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vor 12 Stunden
Unsere Podcast-Empfehlung: Gerechtigkeit & Loseblatt
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Was ist Gerechtigkeit und Loseblatt?
Im wöchentlichen Podcast Gerechtigkeit & Loseblatt –
Die Woche im Recht besprechen Beck-aktuell-Chefredakteurin Pia
Lorenz, Strategieberater und Kolumnist Dr. Hendrik Wieduwilt und
Beck-aktuell-Redakteur Dr. Maximilian Amos, was diese Woche
wichtig war in Recht, Rechtspolitik, Rechtsmarkt und
Justiz.
Folgenbeschreibung:
Hier gehts zur Einführung ins Waffenrecht Teil 1
Hier gehts zur Einführung ins Waffenrecht Teil 2
Hier gehts zur Playlist Waffenrecht
Folgenbeschreibung:
Thema: Einführung ins Waffenrecht, Teil 4: § 45 WaffG,
Folgemaßnahmen und Untersagungsverfügungen (§§ 45, 46, 41 WaffG)
In der abschließenden Folge zur Einführung ins Waffenrecht
behandeln wir zunächst vollständig § 45 WaffG, dann die
Folgemaßnahmen nach § 46 und schließlich die
Untersagungsverfügung nach § 41 WaffG.
§ 45 WaffG – Rücknahme und Widerruf ist lex specialis zu
§§ 48, 49 VwVfG: Im Waffenrecht kein Ermessen, sondern zwingender
Aufhebungszwang – soweit es um die Erlaubnisvoraussetzungen geht.
Bei anderen Aufhebungsgründen (z. B. Täuschung, aber materiell
vorhandene Voraussetzungen) bleiben §§ 48, 49 VwVfG mit ihrem
Ermessen anwendbar.
Die Rücknahme (Abs. 1) erfasst von Anfang an rechtswidrige
Erlaubnisse – inzidente Prüfung der Erlaubnisvoraussetzungen zum
Zeitpunkt der Erteilung. Klausurrelevant: Anders als bei § 48
Abs. 4 VwVfG gilt keine Jahresfrist; die Behörde kann zeitlich
unbegrenzt zurücknehmen.
Der Widerruf (Abs. 2 S. 1) greift bei nachträglichem
Wegfall der Erlaubnisvoraussetzungen. Es reicht der Verdacht –
Tatsachen, die die Annahme rechtfertigen, genügen. Abs. 2 S. 2
ermöglicht bei Nichtbeachten inhaltlicher Beschränkungen einen
Widerruf nach Ermessen. Die Härtefallregelung (Abs. 3)
erlaubt bei nur vorübergehendem Wegfall des Bedürfnisses ein
Absehen vom Widerruf – nicht beim Waffenschein.
§ 45 Abs. 5 WaffG ist ein klassischer Klausurstolperstein:
Widerspruch und Anfechtungsklage gegen Rücknahme oder Widerruf
wegen fehlender Zuverlässigkeit oder Eignung haben keine
aufschiebende Wirkung (§ 80 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 VwGO). Der Antrag
lautet auf Anordnung – nicht Wiederherstellung – der
aufschiebenden Wirkung. Bei Widerruf wegen fehlenden Bedürfnisses
gilt § 80 Abs. 1 VwGO normal.
§ 46 WaffG – Folgemaßnahmen: Rücknahme und Widerruf sind
rechtsgestaltend, aber nicht vollstreckungsfähig. § 46 schließt
diese Lücke: Rückgabe der Erlaubnisurkunden (Abs. 1), Überlassung
oder Unbrauchbarmachung von Waffen und Munition innerhalb einer
Frist (Abs. 2, 3). Bei Untätigkeit: Sicherstellung als
Verwaltungsvollstreckung – keine polizeiliche Standardmaßnahme.
Verwertung oder Vernichtung nach Abs. 5; Nettoerlös steht dem
Betroffenen zu.
§ 41 WaffG – Untersagungsverfügung: Präventives Instrument
gegen Inhaber erlaubnisfreier Waffen. Nr. 1 erfasst allgemeine
Gefahrenlagen (z. B. Gruppenzugehörigkeit – stets
Einzelfallbetrachtung). Nr. 2 knüpft an fehlende Zuverlässigkeit
oder Eignung an – inzidente Prüfung der §§ 5, 6 WaffG. Die
Untersagung kann auch präventiv ergehen, bevor der Betroffene
überhaupt Waffen besitzt.
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