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Beschreibung
vor 11 Stunden
Es war heiß und es herrschte reges Treiben in der Fußgängerzone
in Heidelberg. Der Passantenstrom wurde jäh unterbrochen durch
den Blick auf die Providenzkirche.
Farbenfrohe Plakate, Fahnen und Schleifen, einladend offene Türen
ließen die Passanten innehalten, zu fragen was denn hier los sei.
„Einfach heiraten“ hieß die deutschlandweite
Aktion, sich trauen zu lassen.
Schnell waren wir schon vor der Tür in
persönlichen Gesprächen.
Als dann auch noch die Möglichkeit eröffnet wurde, eine
Beziehung von zwei Menschen
einfach mal segnen zu lassen ob nach langen
Jahren oder zum ersten Mal oder sich als einzelner Mensch
jetzt und mitten im Leben segnen zu lassen, wurde
sichtbar Sehnsucht geweckt.
Oft ganz entschlossen betraten dann die Menschen
den Innenraum der Providenzkirche. Kleine
Sträußchen an den Bankreihen, liebevolle kleine runde Tische für
Gespräche. Luftballons und Sonnenblumen strahlten vom Altar.
Im Poividenzgarten stand ein weiterer Altar,
einladend geschmückt, im Gemeindehaus luden
Getränke und Köstlichkeiten zum Verweilen und Feiern ein.
Auch in den Gesichtern der Pfarrpersonen und
Mitarbeitenden spiegelte sich die freudige und
erwartungsfrohe Haltung wider.
Es war ein festlicher Raum. Ich hatte den
Eindruck, die Liebe, Schönheit, die
Weite Gottes war hörbar und
spürbar.
Der Glanz der Liebe war sichtbar in den
Gesichtern.
Fröhliches Gelächter wechselte mit einer
ganz ehrlichen Tiefe, Freud und
Leid von Lebenswegen gleichermaßen
widerspiegelnd.
Stille, Betriebsamkeit und musikalische Klänge
wechselten sich ab.
Der Geist Gottes weht, wann er will,
wie er will und wo er will. Es
ist ein Geschenk, diesem beim Wirken
zuschauenzu dürfen. Nicht zu verschweigen ist der
vorherige Aufwand. Aber mit Segen ist oft auch viel Schweiß
verbunden.
Mich berührt: Mitten im
Unterwegssein, mitten im Leben voller
Hochs und Tiefs können Räume entstehen,
einladend und schön, fantasievoll und festlich
gestaltet.
Wundervoll, wenn die Sehnsucht Gottes
mit der Sehnsucht des Menschen in
Berührung kommt.
Wenn in einer solchen Umgebung auch das Leid in
den Leben der Menschen zur Sprache kommen darf, die
Auferstehungskraft, der Heilige Geist, Heilendes,
Versöhnendes, wie neues Leben schafft.
Ob das für uns alle eine Ermutigung sein kann,
viel mehr mit Räumen und Möglichkeiten des
Heiligen zu rechnen, sie zu entdecken
im Großen und im Kleinen?
Diese Sehnsucht wünsche ich uns allen,
Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg
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