Podcaster
Episoden
27.02.2026
21 Minuten
„Brich aus der Norm aus. Verändere Deinen
lyf-Style“
Der Reiseradio Talk über eine Hotelmarke mit neuer Philosophie
Podcast: lyf-style and Co-Living Banken und Business – Skyline
von Frankfurt am Main – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD „Der neue Weg dazu zu gehören“
Vangelis Porikis – Head of Corporate Services & lyf Europe –
Foto: The Ascott Limited Hotels
Das ist mal eine Ansage. Neue Generationen wollen offensichtlich
andere Hotels.
Gleichwohl schätzen Angehörige von „Generation X“ und „Generation
Z“ weiterhin Hotels und deren Service. Das ergab eine, in den
letzten Wochen veröffentlichte, Untersuchung und Umfrage bei der
Zielgruppe. Nur meinen die Angehörigen dieser Generationen
dasselbe wie andere, wenn sie von Hotels reden?
Das ist für Hotelbetreiber und Hotelgruppen auf der einen Seite
beruhigend und gleichzeitig auch herausfordernd. Denn es stellt
sich die Frage, wie das gewünschte Angebot den aussehen soll.
Es gibt inzwischen schon einige Angebote und dazugehörige Marken,
die versuchen, diese neue Hotelphilosophie umzusetzen.
Herausfinden, was begehrt ist
Eventuell aber gibt es sogar genau das, was jüngere Kundschaft
will, bereits als Produkt?
Darüber rede ich mit Vangelis Porikis, Head of Corporate Services
& lyf Europe bei der Hotelgruppe The Ascott Limited.
lyf oder “live your freedom”
Eine Abkürzung in Schen Lifestyle wird zum Produktnamen. Die
Hotelgruppe „The Ascott Limited“, zuhause in Singapur, hat sowohl
Namen als auch Konzept entwickelt und präsentiert mit dem
„lyf-East Frankfurt“ das erste Haus in Deutschland.
Der Ursprung ist in Asien und auch in Australien gibt es schon
erfolgreich laufende Häuser der Marke.
Lyf – East Frankfurt und sein „Quartier“
Anziehungspunkt Ostend Franfurt: EZB – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD
Das Haus liegt im seit einigen Jahren immer stärker angesagten
Frankfurt Ostend. Der Stadtteil war früher geprägt durch
Industriebetriebe, kleine Fabriken, den Osthafen der Stadt und
die dort angesiedelte Großmarkthalle. Alles hat seine Zeit. Die
Fabriken verschwanden. Die Großmarkthalle ist jetzt der
Eingangsbereich der Europäischen Zentralbank. In die Fabriklofts
zogen Werbe- und PR-Agenturen, Autohäuser gefragter Marken, von
BMW über Mercedes-Benz und Audi bis Tesla.
Ich schätze mal, das ist ein guter Platz, um sich anzusiedeln.
Konkurrenz
Der Wandel des Frankfurter Ostends brachte auch Restaurants und
Hotels ins Viertel. Hier findet man neben anderen: 25 hours,
Scandic, Hampton by Hilton, Innside, Motel One, moxy, B&B,
A&O Hotels & Hostels.
Junge Marken, alle mit einem besonderen Konzept. Folglich geht es
im Hotel-TALK auch um die Unterschiede, die Philosophie und – es
geht ja ums Verkaufen der Produkte – den USP (Unique Selling
Point = Alleinstellungsmerkmal).
Hier passt das lyf zu 100 Prozent in die Landschaft. Und dort
sticht auch seine Fassade aufs Feinste heraus. Besonders
überzeugend sieht das am Abend aus. Modern, stylisch und trotzdem
einladend.
lyf East Frankfurt: Hier geht’s lang – Foto: Rüdiger Edelmann
/ttb-media TON-TEXT-BILD USP und Markencharakter
Ich lese in der Markencharakterisierung über die Zielgruppe:
lyf is for the go-getters, the dreamers, the trend-setters and
those with a thirst for authenticity.
Aha, aber was ist eine Hotelmarke für Macher, Träumer,
Trendsetter und alle mit einem Durst auf Authentizität?
Was damit gemeint ist erzählt Vangelis Porikis im Podcast.
Co-Living Panoptikum: Für Meetings und
Konferenzen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
lyf sei ein Co-Living-Konzept, das es digitalen Nomaden,
Technopreneuren, Kreativen und Autodidakten ermöglicht, “ihre
Freiheit” in einer dynamischen Umgebung zu leben.
Die Zimmer sind gemütlich, klein aber völlig ohne
Schnick-Schnack. Letzterem kann man in dem Co-Living-Bereichen
begegnen.
Dazu gehört nicht nur die Co-Working Zone (Connect), sondern auch
ein Konferenzraum (Panoptikum), zwei Co-Living-Küchen (Bond), in
denen man als Gast eigene Mahlzeiten zubereiten kann, ein Event-
und Wohnraum (Huddle) und für alle Aktiven mit Burn einen gut
ausgestatteten Fitnessraum im Keller. Alle Räume lassen sich
wahlweise für Zusammenkünfte, Seminare oder auch Partys exklusiv
buchen. Dazu kommt noch, für sonnige Nachmittage eine
Dachterrasse mit Sitzgelegenheiten.
Private-Living Gemütlich – Praktisch – Klein:
Mein Zimmer im lyf East Frankfurt – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Zimmer sind ziemlich klein, bieten aber ALLES was man
braucht. Vielleicht ist die „Enge“ dort gleichzeitig eine
Aufforderung sich innerhalb des Hauses dem CO-Living zu widmen.
Bauliche Struktur Hotelfassade mit den
Social-Living Bereichen am Abend – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD
Das architektonische Geheimnis liegt in der Unterteilung der
durch die Glasfront lichtdurchfluteten Gemeinschaftsräume im
vorderen Teil des Hauses und (auch akustisch) abgetrennt die
Zimmer.
Seitenbereich des Hotels mit den Zimmern – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Diese Kombination bietet insbesondere für Gäste, die länger
bleiben Rückzugsmöglichkeiten im Zimmer auf der einen und die
Möglichkeit sozialer Kontakte in den Gemeinschaftsbereichen.
Gastronomisches Angebot Restaurant
“leuchtendroter” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Hier hat man sich Partner ins Boot geholt
für das Restaurant „Leuchtendroter“. Hier wird abends vegane
Küche zelebriert (gehobene Preise!).
Die Betreiber sind auch zuständig für das Frühstückangebot,
wahlweise am „Kiosk“ in der Eingangshalle oder als
Frühstücksbüffet im Restaurant. Das Angebot am Morgen ist
ebenfalls vegan und sehr lecker, wie ich bei meinem Aufenthalt
feststellen durfte.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
In den beiden obersten Etagen ist die Bar „Marmion“ zuhause.
Drinks und Cocktails plus „satte Sounds“ in der Bar oder (bei
gutem Wetter) auch eine Etage höher, auf der schon erwähnten
Dachterrasse.
Community
Nicht in Permanenz, aber regelmäßig. Den Hotelplanern ist es
wichtig, das Haus auch für die ganze Nachbarschaft zu öffnen. Im
„Neighborhood-Gedanken“ spiegelt sich die Philosophie, das Hotel
als integralen Bestandteil des Stadtviertels zu sehen. Für die
Gäste auch Kontakt zu den Menschen der Umgebung zu bekommen und
umgekehrt.
Dies geschieht mit unterschiedlichsten Veranstaltungen im Haus,
von Lesungen, über Konzerte, bis hin zu Yoga-Stunden und Kursen.
Das „vegane Ostend“ trifft sich auch regelmäßig im Restaurant. Am
Abend meiner Übernachtung, gab es dort nicht einen einzigen
freien Platz.
Preise Nach der Führung durchs Hotel:
Rezeption heisst “Say Hi!” – Foto: ttb-media TON-TEXT-BILD
Wenn man, wie ich mit Kleingruppe, in der absoluten Nebensaison
(Freitag im Januar) übernachtet, trifft auf günstige
Übernachtungspreise ab 58 Euro pro Doppelzimmer. Wenn Frankfurt
voll ist (Messe, Konzerte etc.) sind die Zimmerpreise, am Markt
orientiert, natürlich höher.
Vangelis Porikis betont aber, dass man durch die östliche
Randlage (trotz guter ÖPNV-Anbindung) immer etwas günstiger sein
könne. Völlig überzogene Zimmerpreise, die die Konkurrenz
durchaus aufrufe, lehne er aber ab.
Der weitere lyf-Weg
Der Ausbau der Hotelzahl ist in Europa erst im Aufbau. Bisher
gibt es nur drei Hotels (Wien, Paris, Frankfurt) und damit erst
ein Haus in Deutschland. Absicht sei es aber, die Marke zu
verankern und die Hotelzahl bis 2030 auf mindestens 30
Hotels wachsen zu lassen. Eine echte Herausforderung.
Information & Links
lyf East Frankfurt
lyf Hotels in aller Welt
Hinweis
Das “lyf East Frankfurt” hat die „Jurysitzung Audiopreis“
der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten (VDRJ) Ende Januar
als Sponsor unterstützt. Dabei durfte ich das Hotel kennenlernen.
Trotzdem wurde meine Meinung nicht beeinflusst. Das Gespräch mit
Vangelis Porikis wurde Anfang dieser Woche nach journalistischen
Grundsätzen geführt.
The post D-RR308 – Hotel-TALK: lyf-Style & Co-Living im
Hotel first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
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20.02.2026
31 Minuten
Nach der Sommerfrische, dem Prinzen Heinrich und der Rheinsberger
Kultur, geht es heute literarisch zu, auf den Spuren von Kurt
Tucholsky im Bilderbuch für Verliebte.
“Das ganze Glück ihrer großen Liebe”
(Kurt Tucholsky)
Der subjektive Einstieg
Manchmal wird man von Büchern eingeholt und wirft einen voll aus
der Realität des Lebens. Ein kleines Büchlein von Kurt Tucholsky
hatte das vor etwa zwei Jahren geschafft, als ich die Geschichte
mal wieder in die Hand nahm. Ein wenig glücksschwebend angesichts
des Wiederlesens mit Claire und Wölfchen beschloss ich. Da wo die
glücklich waren, da will auch ich mal hin.
Philosophie auch in der Musikkunst Rheinsberg – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Gefühl, Freiheit, Liebe – das alles soll Rheinsberg sein? Besuche
ich etwa einen Glücksort und schwelge in Leichtigkeit?
Gedacht und getan: Im letzten Herbst. Dass daraus im November ein
Spätsommer werden würde, war noch nicht klar. Das Wetter
jedenfalls tat sein Bestes, um Städtchen und Literatur ins beste
Licht zu setzen.
Der Literat
Kurt Tucholsky betrat 1912 mit Rheinsberg nicht nur die
literarische Bühne, er veröffentlichte damit auch seinen ersten
Bestseller.
Die reale Geschichte? – Else Weil, auf einer Infotafel am
Ratskeller in Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD
Ein Jahr davor (oder war es schon 1910?) verbrachte er mit seiner
damaligen Verlobten Else Weil ein ähnliches Wochenende – in
Rheinsberg. Oder war es genau dieses Wochenende von Wölfchen
alias Kurt und Else alias Claire? Else Weil jedenfalls wurde Kurt
Tucholskys erste Frau.
Die Story Romantik a la Rheinsberg: Obelisk,
Postsäule am Triangelplatz – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD
Die Figuren verschwimmen mit der Realität. Kurt Tucholsky und
Else Weil waren um 1910 da. Ihre Alter-Egos Wolfgang und Claire
traten erst mit der Veröffentlichung des Buchs im Jahr 1912 auf
den Plan. Diese Vermischung hört man des Öfteren auch in den
Originaltönen aus Rheinsberg. Die Charaktere geraten immer öfter
durcheinander. Aber ohne Kurt kein Wölfchen und Clairchen und
ohne Else auch keine Reise mit Kurt.
Die beiden Geschichten könnten identisch sein und spiegeln großes
Glück. Glück des Moments. Glück des Lebens?
Der touristische Influencer?
Das wollte ich auch herausfinden. Einige Facts deuten darauf hin.
Die Sommerfrische hatte um die Wende zum 20. Jahrhundert dazu
geführt, dass immer mehr Berliner begannen das Umland zu
entdecken.
Tucholsky Porträt im Museum – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD
Er hatte es zwar nicht beabsichtigt, aber das Büchlein sorgte im
Jahr nach dem Erscheinen für einen regelrechten Rheinsberg-Boom.
Es soll Sonderzüge gegeben haben, die bis zu 6.000 Menschen an
einem Wochenende nach Rheinsberg und an die brandenburgischen
Seen brachten.
Das schafft heute allenfalls „Lonely Planet“. War Rheinsberg der
„Overtourism-Sündenfall“? Wenn ja, hat es das damals 2.000
Einwohner zählende Städtchen wohl verkraftet.
Merkpunkt: Die Bahn konnte und könnte sehr viel bewirken in
Sachen Tourismus. Damals wurden auch kleine Orte an die Schiene
angeschlossen, Mobilität ermöglicht. Das ist heute weitgehend
Historie. Glücklicherweise gibt es den Bahnhof Rheinsberg und
Verbindungen nach Berlin bis heute.
Nur: Wie gehen Touristen heute mit Rheinsberg, Tucholsky und der
kleinen wie großen Geschichte um? Den Kernsatz dazu hört Ihr im
Podcast von Stadtführerin Jeanette Lehmann.
Das Museum Kurt Tucholsky Museum:
Dauerausstellung – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Kurt Tucholsky: Den Journalisten, Satiriker, Autoren und Menschen
besser kennenlernen. Wer das möchte ist hier an der richtigen
Stelle. Es ist ein kleines, aber sehr feines Museum, das sich
zudem (auch im Tucholsky Sinne) um schreibende und bildende
Künstler:innen mit diversen Veranstaltungen kümmert.
Ich bin mit Peter Graf, dem
literaturwissenschaftlich-künstlerischen Projektmanager des
Museums, durch die Dauerausstellung gegangen, habe das kleine
Büchlein, die Erstausgabe von „Rheinsberg“ gesehen, Tucholskys
Schaffen kennengelernt und bin dem Menschen Kurt T. und seinem
Schicksal begegnet. Das rührt an.
Die Erstausgabe: Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD
Es ist sicher kein „Claire und Wölfchen Museum“; so wie Tucholsky
auch nicht auf den Autoren des Bilderbuchs für Verliebte zu
reduzieren ist. Wer nach Rheinsberg kommt, sollte das Kurt
Tucholsky Museum im Schloss aber zur Pflichtstation machen. Es
lohnt sich.
Es gibt ein Kombiticket. Damit kann man die Schlossführung
mitmachen und danach auch das Museum besuchen. Machen!
Das Schild
Die öffentliche Liebeserklärung an das „Bilderbuch für Verliebte“
findet man in der Straße und Anlage „Am Markt“, gleich gegenüber
von Ratskeller und Triangelplatz.
Liebeserklärung an eine Stadt – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD
Tucholsky hat den Text nicht verfasst. Niemand weiß so genau, wie
das erste Schild dort hingekommen ist, sagen die Rheinsberger.
Fest steht aber, dass das restaurierte Schild vor einigen Jahren
vom Verein Stadtgeschichte angebracht wurde. Inzwischen war klar,
dass es sich hervorragend als „Insta-Location“ eignet. Ich
schließe mich da gerne an: Ist toll für ein verliebtes Selfie.
Ach ja, ich war ja alleine dort.
Das Café Claire Café Claire – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Da darf man auch alleine hin. Es gibt wundervolle Kuchen, leckere
Kaffee- und Teespezialitäten und mittags auch kleine Snacks. Über
den Birnen-Schmand-Kuchen hab ich im letzten Podcast schon
geschwärmt. In der ersten Novemberwoche 2025 bei 15 Grad draußen
in der Sonne zu sitzen, machte mein Glück perfekt.
Die Kurt Tucholsky Buchhandlung Kurt Tucholsky
Buchhandlung in Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD
Er befindet sich in unmittelbarer Nähe des Café Claire in der
Schlossstraße. Hier kann man alte Buchkultur schnuppern, moderne
Kinderliteratur erleben und natürlich den einen oder anderen
Tucholsky-Band mitnehmen. Geht auch als Geschenk. Ich finde der
Laden gehört einfach zum Rheinsberg-Erlebnis dazu und das schon
seit Jahrzehnten.
Die Filme
Es gibt zwei „Rheinsberg“ – Verfilmungen.
Rheinsberg 1
Der erste stammt aus dem Jahr 1967. Kurt Hoffmann hat ihn
in der BRD gedreht. Da ist von der guten alten
Zeit die Rede. Eine werbende und wertende Aussage, die Kurt
Tucholsky sicher verneint hätte.
Trotzdem ist es – so man ein wenig Feingefühl für Romantik hat –
eine tolle Verfilmung, deren Tonausschnitte ich zur Illustration
der Podcast-Akteure benutzt habe.
Ein Manko gibt es trotzdem. Der Film konnte damals nicht direkt
in Rheinsberg gedreht werden. ES gab zwar eine Anfrage. Die
zuständige DEFA lehnte das Ansinnen ab, weil sich die Örtlichkeit
nicht in einem filmenswerten Zustand befände. Damit hatte sie
sicher recht. Man musste ausweichen, zum Beispiel nach Gut und
Schloss Panker in Schleswig-Holstein, das sich in diesem Film als
Rheinsberg präsentieren musste.
Und gerade auch deshalb wollte ich hin – nach Rheinsberg, um zu
sehen, wie es da tatsächlich ausschaut. Ganz unter uns: Schöner
als im Film. – Das war mir ganz schnell klar. Da genügte schon
ein kleiner Rundgang durch den Schlosspark und auch durchs
Städtchen.
Heute wäre die Schlossanlage und das Schlosstheater auch wieder
in „filmenswertem Zustand“. Der Restaurierung ab 1992 sei Dank.
Rheinsberg 2
Hier handelt es sich um eine DEFA DDR-Produktion aus dem
Jahr 1987. Zwanzig Jahre später setzt man Schloss und
Umgebung geschickt in Szene. Dass die Inhalte sehr viel
freizügiger „rüberkommen“ ist sicher auch der Zeit geschuldet.
Man kann ihn kostenfrei bei YouTube streamen.
Meine Einschätzung: Kann man auch so machen. Was fehlt ist, das
auch von Tucholsky angedeutete, Berliner Idiom. Die 1967er Claire
(Cornelia Froboess) bleibt hier unübertroffen. Deshalb musste
ihre Stimme auch zwingend in den Podcast.
Specht oder Schleiereule “Ab ins Schilf”:
Grienericksee / Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD
Da gibt es in Buch wie Film 1 einen Disput zwischen Wölfchen und
Claire. Er behauptet am See einen Specht zu hören. Sie besteht
darauf, es sei eine Schleiereule. Aber die Beiden streiten ja
auch darüber, ob der Baum, auf den sie blicken eine Akazie oder
“ne Magnolie is”.
Auf der Suche nach Claires Schleiereule laufe ich zum See. Setze
mich auf eine Bank, schau direkt in den Schilfgürtel und stelle
fest, dass auch ich ein wenig verliebt bin. In Rheinsberg, in
Claire, in Tucholsky, ins Lesen und Träumen, in die Sehnsucht und
in die Natur, in die ich gerade schaue.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Mehr
zum Thema im Reiseradio
Rheinsberger Sommerfrische
Rheinsberg – Von Preußen, Prinzen und Paradiesen
Information & Links
Kurt Tucholsky – Museum Rheinsberg
Stadtgeschichte Rheinsberg
Kurt Tucholsky Buchhandlung, Rheinsberg
Tourismus Information Rheinsberg
Brandenburgische Seenplatte
Ruppiner Seenland
Reiseland Brandenburg
Hinweise
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von
Reiseland Brandenburg und seinen Partnern vor Ort. Meine Meinung
wurde nicht beeinflusst!
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
The post D-RR307 Rheinsberg & das Bilderbuch für Verliebte
first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
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06.02.2026
37 Minuten
Salzburg im Zeichen von Mozart 270. Geburtstag und einem
Mozarteum-Jubiläum, das schon wieder Vergangenheit ist. Die 70.
Mozartwoche lieferte Highlights, die sich durchs ganze Jahr
ziehen werden.
Salzburg und eine Reise in die Mozartwelt
Büste in Mozarts Geburtshaus – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD
Der erste ernstzunehmende Pop-Star der musikalischen Welt hat
gerade seinen 270. Geburtstag gefeiert. Genau genommen: Wir
feiern ihn.
Mozart, Wolfgang Amadeus. Was wissen wir über ihn, seine Familie,
seine mindestens genauso talentierte große Schwester Maria Anna
und das Leben als Wunderkind. Papa Leopold unterrichtete seine
Kinder. Er erkannte die Talente, musste lernen, dass Auftritte
seiner Tochter („nur ein Mädel“) kaum Interesse fanden. Ganz im
Gegensatz zum „Wolferl“. Die Reise des Wunderkinds aus Salzburg,
kreuz und quer durch Europa begann als Wolfgang gerade mal sechs
Jahre alt. Als alle höfischen Kreise in Europa abgehakt waren,
war er gerade mal 15. Mutter Anna Maria Mozart starb auf einer
dieser Reisen in Paris im Jahre 1778.
Historisches Klavier in Mozarts Wohnhaus – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die „Rest-Familie“ ließ sich 1779 in Salzburg nieder und ging
dann ihrer Wege. 1781 ging Wolfgang als freierschaffender
Künstler nach Wien. Seine Schwester „Nannerl“ wurde verheiratet
und nur Vater Leopold blieb im eigentlich viel zu prachtvollen
Wohnhaus am Marktplatz 8 in der Salzburger Neustadt zurück.
Wolfgang in Wien, das heißt in Schlagzeilen: Mehrere Wohnungen,
Konstanze, seine Frau, die er abgöttisch geliebt haben soll, 6
Kinder, von denen nur zwei überlebten. Dank seiner
außergewöhnlich großen Schöpfungs- und Arbeitskraft, schrieb er
Konzert nach Konzert, Oper nach Oper und Sinfonie nach Sinfonie.
Biografen sagten später auch, dass dieser ständige Arbeitsstress
für seinen Tod verantwortlich gewesen sein könnte. Wolfgang Amadé
Mozart starb am 3. Dezember 1791 mit nur 35 Jahren.
Wolfgang und Rolando Rolando Villazon, künstl.
Leiter der Stiftung Mozarteum – Foto: Wolfgang Lienbacher /
Stiftung Mozarteum
Wie sagt Rolando Villazon, der künstlerische Leiter des Mozarteum
Salzburg:
Halleluja, Mozart lebt!
Das klingt wie bei Elvis, um mal auf die Legende vom Pop-Star
zurückzukommen. Nur dass da bisher niemand „Halleluja“ gesagt
hat.
Rolando und Wolfgang konnten sich nie kennenlernen. Ich behaupte
aber mal, sie hätten sich sehr gut verstanden, bis weit hinein in
den Humor, der beiden zu eigen ist. Vielleicht wurde Rolando
Villazon gerade deshalb zum glühenden Mozart-Verehrer und sein
musikalisches Talent führte ihn eventuell auch deshalb nach
Salzburg. Seit 2019 ist er Teil der Stiftung Mozarteum, erst als
Kommunikator, seit 2021 als künstlerischer Leiter. Sein Vertrag
wurde gerade verlängert und so dürfte er dem Mozarteum bis 2031
als künstlerischer Leiter erhalten bleiben.
Mozart in Salzburg Blick auf die Altstadt von
Salzburg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Für sehr viele Salzburg-Touristen ist Mozart einer der
Hauptgründe für einen Besuch der Stadt. Es gibt noch ein paar
andere: Sound of Music zum Beispiel. Mozart
überall. Seine Statue, folgerichtig auf dem Mozartplatz gegenüber
vom Salzburg Museum und auf dem Weg zum großen Residenzplatz vor
dem Dom. Wer aus der Neustadt kommt hat eventuell die Salzach auf
dem Mozartsteg überquert um dort hin zu kommen.
Mozartstatue in der Salzburger Altstadt – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
In der Neustadt, direkt am Mirabellgarten, ist die Stiftung
Mozarteum zuhause. Sie fühlt sich für das Mozarterbe
verantwortlich. Hier wird das Programm der jährlichen Mozartwoche
im Januar geplant und umgesetzt. Die Stiftung ist aber auch
verantwortlich für das Geburtshaus in der Getreidegasse und das
Mozart-Wohnhaus am Makartplatz in der Neustadt. Ehemals
zusammengehörig, gibt es heute organisatorisch getrennt, auch
noch die Universität Mozarteum Salzburg und das Mozarteum
Orchester. Ohne Mozarteum heute auch kein Mozart in Salzburg.
Mozartwoche und Stiftung Mozarteum
Mozarts 270. Geburtstag und gerade ist die siebzigste Mozartwoche
in Salzburg zu Ende gegangen. Auch der Geburtstag war in der
letzten Woche. Geboren am 27. Januar 1756. Ein sogenannter runder
Geburtstag. Immer Grund genug für ein Mozartjahr und das hat ja
nun gerade erst begonnen. Aus diesen Eckpunkten ergeben sich die
beiden Zahlen der Überschrift: 270 Jahre Mozart und die 70.
Mozartwoche.
Der große Konzertsaal der Stiftung Mozarteum – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Die Mozarteum –
Rundreise
Rolando Villazon hatte, sehr nachvollziehbar, keine Zeit mir sein
Mozart-Salzburg vorzustellen. Aber Linus Klumpner, der Direktor
der Mozart Museen innerhalb des weltberühmten Mozarteum, nahm
sich die Zeit umfassend Auskunft zu geben.
Linus Klumpner, Direktor der Mozart Museen im Mozarteum – Foto:
Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Er informiert, ordnet ein, liefert Hintergründiges, genauso wie
wundervolle „Fun-Facts“. Er zeigte uns nicht nur den Großen
Konzertsaal des Mozarteums, er berichtet von der Geschichte der
Stiftung, ihr Engagement, Organisation und Anspruch.
Im Podcast klären wir auch die Sache mit dem Namen. Wer genau
hinhört, merkt dass immer von Wolfgang Amadé die Rede ist. Linus
klärt auch die Sache mit dem Namen.
Die Mozart-Häuser und Museen Mozarts
Geburtshaus in der Salzburger Altstadt – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Stärke der beiden Häuser, sagt Linus Klumpner, sei die
Reichhaltigkeit. Nicht nur die Räumlichkeiten sind zu sehen.
Beide Museen verfügen über unendlich viel Material aus der Kunst-
und Materialsammlung des Mozarteums. Der Erfolg gibt dieser
Tatsache recht. Immerhin besucht mehr als eine halbe Million
Menschen die Museen jedes Jahr.
Mozart Wohnhaus in der Salzburger Neustadt – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Erfahrt im Podcast sehr viel Neues über die beiden Häuser und
einige Überraschungen, die sie bereit halten.
Wohnen bei Mozarts – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILS Das Vermächtnis
Unvorstellbar: Wäre der kleine Wolferl nicht zum Kinder- und
Jugendstar in Europa geworden, gäbe es heute keine Nachtmusik,
keine Zauberflöte, keine großen Konzerte, kein Mozarteum.
Umgekehrt wäre Mozart heute vermutlich in Salzburg nicht so
präsent, wenn es zur Mitte des 19. Jahrhunderts nicht Menschen
gegeben hätte, die eine Stiftung gründeten um das Kulturgut
Mozart vor dem Vergessen zu bewahren und neu zu beleben: Hat
geklappt.
Zauberflöte: Instrument und Klavierauszug der Oper in Mozarts
Geburtshaus – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Da die Villazonsche Zauberflöte vermutlich erst einmal nicht mehr
auf die Bühne kommt, sollte man beim Salzburg Besuch vielleicht
auf das Marionettentheater ausweichen. Denn dort hat zum Beispiel
die Zauberflöte einen Stammplatz im Repertoire. Ich habe mir von
Geschäftsführerin Susanne Tiefenbacher viel über Tradition und
Mozartopern auf der Marionettentheaterbühne erzählen lassen.
Susanne Tiefenbacher und “ihre” Marionetten – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Noch in Tipp in Sachen Zauberflöte: Am 25. April hat die „Kleine
Zauberflöte“ Premiere im Salzburger Landestheater. Ein wenig
Jugendtheater (für alle, die mit Kindern unterwegs sind) und ein
wenig für Alle, die Mozarts berühmteste Oper entspannter und
kürzer genießen möchten.
An Faden und Drehkreuz: Marionetten aus der Zauberflöte – Foto:
Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Mozart, Kugeln,
Kapaun und Nockerl
Die Besuchenden sollten die Stadt auf jeden Fall inhalieren,
gleich ob ausschließliche Mozartluft oder das weitere großartige
Angebot der Stadt Salzburg.
Original Mozartkugeln aus dem Hause Fürst – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Der „kulinarische“ Mozart drängt sich natürlich ebenfalls auf.
Nur in Salzburg gibt es das ORIGINAL. Mozartkugeln kauft man
ausschließlich in den Geschäften der Konditorei und Confiserie
Fürst. Der Preis ist stattlich, der Genuss auch.
Mozart-Dinner-Konzert: Oper und Kulinarik – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Für Mozartfans, die Musik und Kulinarik verbinden möchten, hab
ich noch einen, durchaus wohlbekannten, aber reizvollen Tipp. Wie
wäre es mit einem Mozart Dinner Konzert? Hier lässt sich ein
Abend mit Menü und „Mozart live“ verbinden. Die Räumlichkeiten im
Barocksaal des Stiftskulinarium St. Peter haben Anziehungskraft.
Ein 3 Gang-Menü in Kombination mit Highlights aus Mozartopern
verspricht einen wundervollen Abend. Getestet und genossen. Hört
selber im Podcast.
Dessert Highlight: Salzburger Nockerl – Foto: Rüdiger Edelmann
/ ttb-media TON-TEXT-BILD Information & Links
Salzburg Tourismusinfos
Stiftung Mozarteum
Mozart Museen
Mozartwoche
Salzburger Marionettentheater
Salzburger Landestheater
Mozart Dinner-Konzert
Urlaub in Österreich
Hinweis
Die Recherche zu diesem Podcast wurde unterstützt von
Salzburg Tourismus und der Österreich Werbung. Meine Meinung
wurde nicht beeinflusst!
Salzburg: Eine Stadt zum Wiederkommen – Foto: Rüdiger Edelmann
/ ttb-media TON-TEXT-BILDThe post D-RR306 – 270/70: “Popstar”
Mozart und Salzburger Spuren first appeared on Deutsches Reiseradio
(German Travelradio).
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24.01.2026
32 Minuten
Das Historisch-Technische Museum ist kein Urlaubs-Wohlfühlort,
aber es ist politisch und historisch wichtig. In der
gegenwärtigen Zeit ohnehin!
Das Historisch-Technische Museum Peenemünde
Das in Peenemünde im Norden der Ostseeinsel Usedom verortete
Historisch-Technische-Museum erinnert an und dokumentiert die
einst hier angesiedelte Heeresversuchsanstalten während der
Nazizeit. Es existierte von 1936 bis 1945. Technischer Leiter war
der spätere NASA-„Star“ Wernher von Braun. Hier wurden mit der
V1, der erste Marschflugkörper der Welt entwickelt und zur
Serienreife geführt. Auch die erste funktionsfähige Großrakete
wurde hier entwickelt. Die Rakete mit ursprünglichem Namen
„Aggregat 4“ wurde in der Nazipropaganda zur sogenannten
„Vergeltungswaffe V2“.
Das Außengelände des HTM, Peenemünde – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD Historische Einordnung
Das Museum legt Wert darauf, zuerst ein historisches und erst
danach ein Technisches Museum zu sein. Den Kuratoren geht es in
erster Linie um die historisch-politischen Zusammenhänge der
einstigen „Heeresversuchsanstalt“.
Dauerausstellung – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD
Insbesondere auf die Lebenssituation der Zwangsarbeiter,
Häftlinge und Kriegsgefangenen, die zu Hunderten in den dort
angesiedelten Arbeits- und Konzentrationslagern angesiedelt
waren, richtet sich eine besondere Aufmerksamkeit.
Auch die Auslagerung der Waffenproduktion in einen Stollen in der
Nähe von Nordhausen am Harz nach britischen Bombenangriffen im
Jahr 1943 ist ein wichtiges Thema. Die menschlichen Bedingungen
in den Stollen und dem dazugehörigen KZ sind Thema der
Dauerausstellung.
KZ-“Ausstattung” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD Besuch im November 2025
Ich war mehr oder weniger spontan dort und Kai Jores, der Mann
für die Öffentlichkeitsarbeit, nahm sich gerne die Zeit, mir die
Geschichte näher zu bringen. Prädikat: Historisch und Politisch
Besonders wertvoll. Kommt mit in die Hörwelt des
Reiseradio-Podcasts. Zusätzlich empfehle ich den Podcast
über die Nebensaison auf Usedom.
Das H-T-M in Peenemünde wurde 1991 eröffnet. Nach 1945 und bis
zur Wende war das Gelände ein Militärstandort der NVA und für die
Öffentlichkeit nicht zugänglich. Das Museum ist ganzjährig
geöffnet.
Das historische Kraftwerk – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD
Es vermittelt tiefgehende Eindrücke, auch der Inselgeschichte der
1930er und 40er Jahre und es sollte Pflichtbesuch der politischen
Bildung Usedoms, Mecklenburg-Vorpommerns und aller Urlauber sein
oder zeitnah werden, damit nichts in Vergessenheit gerät, was
nicht vergessen werden darf.
Vielleicht ist dieser Talk – auch zur aktuellen politischen
Situation in Deutschland – hilfreich. Denn dieser Teil der
deutschen Geschichte darf sich – auch in neuem Gewand – nicht
wiederholen!Auch deshalb empfehle ich das Technisch–Historische
Museum von Peenemünde.
Historische Fakten, menschliches Schicksal &
politische Konsequenz
Wer die Ausstellung inhaliert hat, geht etwas stiller vom
Gelände. Fazit: Technische Faszination darf nicht über
historische Zusammenhänge hinwegtäuschen. Wenn Ihr nach Usedom
kommt, besucht bitte dieses Museum. Es lohnt sich.
Und noch wichtiger:
Zieht danach Euer politisches Fazit und handelt
entsprechend!
Waffen und Gewalt sind kein Spiel – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD
Information und Links
Historisch – Technisches Museum Peenemünde
Im Kraftwerk, 17449 Peenemünde
Telefon: 038371 – 505-0
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Weitere Infos
Usedom Tourismus
Websitelink
Hinweis
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von
Usedom Tourismus. Meine Meinung wurde davon nicht
beeinflusst.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILDThe post
D-RR305 TALK – Peenemünde: Raketen, Museum, Nazigeschichte first
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19.01.2026
54 Minuten
Dies ist die Geschichte einer kleinen Stadt und zwei großen
Preußenprinzen im nördlichen Brandenburg: Rheinsberg
Eine Herbstreise mit Spätsommerwetter
Zu verdanken hat sie das Attribut vom Paradies dem preußischen
Adel. Der damalige Kronprinz bekam die Erlaubnis, sich am
dortigen See ein Schloss zu bauen. Da war er noch ziemlich jung
und ziemlich glücklich.
Angenehm überrascht bin ich, dass Anfang November 2025 noch so
schön die Sonne scheint und die Temperaturen am Mittag über die
18 Grad Marke klettern. Das macht die paradiesische Herrlichkeit
noch viel herrlicher.
Rheinsberg im Herbst – foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD Rheinsberg entdecken
In diesem Podcast treffe ich Figuren, Menschen und Begegnungen in
Rheinsberg. Der erste Blick sagt mir schon: Ganz schön, schön
hier! Kein Wunder, dass der junge Kronprinz Friedrich die Idee
entwickelte, hier ein Schloss an den Grienericksee zu bauen.
Rheinsberg finden
Rheinsberg liegt ziemlich dicht an der Kreisstadt Neuruppin im
Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Mit dem Auto fährt man, von Berlin
aus, knappe zwei Stunden. Die Stadt hat heute rund 8.000
Einwohner, ist aber flächentechnisch eine der größten deutschen
Gemeinden. Das heißt auch: Hier gibt es viel Natur und
dazugehörige Idylle. Es passt alles für einen Kurz- oder auch
Langurlaub.
Die Schlossgeschichte Schloss Rheinsberg –
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Herrschaftshäuser gab es an der Stelle, wo das Schloss steht,
schon einige. Der Vorbesitzer verkaufte Land und Gut dem
preußischen König und der schenkte es dann seinem Sohn Kronprinz
Friedrich. Der „junge“ Fritz beauftragte dann den alten und
arrivierten Knobelsdorff als Baumeister. Der baute um, stockte
auf und Friedrich konnte einziehen. Es hat ihm gut gefallen aber
leider durfte er nur vier Jahre bleiben. Dann starb sein Vater,
er wurde König und musste zurück nach Potsdam. Schloss Rheinsberg
schenkte er seinem jüngeren Bruder Heinrich, der dort 50 Jahre
lebte und residierte.
Friedrich der Große – Denkmal für den Kronprinzen am Eingang
zum Schlossparl – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Der unbekannte Heinrich
Trotz der langen Zeit überstrahlt Friedrich der Große bis heute
seinen kleinen Bruder Heinrich. Das sagt auch eine ganze Menge
aus über das Verhältnis der Geschwister. Jörg Möller, der 1.
Vorsitzende des „Vereins Stadtgeschichte Rheinberg“, spricht im
Podcast sehr treffend von Friedrich als Selbstvermarktungsgenie.
Jörg Möller, Vorsitzender des Vereins Stadtgeschichte
Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Seine Strahlkraft übertraf Heinrich schon zu Lebzeiten und Erfolg
ist das, was man aus ihm macht. Denn der „kleine“ Heinrich hat in
seinem Leben, jede Menge Erfolge politisch-militärischer Natur
sowie in Sachen Diplomatie, Wissenschaft und Kultur. Trotzdem
ließ sich schon um 1860 der Schriftsteller Theodor Fontane in
seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ darüber aus, dass
in Rheinsberg kein Mensch den Prinzen Heinrich kenne.
Prinz Heinrich von Preußen – Gemälde in Schloss Rheinsberg –
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Des
Prinzen Geburtstag und Leben
2026 ist ein besonderes Jahr. Prinz Heinrichs 300. Geburtstag hat
gerade stattgefunden (18.01.) und Brandenburg, die
Schlösserverwaltung, die Stadt Rheinsberg (samt der Touristiker)
und die Musikwelt Rheinsberg haben ein Prinz Heinrich-Jahr
gestartet. Auf das der Preußenprinz seine ihm gebührende
Anerkennung posthum erhält.
Schloss Rheinsberg: Blick aus dem Schlosspark – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Erfahrt im Podcast möglichst viel aus seinem Leben, von seinen
politischen Einstellungen, seinem Bemühen um Kunst, Musik und
Kultur, seiner Orientierung nach Frankreich inklusive einer
adelsuntypischen Sympathie für die Aufständischen der
Französischen Revolution von 1789. Heinrich fiel aus dem Rahmen,
in jeder Hinsicht.
Leben für Lust, Literatur und Musik
Seine offen gelebte sexuelle Orientierung zum schwulen Leben war
außergewöhnlich. Darunter leiden musste seine Frau, die er
vermutlich nie geheiratet hätte, wäre nicht der Schlossbesitz
davon abhängig gewesen. Bruder Friedrich hatte nicht einfach
verschenkt, sondern daran eine Voraussetzung geknüpft: „Keine
Frau – kein Schloss!“
Dabei soll die Erwählte, Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Kassel
aus außergewöhnlich schöne und attraktive Frau gewesen sein.
Heinrich kümmerte das nur wenig und irgendwann, war’s Wahrheit
oder Intrige, schickte er Wilhelmine nach Berlin ins frisch
erbaute Prinz-Heinrich-Palais. Das steht noch. Weiß jemand wo?
(Schreibt es gern in die Kommentare)
Spiegelsaal: Überbleibsel aus Friedrichs Zeiten – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Schloss & Garten
Das Schloss lies er nach seinen Vorgaben umbauen. Sein Engagement
in Sachen Gestaltung des Schlossparks setzte Maßstäbe.In Briefen
beschäftigt er sich mitunter mit Tomantenzucht und -ernte.
Morgenstimmung im Rheinsberger Schlosspark – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Politisch vom Hof aufs Abstellgleis gestellt, beschäftigte er
sich mit Kultur und Musik. Die Aufführungen von Kammeropern in
Rheinsberg waren legendär. Französische Gäste meinten mitunter,
die Inszenierungen seien besser als am Hof von Versailles.
Heinrich wollte es wissen. Er ließ 1774 ein Schlosstheater bauen
für seine Aufführungen. Daneben entstand das Kavaliershaus für
Gäste am Hof. Der Name spricht Bände.
Schlosstheater & Kavaliershaus: Heute Musikkultur
Rheinsberg – Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
„Nebenbei“ war er durchaus als Diplomat erfolgreich, machte (auch
politische) Reisen und erzielte, trotz der „Kaltstellung“ in
Sachen Macht, bedeutende Erfolge für das Königreich Preußen.
Das Schloss
Im Podcast machen wir uns auf den Weg. Die Sonne scheint und ich
schlendere in Richtung See. Ist das ein Idyll. Das schöne und
trotzdem bescheidene Schloss, das glänzende Wasser und im
November ein fast leerer Park. Keine Menschenmassen. Wenn das die
Leute wüssten, wäre es voller, hier. Auf der Schlossterrasse
wartet Michael Fröhlich auf mich, um mir das Kleinod näher zu
bringen. Er weist, durchaus stolz darauf hin, dass es hier gerade
im Sommer ziemlich voll werden kann. Dann, wenn die Musikkultur
Rheinsberg ihr Festival durchführt.
Schlossterrasse – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD
Das Schloss selber beeindruckt. Heinrich hatte es auf seine
Bedürfnisse zugeschnitten. Er war nicht nur cleverer Diplomat und
Staatsmann, er hat auch gern gefeiert. Und das konnte dauern.
Wenn dann noch die Lieblingsverwandtschaft kam, wurde vorher
gebaut und anschließend lange gefeiert. Den perfekten Gastgeber
hat er immer gegeben.
Unterm Strich gibt es viel zu entdecken. Alles führt zur
Erkenntnis, dass er seine „Unbekanntheit“ nicht verdient hat.
Vielleicht liegt sein „Verschwinden“ auch daran, dass er nach
seinem Tod im Jahr 1802 jede Menge Schulden hinterließ. Ein
Großteil der Ausstattung musste in dieser Zeit verkauft werden.
Danach erlebte Schloss Rheinsberg eine wechselhafte Geschichte,
blieb aber im Besitz der Hohenzollern-Familie, bis zur Enteignung
durch die Sowjetische Verwaltung im Jahr 1945.
Grienericksee – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD
In den Jahren der DDR war das Schloss ein Diabetiker-Sanatorium.
1990 ging es in den Besitz der Stiftung Preußische Schlösser und
Gärten Berlin-Brandenburg über. Es begann die Zeit der
Restaurierung von Schloss und hauptsächlich auch von
Schlosstheater und Kavaliershaus. Letztere waren in den letzten
Kriegsmonaten 1945 noch schwer beschädigt worden. Als Ruine
musste dieser Teil bis in die 1990er Jahre auf eine Restaurierung
warten. Im Jahr 2000 begann der Betrieb des neuen
Schlosstheaters. Die Kammeroper Rheinsberg hatte genauso eine
Heimat, wie die Brandenburgische Musikakademie.
Musikkultur Rheinsberg Foto: Rüdiger Edelmann
/ ttb-media TON-TEXT-BILD
Drei Säulen vereinen und ergänzen sich hier in dieser
gemeinnützigen Organisation: Die Musikakademie Brandenburg, die
Kammeroper Rheinsberg und das Rheinsberger Schlosstheater.
Gemeinsam sind sie der Garant des kulturellen Lebens in Stadt und
Region und gleichzeitig Festivalveranstalter und pädagogisches
Aus- und Fortbildungshaus in Sachen Musik und Musikerziehung.
Was so theoretisch klingt ist eine ziemlich einzigartige
Musikinstitution, von der vor Jahren niemand glaubte, dass sie
einen so durchschlagenden Erfolg hat.
Erinnerungen machen, die Funken sprühen
Hier entsteht das Programm des jährlichen Kammeroper- und
Sommerfestivals. Im Podcast kommen sowohl der Leiter der
Musikakademie Felix Görg als auch der neue künstlerische Leiter
des Musikkultur Rheinsberg, Jelle Dierickx zu Wort.
Felix Görg, Leiter der Musikakademie (links) & Jelle
Dierickx, Künstl. Leiter Musikkultur Rheinsberg – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ich bin nun weder Musikwissenschaftler noch Fachmann in Sachen
Oper, Kammeroper oder musikalische Bildung. Trotzdem hätte ich
mich mit Felix Görg und Jelle Dierickx stundenlang unterhalten
können. Sagt mir gern in den Kommentaren, ob Ihr genauso denkt.
Das musikalische Rheinsberg 2026
Anfang November wollte er noch nicht mit dem Programm für
2026 herausrücken. Inzwischen ist es veröffentlicht und
bietet manch Klassisches, wie mehrere Kammeropern, aber auch ein
Wandelkonzert, ein Liederabend für Wilhelmine und Heinrich und
gefeiert werden darf auch mit einem schwedischen Sommerfest.
Musikfreunde werden sicher auch in diesem Jahr von der
Vielfältigkeit der Musikkultur Rheinsberg begeistert sein.
Triangelplatz: Übergang zwischen Stadt und Schlosspark – Foto:
Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Rheinsberg – Die
Stadt
Oder sollte ich Städtchen sagen? Es ist mit den rund 8.000
Einwohnern in der Tat nicht riesengroß. Aber Rheinsberg liegt
bezaubernd in sehr viel wundervoller Natur zwischen unendlich
vielen Seen und bietet eine verzaubernde Atmosphäre. Letztlich
bietet die Region fast Alles, was man für einen schönen Urlaub
braucht.
Rheinsberg: Die “neue” Altstadt – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD Kulinarik
Da bin ich am Braten à la Fontane im Ratskeller im Stadtzentrum
hängengeblieben. Verlockend ist der gebratene Zander aus dem See
im Fischerhof, direkt am See.
Zander mit Senfsoße und Linsengemüse im Fischerhof – Foto:
Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Für die Kaffee- und Kuchenzeit empfehle ich zudem noch das Café
Claire am Kirchplatz. Ich hatte dort einen Birnen-Schmandkuchen
zum Niederknien.
Café Claire: Birnen-Schmandkuchen macht glücklich – Foto:
Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Übernachten
Hotels, große wie kleine gibt es einige. Mein Geheimtipp,
praktisch getestet, wurde der „Gasthof Endler“ direkt am
Triangelplatz. Von hier aus ist fast jede Attraktion in längstens
10 Fußminuten zu erreichen. Die Zimmer sind gemütlich und mit
allem ausgestattet, was mann und frau braucht.
Gasthof & Fleischerei Endler, Rheinsberg – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Meine besondere Empfehlung sind die unglaublich leckeren
Buletten, die die Hausmetzgerei täglich im Angebot hat und die
Übernachtungsgäste, mehr als oft, auch auf dem Frühstücksbüffet
finden.
Besichtigungen Haus der Stadtgeschichte –
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Sehenswert ist das Haus der Stadtgeschichte. Hier kann man
wirklich tief in die Rheinsberger Historie eintauchen.
Wenn im Sommer die Sonne scheint, dann sollte man eigentlich auch
eine „schnieke“ Bootstour machen. Wandern oder „Böötchen fahren“
kann man ohnehin.
Bootstour ist eigentlich “Pflicht” – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD Touristische Infos
…gibt es in der gut bestückten Tourist-Info in der Mühlenstraße.
Websites und weitere Infolinks findet Ihr unten in der Rubrik
Information & Links.
Randbemerkung: Hier auf der Seite findet Ihr jede Menge Fotos und
ich kann nur sagen: Wenn die Fotos schon im November so schön
werden, welches Paradies wartet da vermutlich erst im Sommer.
Rheinsberg und der Grienericksee am 05. November 25 – Foto:
Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Information
& Links Rheinsberg – Tourismus
Verein Stadtgeschichte Rheinsberg
Musikkultur Rheinsberg Stiftung Preußische
Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg 300 Jahre
Prinz Heinrich Brandenburgische
Seenplatte Reiseland Brandenburg
Rheinsberger Sommerfrische – Ein Reiseradio-Talk
Hinweis
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von
Reiseland Brandenburg und seinen Partnern vor Ort. Meine Meinung
wurde nicht beeinflusst!
Ein dritter Teil wartet noch. Er ist der Grund für meine
ursprüngliche Motivation nach Rheinsberg zu fahren: Kurt
Tucholskys „Rheinsberg – Ein Bilderbuch für Verliebte”. Das folgt
zeitnah!
The post D-RR304 – Rheinsberg: Preußen, Prinzen, Paradiese
first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
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