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Ich will überrascht werden!
03.08.2026
3 Minuten
Die Ferien haben begonnen. Wie haben wir als Kinder darauf hin gefiebert! Eine große Sehnsucht ist mit Ferien und Urlaub verbunden. Eine Unterbrechung des Alltags – und auch eine große Sehnsucht nach einer überraschenden Berührung der Seele.


In Lukas 18, Vers 35 bis 43 wird die Geschichte vom blinden Bartimäus erzählt. Sein Alltag ist das Betteln und Abhängig-Sein. Er hört, dass Jesus in der Stadt ist und Bartimäus weiß, dem muss ich, dem will begegnen. Er schreit einen Notschrei. Jesus fragt ihn: Was willst du, dass ich für dich tun soll? Er antwortet : ICH WIILL UNBEDINGT SEHEN.


Was wir uns ersehnen von den freien Tagen?– ein tiefes Erfrischt-Werden aus der Quelle und die überraschenden Wunder, die direkt vom Himmel her in unser Leben fallen…. Das wollen wir sehen und erleben.


Wir waren in unseren Urlaub unterwegs auf den Spuren Luthers. Wir haben erlebt, wie wir tief erfrischt wurden. Zum Beispiel an einem extrem heißen Tag konnten wir uns um die Mittagszeit nur noch in die kühle Kirche in Weimar flüchten. Drinnen eine völlig andere Atmosphäre mit Gänsehautfeeling. Wir wurden begrüßt von einem Chor, der für das bevorstehende Konzert am Abend probte: „Denn er regiert auf immer und ewig“….Händels Halleluja erfüllte die ganze kühle Herderkirche. Unvergesslich dieser Gruß vom Himmel her.


Ein anderes Mal waren wir in der Predigerkirche in Erfurt. Auf der Suche nach Luther stießen wir auf Meister Eckhard, der Jahrhunderte vor Luther in dieser Kirche gewirkt hat. Er überraschte mich mit seiner Aktualität. Zum Beispiel sagte er: “Du brauchst Gott weder hier noch da zu suchen. Er ist nicht weiter als vor der Tür deines Herzens und dort steht er und harrt und wartet.“


Schließen möchte ich mit einem Gebet von Martin Luther, das in der Marktkirche in Wittenberg ausliegt:


Siehe Herr, ich bin ein leeres Gefäß, fülle es! Ich bin schwach im Glauben, stärke mich!


Ich bin kalt in der Liebe, lass mein Herz brennen! Lass meine Liebe herausströmen auf meinen Nächsten.


Ich habe keinen starken, festen Glauben, ich zweifle zuweilen und kann dir nicht völlig vertrauen.


Ach Herr, hilf mir.


Mehre meinen Glauben,


lass mich dir vertrauen.


Ich bleibe bei dir;


Denn von dir darf ich nehmen und muss nicht geben. Amen


Eine gesegnete Sommerzeit wünscht Traudel Krause
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Christen und Heiden
20.07.2026
1 Minute
Eine Ausstellung zum Leben und Wirken von Dietrich Bonhoeffer mit 13 großen Tafeln ist für ein halbes Jahr in unserem Gemeindehaus zu sehen und zu studieren. Die Tafeln wollen uns den Pfarrer, Lehrer der Bibel und Liebhaber der Bergpredigt, den Christenmenschen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer nahe bringen. In einem Lektürekreis haben wir sein Buch „Nachfolge“ gelesen und diskutiert. Nächstes Wochenende laden wir zu einem Bonhoefferwochenende ein, mit einem Filmabend zu dem berührenden Film „Die letzte Stufe“ mit Ulrich Tukur. Für Samstagabend konnten wir Professor Peter Zimmerling gewinnen mit einem Vortrag und Gespräch zu „Glaube mit Verantwortung“. Die Beschäftigung mit Bonhoeffer und das Gespräch miteinander haben mich angestoßen, die Bergpredigt für unsere Nachfolge bewusster zu entdecken und mit ihr zu leben. Dann habe ich das Gedicht von Bonhoeffer aus dem Gefängnis wieder gelesen und auswendig gelernt:


Christen und Heiden


Menschen gehen zu Gott in ihrer Not, flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot, um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod. So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.


Also Christen und Heiden, die Jesus Christus nicht kennen, sind solidarisch in ihren Grundbedürfnissen als Menschen. Wir alle brauchen Hilfe, Brot, Glück, Gesundheit und wollen angenommen werden, gerade wenn wir versagt haben. Da erflehen wir Beistand von Gott. Die zweite Strophe macht den Unterschied. Sie ändert die Blickrichtung. Christen sind nicht mehr nur mit sich selbst beschäftigt. Die zweite Strophe weitet den Horizont. Wir sehen das Elend in unserer Welt. Und mitten darin Gott, solidarisch mit den Leidenden. Verletzt von unseren Sünden, selbst schwach am Kreuz und ohnmächtig.


Menschen gehen zu Gott in Seiner Not, finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot, sehn ihn verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod. Christen stehen bei Gott in Seinen Leiden.


Bonhoeffer nimmt Jesu Gleichnis vom Weltgericht im Matthäusevangelium Kapitel 26 auf. Selig nennt Jesus dann die, die sich um Hungernde gekümmert und Fremde aufgenommen haben, Nackte gekleidet und Kranke und Gefangene besucht. Und Jesus fährt fort: „Was ihr getan habt einem von diesem meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Bonhoeffer hat daraus gefolgert: „Christen stehen bei Gott in seinen Leiden“.


Eine nochmals ganz andere Wendung nimmt sein Gedicht in der dritten Strophe Der von uns verletzte Gott versöhnt grenzenlos. Unbegreiflich:


Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not, sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot, stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod und vergibt ihnen beiden.


Mit herzlichen Grüßen vom Übungsweg der Nachfolge Jesu, Hans-Martin Steffe, Linkenheim
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Das ist ja wie in Las Vegas!
13.07.2026
1 Minute
Es war heiß und es herrschte reges Treiben in der Fußgängerzone in Heidelberg. Der Passantenstrom wurde jäh unterbrochen durch den Blick auf die Providenzkirche.


Farbenfrohe Plakate, Fahnen und Schleifen, einladend offene Türen ließen die Passanten innehalten, zu fragen was denn hier los sei.


„Einfach heiraten“ hieß die deutschlandweite Aktion, sich trauen zu lassen.


Schnell waren wir schon vor der Tür in persönlichen Gesprächen.


Als dann auch noch die Möglichkeit eröffnet wurde, eine Beziehung von zwei Menschen einfach mal segnen zu lassen ob nach langen Jahren oder zum ersten Mal oder sich als einzelner Mensch jetzt und mitten im Leben segnen zu lassen, wurde sichtbar Sehnsucht geweckt.


Oft ganz entschlossen betraten dann die Menschen den Innenraum der Providenzkirche. Kleine Sträußchen an den Bankreihen, liebevolle kleine runde Tische für Gespräche. Luftballons und Sonnenblumen strahlten vom Altar.


Im Poividenzgarten stand ein weiterer Altar, einladend geschmückt, im Gemeindehaus luden Getränke und Köstlichkeiten zum Verweilen und Feiern ein.


Auch in den Gesichtern der Pfarrpersonen und Mitarbeitenden spiegelte sich die freudige und erwartungsfrohe Haltung wider.


Es war ein festlicher Raum. Ich hatte den Eindruck, die Liebe, Schönheit, die Weite Gottes war hörbar und spürbar.


Der Glanz der Liebe war sichtbar in den Gesichtern.


Fröhliches Gelächter wechselte mit einer ganz ehrlichen Tiefe, Freud und Leid von Lebenswegen gleichermaßen widerspiegelnd.


Stille, Betriebsamkeit und musikalische Klänge wechselten sich ab.


Der Geist Gottes weht, wann er will, wie er will und wo er will. Es ist ein Geschenk, diesem beim Wirken zuschauenzu dürfen. Nicht zu verschweigen ist der vorherige Aufwand. Aber mit Segen ist oft auch viel Schweiß verbunden.


Mich berührt: Mitten im Unterwegssein, mitten im Leben voller Hochs und Tiefs können Räume entstehen, einladend und schön, fantasievoll und festlich gestaltet.


Wundervoll, wenn die Sehnsucht Gottes mit der Sehnsucht des Menschen in Berührung kommt.


Wenn in einer solchen Umgebung auch das Leid in den Leben der Menschen zur Sprache kommen darf, die Auferstehungskraft, der Heilige Geist, Heilendes, Versöhnendes, wie neues Leben schafft.


Ob das für uns alle eine Ermutigung sein kann, viel mehr mit Räumen und Möglichkeiten des Heiligen zu rechnen, sie zu entdecken im Großen und im Kleinen?


Diese Sehnsucht wünsche ich uns allen, Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg
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Seid barmherzig
06.07.2026
1 Minute
Auch noch 1 Woche danach geht mir der Predigttext vom letzten Sonntag nach. Warum? Weil er so aktuell und wichtig ist. Weil ich in meinem Alltag ganz konkret immer wieder damit konfrontiert werde: in den Begegnungen mit einzelnen Menschen, in der Dynamik von Gruppen und auch beim Wahrnehmen der Menschen um mich herum.


Vielleicht seid ihr schon neugierig, um welchen Text es geht… - Ein Abschnitt aus der Feldrede des Lukas-Evangeliums: Verurteilt nicht andere - Lukas 6,36-42.


Bei Stufen bewegen wir eigentlich immer Erzählungen aus der Bibel, in denen Menschen Begegnungen mit Gott-Vater, Jesus oder dem Heiligen Geist haben. Auch wenn wir in manchen Kursen mit Gleichnissen unterwegs sind, gehört die Begegnung mit dem, der sie erzählt - Jesus - ganz ausschlaggebend mit dazu. So ist es auch bei der Feldrede. Nicht irgendein Mensch in der Bibel hält diese Rede, sondern Jesus selbst. Damit bekommt sie eine Kraft und Autorität, der ich mich nicht entziehen kann. Jesus spricht hier zu einer großen Schar seiner Jünger und richtet klare, konkrete Worte an sie - und so auch an uns.


Wenn ich diese Rede lese, begegne ich Jesus, Gott selbst, und Seinem Herzensanliegen, wie wir auf Erden leben sollen - auch miteinander - und zwar nicht nur unter den „Gleichgesinnt-Gläubigen“, sondern untereinander - auch mit unseren „Feinden“.


Sie wird mir zum Spiegel, in dem ich mich erkenne:


mit meiner Sehnsucht nach einer Welt, in der die Liebe füreinander und für Gott größer ist als alles andere


und mit meinen Grenzen der Liebe und meiner Bedürftigkeit nach Gottes Wirken IN mir.


Ein Satz daraus prägt mich: Seid barmherzig, so wie euer Vater barmherzig ist. LK6,36


Wir haben einen unglaublich barmherzigen Vater. Einen, der immer wieder kommt und uns sucht, uns ruft, in den Arm nimmt, bevor wir etwas „checken“, bevor wir die „sauberen Kleider“ anhaben und uns rausgeputzt haben, richtig verhalten und was auch immer man noch an Maßstäben anlegen kann, damit man meint: Gott kommt nun.


NEIN - ER ist es, der den Tod, das Dunkle überwunden hat, der in unsere zerbrochene Welt gekommen ist, damit er mit uns sein kann - bevor wir irgendwas getan haben.


Das gilt es immer wieder zu „begreifen“, zu bewegen, zu meditieren - mir auch einzugestehen: NICHT ICH, SONDERN ER hat getan, überwunden, mich gefunden, mich zuerst geliebt - deshalb kann ich gar nicht anders und will ich lieben, barmherzig sein und Menschen nicht ver- oder beurteilen. Deshalb ist es nicht an mir zu richten - sondern ER allein ist der Richter auf dem Thron.


Dass wir diese Woche entdecken, wie barmherzig UNSER VATER ist - das wünsche ich uns von Herzen.


Seid gesegnet,


Eure Damaris Friedrich
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Treu sein
29.06.2026
1 Minute
Kürzlich haben wir unseren 39. Hochzeitstag gefeiert! Ich finde, das ist eine ganz schön lange Zeit, in der wir nun schon gemeinsam durch’s Leben gehen – starker Grund zur Dankbarkeit!


Wir haben viel miteinander erlebt, freuen uns an unserem Miteinander und reiben uns natürlich auch immer wieder an unserer Unterschiedlichkeit - bis wir wieder feststellen, dass wir uns letztendlich darin auch gut ergänzen können.


39 Jahre verheiratet sein… ein Weg mit Höhen und Tiefen. Es gibt eben nicht nur die „Hoch-Zeiten“ – da gibt es auch den Alltag mit seinen Stimmungsschwankungen, der Meinungsverschiedenheiten, dem „Nicht-verstehen“…


Und dann gilt es wieder, den anderen neu anzunehmen, Kompromisse zu schließen und manchmal auch um Verzeihung zu bitten und Vergebung in Anspruch zu nehmen.


Wie gut, dass wir vor 39 Jahren eine klare Entscheidung füreinander getroffen haben: „JA, ich will dir treu sein – mit Gottes Hilfe!“


Es ist so wertvoll, dass Gott der verbindende in unserer Mitte ist!


Der Andere kann nicht immer meinen Wunschvorstellungen entsprechen!


So erlebe ich das auch in meiner Gottesbeziehung - Gott reagiert nicht immer so, wie ich mir das vorstelle! Fragen und Gebete bleiben manchmal unbeantwortet – oder es geschieht anders, als ich mir das gewünscht hätte.


Da ist dann mein „Dranbleiben“, meine Treue gefordert!


Ich kann jeden Tag neu den Entschluss fassen: „JA HERR, ich will dir treu sein, mein Leben mit dir zusammen gestalten und auf deine Stimme hören, dir vertrauen – dich HERR sein lassen!“


Und wie sieht unsere Gottesbeziehung anders herum aus?


Wie oft entsprechen wir wohl nicht Gottes Vorstellungen??!


Wie oft lassen wir IHM wenig Raum, dass ER hineinsprechen kann in unsere Gedanken und Pläne – oder können IHM nicht vertrauen?!


Und trotzdem hält ER zu uns - bleibt uns immer treu!


Sein großes Ja, das ER uns von Anfang an gegeben hat, gilt für alle Zeiten!


Wir dürfen uns auf IHN und Sein Wort verlassen, in dem ER uns zusagt:


„Ich bin der HERR, der barmherzige und gnädige Gott. Meine Geduld ist groß, meine Liebe und Treue kennen kein Ende!“  2.Mose 34,6 HfA


Mit diesem treuen Gott können wir gut leben!!!


Herzliche Segensgrüße von Ute Wolf
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Stufen.aufs.Ohr – Stufen zum Lauschen - für Zwischendurch jede Woche 3 gute Minuten mit verschiedenen Impulsgebenden
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