Zwischen Kontrolle und Bürokratie: Die EUDR und ihre Folgen für Supply Chains

Zwischen Kontrolle und Bürokratie: Die EUDR und ihre Folgen für Supply Chains

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Beschreibung

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Bucht ein Sparring oder Mentoring mit mir:
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aktuelles Buch:
https://deine-lieferkette.de/supply-chain-ad-absurdum/EUDR Wahnsinn
– Die Lieferkette zwischen Nachhaltigkeits-Ideal und
Praxis-SchockMein Fazit vorweg:»Die Vision der nachhaltigen
Lieferkette ist wichtig, aber die Umsetzung kann uns im Alltag ganz
schön zum Schwitzen bringen.«Heute nehme ich dich mit in die Welt
eines brandaktuellen, regulatorischen Themas: EUDR – das
EU-Entwaldungsgesetz. Was sich nach Umweltschutz und Fairness
anhört, begegnet uns in Wirklichkeit als bürokratischer Koloss, der
ganze Lieferketten durcheinanderwirbelt.Worum geht’s eigentlich?Die
EUDR (European Union Deforestation Regulation) ist die neueste
Gesetzes-Initiative der EU, um die legale Herkunft bestimmter
Agrar-Rohstoffe sicherzustellen. Kaffee, Kakao, Holz, Kautschuk,
Soja, Palmöl und noch ein paar mehr stehen künftig besonders im
Fokus. Ziel: Kein Produkt soll mehr auf den EU-Markt gelangen, für
das irgendwo Regenwald weichen musste.Was früher durch Siegel wie
Fairtrade oder FSC abgedeckt war, reicht heute nicht mehr.
Politischer Leitsatz: Vertrauen ist gut, Satellitendaten sind
besser. Unternehmen sollen jetzt nachweisen können, auf welchem
Quadratmeter Acker der Rohstoff angebaut wurde – und bitte
lückenlos für jede Lieferung.Die Hürden des Gesetzes: Vom
Praxischeck zur RealitätDas Kernproblem:Wir sprechen nicht mehr nur
von der Lieferadresse, sondern von exakten GPS-Daten jeder
Plantage. Jede Lieferung muss verortet werden. Überschreitet die
Plantage 4 Hektar (also etwa 4 Fußballfelder), musst du sogar die
komplette Grenzlinie digital dokumentieren.Jetzt stelle dir mal die
Realität eines Schokoriegels vor: Viele kleine Kakaobauern bringen
ihre Ernte zu lokalen Sammelstellen. Dort wird alles wild
vermischt, bevor es an Zwischenhändler und schließlich an große
Verarbeiter geht. Die EUDR verlangt aber, dass du jede Bohne ihrem
Ursprungsort zuordnen kannst. In der Praxis? Ein Albtraum!Was macht
das mit unseren Lieferketten?Wenn ich ehrlich bin, macht mir die
Vorstellung Bauchschmerzen. Wer kann es sich schon leisten, den
administrativen Overkill der EUDR vollständig umzusetzen? Die
Gefahr ist groß, dass Unternehmen ihre Beschaffung umstellen und
künftig lieber auf große Plantagen zurückgreifen. Die kleinen
Produzenten bleiben auf der Strecke. Das soziale Gefüge in den
Ursprungsländern leidet, Chancen werden vernichtet.Außerdem droht
eine Zwei-Klassen-Lieferkette:EU-konforme Ware mit maximaler
Dokumentation (= teuer)Rest-der-Welt-Ware ohne Kontrolle (=
günstiger, aber nicht für Europa)Wir treiben damit nicht nur die
Kosten und damit die Inflation in Europa in die Höhe, sondern
riskieren, dass innovative (und vielleicht gar nicht nachhaltige)
Ausweichprodukte entwickelt werden, nur um dem Gesetz zu entkommen.
Hilft das der Umwelt wirklich? Ich habe meine Zweifel.DDS, Traces
& der BürokratiemehraufwandGanz konkret müssen künftig für jede
Lieferung digitale Sorgfaltserklärungen (DDS = Due Diligence
Statements) in die Traces-Datenbank der EU eingetragen werden,
bevor auch nur ein Container die Grenze passieren darf. Die Systeme
dahinter, neue Workflows, Audits und Prüfungen treiben den Aufwand
(und damit die Kosten) für alle nur weiter nach oben. Klar, die EU
hat inzwischen ein wenig nachjustiert, aber praktikabel ist es
immer noch nicht.Mein Appell an dichIch liebe Fortschritt, und
Nachhaltigkeit in der Lieferkette bleibt ein zentrales Ziel. Aber
eine funktionierende Lieferkette ist keine Excel-Tabelle, sondern
ein fein verknüpftes Netzwerk mit echten Menschen, realen Prozessen
und vielen, vielen Unwägbarkeiten.Regulatorik muss sich endlich
auch an der Praxis messen – mit Beteiligung von Leuten aus dem
echten Wirtschaftsleben.
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