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„Gojira", japanisch für Godzilla, war der interne Spitzname für
den Fehler-Tracker, mit dem ein junges Team 2002 in Sydney
hantierte. Aus Gojira wurde Jira. Aus dem Werkzeug wurde ein
Konzern: Atlassian, gestartet mit rund 10.000 Dollar
Kreditkartenschulden, heute mit 1,8 Milliarden Dollar
Quartalsumsatz und 32 Prozent Wachstum.

Im Markt für Aufgaben- und Fehlerverfolgung hält Jira fast neun
von zehn Anteilen. Über 100.000 Unternehmen organisieren damit
ihre Arbeit, von Amazon bis Apple. Ein Marketplace mit mehr als
6.000 Apps dockt an jede Lücke an.

Doch ein Werkzeug ist nie nur ein Werkzeug. Jira ist opinionated.
Wer es einführt, übernimmt eine Vorstellung davon, wie Arbeit zu
laufen hat. Scrum und Kanban stecken nativ darin, SAFe und LeSS
skalieren das Ganze auf den Konzern, ITIL kommt über das Service
Management, PRINCE2 und Wasserfall über Zusatzapps, OKR über den
Marktplatz. Der Marketplace ist in Wahrheit ein Methoden-Markt.

Ivan Illich hat 1973 in „Tools for Conviviality" zwei Sorten
Werkzeug unterschieden: solche, die dem Menschen dienen, und
solche, denen der Mensch dient. Cory Doctorow beschreibt mit
„Enshittification" den dreistufigen Verfall von Plattformen, erst
gut zu den Nutzern, dann zu den Geschäftskunden, am Ende nur noch
zu sich selbst. Preiserhöhungen von 15 bis 40 Prozent und die
standardmäßige Nutzung von Kundendaten fürs KI-Training ab August
2026 lassen sich in diesem Licht lesen.

Bleibt die eine Frage. Wer einen Vorgang anlegt, hinterlässt eine
Spur. Wem dient das Werkzeug, und wer liest die Spur?

Schreib mir: mail@robin-taylor.de

Mehr Infos: www.robin-taylor.de
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„OE3000 - Episode 25 - Über Methoden und Werkzeuge: Jira“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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