#173 Case Clinic: Seelenprofis auf Tauchstation

#173 Case Clinic: Seelenprofis auf Tauchstation

vor 1 Tag
55 Minuten
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Podcast
Podcaster
Der praxisorientierte Lernpodcast für Verantwortungsträger:innen

Beschreibung

vor 1 Tag

Heute geht es um einen Beziehungsabbruch in einer psychosozialen
Organisation – und um die Frage, weshalb ausgerechnet dort
notwendige Gespräche vermieden werden, wo Beziehungskompetenz zum
professionellen Selbstverständnis gehört.


Eine langjährige externe Begleiterin unterstützt eine
Organisation über viele Jahre hinweg mit Supervisionen,
Klausuren, Projektentwicklungen und Reflexionsräumen. Es entsteht
eine vertrauensvolle und tragfähige Zusammenarbeit.


Dann übernimmt eine neue Führungskraft.


Rückmeldungen werden knapper, Termine unverbindlicher und
Gespräche formaler. Eine offene Klärung findet nicht statt.
Stattdessen erhält die Begleiterin schließlich eine schriftliche
Mitteilung: Externe Kooperationen würden aufgrund einer
strategischen Neuausrichtung neu geprüft und ausgeschrieben.


Die Entscheidung kann sie sachlich nachvollziehen. Was sie
verletzt, ist der Weg dorthin.


Wie kann es sein, dass Organisationen professionell mit
Beziehungen arbeiten, ihre eigenen Arbeitsbeziehungen aber nicht
ausreichend klären?


Armin Ziesemer und Thomas Böhlefeld sprechen in dieser
Case-Klinik darüber, weshalb nicht unbedingt die Entscheidung
selbst den größten Schaden verursacht, sondern das Schweigen, das
ihr vorausgeht.


Wo Rollen nicht geklärt werden, werden Menschen irgendwann durch
Verfahren ersetzt.


Dabei geht es unter anderem um:


– den psychologischen Vertrag hinter einer formalen
Zusammenarbeit


– den Unterschied zwischen Harmonie und echter
Beziehungskompetenz


– verlorene Verbundenheit und fehlende Würdigung


– Rollenunklarheit beim Wechsel von Führungskräften


– den „Feinstaub des Schweigens“ in Organisationen


– eine professionelle Abschieds- und Offboardingkultur


– die Okay-Okay-Haltung der Transaktionsanalyse


– die Verantwortung beider Seiten für die Beziehungsgestaltung


Eine zentrale Metapher der Folge ist die japanische
Kintsugi-Kunst. Zerbrochene Keramik wird dabei nicht so
repariert, dass ihre Risse unsichtbar werden. Die Bruchstellen
werden mit Gold hervorgehoben und dadurch zu einem wertvollen
Teil ihrer Geschichte.


Übertragen auf Organisationen bedeutet das:


Risse müssen benannt werden.


Versäumnisse dürfen eingestanden werden.


Gemeinsame Geschichten verdienen Würdigung.


Und auch ein Ende kann respektvoll und beziehungsorientiert
gestaltet werden.


Welche Risse in deiner Organisation warten auf Gold?


Reinhören lohnt sich!


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Zu Armin Ziesemer


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Zu Thomas Böhlefeld


kommitment – Entwicklung wirksamer Zusammenarbeit


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thomas.boehlefeld@kommitment.works
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