Podcast 320 – Lohr: Schneewittchen & die sechs Räuber

Podcast 320 – Lohr: Schneewittchen & die sechs Räuber

vor 6 Tagen
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Beschreibung

vor 6 Tagen

Drei Tropfen Blut im Schnee und ein Fensterrahmen aus Ebenholz. –
Die Geschichte vom Schneewittchen aus Lohr am Main und den
Spessarträubern


So beginnt eines der bekanntesten Märchen aus der Sammlung der
Brüder Grimm: Schneewittchen. Nur wo mag das gewesen sein? Bei
uns, sagen selbstredend gleich zwei Schneewittchen-Orte in
deutschen Landen.


Beide sind schön und einen Besuch wert. Einer liegt in Bad
Wildungen-Bergfreiheit im nordhessischen Kreis
Waldeck-Frankenberg. Den Anderen, der hier Thema ist, findet man
im fränkischen Lohr am Main am Rande des Spessarts.
Schneewittchen in Lohr unterwegs – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD Lohrer Geschichte(n)

Wir reden über die spannenden Geschichten eines Orts, der
aufgrund von schlagkräftigen, wie phantasievollen Argumenten
sagt, hier habe Schneewittchen gelebt. Was dran ist? Wer im
Podcast gut zuhört weiß ganz schnell mehr.
Die Lohrer Schneewittchen-Variante

Hier klingen einige Teile etwas anders als bei Jakob und Wilhelm
Grimm und wer genauer nachschaut, wird auch feststellen, dass die
Entdeckung dieser ganz anderen Geschichte noch gar nicht so lange
zurückliegt. Verantwortlich für Ansprüche und Entwicklung der
Theorien ist gewissermaßen ein Stammtisch aus Apotheker,
Museumsleiter und Schuster.
Weinhaus Mehling – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD Die Fabulologie

Der Ausgangspunkt war wohl ein fröhlicher Abend im Lohrer
Weinhaus Mehling. Der Apotheker Dr. Karl-Heinz Bartels hatte sich
Gedanken gemacht, die Geschichte studiert und den Schluss
entwickelt, dass nach diesen Recherche, Schneewittchen in Lohr am
Main zuhause gewesen sein muss. Begründet wurde das aus dem
Ansatz der „Fabulologie“ heraus.


Nie gehört? Auf der Website der Stadt Lohr steht dazu:


Das Wort „Fabulologie“ hat nichts mit „fabulieren“ zu tun, wie
manche meinen. „Fabulologie“ ist ein Mixtur aus „Fabula“
(lateinisch; das Märchen) und „logos“ (griechisch: Wissenschaft,
Lehre). Vielleicht sogar noch mit einem „lo“ aus dem Namen Lohr
in der Wortmitte! Heraus kam jedenfalls ein Wort, das es bis
heute in keiner Sprache der Welt gibt.
Fabulologenwein – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD

Sie beweist die These der Stammtischrunde, die augenzwinkernd und
spaßbeseelt eine der wirkungsvollsten Ideen für das
Stadtmarketing entwickelten: Schneewittchen ist von hier! Das hat
sich im Lauf der Jahre als großer Erfolg erwiesen.
Das “Horrorwittchen”

Als dann die Stadt noch eine „zeitgemäße“ Schneewittchen-Statue
in Auftrag gab. Das Ergebnis des Wettbewerbs, die Statue von
Peter Wittstadt, gefiel nicht Allen, aber Lohr am Main kam
endgültig in die Schlagzeilen.
Wittstadt-Schneewittchen… – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD

Gleichzeitig freundeten sich immer mehr Lohrer mit der Geschichte
der Fabulologen an und gewannen das „Lohrer Schneewittchen“ lieb.
Der Heimatstolz hat das Schneewittchen längst in die Gemeinschaft
eingemeindet.
…auch bekannt geworden als “Horrorwittchen” – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Wer in die Lohrer Geschichte eintaucht, findet – wenn er sucht –
jede Menge Argumente für die Wahrheit der Lohrer Herkunft. Damit
könnte man das Kapitel beenden und den Lohrern zum märchenhaften
Anziehungspunkt gratulieren.
Schneewittchen – Tourismus Schneewittchen auf dem Schlossplatz
von Lohr – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Die Touristen kommen vornehmlich im Sommer. Und das sind gar
nicht mal wenige. Besonders beliebt ist das Städtchen gerade bei
Besuchern aus den USA. Die machen gerne mal eine Flusskreuzfahrt
auf dem Main, stoppen natürlich bei „Snow White and The Seven
Dwarfs“ und werden vom Original Schneewittchen durch die Stadt
geführt.
Schneewittchen – Faktencheck

Das wollten wir genau wissen und haben den fabulologischen
Faktencheck gemacht. Das machen wir natürlich mit den überall
auftauchenden Zeitzeugen gemacht. Es gibt sie reichlich.
 
Die Mutter

Wo beginnt man? Am besten bei der leiblichen Mutter, denn Mama
muss es ja schließlich wissen.
Die Mama: Maria Baroness von Erthal (alias Nicole Schmidt) –
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Maria Baroness von Ehrtal kam einst, im Auftrag des Kurfürsten
Franz von Schönborn, mit ihrem Gatten Philipp Christoph von
Ehrtal nach Lohr. Und dort ist sie immer noch. Das Gespräch war
nicht ganz einfach, hat die Adlige aus dem Taunus, doch noch
immer einige „höfische Marotten“ – Immerhin war sie
auskunftsfreudig und hatte auch keine Angst vor modernen
Mikrofonen.


So konnten wir die Existenz ihrer Tochter Maria Sophia von Ehrtal
nachweisen war sie doch so rot wie Blut, so weiß wie Schnee und
ihr Haar so schwarz wie Ebenholz. Auch erzählte sie von einem
sprechenden Spiegel, der aus der einst angesiedelten
Glasmanufaktur stammt. Wir haben geprüft und festgestellt, dass
der Spiegel noch immer im Schloss hängt.
Die Tochter Das Schneewittchen (alias Luisa Damm) und der
Spiegel – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Letztlich machte sie uns auch noch persönlich mit ihrer Tochter
bekannt. Schneewittchen begrüßte uns und schenkte jedem
Anwesenden einen wundervollen Apfel aus dem Korb, den sie mit
sich führte.


Sie erzählte zusätzlich von ihrem harten Schicksal mit der
Stiefmutter, die nach dem Tod der Mutter an der Seite des Herrn
Papas stand. Von den Vorkommnissen rund um den sprechenden
Spiegel und von der Flucht zu den sieben Zwergen. Sie wird uns
doch nicht angelogen haben?
Die echten! Wissenschaftler Echte Wissenschaftler: Gerit
Himmelreich & Anika Magath vom Fränkischen Institut für
Kulturlandschaftsforschung UNI Würzburg – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD

Glücklicherweise trafen wir noch zwei Wissenschaftler der
Universität Würzburg, die uns von den sieben Bergen berichteten
und von den Bergwerken in der Nähe, hinter den sieben Bergen.
Warum also sollte man der nochmaligen Bestätigung von
Historikern, Archäologen und einer Ethnologin in Sachen Berge,
Bergwerken und Zwergen widersprechen.
Schneewittchen-Weg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD

Sicher gibt es auch ein paar Ungereimtheiten, aber gibt es die
nicht auch an anderen Orten? Es ist ja alles auch schon so lange
her. Märchen kommt ja auch von Mär, einem alten deutschen Wort
für Erzählung, Sage oder Nachricht. Die Schlussfolgerung heißt
frei nach einem alten Philosophen: Ich weiß, dass ich nicht alles
weiß, aber es hätte so gewesen sein können.
Lohr, die Stadt Die Altstadt von Lohr – Foto: Rüdiger Edelmann
/ ttb-media TON-TEXT-BILD

Ist das Schneewittchen seit Jahren sicher ein wichtiges Argument
nach Lohr am Main zufahren, so gibt es viele weitere Argumente.
„Das Tor zum Spessart“ ist ein weiteres Attribut. Das Städtchen
liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen
Aschaffenburg und Würzburg.
Der Turm Der Lohrer Bayersturm – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD

Lohr ist sehenswert: Die Altstadt zum Bummeln, das besonders alte
Fischerviertel zum Ansehen und wer den Überblick haben möchte,
der Bayersturm zum Besteigen. Da kann Jeder rauf immer samstags
und sonntags zwischen 10 und 12 Uhr.
Der Türmerblick in Fischerviertel – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD

Wir waren natürlich auch oben und haben die ehemalige
Türmer-Wohnung in Augenschein genommen. Der Turm stammt aus dem
13./14. Jahrhundert, hat sechs Etagen, 40 Meter Höhe und ist der
letzte vorhandene der Stadtbefestigung.
Das Schloss & Spessartmuseum Lohr: Schloss und
Spessatmuseum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Das Schloss lohnt ebenfalls, zumal ein großer Teil davon Museum
ist. Das „Spessart Museum“, da wo auch der sprechende Spiegel
hängt beschäftigt sich mit der regionalen Geschichte und damit
natürlich auch mit den Spessarträubern. Zu diesen wilden Gesellen
gibt es auch im Podcast ein extra Kapitel und klärt auch, die
Überschrift dieser Erlebnisse in Lohr. Der Erfolgsfilm „Das
Wirtshaus im Spessart“ hat im Museum einen Ehrenplatz, genauso
wie eine Flasche des Fabulologen-Silvaner.


Frische und gefüllte Flaschen gibt es im Weinhaus Mehling, dort
wo einst der Grundstein gelegt wurde für die Fabulologie, das
Schneewittchen und den touristischen Erfolg von Lohr am Main.
Information

Lohr am Main


Fabulologie


Die Region
Am Schneewittchen-Weg: Spessart im Herbst – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILDThe post Podcast 320 – Lohr:
Schneewittchen & die sechs Räuber first appeared on Deutsches
Reiseradio (German Travelradio).
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