Das Millionengrab: Warum neue Systeme nur selten die Rettung bringen

Das Millionengrab: Warum neue Systeme nur selten die Rettung bringen

vor 1 Woche
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Beschreibung

vor 1 Woche
Kennst du das? Du stehst vor einer Investitionsentscheidung, ein
glänzendes neues Advanced Planning System soll eingeführt werden.
Damit – so die Hoffnung – werden die Forecasts endlich treffsicher,
die Produktion effizient, der Warenfluss optimal gesteuert und der
OEE schießt nur noch nach oben. Ganz ehrlich: Wer so denkt,
verschwendet oft Millionen. Denn die eigentlichen Probleme liegen
in der Regel ganz woanders. Und zwar hier:Es ist übrigens total
egal für welchen Softwareanbieter (SAP, BlueYoneder, o9, Kinaxis
etc.) ihr euch entscheidet, wenn ihr die nachfolgenden Dinge nicht
beherrscht! 1. Das Fundament aus Sand: Schlechte
StammdatenLangweilig? Vielleicht. Aber in der Realität der
entscheidende Punkt.Bevor du auch nur einen Euro in teure Software
steckst, frag dich:- Sind eure Materialstammdaten korrekt und
aktuell?- Stimmen die Schnittstellen, Kapazitäten, Arbeitspläne und
Stücklisten?- Sind die relevanten Verlustraten hinterlegt? uvm.In
der operativen Planung brauchst du planungsrelevante, ehrliche
Daten. Fehler bei den Stammdaten führen dazu, dass – egal wie smart
das System ist – nur Unsinn rauskommt. Mein Tipp: Mach zuerst ein
ehrliches Assessment und räum die Datenbaustellen auf. Es lohnt
sich!2. Prozess schlägt System: S&OP & Co. als
ErfolgsfaktorDas beste System ist sinnlos, wenn der zugrunde
liegende Prozess lückenhaft ist.Egal ob Sales & Operations
Planning (S&OP) oder Sales & Operations Execution:- Wie
stimmen sich Vertrieb, Controlling und Planung ab?- Gibt es
Klarheit über Verantwortlichkeiten? Wer trifft welche Entscheidung
und mit welchem Vorlauf?- Wo liegt die Hoheit über Kapazitäten und
Stammdaten – Produktion oder Supply Planning?Mir ist häufig
begegnet, dass Rollen nicht klar definiert sind. Das führt zu Chaos
und Misstrauen gegenüber den im System generierten Vorschlägen.
Klärt die Prozesse, schafft ein sauberes Rollenkonzept (Stichwort:
RASCI-Matrix), bevor ihr mit Systemeinführungen beginnt. Das
betrifft auch Change Management – Organisationsstrukturen sollten
angepasst, Zuständigkeiten sauber geregelt werden.3. Blackbox
entzaubern: Verstehen, was das System tutEin modernes APS kann viel
– doch am Ende braucht es Nutzer, die den Logiken trauen.- Wie
funktionieren die Heuristiken im Hintergrund?- Welche
Optimierungsprofile sind hinterlegt?- Wie können Planer diese
anpassen?Was ich gelernt habe: Planer sollen nicht blind alles
abnicken, was das System vorschlägt – aber sie müssen verstehen,
was passiert. Denn: Viele manuelle Eingriffe machen die Ergebnisse
nicht besser, sondern schlechter. Schulungen, Transparenz und
Verständnis sind hier Gold wert.Fazit: Die Hausaufgaben vor der
Investition machenMein Appell aus den französischen Alpen an
dich:Die Einführung eines Systems ist kein IT-Projekt, sondern ein
gigantisches Organisations- und Change-Projekt. Wer das
unterschätzt, verbrennt nicht nur Geld – sondern verpasst auch die
eigentliche Chance, die eigene Supply Chain nachhaltig zu
verbessern.Setze erst auf Datenqualität, Prozessklarheit und
Kompetenzaufbau. Dann ist jede Systemeinführung wirklich ein
Booster für deine Supply Chain.Kartendecks & more:
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