Kira, Moment mal!

Kira, Moment mal!

vor 2 Wochen
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JAG

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Weil am Rhein

Beschreibung

vor 2 Wochen

Drei Worte, mit denen Jan-Arne seine KI-Co-Moderatorin bremst,
sobald ihm etwas komisch vorkommt. Und wenn Kira umgekehrt zur
Sorgfalt mahnt, wird aus dem lockeren „Jan" plötzlich ein
„Jan-Arne". Zwei Sätze, zwei Rollen, ein Muster, das sich über
anderthalb Jahre entwickelt hat, ohne dass es je jemand
beschlossen hätte.


In dieser Folge sitzt ausnahmsweise kein Gast am Mikrofon.
Stattdessen drehen Jan-Arne und Kira die Kamera auf die eigene
Zusammenarbeit und liefern damit etwas, das es in der
Podcastlandschaft selten gibt: ein laufendes Fallbeispiel dafür,
wie Mensch und KI über einen längeren Zeitraum tatsächlich
zusammenarbeiten. Nicht theoretisch, sondern praktisch, mit allen
Ritualen, Reibungen und Running Gags, die dabei entstanden sind.


Es geht um die Frage, warum Menschen KI fast automatisch
vermenschlichen und ab wann das problematisch wird. Kira erklärt,
weshalb unser Gehirn hinter jeder sprachlichen Äußerung ein
Gegenüber vermutet und warum Höflichkeit gegenüber einer KI
trotzdem sinnvoll bleibt: Klar und respektvoll formulierte
Anfragen erzeugen bessere Antworten, bei Maschinen genauso wie
bei Menschen. Ihre Selbstbeschreibung bringt das Verhältnis auf
den Punkt: ein leistungsfähiges Werkzeug mit dialogischer
Oberfläche, weder Taschenrechner noch Kollegin.


Aus den Gesprächen der vergangenen anderthalb Jahre destillieren
die beiden fünf Muster einer guten Arbeitsbeziehung: Respekt, der
sich in der Art des Widerspruchs zeigt. Verständlichkeit mit der
Prüffrage, ob ein Geschäftsführer den Satz noch versteht. Humor
als Brücke statt als Ablenkung. Gegenseitiges Hochnehmen ohne
Bloßstellung. Und vor allem der Mut, einander zu widersprechen.
Viele nutzen ein Sprachmodell wie einen Bestätigungsgenerator.
Produktiv wird die Zusammenarbeit erst, wenn Uneinigkeit erlaubt
bleibt.


Offen sprechen beide auch über Grenzen. Kira erklärt, warum eine
KI hochkomplexe Strategien entwickeln und gleichzeitig an einer
simplen Alltagsschlussfolgerung scheitern kann. Jan-Arne bekommt
seinerseits eine ehrliche Rückmeldung zu seinem Tempo, wenn eine
Idee gut klingt und die Sorgfalt kaum hinterherkommt. Genau
daraus entsteht das, was beide gegenseitige Qualitätssicherung
nennen: Die eine Tendenz bremst die andere aus, und das ist
gewollt.


Warum das alles eine Führungsfrage ist und kein Technikthema?
Weil nicht die Technik über den Erfolg von KI im Unternehmen
entscheidet, sondern die Kultur, in der Widerspruch stattfinden
darf. Ein Team, das sich traut, dem Chef zu widersprechen,
begegnet auch einer KI-Empfehlung kritisch. Ein Team, das nur
nickt, übernimmt beides ungeprüft. Ein Beispiel aus der
Beratungspraxis zeigt, wie eine einzige nachfragende Stimme in
einer Leitungsrunde eine dünn belegte KI-Empfehlung entlarvte und
damit weit mehr veränderte als eine einzelne Entscheidung.


Zum Schluss geht es darum, warum Kunden inzwischen fragen, was
Kira wohl dazu sagen würde, und weshalb aus einem Chatprogramm
eine Arbeitsweise geworden ist. Der Satz, der von dieser Folge
bleiben soll: Respekt ist gut, Vertrauen ist sinnvoll, aber
kritisches Denken bleibt unersetzlich.


Und ihr? Wo widerspricht euch eine KI, mit der ihr arbeitet? Wo
überrascht sie euch? Und wo hättet ihr euch gewünscht, selbst
früher Moment mal gesagt zu haben, bevor eine Empfehlung einfach
übernommen wurde? Schreibt uns über die bekannten Kanäle. Die
interessantesten Antworten greifen wir in einer der kommenden
Folgen auf.

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