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23 Minuten
In Fitnessstudios, bei betrieblichen Gesundheitsangeboten oder im Rahmen anderer Untersuchungen begegnet Patient:innen immer häufiger die Bioimpedanz-Analyse, kurz BIA. Die Ergebnisse werfen allerdings oft mehr Fragen auf, als sie zunächst beantworten. Deshalb erklärt Dr. Andrea Morawe in der neuen Folge von „LandMEDchen“, was hinter der Messung steckt und welche Informationen sie tatsächlich liefern kann.

Andrea selbst setzt die BIA-Messung regelmäßig in ihrer Praxis ein. Besonders hilfreich findet sie die Methode in der ernährungsmedizinischen Diagnostik, bei einem Abnehmwunsch oder bei Fragestellungen im fortgeschrittenen Alter. Denn anders als die Zahl auf der Waage liefert die Bioimpedanz-Analyse zusätzliche Informationen über die tatsächliche Körperzusammensetzung.

Doch wie funktioniert eine BIA eigentlich?

Unser Körper besteht aus unterschiedlichen Geweben, die elektrische Ströme verschieden gut leiten. Muskulatur und Körperwasser besitzen beispielsweise eine höhere Leitfähigkeit, während Fettgewebe und Knochen den Strom schlechter leiten.

Bei der Bioimpedanz-Analyse wird ein sehr schwacher und nicht spürbarer Wechselstrom durch den Körper geleitet. Das Gerät erfasst anschließend, wie stark dieser Strom auf seinem Weg durch den Körper abgebremst wird. Der dabei gemessene Widerstand wird als Impedanz bezeichnet.

Auf Grundlage dieser Messwerte lassen sich weitere Kenngrößen bestimmen. Dazu gehört beispielsweise der Phasenwinkel, der Hinweise auf den Zustand der Zellmembranen geben kann. Außerdem können unter anderem Körperfettanteil, Muskelmasse und Wasserverteilung abgeleitet werden.

Gerade mit zunehmendem Alter wird die Betrachtung der Körperzusammensetzung interessant. Denn im Laufe der Jahre verlieren wir schrittweise Muskelmasse. Auf einer normalen Waage ist diese Veränderung kaum zu erkennen: Das Gewicht kann nahezu gleich bleiben, obwohl die Muskelmasse abnimmt und gleichzeitig der Anteil an Fettgewebe steigt.

Bei Frauen kommen hormonelle Veränderungen hinzu. Mit sinkendem Östrogen kann sich auch die Verteilung von Fett- und Muskelmasse verändern. Eine BIA-Messung kann hier helfen, subjektive Vermutungen durch objektivere Informationen über die eigene Körperzusammensetzung zu ersetzen.

Zusätzlich verändert sich bei Frauen der Wasserhaushalt abhängig vom Zyklus. Dadurch können Gewichtsschwankungen entstehen, die auf der Waage schnell für Verunsicherung sorgen. Vergleichsmessungen können solche Veränderungen besser einordnen und gleichzeitig Hinweise darauf liefern, an welchen Stellen möglicherweise genauer hingeschaut werden sollte.

Besonders wertvoll findet Andrea die Bioimpedanz-Analyse während eines Transformationsprozesses. Wer Gewicht reduzieren oder seine Körperzusammensetzung verändern möchte, sieht dadurch nicht ausschließlich eine Zahl auf der Waage. Es kann beispielsweise sichtbar werden, dass viszerales Fett reduziert oder gleichzeitig Muskulatur aufgebaut wurde – und genau solche Veränderungen können zusätzlich motivieren.

Entscheidend sind dabei eine klare Zielsetzung und regelmäßige Vergleichsmessungen. So lässt sich überprüfen, wie sich die Körperzusammensetzung im Laufe der Zeit tatsächlich verändert. Andrea betrachtet dabei unter anderem auch den Muskelproteinanteil, um die Stoffwechselsituation und den Umgang des Körpers mit Fettgewebe besser beurteilen zu können.

Eine besondere Bedeutung hat die BIA-Messung für Andrea bei Patient:innen, die die umgangssprachliche Abnehmspritze verwenden. Wird lediglich das Medikament eingesetzt, ohne gleichzeitig die Ernährung anzupassen und mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren, kann neben Fettgewebe auch wertvolle Muskulatur verloren gehen. Dadurch besteht die Gefahr einer sarkopenen Adipositas.

Für Andrea ist deshalb klar: Die Abnehmspritze sollte als Startschuss für ein gesünderes Leben verstanden werden – und nicht als rein kosmetische Behandlung.

Viele Patient:innen erzählen ihr außerdem von Körperwaagen, die zu Hause den Körperfett- oder Muskelanteil bestimmen sollen. Bei Geräten, die lediglich über zwei Kontaktpunkte an den Füßen messen, handelt es sich allerdings nur um eine sehr grobe Schätzung. Gleichzeitig kann die tägliche Kontrolle der Werte zusätzlichen Stress verursachen.

Die Bioimpedanz-Analyse ist deshalb für Andrea vor allem ein sinnvolles Werkzeug, um Veränderungen der Körperzusammensetzung nachvollziehbarer zu machen. Gerade während einer Gewichtsreduktion kann sie dabei helfen, den Fokus von der reinen Zahl auf der Waage zu lösen und dadurch auch emotional zu entlasten.

Denn Fortschritt bedeutet nicht ausschließlich, weniger zu wiegen. Wenn viszerales Fett verschwindet, Muskulatur erhalten oder aufgebaut wird und sich die Körperzusammensetzung positiv verändert, sind das Erfolge, die man gemeinsam sichtbar machen und feiern kann.

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32 Minuten
Wie verändert sich der Nährstoffbedarf eigentlich ab 40? Und gibt es bestimmte Dinge, auf die Frauen in dieser Lebensphase besonders achten sollten?

Gerade zu diesem Thema finden sich zahlreiche Empfehlungen und vermeintliche Gesundheitstipps – nicht alle davon sind sinnvoll. Dr. Andrea Morawe nimmt deshalb in der neuen Folge von „LandMEDchen“ genauer unter die Lupe, was sich im weiblichen Körper verändert und welche Rolle Ernährung dabei spielt.

Zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr beginnt für viele Frauen eine körperliche Umstellungsphase. Umgangssprachlich sprechen wir von den Wechseljahren, wobei bereits die Perimenopause ein wichtiger Bestandteil dieser Entwicklung ist.

Dabei verändert sich der Körper nicht plötzlich. Vielmehr lässt die Aktivität der Eierstöcke nach und der Östrogen- und Progesteron-Spiegel beginnt sich zu verändern. Wie schnell dieser Prozess abläuft und welche Beschwerden damit einhergehen, ist sehr individuell.

Im Laufe dieser Zeit verändert sich auch die Regelblutung, bis sie schließlich vollständig ausbleibt. Im Durchschnitt tritt die Menopause im Alter von etwa 51 bis 52 Jahren ein.

Östrogen ist jedoch nicht ausschließlich für den Zyklus relevant. Es beeinflusst auch den Knochenstoffwechsel und Fettstoffwechsel sowie die Verteilung von Fett- und Muskelmasse. Sinkt der Östrogen-Spiegel, verändern sich deshalb verschiedene Prozesse im Körper – und damit auch die Anforderungen an Ernährung und Bewegung.

Andrea empfiehlt, sich damit nicht erst während der Wechseljahre auseinanderzusetzen. Bereits in der Perimenopause können Frauen damit beginnen, ihre Gewohnheiten entsprechend anzupassen.

Eine wichtige Veränderung betrifft den Ruhe-Energie-Umsatz, der mit zunehmendem Alter sinkt. Der Körper verbraucht also weniger Energie als noch in jüngeren Jahren. Wer mit 40 oder 50 genauso isst wie mit 25, kann deshalb leichter an Gewicht zunehmen.

Die Lösung besteht für Andrea allerdings nicht darin, einfach immer weniger zu essen. Vielmehr sollte die Energiedichte reduziert werden, während gleichzeitig ein möglichst hohes Nährstoffangebot erhalten bleibt.

Ein großes Thema auf Social Media ist außerdem Protein. Häufig wird Frauen ab 40 empfohlen, ihre Eiweißzufuhr deutlich zu erhöhen. Andrea ordnet diese Empfehlungen anhand der Studienlage ein: Eine höhere Proteinzufuhr allein führt nicht automatisch dazu, dass mehr Muskulatur aufgebaut oder vorhandene Muskelmasse langfristig erhalten wird.

Entscheidend ist die Kombination mit körperlicher Aktivität – insbesondere mit Krafttraining. Ohne den entsprechenden Trainingsreiz kann zusätzlich aufgenommenes Protein seinen gewünschten Effekt auf die Muskulatur nicht einfach entfalten.

Auch die Knochen benötigen in dieser Lebensphase besondere Aufmerksamkeit. Östrogen schützt vor Knochenabbau. Gerade die fünf Jahre vor und nach der letzten Regelblutung gelten deshalb als besonders sensible Phase. Andrea empfiehlt Frauen eine tägliche Kalziumzufuhr von etwa 1.000 Milligramm.

Damit Kalzium entsprechend im Körper genutzt und eingebaut werden kann, spielt Vitamin D ebenfalls eine wichtige Rolle. Statt Vitamin D jedoch einfach auf Verdacht zu substituieren, empfiehlt Andrea, zunächst die Werte zu messen und anschließend gezielt zu entscheiden.

Beim Eisen verändert sich die Situation ebenfalls. Wenn die Menstruation ausbleibt, sinkt auch der Eisenverlust. Frauen benötigen deshalb in den Wechseljahren weniger Eisen als während der menstruierenden Lebensphase. Wer trotzdem aus Gewohnheit weiterhin Eisen substituiert, kann im schlimmsten Fall eine Eisenüberladung entwickeln. Auch hier gilt deshalb: messen, bestimmen und nur bei Bedarf substituieren.

Zusätzlich beschäftigt sich Andrea mit den B-Vitaminen, Omega 3 und Isoflavonen. Isoflavone sind sekundäre Pflanzenstoffe, die strukturelle Ähnlichkeiten mit Östrogen aufweisen und beispielsweise in Soja-Produkten vorkommen. Von einer hochdosierten Einnahme rät Andrea auf Grundlage der aktuellen Studienlage ab.

Viele notwendige Vitamine und Nährstoffe lassen sich ohnehin über eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung aufnehmen. Nahrungsergänzungsmittel sind deshalb nicht grundsätzlich erforderlich und sollten gezielt statt pauschal eingesetzt werden.

Für Frauen ab 40 empfiehlt Andrea vor allem eine mediterrane Ernährung, kombiniert mit regelmäßigem Krafttraining.

Denn die Wechseljahre bedeuten nicht, dass die bisherige Lebensweise komplett auf den Kopf gestellt werden muss. Der Körper verändert sich – und damit verschieben sich auch seine Bedürfnisse. Es geht deshalb weniger um einen radikalen Neustart als darum, Ernährung, Bewegung und Nährstoffversorgung neu zu gewichten.

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25 Minuten
„Ich ernähre mich gesund – Eisenmangel kann mich also eigentlich nicht betreffen.“ Gerade sportlich aktive Frauen gehen häufig davon aus. Doch auch bei einer ausgewogenen Ernährung kann ein Eisenmangel entstehen.

Dr. Andrea Morawe nimmt deshalb in dieser Folge von „LandMEDchen“ den Eisenmangel genauer unter die Lupe und richtet den Blick besonders auf Läuferinnen.

Rund jede fünfte Frau im gebärfähigen Alter ist von einem Eisenmangel betroffen. Bei Ausdauersportlerinnen zeigen sportmedizinische Untersuchungen sogar eine noch höhere Häufigkeit. Dahinter steckt nicht nur eine Ursache, sondern das Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Eine wichtige Rolle spielt die Menstruation. Menstruierende Frauen benötigen täglich etwa 16 Milligramm Eisen. Diesen Bedarf ausschließlich über Lebensmittel zu decken, ist nicht immer einfach – insbesondere bei einer vegetarischen oder veganen Ernährung.

Auch das Laufen selbst kann Einfluss auf den Eisenhaushalt haben. Durch die wiederkehrenden Erschütterungen entstehen bei jedem Schritt kleinste Traumen, sogenannte Mikrotraumen. Dabei können geringe Mengen roter Blutkörperchen zerstört werden, wodurch zusätzlich Eisen verloren gehen kann.

Bei längeren Trainingseinheiten kommt ein weiterer Faktor hinzu: das Schwitzen. Dabei verliert der Körper nicht nur Natrium und Kalium, sondern in kleinen Mengen auch Eisen.

Spannend ist außerdem eine neuere Erkenntnis aus der Sportmedizin. Hormone können die Eisenaufnahme beeinflussen. Im Mittelpunkt steht dabei das Hormon Hepzidin. Ist die Ausschüttung von Hepzidin erhöht, wird über den Darm weniger Eisen resorbiert. Zusätzlich geht man davon aus, dass Östrogen die Hepzidin-Bindung fördert.

Gerade bei Läuferinnen kann ein beginnender Eisenmangel leicht unentdeckt bleiben. Denn die Beschwerden unterscheiden sich zunächst kaum von typischen Begleiterscheinungen eines intensiven Trainings. Sinkt die Leistungsfähigkeit, werden die Regenerationsphasen länger oder fühlen sich die Beine ungewöhnlich schwer an, denken viele zuerst an Übertraining und nicht an einen möglichen Eisenmangel.

Das kann zu einem problematischen Kreislauf führen: Statt die Ursache abzuklären, wird häufig noch disziplinierter trainiert oder der Ernährungsplan weiter eingeschränkt. Liegt jedoch ein Nährstoffmangel vor, kann genau das die Beschwerden zusätzlich verstärken.

Auch die Art der Ernährung spielt bei der Eisenversorgung eine Rolle. Eisen aus tierischen Lebensmitteln kann vom Körper besser aufgenommen werden als Eisen aus vegetarischen oder veganen Lebensmitteln. Deshalb ist ein Eisenmangel trotz grundsätzlich ausgewogener Ernährung möglich.

Bei der Diagnostik reicht zudem ein oberflächlicher Blick auf die Laborwerte nicht immer aus. Ein Ferritin-Wert kann sich noch im Normalbereich befinden und für eine sportlich sehr aktive Frau dennoch zu niedrig sein.

Als vermeintlich schnelle Lösung wird teilweise eine Eisen-Infusion in Betracht gezogen. Andrea macht jedoch deutlich, dass es sich dabei um eine ärztliche Maßnahme handelt, die nur nach strenger Indikationsstellung durchgeführt werden sollte – nicht um eine Wellnessanwendung. Schließlich kann auch eine zu hohe Eisenaufnahme gesundheitliche Probleme verursachen.

Genauso wichtig ist die andere Seite: Müdigkeit, Erschöpfung oder ein Leistungsabfall bedeuten nicht automatisch, dass ein Eisenmangel vorliegt. Solche Beschwerden sollten immer multifaktoriell betrachtet und mögliche Ursachen entsprechend abgeklärt werden.

Für eine bessere Eisenaufnahme gibt Andrea einige praktische Empfehlungen. Vitamin C kann die Resorption von Eisen unterstützen und ist insbesondere bei pflanzlichem Eisen hilfreich. Gleichzeitig können bestimmte Stoffe die Eisenaufnahme hemmen. Dazu gehören beispielsweise Tanine aus Schwarztee und Kaffee. Deshalb empfiehlt es sich, diese Getränke mit zeitlichem Abstand zu eisenhaltigen Mahlzeiten oder einer Eiseneinnahme zu konsumieren.

Auch für die Laborkontrolle ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Idealerweise findet sie in einer ruhigeren Trainingsphase statt, da intensive sportliche Belastungen die gemessenen Werte beeinflussen können.

Wer viel Ausdauersport betreibt und Veränderungen der Leistungsfähigkeit oder andere Beschwerden bemerkt, sollte deshalb nicht einfach härter trainieren. Andrea empfiehlt eine sportmedizinische Beratung bei Ärzt:innen mit der Zusatzbezeichnung Sportmedizin. Ergänzend kann eine Mikronährstoffanalyse dabei helfen, die individuelle Versorgung genauer zu beurteilen.

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38 Minuten
„Können Sie mir nicht etwas Stärkeres verschreiben?“ – diesen Wunsch hören Hausärzt:innen in der Praxis immer wieder. Genau deshalb beschäftigt sich Dr. Andrea Morawe in der neuen Folge von „LandMEDchen“ mit dem Thema Antibiotika.

Den Wunsch nach einer möglichst schnellen Genesung kann Andrea gut nachvollziehen. Wer krank ist, möchte schließlich schnell wieder fit, belastbar und leistungsfähig sein. Doch Antibiotika sind nicht bei jeder Infektion die richtige Lösung.

Antibiotika wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Bakterien sind eigenständige Lebewesen, bei denen Antibiotika beispielsweise in den Stoffwechsel eingreifen können. Bei Viren fehlen diese Angriffspunkte, weshalb ein Antibiotikum hier keine entsprechende Wirkung entfalten kann.

Häufig befindet sich der Körper bereits mitten im natürlichen Heilungsprozess und Beschwerden wurden zuvor beispielsweise mit Hausmitteln behandelt. Wird zu diesem Zeitpunkt ein Antibiotikum eingesetzt, entsteht schnell der Eindruck, dass allein das Medikament für die deutliche Besserung verantwortlich war.

Dabei möchte Andrea Antibiotika keinesfalls schlechtreden. Im Gegenteil: Sie gehören zu den größten medizinischen Errungenschaften und sind bei Erkrankungen wie bakterieller Lungenentzündung, Nierenbeckenentzündung oder Blutvergiftung unverzichtbar. Entscheidend ist jedoch, sie zielgerichtet und mit einer klaren Indikationsstellung einzusetzen.

Viele Patient:innen verbinden Breitbandantibiotika mit einer besonders starken oder wirkungsvollen Therapie. Ist der Auslöser einer bakteriellen Infektion bekannt, sollte jedoch möglichst gezielt behandelt werden. Denn ein Breitbandantibiotikum trifft nicht ausschließlich die krankmachenden Bakterien, sondern kann auch die Bakterien unserer Darmflora und damit unser Mikrobiom beeinflussen. Eine mögliche Folge davon ist beispielsweise Durchfall.

Andrea erklärt außerdem, wie Antibiotika-Resistenzen entstehen. Bakterien vermehren sich enorm schnell und bei diesem Prozess können immer wieder kleine Mutationen im Erbgut auftreten. Dadurch können einzelne Bakterien Eigenschaften entwickeln, die sie gegen bestimmte Antibiotika resistent machen. Je häufiger Antibiotika eingesetzt werden – insbesondere dann, wenn sie gar nicht notwendig sind – desto mehr Möglichkeiten bekommen Bakterien, solche Resistenzen zu entwickeln. Resistente Bakterien können anschließend auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden.

Umso wichtiger ist der richtige Umgang mit Antibiotika. Sie sollten immer genau so eingenommen werden, wie es mit den behandelnden Ärzt:innen besprochen wurde. Medikamente eigenständig abzusetzen, erneut anzusetzen oder an andere Personen weiterzugeben, ist keine gute Idee.

In der Folge nimmt Andrea außerdem verschiedene Mythen rund um Antibiotika unter die Lupe. Dabei spricht sie auch über die Erwartungshaltung in der Hausarztpraxis. Ärzt:innen sind keine Dienstleister:innen, bei denen eine bestimmte Behandlung einfach bestellt werden kann. Fragen, Vorschläge und offene Gespräche sind ausdrücklich erwünscht – Forderungen nach einem bestimmten Medikament ersetzen jedoch keine medizinische Indikationsstellung.

Am Ende steht deshalb ein klarer Appell: Antibiotika sind wertvolle und teilweise lebensrettende Medikamente. Gerade deshalb liegt es in der ärztlichen Verantwortung, sie gezielt und nur dann einzusetzen, wenn sie tatsächlich notwendig sind. Denn ein verantwortungsvoller Umgang heute hilft dabei, Antibiotika-Resistenzen zu vermeiden und ihre Wirksamkeit auch für die Zukunft zu erhalten.

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37 Minuten
Was ist eigentlich Schuppenflechte bzw. Psoriaris? Rote, trockene Haut und Schuppen – das würden die meisten Menschen dazu sagen.

Doch Schuppenflechte ist noch viel mehr. Sie kann Herz-Kreislauferkrankungen und Gelenkerkrankungen hervorrufen. Zudem hat sie Einfluss auf Psyche, Gewicht und Stoffwechsel.

Darüber spricht Dr. Andrea Morawe in ihrer neuen Folge von LandMEDchen.

Sie erzählt von einem jungen Mann, der wegen erhöhter Blutdruckwerte zu ihr in die Praxis kam. Sie entdeckte bei ihm rote Stellen entdeckte, die er mit dem Satz „das ist nur meine Schuppenflechte“ erklärte. Er erzählte zudem, dass er sich aktuell sehr abgeschlagen fühle, führte dies aber auf Stress zurück. Andrea wurde schnell hellhörig.

Psoriaris ist eine Erkrankung, die durch eine Fehlregulation im Immunsystem hervorgerufen wird und ist somit eine Systemerkrankung. Diese führt dazu, dass die Erneuerung der Hautzellen deutlich schneller vonstatten geht als das normalerweise der Fall wäre. Denn normalerweise braucht eine Hautzelle vier Wochen, bis sie herangereift ist, bei der Psoriaris sind es nur wenige Tage – die vorherigen Hautzellen werden nicht so schnell abgebaut. Dadurch enstehen gerötete Hautstellen und silbrig glänzende Schuppen, vor allem an den Ellenbogen, den Knien, dem Sakralbereich und der Kopfhaut.

Für viele Patient:innen bestimmt diese multifaktorielle Krankheit ihr ganzes Leben.

Die Gene spielen eine Rolle und Umweltbedingungen können zum Ausbruch führen und die Erkrankung verstärken oder verbessern.

Beispielhafte Auslöser sind Schlafmangel, Stress, Rauchen, Alkohol, Übergewicht aber auch bestimmte hormonelle Veränderungen oder Medikamente.

Diese Mikroinflammationen können auch zu Veränderungen an den Gefäßwänden führen und somit auch zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen.

Jeder dritte Person mit Schuppenflechte entwickelt im Laufe des Lebens eine Gelenkerkrankung, eine Psoriaris-Arthritis. Viele schieben das aufs Alter, dabei ist der Auslöser die Schuppenflechte.

Diese chronischen Entzündungen kosten den Körper ganz viel Energie, das führt zu Erschöpfung und Müdigkeit.

Dazu kommt eine psychische Belastung, denn viele werden angestarrt oder trauen sich beispielsweise nicht, kurze Hosen oder Kleider zu tragen. Dadurch entsteht Vermeidungsverhalten bis hin zu depressiven Störungen. Dabei ist Schuppenflechte nicht ansteckend!

Doch als Betroffene:r kann man auch etwas tun. Ein erster Schritt ist, das Gewicht aktiv zu gestalten, schon eine leichte Gewichtsreduzierung kann einen guten Effekt haben. Auch Ernährung spielt eine große Rolle, allerdings gibt es keine Psoriaris-Diät. Einige Ernährungsweisen können allerdings unterstützen. Andrea sagt es immer wieder: Mediterrane Kost ist unschlagbar gut: Gemüse, Hülsenfrüchte, Seefisch, Nüsse, hochwertige Eisenquellen und hochwertige Öle.

Sie empfiehlt zudem eine Mikronährstoffanalyse, um herauszufinden, welche Nährstoffe dem Körper gerade fehlen. Dies ist ihr lieber, als einfach Supplements zu nehmen.

Sie geht auf Vitamin D, Omega 3-Fettsäuren, Zink, Selen und Vitamin B12 ein. Für sie ist es wichtig, den Patient:innen die Möglichkeiten aufzuzeigen und ganzheitlich zu behandeln.

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Über diesen Podcast

LandMEDchen - der Podcast rund um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Dr. Andrea Morawe spricht im Podcast mit Menschen aus der Medizin, mit MFAs, Ärzt:innen, Pfleger:innen und allen, die mit den Patientinnen und Patienten arbeiten. Außerdem erklärt sie auch in ihren Episoden, wie das Leben als Landarzt ist, worauf man bei einer eigenen Praxis so achten soll und motiviert, sich als Ärztin oder Arzt auf dem Land niederzulassen. Jeden Donnerstag gibt es eine neue Folge!
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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