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Beschreibung
vor 3 Wochen
Wie kann ich glücklich werden? Wie wird mein Leben glücklich? Diese
Fragen treiben die Menschen schon seit Ewigkeiten um. Jeder Mensch
möchte frei, gesund und glücklich sein. Das menschliche
Glücksstreben ist evolutionspsychologisch tief in uns verankert.
Doch Glück ist kein Ziel, sondern ein Nebenprodukt eines guten,
zufrieden und erfüllten Lebens. Diese Erkenntnis steht im
Mittelpunkt eines unglaublich tiefgründigen Gesprächs mit Prof. Dr.
Judith Mangelsdorf, Deutschlands erster Professorin für Positive
Psychologie und Direktorin der Deutschen Gesellschaft für Positive
Psychologie. Positive Psychologie geht diesen bewegenden Fragen der
Menschheit auf den Grund und ist eine sehr junge Wissenschaft. Um
das Jahr 2000 stellten Wissenschaftler fest, dass die damalige
klassische Psychologie 14mal mehr über menschliche Defizite wusste
als über ein gelingendes Leben. Das war ein Wendepunkt. Dieses
enorme Forschungsdefizit wollte die positive Psychologie schließen.
Sie ist nicht oberflächlicher Optimismus, sondern eine
wissenschaftlich fundierte Disziplin, die sich als eigenständiges
Fachgebiet etabliert hat, mit einer systematischen Forschung und
etablierten Modellen. Sie fragt: Wie finden Menschen Sinn? Wie
führen sie ein erfülltes Leben? Wie gestalten sie ein gutes Leben?
Was macht ein wirklich erfülltes Leben aus? Die positive
Psychologie ist stark in den USA verankert, weil sich der berühmte
US-Psychologe William James auf menschliches Potenzial fokussiert
hatte, und damit die amerikanische Tradition begründet hatte,
während Freud's defizitorientierter Ansatz Europa prägte. Judith
erklärt den Unterschied zwischen hedonistischem Wohlbefinden und
einem tugendgeleiteten Leben (Eudaimonia). Hinzu kommt eine dritte
Form: das psychologisch reiche Leben, bei dem vielfältige
Erfahrungen im Vordergrund stehen. Interessant ist auch Seligmans
PERMA-Modell mit fünf Säulen: positive Emotionen, Engagement,
Beziehungen, Lebenssinn und das Erreichen von Zielen. Die
faszinierende Frage ist, ob sowohl positive als auch negative
Erfahrungen das gleiche Potenzial für Wachstum bei Menschen
besitzen. Ja, das können sie, wenn sie uns substanziell
herausfordern. Entscheidend ist: Können wir durch diese Erfahrung
und Selbstreflektion neue Aspekte unseres Lebens integrieren und
verstehen? Judith räumt mit fundamentalen Missverständnissen auf:
Nicht nur Leid, sondern auch Glück führt zu Wachstum und es gibt
kein allgemeingültiges Rezept für ein erfülltes Leben. Und hier
wird es faszinierend: die genannten Faktoren sind nicht für jeden
gleich wichtig. Ein erfülltes Leben ist hochpersönlich und befähigt
Menschen, besser mit Herausforderungen umzugehen. Die drei
stärksten Faktoren für Wachstum und ein erfülltes Leben sind: tiefe
soziale Beziehungen, positive Emotionen auch in schwierigen Zeiten
und die Fähigkeit zur Sinnstiftung. Zu einem erfüllten Leben
gehören auch Engagement und sozialer Zusammenhalt. Wer nur fragt
"Wie werde ich glücklich?" verpasst den eigentlichen Punkt.
Besonders beeindruckend ist die Erkenntnis, dass tiefe soziale
Beziehungen sowohl im beruflichen als auch privaten Kontext der
wichtigste Faktor für Wohlbefinden sind, wichtiger sogar als Geld
oder das Kennen des eigenen Lebenssinns. Materielle Güter helfen
nur kurzfristig. Die wertvollste Investition für ein besseres Leben
besteht darin, tiefere und erfülltere Beziehungen zu führen.
Schulen sollten ganzheitlich umgestaltet werden, um
Beziehungsfähigkeit und emotionale Kompetenzen für alle zu fördern.
Entscheidend ist ein gutes Miteinander. Das ist der Kern einer
resilienten Gesellschaft.
Fragen treiben die Menschen schon seit Ewigkeiten um. Jeder Mensch
möchte frei, gesund und glücklich sein. Das menschliche
Glücksstreben ist evolutionspsychologisch tief in uns verankert.
Doch Glück ist kein Ziel, sondern ein Nebenprodukt eines guten,
zufrieden und erfüllten Lebens. Diese Erkenntnis steht im
Mittelpunkt eines unglaublich tiefgründigen Gesprächs mit Prof. Dr.
Judith Mangelsdorf, Deutschlands erster Professorin für Positive
Psychologie und Direktorin der Deutschen Gesellschaft für Positive
Psychologie. Positive Psychologie geht diesen bewegenden Fragen der
Menschheit auf den Grund und ist eine sehr junge Wissenschaft. Um
das Jahr 2000 stellten Wissenschaftler fest, dass die damalige
klassische Psychologie 14mal mehr über menschliche Defizite wusste
als über ein gelingendes Leben. Das war ein Wendepunkt. Dieses
enorme Forschungsdefizit wollte die positive Psychologie schließen.
Sie ist nicht oberflächlicher Optimismus, sondern eine
wissenschaftlich fundierte Disziplin, die sich als eigenständiges
Fachgebiet etabliert hat, mit einer systematischen Forschung und
etablierten Modellen. Sie fragt: Wie finden Menschen Sinn? Wie
führen sie ein erfülltes Leben? Wie gestalten sie ein gutes Leben?
Was macht ein wirklich erfülltes Leben aus? Die positive
Psychologie ist stark in den USA verankert, weil sich der berühmte
US-Psychologe William James auf menschliches Potenzial fokussiert
hatte, und damit die amerikanische Tradition begründet hatte,
während Freud's defizitorientierter Ansatz Europa prägte. Judith
erklärt den Unterschied zwischen hedonistischem Wohlbefinden und
einem tugendgeleiteten Leben (Eudaimonia). Hinzu kommt eine dritte
Form: das psychologisch reiche Leben, bei dem vielfältige
Erfahrungen im Vordergrund stehen. Interessant ist auch Seligmans
PERMA-Modell mit fünf Säulen: positive Emotionen, Engagement,
Beziehungen, Lebenssinn und das Erreichen von Zielen. Die
faszinierende Frage ist, ob sowohl positive als auch negative
Erfahrungen das gleiche Potenzial für Wachstum bei Menschen
besitzen. Ja, das können sie, wenn sie uns substanziell
herausfordern. Entscheidend ist: Können wir durch diese Erfahrung
und Selbstreflektion neue Aspekte unseres Lebens integrieren und
verstehen? Judith räumt mit fundamentalen Missverständnissen auf:
Nicht nur Leid, sondern auch Glück führt zu Wachstum und es gibt
kein allgemeingültiges Rezept für ein erfülltes Leben. Und hier
wird es faszinierend: die genannten Faktoren sind nicht für jeden
gleich wichtig. Ein erfülltes Leben ist hochpersönlich und befähigt
Menschen, besser mit Herausforderungen umzugehen. Die drei
stärksten Faktoren für Wachstum und ein erfülltes Leben sind: tiefe
soziale Beziehungen, positive Emotionen auch in schwierigen Zeiten
und die Fähigkeit zur Sinnstiftung. Zu einem erfüllten Leben
gehören auch Engagement und sozialer Zusammenhalt. Wer nur fragt
"Wie werde ich glücklich?" verpasst den eigentlichen Punkt.
Besonders beeindruckend ist die Erkenntnis, dass tiefe soziale
Beziehungen sowohl im beruflichen als auch privaten Kontext der
wichtigste Faktor für Wohlbefinden sind, wichtiger sogar als Geld
oder das Kennen des eigenen Lebenssinns. Materielle Güter helfen
nur kurzfristig. Die wertvollste Investition für ein besseres Leben
besteht darin, tiefere und erfülltere Beziehungen zu führen.
Schulen sollten ganzheitlich umgestaltet werden, um
Beziehungsfähigkeit und emotionale Kompetenzen für alle zu fördern.
Entscheidend ist ein gutes Miteinander. Das ist der Kern einer
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