niveau hebt und Produktteams dabei unterstützt, bewusstere und
tragfähigere Entscheidungen zu treffen. Im Gespräch wurde auf diese
älteren Episoden hingewiesen: - Assumption Mapping - Wie die
Produktvision hilft, Product Ownern eine Richtung zu geben - Eine
Produktstrategie ohne Canvas erarbeiten (mit Tim Herbig) Es gibt
jede Menge gut Quellen, um noch tiefer in das Thema einzusteigen,
z.B.: - Marty Cagan (svpg): Coaching Tools – The Narrative:
https://www.svpg.com/coaching-tools-the-narrative/ - The Beauty of
Amazon's
6-Pager: https://www.linkedin.com/pulse/beauty-amazons-6-pager-brad-porter
- How Amazon Innovates:
https://www.digitaltonto.com/2018/how-amazon-innovates/ - Working
Backwards:
https://medium.com/keqius-management-notes/working-backwards-e3a8ea5a99ab
- What is a Narrative? (Video): https://youtu.be/lw9EO04MpJU -
Working backwards: Amazon’s approach to innovation (Video):
https://youtu.be/aFdpBqmDpzM
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