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Beschreibung
vor 2 Tagen
Passend zu den sommerlichen Temperaturen beschäftigt sich Dr.
Andrea Morawe in der aktuellen Folge von „LandMEDchen“ mit einer
oft unterschätzten Kombination: Hitze und Medikamente.
Anhand eines Praxisbeispiels erklärt sie die Problematik. Frau
Müller ist 79 Jahre alt und wird wegen Bluthochdruck,
Herzschwäche und Wassereinlagerungen behandelt. Dafür nimmt sie
verschiedene Medikamente ein. Während einer mehrtägigen
Hitzewelle mit Temperaturen von über 30 Grad isst und trinkt sie
deutlich weniger als sonst. Nach einigen Tagen treten Schwindel,
Schwäche und Kreislaufprobleme auf. Die Untersuchungen zeigen
einen niedrigen Blutdruck, Anzeichen einer Dehydratation, eine
Verschlechterung der Nierenfunktion und einen Gewichtsverlust.
Für Andrea wird dabei deutlich: Nicht die Hitze allein ist das
Problem, sondern das Zusammenspiel von hohen Temperaturen,
Flüssigkeitsmangel und medikamentöser Therapie. Deshalb sollten
insbesondere Angehörige, Pflegekräfte und Ärzt:innen in den
Sommermonaten aufmerksam sein.
Der menschliche Körper verfügt grundsätzlich über wirksame
Mechanismen zur Temperaturregulation. Bei Hitze kommt es zu vier
zentralen Anpassungen:
Die Schweißproduktion nimmt zu, um den Körper abzukühlen.
Die Blutgefäße erweitern sich.
Die Herzfrequenz steigt an.
Die Atmung wird schneller.
Diese Prozesse funktionieren zuverlässig, solange ausreichend
Flüssigkeit vorhanden ist. Geht jedoch zu viel Flüssigkeit
verloren, können wichtige Elektrolyte wie Natrium, Kalium und
Magnesium aus dem Gleichgewicht geraten. Gleichzeitig steigt das
Risiko für Einschränkungen der Nierenfunktion.
Besonders gefährdet sind Menschen ab dem 65. Lebensjahr, vor
allem Frauen. Auch Patient:innen mit Diabetes gehören zur
Risikogruppe, da ihr Durstempfinden häufig verändert ist.
Im weiteren Verlauf der Folge geht Andrea auf verschiedene
Medikamentengruppen ein, die bei hohen Temperaturen besondere
Aufmerksamkeit erfordern. Dazu zählen:
Diuretika („Wassertabletten“)
Blutdruckmedikamente
transdermale Applikationsformen wie Pflaster
Psychopharmaka
Dabei betont sie einen wichtigen Grundsatz: Medikamente sollten
niemals eigenständig abgesetzt oder in der Dosierung verändert
werden. Stattdessen sind regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend
Flüssigkeit und eine engmaschige Kontrolle von Blutdruck und
Allgemeinzustand sinnvoll.
Gerade bei Psychopharmaka können Hitzeperioden problematisch
werden. Neuroleptika beeinflussen die Wärmeregulation des
Körpers, reduzieren teilweise die Schweißproduktion, können
Müdigkeit verstärken, den Blutdruck senken und Verwirrtheit
fördern. Auch viele Antidepressiva gehen mit einer erhöhten
Schweißproduktion einher.
Eine Sonderstellung nimmt Lithium ein. Bereits geringe
Flüssigkeitsverluste können dazu führen, dass der Lithium-Spiegel
deutlich ansteigt und kritische Werte erreicht.
Auch bei Insulin gibt es Besonderheiten zu beachten. Das
Medikament muss kühl gelagert werden und sollte keinesfalls
längere Zeit in einem aufgeheizten Auto verbleiben. Gleichzeitig
kann die durch Wärme gesteigerte Durchblutung dazu führen, dass
Insulin schneller aufgenommen wird als gewohnt.
Zum Schluss fasst Andrea die wichtigsten Empfehlungen für heiße
Tage zusammen:
Medikamente korrekt lagern
Ausreichend trinken
Auf Warnzeichen achten
Gewicht und Blutdruck regelmäßig kontrollieren
Denn gerade im Sommer können kleine Veränderungen im Alltag große
Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
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