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  4. Notfallmanagment - Grundlegende Prinzipien - Strukturierte Übergabe, primary Survey und secondary Survey verstehen
Thema der Folge

Akutversorgung im Schockraum: strukturierte Übergabe, Primary
Survey und Secondary Survey – mit Fokus auf Teamkommunikation,
cABCDE und konsequenter Reevaluation.

Die 3 Kernbotschaften

• Gute Übergabe spart Zeit und reduziert Fehler

• Behandle immer zuerst das, was als Nächstes töten könnte

• Bei jeder Verschlechterung: sofort zurück zum cABCDE-Schema

️ Strukturierte Übergabe

Eine kurze, klare und teamorientierte Übergabe ist zentral für
den Start im Schockraum.

Wichtige Inhalte:

• Identität, Alter, Notfallart, ggf. Unfallmechanismus

• Probleme nach cABCDE

• Bereits erfolgte Maßnahmen, Medikamente, Vitalverlauf, Vigilanz

• Vorerkrankungen, Dauermedikation, Allergien

• Letzte Nahrungsaufnahme, Events preceding

• Angehörige, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung

Praxispunkt: Wenn klinisch vertretbar, erst Übergabe abschließen,
dann umlagern und komplexe Maßnahmen starten.

Merkschemata für die Anamnese

SAMPLE:

• Signs/Symptoms

• Allergies

• Medications

• Past medical history

• Last oral intake

• Events preceding

• optional: Risk factors

OPQRST zur Beschwerdecharakterisierung:

• Onset

• Provocation/Palliation

• Quality

• Region/Radiation

• Severity

• Time/Duration

🩺 Primary Survey: cABCDE

Ziel: unmittelbar lebensbedrohliche Zustände erkennen und sofort
behandeln.

🩸 c – Critical bleeding

Massive Blutung hat Priorität.

• direkte Kompression, Druckverband, Wundtamponade, Tourniquet

• Tourniquet-Zeit dokumentieren

• früh an Gerinnungsmanagement, Massivtransfusion und
Antagonisierung denken

• Tranexamsäure frühzeitig bei schwerer Blutung nach Trauma

🫁 A – Airway

Ist der Atemweg frei und sicher?

• sprechen möglich? Stridor? Blut? Erbrochenes? Schutzreflexe?

• einfache Maßnahmen: Absaugen, Esmarch/Jaw-Thrust,
Atemwegshilfen

• bei bedrohtem Atemweg früh definitive Sicherung erwägen

• bei Trauma HWS mitdenken, aber Atemwegssicherung nicht
verzögern

️ B – Breathing

Beurteilung von Oxygenierung und Ventilation.

• Atemfrequenz, Atemarbeit, Sättigung, Thoraxexkursion,
Auskultation

• Sauerstoffgabe, ggf. Beutel-Masken-Beatmung, NIV oder invasive
Beatmung

• Spannungspneumothorax ist eine klinische Diagnose: sofort
dekomprimieren

️ C – Circulation

Perfusion beurteilen, Schock erkennen, Ursachen differenzieren.

• Pulse, Haut, Rekapillarisierung, Blutdruck, Vigilanz

• 2 großlumige Zugänge, Blutabnahme, BGA, Laktat

• Volumen zielgerichtet, Blutungsschock früh mit Blutprodukten
denken

• Noradrenalin bei persistierender Hypotonie früh erwägen

D – Disability

Kurzer neurologischer Check.

• AVPU oder GCS

• Pupillen, grobe Defizite, Krampfaktivität

• Blutzucker nicht vergessen

• Hypoglykämie und Krampfanfälle sofort behandeln

🧍 E – Exposure

Vollständige Inspektion bei gleichzeitigem Wärmemanagement.

• Verletzungen, Hämatome, Hautbefunde, Infektzeichen, Ausschläge

• Hypothermie aktiv vermeiden

️ Bildgebung in der Akutphase

• eFAST ist im Trauma Teil des Primary Survey

• Sonografie hilft auch bei Schock, Dyspnoe und Perikardtamponade

• unauffälliges eFAST schließt relevante Verletzungen nicht
sicher aus

• CT, im Trauma oft Ganzkörper-CT, ergänzt die klinische
Einschätzung situationsabhängig

Secondary Survey

Erst wenn akute lebensbedrohliche Probleme adressiert sind.

Inhalte:

• vollständige Anamnese, oft als Fremdanamnese

• komplette körperliche Untersuchung

• Suche nach missed injuries / missed diagnoses

• Überprüfung aller Maßnahmen: Zugänge, Tubus, Beatmung,
Analgesie, Blutungskontrolle

• weitere Diagnostik, Fachdisziplinen, OP-/ITS-Planung, Verlegung

• Tetanusprophylaxe mitdenken

Für den Dienst

• klare Ansagen statt vager Bitten

• Verdachtsdiagnosen laut aussprechen

• kontinuierlich reevaluieren

• SAMPLE und OPQRST aktiv nutzen

• Temperaturmanagement nie unterschätzen

Quintessenz

Strukturierte Übergabe cABCDE Reevaluation Secondary
Survey.

Und bei jeder Verschlechterung gilt erneut: zurück zum cABCDE.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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