Episoden

Wie viel Sport ist gesund? Zwischen Hobby- und Spitzensport! | Dr. Andrea Morawe erklärt
15.07.2026
16 Minuten
Wo verläuft eigentlich die Grenze zwischen gesunder Bewegung und Raubbau am eigenen Körper? Genau dieser Frage widmet sich Dr. Andrea Morawe in der neuen Folge von „LandMEDchen“.


Wenn wir Spitzensport im Fernsehen verfolgen, sehen wir beeindruckende Leistungen und verbinden diese oft automatisch mit Gesundheit. Doch stimmt das tatsächlich?


Regelmäßige körperliche Aktivität gehört zu den wichtigsten Säulen der Prävention. Sie verbessert den Schlaf, stabilisiert den Blutdruck, stärkt das Herz-Kreislauf-System und trägt langfristig zu einer besseren Herzgesundheit bei. Das eigentliche Problem in Deutschland ist deshalb nicht zu viel Sport, sondern zu wenig Bewegung: Rund 95 % der Menschen würden gesundheitlich von mehr regelmäßiger körperlicher Aktivität profitieren.





Im Spitzensport gelten jedoch andere Maßstäbe. Dort stehen Höchstleistung, maximale Kraft und Schnelligkeit im Vordergrund – und genau das bleibt für den Körper nicht ohne Folgen. Besonders die Gelenke werden über Jahre hinweg stark belastet. Viele ehemalige Profifußballer berichten später über chronische Kniebeschwerden, Hüftgelenkarthrosen oder anhaltende Rückenprobleme.





Auch das Herz reagiert unterschiedlich auf Bewegung. Während regelmäßiger Sport die Herzgesundheit fördert, kann die dauerhafte Extrembelastung im Spitzensport unter bestimmten Umständen Herzrhythmusstörungen oder Herzschwächen begünstigen.





Eine einzelne intensive Trainingseinheit oder ein Marathon führt in der Regel nicht zu solchen Problemen. Im Spitzensport gehören regelmäßige medizinische Untersuchungen deshalb selbstverständlich dazu. Andrea empfiehlt jedoch auch Hobbysportler:innen, ihre Gesundheit regelmäßig überprüfen zu lassen. Ein hilfreicher Parameter ist dabei beispielsweise die Herzfrequenzvariabilität, die sie auch in ihrer eigenen Praxis anbietet.





Neben den körperlichen Belastungen spielt auch die Psyche eine wichtige Rolle. Leistungsdruck, die Angst vor Fehlern, finanzielle Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg und Existenzängste begleiten viele Leistungssportler:innen. Durch Social Media haben sich diese Belastungen in den vergangenen Jahren zusätzlich verstärkt.





Außerdem spricht Andrea gesellschaftliche Herausforderungen im Sport an. So ist beispielsweise die Akzeptanz von Homosexualität im Profifußball nach wie vor nicht selbstverständlich.





Ein weiteres sensibles Thema sind Essstörungen, die insbesondere in gewichtssensiblen Sportarten wie Ballett, Turnen oder Gewichtsklassensportarten auftreten können. Diese beeinflussen nicht nur das Essverhalten, sondern können auch Auswirkungen auf den Hormonhaushalt haben.





Egal ob Leistungs- oder Freizeitsport – ein entscheidender Bestandteil jedes Trainings ist die Regeneration. Denn Muskeln wachsen nicht während der Belastung, sondern in den Erholungsphasen danach.





Deshalb appelliert Andrea, Trainingspläne von Spitzensportler:innen nicht unkritisch zu übernehmen. Wer langfristig gesund bleiben möchte, sollte der Regeneration genauso viel Aufmerksamkeit schenken wie dem Training selbst. Am Ende sind es nicht einzelne Höchstleistungen, sondern vernünftige und nachhaltige Routinen im Alltag, die den größten gesundheitlichen Nutzen bringen.








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Wie gut kümmerst du dich um die Bakterien in deinem Darm? Das große Feld der Darmgesundheit!
08.07.2026
19 Minuten
Wann hast du dich zuletzt bewusst um deine Darmgesundheit gekümmert? Die meisten Menschen beschäftigen sich erst dann mit ihrem Darm, wenn Beschwerden wie Blähungen, Verstopfung oder eine Reizdarmsymptomatik auftreten. Dabei beginnt eine gesunde Darmflora lange vorher. Dr. Andrea Morawe erklärt in der neuen Folge von „LandMEDchen“, dass drei Säulen dabei besonders wichtig sind: fermentierte Lebensmittel, Ballaststoffe und Vielfalt.


Der Darm ist weit mehr als nur ein Verdauungsorgan. Er spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem, die Energiebereitstellung, Entzündungsprozesse und zahlreiche Stoffwechselvorgänge. Spätestens durch die Diskussion rund um die Abnehmspritze wurde vielen bewusst, wie eng der Darm mit hormonellen Regelkreisen verbunden ist.


In unserem Darm leben Billionen von Mikroorganismen – darunter Bakterien, Pilze und Viren. Das ist keineswegs etwas Schlechtes, sondern ein wichtiger Bestandteil unserer Gesundheit. Diese Mikroorganismen unterstützen zahlreiche Stoffwechsel- und Verdauungsprozesse und stehen über die Darm-Hirn-Achse sogar mit unserem Gehirn in Verbindung. Deshalb essen wir nicht nur für uns selbst, sondern versorgen gleichzeitig ein komplexes Ökosystem.


Wichtig ist dabei: Vielfalt. Andrea hat in den vergangenen Jahren beobachtet, dass Ernährung häufig mit Verzicht verbunden wird. Genau das hat ihr Interesse an der Ernährungsmedizin geweckt. Heute orientiert sie sich am Prinzip „30 Pflanzen pro Woche“. Dieses Konzept stammt aus dem American Gut Project, bei dem die Ernährungsgewohnheiten zahlreicher Menschen untersucht wurden. Das Ergebnis: Wer etwa 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche verzehrte, weist eine größere Vielfalt des Darm-Mikrobioms auf.


Für Andrea beginnt gesunde Ernährung deshalb nicht mit dem Weglassen, sondern mit dem Hinzufügen. Den Darm vergleicht sie mit einem Garten: Wird dort immer nur eine einzige Pflanzenart ausgesät, entsteht eine anfällige Monokultur. Je vielfältiger die Bepflanzung, desto robuster und widerstandsfähiger wird das gesamte Ökosystem.


Die zweite wichtige Säule sind Ballaststoffe. Obwohl sie häufig unterschätzt werden, dienen sie den Darmbakterien als wertvolle Nahrungsquelle. Aus ihnen entstehen kurzkettige Fettsäuren, die wiederum eine wichtige Rolle für die Darmgesundheit spielen. Gute Ballaststofflieferanten sind unter anderem Haferflocken, Vollkornprodukte, Bohnen, Linsen, Kichererbsen sowie Nüsse und Samen. Allerdings erreichen die meisten Menschen die empfohlene tägliche Aufnahme von 30 Gramm Ballaststoffen nicht.


Als dritte Säule nennt Andrea fermentierte Lebensmittel. Schon lange bevor Fermentation zum Social-Media-Trend wurde, machten sich unsere Vorfahren diese Methode zunutze. Auch wissenschaftlich gibt es hierzu interessante Daten, beispielsweise von der Stanford University. Dort zeigte sich, dass Menschen mit regelmäßigem Verzehr fermentierter Lebensmittel niedrigere Entzündungsmarker (Inflammation) und eine größere mikrobielle Vielfalt aufwiesen.


Zu fermentierten Lebensmitteln zählen Naturjoghurt, Kefir, Sauerkraut, Sauerteig, Kimchi und weiteres fermentiertes Gemüse. Entscheidend ist dabei nicht die Menge, sondern die Regelmäßigkeit.


Zum Schluss greift Andrea noch einmal ihre Garten-Metapher auf: Die verschiedenen Pflanzen decken den Tisch für die Darmbakterien, die Ballaststoffe sorgen dafür, dass alle satt werden, und die fermentierten Lebensmittel bringen noch ein paar neue Gäste mit. So entsteht ein vielfältiges und stabiles Darm-Mikrobiom.


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Mutterschutz in der Niederlassung - ein Systemproblem | Nadja Jesswein
01.07.2026
52 Minuten
Wie ist das eigentlich, wenn man als selbstständige Hausärztin schwanger wird? Genau dieser Frage widmen sich Dr. Andrea Morawe und Nadja Jesswein in der neuen Folge von „LandMEDchen“. Nadja ist niedergelassene Hausärztin, Co-Sprecherin des Bundesforums Hausärztinnen im Hausärztinnen- und Hausärzteverband sowie in der Ärztekammer Niedersachsen engagiert.


Heute sind rund zwei Drittel der Absolvent:innen des Medizinstudiums weiblich. Gleichzeitig gibt es für niedergelassene Ärztinnen während einer Schwangerschaft kaum soziale Absicherung. Während angestellte Ärztinnen sechs Wochen vor der Geburt freiwilligen Mutterschutz und anschließend acht Wochen verpflichtenden Mutterschutz mit finanzieller Absicherung durch den Mutterschutzlohn erhalten, existiert eine vergleichbare Regelung für Selbstständige nicht.


Ein zentrales Problem sehen Andrea und Nadja darin, dass Schwangerschaft im Sozialrecht häufig ähnlich behandelt wird wie eine Erkrankung – obwohl sie keine Krankheit ist.





Hinzu kommt der sogenannte Sicherstellungsauftrag. Mit der Zulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung verpflichten sich niedergelassene Ärzt:innen dazu, die Versorgung ihrer Patient:innen sicherzustellen. Deshalb kann eine Praxis auch während Urlaub oder Schwangerschaft nicht einfach geschlossen werden. Stattdessen muss eine geeignete Vertretung organisiert werden.





Genau hier entstehen weitere Schwierigkeiten. Vertretungsbörsen oder entsprechende Netzwerke sind vielerorts kaum vorhanden. Zusätzlich unterscheiden sich die Regelungen je nach Bundesland. In Niedersachsen ist es beispielsweise nicht möglich, am selben Tag gemeinsam mit einer Vertretung in der Praxis tätig zu sein. Der Vertreter arbeitet dann auf eigene Rechnung.





Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Entlastungsassistenz. Dabei wird eine Ärztin oder ein Arzt befristet angestellt, um die Praxis zu unterstützen. Allerdings entstehen dadurch Sozialabgaben, gleichzeitig besteht unter bestimmten Voraussetzungen das Risiko einer Scheinselbstständigkeit. Hinzu kommt, dass die Praxisinhaberin weiterhin für mögliche Regresse haftet.





Wie hoch die finanzielle Belastung werden kann, zeigt Nadja anhand ihrer eigenen Erfahrung: Die Vertretung während ihres Mutterschutzes kostete rund 750 Euro pro Tag.





Neben diesen Kosten laufen auch sämtliche weiteren Praxisausgaben unverändert weiter. Gehälter für Mitarbeitende, Miete und laufende Betriebskosten lassen sich während einer Schwangerschaft schließlich nicht einfach aussetzen.





Andrea begegnet in diesem Zusammenhang immer wieder Kommentaren wie „Das wusste man doch vorher“ oder „Eine Schwangerschaft muss man eben planen“. Für sie greift diese Sichtweise deutlich zu kurz. Auch Ärztinnen führen ein ganz normales Leben – und nicht jede Lebensentscheidung lässt sich bis ins Detail planen.





Auch Nadja betont, dass eine Schwangerschaft aus ihrer Sicht nicht zu den üblichen unternehmerischen Risiken einer Selbstständigkeit gehört. Gleichzeitig geht es ihr nicht ausschließlich um Frauen. Vereinbarkeit betrifft ebenso Männer, die Väter werden und Familie und Beruf miteinander vereinbaren möchten.





Dabei existiert bereits eine EU-Richtlinie, die eine Unterbrechung der Erwerbstätigkeit für Selbstständige ermöglichen soll. Deutschland hat diese Vorgaben bislang jedoch nur unzureichend umgesetzt – obwohl entsprechende Ziele sogar im Koalitionsvertrag festgehalten wurden.





Auch innerhalb der Ärzteschaft wächst der Wunsch nach Veränderungen. Ein gemeinsamer Antrag von Andrea und Nadja wurde bereits von der Bundesdelegiertenversammlung beschlossen und wird nun durch den Vorstand des Deutschen Ärztetags beraten.





Für beide endet die Diskussion jedoch nicht beim Mutterschutz. Sie wünschen sich insgesamt flexiblere Regelungen im KV-Recht, beispielsweise mehr Möglichkeiten für Teilzeitmodelle und bessere Rahmenbedingungen, um Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können.





Abschließend sprechen Andrea und Nadja auch über politische Vorstellungen traditioneller Familienbilder. Dabei diskutieren sie unter anderem die Positionen der AfD und wie viel Entscheidungsfreiheit diese Frauen bei der Gestaltung ihres eigenen Lebens und Berufswegs geben wollen.








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Reiseapotheke: Was wirklich mit muss für einen entspannten Urlaub | Dr. Andrea Morawe
24.06.2026
44 Minuten
Die Urlaubszeit steht bevor! Doch was sollte eigentlich in einer gut vorbereiteten Reiseapotheke nicht fehlen? Und worauf müssen Menschen achten, die regelmäßig Medikamente einnehmen? Darüber spricht Dr. Andrea Morawe in der aktuellen Folge von „LandMEDchen“ und gibt praktische Tipps für eine sichere Reisevorbereitung.


Zum Einstieg berichtet sie von zwei Familien, die wichtige Bestandteile ihrer Reiseapotheke zuhause vergessen hatten. Genau deshalb kann eine reisemedizinische Beratung hilfreich sein. Dabei geht es nicht nur um Impfungen, sondern auch um individuelle Empfehlungen zur Reiseapotheke und Reisevorbereitung – besonders bei Kindern, älteren Menschen oder anderen Risikogruppen.


Doch warum werden viele Menschen ausgerechnet im Urlaub krank? Unser Alltag ist meist von festen Gewohnheiten geprägt. Schlafzeiten, Essensrhythmus und Tagesabläufe laufen oft nach einem ähnlichen Muster ab. Im Urlaub verändert sich vieles gleichzeitig. Hinzu kommen neue klimatische Bedingungen, eine ungewohnte Flora und Fauna sowie andere Keime als zuhause. Auch aus der Stressmedizin ist bekannt, dass viele Menschen über längere Zeit unter hoher Belastung funktionieren. Fällt diese Anspannung im Urlaub plötzlich weg, reagiert der Körper nicht selten mit gesundheitlichen Beschwerden.


Wer dauerhaft Medikamente einnimmt, sollte diese unbedingt in ausreichender Menge mitführen. Andrea empfiehlt sogar, eine Reserve einzuplanen, falls sich die Rückreise verzögert oder unerwartete Situationen eintreten. Ebenso wichtig ist eine vollständige Dokumentation der Medikation. Neben den Medikamenten selbst sollten auch Impfpass, Unterlagen der Auslandskrankenversicherung und relevante medizinische Dokumente mitgeführt werden. Zusätzlich empfiehlt sie, diese Unterlagen digital zu sichern. Dauermedikamente gehören grundsätzlich ins Handgepäck.


In jede Reiseapotheke gehört außerdem ein Medikament gegen Fieber und Schmerzen. Andrea nennt hier Paracetamol oder Ibuprofen, bei Kindern selbstverständlich in einer altersgerechten Form. Ein Fieberthermometer sollte ebenfalls nicht fehlen.


Magen-Darm-Beschwerden zählen zu den häufigsten Reiseerkrankungen. Neue Gewürze, veränderte Ernährungsgewohnheiten und ein unbekanntes Keimumfeld können den Verdauungstrakt belasten. Problematisch ist dabei häufig weniger die Diarrhoe selbst als vielmehr der damit verbundene Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Deshalb empfiehlt Andrea, Elektrolyte mit auf die Reise zu nehmen.


Auch kleinere Verletzungen oder Unfälle können im Urlaub schnell passieren. Zur Grundausstattung gehören deshalb Desinfektionsmittel, sterile Kompressen, eine Binde, Pflaster, eine Pinzette und eine Zeckenkarte. Wer viel zu Fuß unterwegs ist, profitiert außerdem von Blasenpflastern.


Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Reiseapotheke ist der UV-Schutz. Sonnencreme und UV-Schutzkleidung sollten selbstverständlich sein. In einigen Reisezielen ist zusätzlich Insektenschutzkleidung sinnvoll. Besonders praktisch findet Andrea eine Cap mit Nackenschutz, die sowohl vor intensiver Sonneneinstrahlung als auch vor Insekten schützt. Ergänzend können Insektenschutzmittel mit geeignetem DEET-Wert verwendet werden.


Auch in Deutschland gibt es zahlreiche FSME-Risikogebiete. Während gegen Borreliose bislang keine Impfung verfügbar ist, kann man sich gegen FSME impfen lassen. Darüber hinaus empfiehlt Andrea ein Antihistaminikum für den Fall von stärkeren Reaktionen auf Insektenstiche.


Besondere Aufmerksamkeit widmet sie Menschen mit Diabetes. Insulin reagiert empfindlich auf Temperaturveränderungen und sollte weder starker Hitze noch Frost ausgesetzt werden. Da sich im Urlaub häufig auch das Bewegungsverhalten verändert, kann unter Umständen eine Anpassung der Insulin-Dosis erforderlich werden. Dies sollte immer gemeinsam mit dem Hausarzt oder Diabetologen besprochen werden.


Zusätzlich verändert Wärme die Hautdurchblutung. Dadurch kann Insulin schneller aufgenommen werden als gewohnt. Deshalb erklärt Andrea in der Folge auch, woran Außenstehende eine Unterzuckerung erkennen können und warum dieses Wissen gerade auf Reisen von großer Bedeutung sein kann.


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Public Viewing aus medizinischer Sicht - was in unserem Körper passiert | Dr. Andrea Morawe erklärt
17.06.2026
18 Minuten
Die WM steht vor der Tür! Doch was hat ein Fußballturnier eigentlich mit Gesundheit zu tun? Genau darüber spricht Dr. Andrea Morawe in der neuen Folge von „LandMEDchen“.


Große Turniere wie eine Weltmeisterschaft sind für viele Menschen etwas Besonderes – selbst für diejenigen, die sich sonst kaum für Fußball interessieren. Wenn ein Spiel spannend wird, reagiert unser Körper deutlich stärker, als man vielleicht vermuten würde. Das sympathische Nervensystem wird aktiviert, Adrenalin und Dopamin werden ausgeschüttet, Herzfrequenz und Blutdruck steigen an und auch die Atmung beschleunigt sich. Der Körper verhält sich beinahe so, als würde man selbst auf dem Spielfeld stehen.


Deshalb fühlen sich manche Menschen nach einem nervenaufreibenden Spiel tatsächlich erschöpft oder ausgelaugt. Das ist keine Einbildung, sondern die Folge realer körperlicher Prozesse.





Mindestens genauso wichtig wie das Spiel selbst ist jedoch das Gemeinschaftserlebnis. Menschen sind soziale Wesen und profitieren von gemeinsamen Erlebnissen. Oft erinnern wir uns Jahre später nicht mehr an das genaue Ergebnis eines Finales, wohl aber daran, mit wem wir diesen Moment geteilt haben. Regelmäßige soziale Kontakte wirken sich nachweislich positiv auf die Gesundheit aus. Sie gehen mit einer höheren Lebenszufriedenheit, weniger Einsamkeit und einem geringeren Risiko für Depressionen einher.





Natürlich sorgen spannende Spiele auch für eine erhöhte Ausschüttung von Stress- und Glückshormonen. Das ist grundsätzlich völlig normal. Treten jedoch Beschwerden wie Schwindel, Ohnmacht, Brustdruck, Luftnot oder neurologische Symptome auf, sollten diese ärztlich abgeklärt werden. Ein schneller Puls beim Elfmeterschießen allein ist dagegen noch kein Grund zur Sorge.





Beim Public Viewing kommen häufig weitere Belastungsfaktoren hinzu. Hohe Temperaturen, langes Sitzen, Schwitzen, unzureichende Flüssigkeitszufuhr und oft auch Alkohol können den Körper zusätzlich fordern. Die Folge können Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Schlafprobleme sein.





Mit einfachen Maßnahmen lässt sich jedoch viel erreichen. Ausreichend Wasser trinken gehört zu den wichtigsten Empfehlungen. Wer Alkohol konsumiert, sollte zusätzlich auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Ebenso wichtig sind Schattenplätze, eine Kopfbedeckung bei direkter Sonneneinstrahlung und genügend Schlaf.





Zum Thema Alkohol weist Andrea auf die Empfehlung der WHO hin, die eine Null-Toleranz-Strategie vertritt. Gleichzeitig ist der Verzicht heute einfacher denn je, da es mittlerweile zahlreiche alkoholfreie Alternativen gibt.





Und natürlich gehört für viele Menschen auch die Grillwurst zum Fußballabend dazu. Andrea macht deutlich, dass eine einzelne Wurst keine chronische Erkrankung verursacht. Entscheidend ist vielmehr das Ernährungsverhalten über das gesamte Jahr hinweg. Dennoch können stark salzhaltige und energiereiche Speisen bei manchen Menschen Völlegefühl, Sodbrennen oder andere Beschwerden auslösen.





Am Ende gibt uns Andrea mit: Gesundheit ist wichtig – aber ebenso wichtig ist Lebensqualität. Wer sich permanent alles verbietet und jede Freude reglementiert, verliert irgendwann die Balance. Und genau dann ist man möglicherweise einen Schritt zu weit gegangen.








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Über diesen Podcast

LandMEDchen - der Podcast rund um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Dr. Andrea Morawe spricht im Podcast mit Menschen aus der Medizin, mit MFAs, Ärzt:innen, Pfleger:innen und allen, die mit den Patientinnen und Patienten arbeiten. Außerdem erklärt sie auch in ihren Episoden, wie das Leben als Landarzt ist, worauf man bei einer eigenen Praxis so achten soll und motiviert, sich als Ärztin oder Arzt auf dem Land niederzulassen. Jeden Donnerstag gibt es eine neue Folge!
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