Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 3 Tagen
„Heute schauen wir uns Ihre Haut nochmal genauer an“ – diesen
Satz hören Millionen gesetzlich Versicherte regelmäßig beim
Hautkrebsscreening. Doch genau diese Untersuchung wird derzeit
kontrovers diskutiert: Handelt es sich um eine sinnvolle Form der
Krebsfrüherkennung oder um ein kostenintensives Routineprogramm
mit begrenztem Nutzen?
Darüber spricht Dr. Andrea Morawe in der neuen Folge von
„LandMEDchen“.
Das Hautkrebsscreening gehört zur Krebsfrüherkennung und steht
allen gesetzlich Versicherten ab dem 35. Lebensjahr alle zwei
Jahre zu. Dabei wird die Haut am gesamten Körper untersucht –
inklusive Kopfhaut und Zehenzwischenräumen. Durchgeführt werden
kann die Untersuchung sowohl von Dermatolog:innen als auch von
entsprechend qualifizierten Hausärzt:innen.
Ziel des Screenings ist es, Hautkrebsformen wie das maligne
Melanom, Basalzellkarzinome oder Plattenepithelkarzinome
möglichst früh zu erkennen, damit eine Therapie rechtzeitig
eingeleitet werden kann. Dahinter steht die Hoffnung, die
Prognose und Überlebenschancen der Patient:innen zu verbessern.
Grundlage dafür ist unter anderem die S3-Leitlinie zur Prävention
von Hautkrebs.
Allerdings ist die Datenlage komplex. Zwar sollen frühe
Tumorstadien entdeckt werden, eindeutige Studien, die eine
Senkung der Sterblichkeit durch das allgemeine Screening belegen,
fehlen jedoch bislang. Gleichzeitig besteht das Risiko einer
Überdiagnostik. Auffällige Hautveränderungen werden häufiger
entfernt, obwohl sie möglicherweise nie problematisch geworden
wären. Das kann Patient:innen psychisch belasten und verursacht
zusätzliche Kosten.
Auch die DEGAM positioniert sich differenziert: Kein generelles
Screening nach dem Gießkannenprinzip, aber ein klares Ja für
Risikogruppen. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit sehr
hellem Hauttyp, familiärer Vorbelastung oder hoher UV-Belastung.
Für Andrea bedeutet das Hautkrebsscreening jedoch mehr als nur
die reine Hautinspektion. Sie nutzt diese Termine auch, um mit
Patient:innen über Prävention, Sonnenschutz und UV-Exposition zu
sprechen. Genau dieser präventive Aspekt würde ihrer Meinung nach
verloren gehen, wenn das Screening komplett wegfallen würde.
Für sie bleibt deshalb klar: Das Hautkrebsscreening kann sinnvoll
sein – allerdings gezielter eingesetzt und nicht pauschal bei
allen Menschen gleichermaßen. Gute Medizin bedeutet manchmal eben
auch, kritisch zu hinterfragen, ob ein Instrument tatsächlich den
Nutzen bringt, den man sich davon versprochen hat.
Zum Schluss spricht Andrea außerdem darüber, dass sie sich mehr
strukturierte Beratungsmöglichkeiten zu Gesundheitsthemen im
Sommer wünschen würde – beispielsweise zur richtigen Lagerung von
Medikamenten bei hohen Temperaturen.
Folg Andrea auf Instagram:
https://www.instagram.com/andrea.morawe/
Zum
Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen
Zum
Podcast auf Spotify:
https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu
Zum
Podcast bei Apple Podcast:
https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s
Weitere Episoden
31 Minuten
vor 1 Woche
19 Minuten
vor 3 Wochen
52 Minuten
vor 1 Monat
1 Stunde 1 Minute
vor 1 Monat
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.