Auf der Eskalationsrolltreppe in den großen Krieg | Von Tilo Gräser

Auf der Eskalationsrolltreppe in den großen Krieg | Von Tilo Gräser

vor 2 Tagen
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Beschreibung

vor 2 Tagen

Angesichts der zunehmenden ukrainischen Angriffe auf
Russland warnen Beobachter vor den Folgen


Ein Kommentar von Tilo Gräser.


Die Kiewer Führung und ihre westlichen Finanziers glauben sich im
Krieg gegen Russland immer noch auf der Gewinnerseite. Dazu
tragen aktuell die ukrainischen Drohnenangriffe auf Ziele in
Moskau, eine dortige Ölraffinerie, auf das
Satellitenkontrollzentrum bei Dubna sowie auf der Krim bei.
Russland scheint dem nichts entgegensetzen zu können. Und so
fordert der Kiewer Präsidentendarsteller Wolodymyr Selenskyj von
seinen westlichen Unterstützern noch mehr Geld und noch mehr
Waffen. Und die wollen ihm alle Wünsche erfüllen, wie sie beim
jüngsten G7-Gipfel erklärten. Damit soll der Druck
auf Moskau erhöht werden, einem Kriegsende unter Kiewer
Bedingungen zuzustimmen.


„Wenn die Ukraine brennt, wird auch Moskau brennen“, hatte
Selenskyj vor wenigen Tagen angekündigt. Der
unabhängige EU-Korrespondent Eric Bonse kommentierte
das treffend und machte auf die Konsequenzen aufmerksam:
„Das ist, nun ja, eine Kriegserklärung. Gegen den Angreifer aus
Russland, okay, aber auch gegen die stärkste Nuklearmacht der Welt.
Da sollte man doch erwarten, daß Nato und EU, die Selenskyj
unterstützen, auf die Bremse treten, um eine unkontrollierte
Eskalation zu verhindern.“

„Doch das Gegenteil ist der Fall“, stellte Bonse fest. Beim
jüngsten Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe bei der Nato in
Brüssel sei der Einsatz sogar noch erhöht worden. Beim EU-Gipfel
mit Selenskyj am 18. Juni in Brüssel sei diesem noch mehr
Unterstützung zugesagt worden. Zum Angriff auf Moskau und den
möglichen Folgen finde sich im Gipfelbeschluss kein
Wort. „Selenskyj dürfte dies als Ermunterung verstehen – und noch
härter angreifen“, schätzt Bonse ein. Mutmaßliches Ziel sei es,
Russlands Präsidenten Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu
bomben. Kiews Machthaber nenne das
„Langstreckensanktionen“, die EU spreche
von „diplomatischen Bemühungen“ und fordert
eine „Schlüsselrolle”. Der EU-Korrespondent stellt klar:
„In Wahrheit geht es darum, den Krieg nach Moskau zu tragen –
wie so oft in der europäischen Geschichte. Es ist noch jedes Mal
schief gegangen …“

„In den westlichen Ländern scheinen sie sich nicht mehr besonders
viel Mühe zu geben, ihre eigene Beteiligung zu verbergen“,
konstatierte der norwegische Politologe Glen Diesen. Er sagte das
in einem Videogespräch mit dem britischen
Ex-Diplomaten Alastair Crooke, veröffentlicht am 19. Juni. Er
erinnerte daran, dass die ehemalige bundesdeutsche
Außenministerin Annalena Baerbock bereits
eingestand: „Wir führen einen Krieg gegen Russland.“
Inzwischen sei die Beteiligung der NATO „sehr offensichtlich“ und
werde „fast schon offen zur Schau gestellt“. Für Diesen handelt
es sich um einen „Marsch in Richtung eines massiven Krieges mit
Russland“, dessen Eskalation zum Atomkrieg nicht kontrollierbar
sei.


Fortgesetzte Eskalation


Für den Ex-Diplomaten Crooke handelt es sich bei den ukrainischen
Langstreckenangriffen auf Ziele in Russland um einen „großen
Schritt nach vorn“. Dieser solle vor allem die russische
Bevölkerung verunsichern. London, Paris und Berlin würden
gemeinsam versuchen, durch die massive Unterstützung für Kiew den
Krieg gegen Moskau doch noch zu gewinnen. Doch die Schäden durch
die gesteigerten Angriffe würden Russlands Wirtschaft kaum
schaden, ist sich Crooke sicher. Er warnt, dass die zunehmende
Eskalation Stimmen in Russland wie die von Sergej Karaganow
stärkt. Dieser hatte in den letzten Monaten mehrfach von der
russischen Führung gefordert, die westliche
Eskalationspolitik zu stoppen – notfalls auch mit begrenztem
Atomwaffeneinsatz.


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