Notfallmanagment - Grundlegende Prinzipien - Strukturierte Übergabe, primary Survey und secondary Survey verstehen

Notfallmanagment - Grundlegende Prinzipien - Strukturierte Übergabe, primary Survey und secondary Survey verstehen

vor 2 Tagen
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Beschreibung

vor 2 Tagen

Thema der Folge





Akutversorgung im Schockraum: strukturierte Übergabe, Primary
Survey und Secondary Survey – mit Fokus auf Teamkommunikation,
cABCDE und konsequenter Reevaluation.





Die 3 Kernbotschaften





• Gute Übergabe spart Zeit und reduziert Fehler


• Behandle immer zuerst das, was als Nächstes töten könnte


• Bei jeder Verschlechterung: sofort zurück zum cABCDE-Schema





️ Strukturierte Übergabe





Eine kurze, klare und teamorientierte Übergabe ist zentral für
den Start im Schockraum.





Wichtige Inhalte:


• Identität, Alter, Notfallart, ggf. Unfallmechanismus


• Probleme nach cABCDE


• Bereits erfolgte Maßnahmen, Medikamente, Vitalverlauf, Vigilanz


• Vorerkrankungen, Dauermedikation, Allergien


• Letzte Nahrungsaufnahme, Events preceding


• Angehörige, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung





Praxispunkt: Wenn klinisch vertretbar, erst Übergabe abschließen,
dann umlagern und komplexe Maßnahmen starten.





Merkschemata für die Anamnese





SAMPLE:


• Signs/Symptoms


• Allergies


• Medications


• Past medical history


• Last oral intake


• Events preceding


• optional: Risk factors





OPQRST zur Beschwerdecharakterisierung:


• Onset


• Provocation/Palliation


• Quality


• Region/Radiation


• Severity


• Time/Duration





🩺 Primary Survey: cABCDE





Ziel: unmittelbar lebensbedrohliche Zustände erkennen und sofort
behandeln.





🩸 c – Critical bleeding


Massive Blutung hat Priorität.


• direkte Kompression, Druckverband, Wundtamponade, Tourniquet


• Tourniquet-Zeit dokumentieren


• früh an Gerinnungsmanagement, Massivtransfusion und
Antagonisierung denken


• Tranexamsäure frühzeitig bei schwerer Blutung nach Trauma





🫁 A – Airway


Ist der Atemweg frei und sicher?


• sprechen möglich? Stridor? Blut? Erbrochenes? Schutzreflexe?


• einfache Maßnahmen: Absaugen, Esmarch/Jaw-Thrust,
Atemwegshilfen


• bei bedrohtem Atemweg früh definitive Sicherung erwägen


• bei Trauma HWS mitdenken, aber Atemwegssicherung nicht
verzögern





️ B – Breathing


Beurteilung von Oxygenierung und Ventilation.


• Atemfrequenz, Atemarbeit, Sättigung, Thoraxexkursion,
Auskultation


• Sauerstoffgabe, ggf. Beutel-Masken-Beatmung, NIV oder invasive
Beatmung


• Spannungspneumothorax ist eine klinische Diagnose: sofort
dekomprimieren





️ C – Circulation


Perfusion beurteilen, Schock erkennen, Ursachen differenzieren.


• Pulse, Haut, Rekapillarisierung, Blutdruck, Vigilanz


• 2 großlumige Zugänge, Blutabnahme, BGA, Laktat


• Volumen zielgerichtet, Blutungsschock früh mit Blutprodukten
denken


• Noradrenalin bei persistierender Hypotonie früh erwägen





D – Disability


Kurzer neurologischer Check.


• AVPU oder GCS


• Pupillen, grobe Defizite, Krampfaktivität


• Blutzucker nicht vergessen


• Hypoglykämie und Krampfanfälle sofort behandeln





🧍 E – Exposure


Vollständige Inspektion bei gleichzeitigem Wärmemanagement.


• Verletzungen, Hämatome, Hautbefunde, Infektzeichen, Ausschläge


• Hypothermie aktiv vermeiden





️ Bildgebung in der Akutphase





• eFAST ist im Trauma Teil des Primary Survey


• Sonografie hilft auch bei Schock, Dyspnoe und Perikardtamponade


• unauffälliges eFAST schließt relevante Verletzungen nicht
sicher aus


• CT, im Trauma oft Ganzkörper-CT, ergänzt die klinische
Einschätzung situationsabhängig





Secondary Survey





Erst wenn akute lebensbedrohliche Probleme adressiert sind.





Inhalte:


• vollständige Anamnese, oft als Fremdanamnese


• komplette körperliche Untersuchung


• Suche nach missed injuries / missed diagnoses


• Überprüfung aller Maßnahmen: Zugänge, Tubus, Beatmung,
Analgesie, Blutungskontrolle


• weitere Diagnostik, Fachdisziplinen, OP-/ITS-Planung, Verlegung


• Tetanusprophylaxe mitdenken





Für den Dienst





• klare Ansagen statt vager Bitten


• Verdachtsdiagnosen laut aussprechen


• kontinuierlich reevaluieren


• SAMPLE und OPQRST aktiv nutzen


• Temperaturmanagement nie unterschätzen





Quintessenz





Strukturierte Übergabe cABCDE Reevaluation Secondary
Survey.


Und bei jeder Verschlechterung gilt erneut: zurück zum cABCDE.
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