Beobachter bezweifeln, dass US-Präsident Donald Trump am
Freitag die US-amerikanisch-iranische Absichtserklärung für
Verhandlungen unterschreibt
Ein Kommentar von Tilo Gräser.
Angeblich haben die USA und Iran ein Abkommen über das Ende der
gegenseitigen Angriffe vereinbart, wurde am Wochenende gemeldet.
Doch das vermeintliche Abkommen für ein Ende des von den USA
gemeinsam mit Israel begonnenen völkerrechtswidrigen Krieges
gegen Iran ist nur eine Absichtserklärung. Darauf macht
insbesondere die iranische Seite aufmerksam. Die Erklärung müsste
noch mit Fakten untersetzt werden, so mit einer 60-tägigen
Waffenruhe, während der ein tatsächliches Abkommen zwischen
beiden Seiten ausgehandelt werden soll. Ob es dazu und zur
Wiederherstellung des Friedens im Nahen Osten kommt, scheint
alles andere als sicher. Es könnte sich auch um ein „Geschenk“
zum 80. Geburtstag von Donald Trump am 14. Juni handeln, von
diesem an sich selbst, und vergiftet von anderen.
Thomas Röper hat die vorliegenden Informationen zu der Einigung
zwischen Teheran und Washington am Montag zusammengefasst. Er
machte auch darauf aufmerksam, dass jegliche Freude über das
vermeintliche Abkommen zu früh ist. Das zeigen schon die ersten
Reaktionen darauf aus Israel, auf die Röper hinwies. US-Präsident
Trump hatte zwar erklärt, der israelische Premierminister
Benjamin Netanjahu sei mit der Einigung mit Iran einverstanden.
Aber aus Israel war schon am Sonntag zu vernehmen, das Abkommen
habe eine „schlechte Zukunft“.
Seit den ersten euphorischen und unkritischen Meldungen im
medialen Mainstream über ein vermeintliches Abkommen zwischen
Iran und den USA werden immer mehr Zweifel laut. Bereits am 14.
Juni warnte der US-amerikanische Geopolitik-Analytiker Brian
Berletic auf der Plattform Telegram vor Illusionen. Mit Blick in
die Geschichte der zahlreichen durch die USA gebrochenen Abkommen
stellte er fest:
„Es gibt keine Vereinbarungen mit den USA.“
Es gebe „nur Illusionen von Vereinbarungen, die die USA schaffen,
um sich Zeit zu verschaffen und die betroffenen Nationen in eine
Position zu bringen, bevor sie verraten werden – was bereits
geplant war, noch bevor diese Vereinbarungen überhaupt
vorgeschlagen, geschweige denn unterzeichnet wurden“. Berletic
erinnerte daran, dass der Regimewechsel im Iran mithilfe des
„Atomabkommens“ 2009 von der US-„Denkfabrik“ Brookings
Institution vorgeschlagen wurde. Das sei dann im Laufe der Zeit
von den US-Regierungen Obama, Trump, Biden und Trump wortwörtlich
umgesetzt worden. Die USA „machen keine Abkommen und schließen
keinen Frieden“, so der Analytiker.
„Sie streben nach Vorherrschaft – ganz gleich, was sie sonst
vorgeben zu versprechen.“
In einem weiteren Beitrag auf der Plattform erklärte er, es gehe
bei dem US-Krieg gegen den Iran nicht darum, den Iran „über das
Wochenende“ zu stürzen. Ziel sei es stattdessen, den Iran zu
schwächen „und – was noch wichtiger ist – China und den Rest
Asiens von Energieexporten abzuschneiden“. Zu dem „Abkommen“, das
die USA angeblich mit dem Iran geschlossen haben, stellte er am
15. Juni fest, dass die USA zu einem solchen gar kein Recht
haben, „in einer Region der Welt, in der sie nichts zu suchen
haben – und das, während die USA weiterhin Schiffe angreifen oder
beschlagnahmen, die russische Energierohstoffe transportieren,
und Asien im Vorfeld einer Konfrontation mit China weiter
destabilisieren“.
https://apolut.net/usa-iran-deal-tauschungsmanover-oder-kapitulationsdokument-von-tilo-graser/
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