Podcast
Podcaster
Geimpft geschädigt geleugnet
Du folgst jetzt diesem Podcast.
Beschreibung
vor 1 Woche
Es ist ein spontaner Moment, der diesem Gespräch vorausgeht. Im
griechischen Restaurant von Georgios in Bingen sitzt Alfred
zunächst nur als Zuhörer im Raum. Mit ihm sind noch weitere
Impfgeschädigte gekommen, um dem Gespräch zwischen dem
impfgeschädigten Georgios und Johannes Clasen beizuwohnen.
Spontan meldet Alfred sich zu Wort. Denn auch er möchte erzählen.
Seine Geschichte der letzten Jahre drängt nach draußen –
ungeplant, aber mit Nachdruck. So entwickelte sich spontan ein
intensives, persönliches Gespräch zwischen Alfred Wilbert und
Johannes Clasen.
Ein Leben voller Energie – vor der Impfung
Alfred war ein Mann, der mitten im Leben stand und viel
gearbeitet hat. Er ist „gelernter Fleischer“ und hat
später sein Geld als Zusteller bei der Rheinzeitung verdient.
Nacht für Nacht war er unterwegs, betreute als Gebietsleiter
einen großen Bereich, lief dabei pro Tour viele Kilometer.
„Ich hatte überhaupt keine Angst vor Corona“, sagt er. Sein
Alltag fand draußen statt, im Außendienst. Die Pandemie schien
weit weg. Und auch eine Impfung kam für ihn zunächst nicht
infrage.
„Weil ich wusste, ich war fit.“
Fit – das bedeutete für ihn: belastbar, aktiv, körperlich stark.
Ein Zustand, den er selbst sehr genau einschätzen konnte.
„Ich bin ja als Zusteller nachts 12 km gelaufen, von daher wusste
ich, war ich fit.“
Der Druck wuchs
Doch Alfred ließ sich schließlich doch impfen. Jedoch nicht aus
Überzeugung.
Der Druck kam schleichend – aus verschiedenen Richtungen. Vom
Arbeitgeber, der nach dem Impfstatus fragte. Vom Hausarzt, der
die Impfung empfahl. Und aus der Familie.
Der entscheidende Punkt war der Wunsch, die Schwiegermutter im
Altenheim besuchen zu dürfen. So erhielt er im November und
Dezember 2021 zwei Impfungen, jeweils mit dem Impfstoff von
Moderna.
Der Moment, in dem sich alles veränderte
Nach der ersten Dosis verspürte Alfred kaum etwas. Eine
Schwellung am Arm, sonst nichts. Wie gewohnt arbeitete er weiter.
Doch nach der zweiten Impfung, die er an einem Werktag abends
zwischen 17 und 18 Uhr erhielt, war es anders. Noch in derselben
Nacht ging er wie gewohnt zur Arbeit. Doch am Morgen kippte sein
Zustand plötzlich:
„Gegen Morgen ging das los: stechende Kopfschmerzen, dann hat
sich alles gedreht.“
Ein Gefühl, das er nicht kannte.
„Das hatte ich nie.“
Alfred konnte sich nicht einmal hinlegen. Die Schmerzen, der
Schwindel – sie ließen ihn nicht zur Ruhe kommen. Ihm war klar:
„Irgendwas stimmt im Kopf nicht.“
Seine Frau brachte ihn zum Hausarzt. Von dort ging es sofort
ins MRT, weiter ins Krankenhaus – schließlich dann mit
einem „mulmigen Gefühl“ in die Uniklinik Mainz.
Dort fiel schnell eine Entscheidung:
„Die haben direkt gesagt, wir können Sie nicht mehr heimlassen,
wir müssen direkt eine OP machen. Sie haben einen
Hirnwasserstau.“
Keine 24 Stunden nach Einweisung in die Uniklinik Mainz wurde
Alfred operiert.
Zweifel, die keine sein dürfen
Nach dem Eingriff verspürte er zunächst Erleichterung, „eine
wesentliche Entlastung.“ Doch andere Symptome blieben
bestehen.
Ihm war klar, was die Ursache für seinen lebensbedrohlichen
Zustand war:
„Mir war eigentlich direkt bewusst, dass irgendwas mit der
Impfung nicht in Ordnung sein kann.“
Er sprach es aus – im Krankenhaus, später in der Reha. Immer
wieder.
„Ich hab immer gesagt: Das war die Impfung.“
Doch er stieß auf Widerstand. Oder vielmehr: auf Ablehnung.
„Ich war felsenfest überzeugt. Das ist alles abgewiegelt worden.“
Alfred wurde nicht ernst genommen, fühlte sich
behandelt „wie ein Simulant, wenn ich was von der Impfung
erzählt hab.“ Zudem litt er weiterhin an belastenden
Symptomen.
Ein Satz einer Ärztin aus einer späteren Untersuchung an der
Uniklinik in Frankfurt brannte sich tief und dauerhaft in Alfreds
Gedächtnis ein:
„Wenn Sie an dem Tag Ketchup gegessen hätten, dann wär’s vom
Ketchup.“
Diese Bemerkung habe ihn „total niedergeschlagen“, erzählt
er mit stockender Stimme.
Ein Kampf um Anerkennung
Erst zwei Jahre später, 2023, erfuhr Alfred erstmals echte
Bestätigung, fühlte sich gesehen und ernst genommen. Denn in
einer psychosomatischen Klinik sagte ein Psychologe zu ihm:
„An Ihrer Lebensleistung sehe ich, dass Sie kein Simulant sind.“
Damals brach Alfred in Tränen aus. „Was bei mir
normalerweise nicht der Fall ist.“ Denn dieser Psychologe
war der erste Therapeut, der ihm glaubte, dass seine anhaltenden
Beschwerden von der Impfung stammen und seine Lebensqualität
schwer beeinträchtigen.
Dennoch ist Alfreds Weg zur Anerkennung lang – und teuer. Drei
Ordner voller Befunde und Diagnosen hat er inzwischen gesammelt.
Unzählige teure Arztbesuche und Therapieversuche hat er bereits
hinter sicher.
„Das hat schon zigtausende von Euro verschlungen.“
Eine Diagnose aus Marburg, nach frustrierender zwei- bis
dreistündiger Untersuchung, lautete schließlich:
„PostCovid nach Impfung“
Hinzu kommen weitere Befunde wie POTS, chronische Migräne,
Entzündung der Nervengänge, Brainfog, chronische Sinusitis,
Schmerzen, Verspannungen, Gelenkprobleme und ME/CFS.
„Ich hab zwei Seiten Diagnosen von der Krankenkasse zugeschickt
bekommen. […] Vorher kerngesund.“
Ein Leben im Ausnahmezustand
Heute ist Alfred nicht mehr arbeitsfähig. Seit über vier Jahren
ist er zu Hause. Der Antrag auf Erwerbsminderungsrente liegt beim
Sozialgericht. Demnächst muss er wegen der Anerkennung des
Impfschadens zum Gutachter.
Sein Alltag ist geprägt von Einschränkungen:
„Mittlerweile fast nur noch Couch oder im Garten relaxen. Mehr
bleibt mir nicht. Körperliche Aktivität fast gar nicht.“
Früher war er ständig unterwegs, hatte zwei Hunde, war körperlich
aktiv. Heute birgt jede Anstrengung, auch die Anstrengung dieses
Gesprächs, das Risiko, einen Crash zu erleiden.
Selbst einfache Reize können zu einem Zusammenbruch führen, der
Tage anhalten kann und von Schmerzzuständen und Brainfog geprägt
ist.
Der Verlust des Vertrauens und das Gefühl des
Alleingelassenseins
Was Alfred besonders getroffen hat, geht über seine massiven
körperlichen Symptome hinaus.
Es ist der Verlust des Vertrauens. Denn:
„Mittlerweile vertraue ich den Ärzten nicht mehr so.“
So begann er, sich selbst zu informieren, las Studien, tauschte
sich in Gruppen und Foren aus, und orientierte sich an anderen
Betroffenen und Veröffentlichungen einzelner zugewandter und
vertrauenswürdiger Ärzte wie Ralf Tillenburg, der sich
verständnisoffen und intensiv mit Impfschäden auseinandergesetzt
hat. Was Alfred jetzt an Medikamenten nimmt oder therapeutisch
versucht, hat er sich selbst angelesen. Denn:
„Auf die Ärzte braucht man eigentlich nicht zu hoffen.“
Auch finanziell gerät Alfred unter Druck. Tausende Euro hat er
bereits für Ärzte, Diagnosen, Therapien, Medikamente ausgegeben.
Auf der anderen Seite haben er und seine Frau außer Mieteinnahmen
und der Rente seiner Frau keine Einkünfte und müssen sich
einschränken.
Sein juristischer Weg endete vorzeitig nach gewonnener erster
Instanz – weitere juristische Schritte sind zu teuer, zu
belastend, da die Rechtsschutzversicherung die weitere
Kostenübernahme verweigert.
Unterstützung erhält er also kaum: weder finanziell, noch
medizinisch noch juristisch.
„Man hat sich solidarisch gezeigt, und wird jetzt im Regen stehen
gelassen“,
so sein resignierendes Fazit.
Ein Satz, der trifft und viel über seine Situation und die vieler
anderer Geschädigter aussagt.
Zwischen Hoffnung und Verzweiflung
Psychisch ist Alfred durch seine Lebenssituation stark
gezeichnet.
„Wenn man fünf Jahre zu Hause ist, früher topfit war, mobil war,
[…] jetzt mittlerweile ans Haus fast nur gebunden bin. […]
Am Anfang war ich kurz vorm Abdrehen.“
Heute hat er einen Psychologen, der ihm hilft und sich „auch
mit der Thematik“ beschäftigt: „Top, der Mann“, so
Alfred.
Durch ihn und den Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik
hat er Selbstbewusstsein zurückerlangt und wieder etwas Hoffnung
geschöpft. Sein Ziel ist, sein
„altes Leben zurückzugewinnen. Auch wenn es nicht mehr ganz so
wird, wie es war. Aber vielleicht ein bisschen.“
So probiert er weiter aus, sucht weiter nach neuen Möglichkeiten,
sich zu verbessern – Schritt für Schritt. Denn sein Wunsch für
die Zukunft ist klar: Er möchte „wieder bisschen vorwärts“
kommen,
„dass ich bisschen Plus wieder in meinem Leben erfahre. […] Ich
will ja irgendwann ein bisschen Leben noch haben.“
Es ist kein großer Anspruch. Kein radikaler Neubeginn. Nur der
Wunsch nach ein bisschen mehr Normalität, ein bisschen mehr
Leben.
Möge sein Wunsch in Erfüllung gehen.
Weitere Episoden
1 Stunde 5 Minuten
vor 5 Tagen
1 Stunde 13 Minuten
vor 1 Woche
24 Minuten
vor 2 Wochen
54 Minuten
vor 2 Wochen
30 Minuten
vor 2 Monaten
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.