Volkswagen in der Krise (?): Zwischen Werksschließung, Rüstung und der Frage, wofür wir eigentlich arbeiten

Volkswagen in der Krise (?): Zwischen Werksschließung, Rüstung und der Frage, wofür wir eigentlich arbeiten

vor 2 Tagen
Corinna Budras und Christian Müßgens haben die sechsteilige FAZ-Podcast-Serie „Die VW Story" produziert. Thorsten Donnermeier arbeitet seit vier Jahrzehnten bei VW und ergänzt die Perspektive vom Band. Existenzängste, Wut - aber auch Hoffnung.
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Podcast
Podcaster
On the way to new mobility: Katja Diehl spricht alle 14 Tage mit Gästen über Mobilität statt Verkehr, Diversität, New Work, Inklusion, kindergerechte Stadt und das Mobilisieren auf dem Land.

Beschreibung

vor 2 Tagen
Werbung in eigener Sache: Du hast genug von all den Videos zur
Mobilitätstransformation in Paris, Kopenhagen, Utrecht? Du willst
ins Handeln kommen und vor deiner Haustür gerechte Mobilität
erschaffen? Dann komm´ mit meiner zweiten Delegationsreise nach
Graubünden! 2,5 Tage geballtes Learn&Travel, Austausch mit
Expert*innen vor Ort, Export von Ideen nach Deutschland. Die Plätze
sind limitiert, um einen guten Austausch zu garantieren.
https://katja-diehl.de/die-naechste-delegationsreise-ist-buchbar-diesmal-gehts-nach-graubuenden/
Für diese Folge habe ich drei Gäste eingeladen, die auf sehr
unterschiedliche Weise mit Volkswagen verbunden sind: Corinna
Budras, Wirtschaftskorrespondentin der FAZ in Berlin, ihren
Kollegen Christian aus Hamburg, der bei der FAZ für die
Berichterstattung über den Volkswagen-Konzern verantwortlich ist,
und Thorsten Donnermeier, der seit 42 Jahren im VW-Werk
Kassel-Baunatal arbeitet. Mit Thorsten und zwei weiteren
Autor*innen, Tobi und Kiki, habe ich vor einiger Zeit gemeinsam ein
Buch über die Transformation von Volkswagen und der Autoindustrie
geschrieben. Werbung: Die Erkenntnisse der Bosch Unfallforschung
sind eindeutig: Wenn alle Ebikes mit ABS ausgestattet wären,
könnten jährlich bis zu 29 % aller Pedelec-Unfälle abgemildert oder
verhindert werden. Bosch eBike ABS Bremst dein Bike, nicht deinen
Flow. Mehr Infos unter bosch-ebike.com/abs Wir treffen uns zu einem
Zeitpunkt, an dem erneut angekündigt wurde, dass 100.000 Stellen
bei Volkswagen gestrichen werden sollen. Corinna und Christian
erzählen zunächst, wie sie sich dem Thema in ihrer sechsteiligen
FAZ-Serie „Die VW Story" genähert haben: von der Gründung in der
NS-Zeit über die identitätsstiftenden Jahre des Wirtschaftswunders
bis zu den Skandalen und dem Blick nach China. Thorsten ordnet das
aus der Beschäftigtenperspektive ein und erinnert an einen Punkt,
der in vielen Debatten fehlt: dass Volkswagen 1933 mit enteignetem
Gewerkschaftsvermögen aufgebaut wurde. Von dort aus geht es in die
Gegenwart: die massive Existenzangst in der Belegschaft, immer neue
Sparprogramme, sinkende Löhne trotz steigender Anforderungen.
Thorsten rechnet vor, dass ein Nettolohn von rund 2.600 Euro in der
mittleren Entgeltgruppe branchenweit schon als gut gilt – „das sind
die reichen VW-Arbeiter", sagt er, „mit 2.600 Euro ist man nicht
reich." Wir sprechen über den Abgasskandal und wie unterschiedlich
er in Deutschland und den USA aufgearbeitet wurde, über die Kluft
zwischen Managementgehältern im Millionenbereich und dem, was am
Band verdient wird, und darüber, wie sehr Sparprogramme wie „Speed"
das Verhältnis zwischen Konzern und Belegschaft geprägt haben. Im
Zentrum des Gesprächs steht dann die vielleicht schwierigste Frage:
Soll, muss, darf ein Autokonzern zum Rüstungsbetrieb werden? Am
Beispiel des Standorts Osnabrück – ausgerechnet der Stadt, in der
einst der Dreißigjährige Krieg beendet wurde – diskutieren wir die
ethischen Widersprüche dieser Entwicklung. Thorsten bringt es auf
den Punkt: Wäre die Beschäftigung sicher und der Tarif gut, würde
niemand freiwillig in die Rüstungsproduktion wollen. Er zitiert
dazu Charlie Chaplins Rede aus „Der große Diktator": „Ihr habt die
Macht, Bomben zu bauen oder Glück zu spenden." Nur die
Beschäftigten selbst, sagt er, hätten am Ende die Macht, es mit den
eigenen Händen zu tun oder zu lassen – „wir sind die beherrschte
Klasse, wir dürfen nicht mal entscheiden, ob wir einen Panzer oder
etwas anderes bauen wollen." Wir sprechen auch über Alternativen
jenseits von Rüstung und reiner Kostenlogik: über
Mobilitätsprojekte wie MOIA, über Mobilitätsarmut in Deutschland
und darüber, was es bedeutet, wenn ein Konzern, der Generationen
von Menschen mobil gemacht hat, plötzlich vor allem kalt und
kapitalistisch wirkt. Gegen Ende ziehen wir den Bogen zu
Solidaritätsbewegungen bei Mercedes, die Thorsten Hoffnung machen,
und zur Frage, wer eigentlich entscheidet, was produziert wird -
und wer am Ende die Konsequenzen trägt.
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