OE3000 - Episode 26 - Über Methoden und Werkzeuge: Scrum

OE3000 - Episode 26 - Über Methoden und Werkzeuge: Scrum

vor 1 Woche
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Beschreibung

vor 1 Woche

Im Juni 2026 überschreitet ein einziger Anbieter zwei Millionen
vergebene Scrum-Zertifikate. Im selben Jahr streichen Konzerne
die Rolle des Scrum Masters, und mancher erklärt Agile für tot.
Noch nie waren so viele zertifiziert, selten wurde die Methode so
offen infrage gestellt.


Scrum ist ein bewusst schlankes Rahmenwerk aus den Neunzigern.
Arbeit wird in kurze Sprints zerlegt, Teams entscheiden mehr
selbst, am Ende steht schnelles Feedback statt eines Plans, der
ohnehin nicht hält. Fast zwei von drei agilen Teams arbeiten
damit.


Diese Folge bewertet Scrum nicht als gut oder schlecht. Sie
stellt eine strukturelle Frage, denn Scrum steht nie allein. Um
jedes agile Team liegt eine Organisation, und die arbeitet in
aller Regel nicht agil.


In größeren Häusern wird über die Teams eine Ebene gezogen, die
die Unberechenbarkeit des agilen Vorgehens wieder einfangen soll,
damit sie zum strikt planbaren Rest passt. Von dort kippen die
Anforderungen zurück ins Team. Reporting, Vorgaben, oft auch die
Werkzeuge, in denen dokumentiert wird. So wird der Freiraum, den
Agilität verspricht, durch die Hintertür wieder eingesammelt. Das
ist das Gegenteil von Agilität.


Dazu kommt, dass Scrum nur ein Rahmenwerk ist. Viele
Organisationen übernehmen zwei, drei Bausteine, die passen, und
lassen den Rest. Reines Scrum ist in der Praxis selten, meist
eine Mischform, die sich der Umgebung fügt.


Bleibt die Frage, die Ivan Illich diesem Themenblock gegeben hat.
Dient die Methode den Menschen, die sie anwenden, oder dienen die
Menschen der Methode.


Schreib mir: mail@robin-taylor.de


Mehr Infos: http://www.robin-taylor.de
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