#130 Eine neue Stimme für die Bremer Reedereien

#130 Eine neue Stimme für die Bremer Reedereien

vor 3 Tagen
Rhederverein-Chefin Lorenz Medina und Vorgänger Völkl über Schifffahrtsstandort und Politik
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Beschreibung

vor 3 Tagen
Er war 28 Jahre im Amt, sie ist die erste Frau an der Spitze des
1884 gegründeten Bremer Rhedervereins: Die neue Geschäftsführerin
Angelica Lorenz Medina und ihr Vorgänger Robert Völkl blicken
gemeinsam auf den Schifffahrtsstandort Bremen. Lorenz Medina ist
gelernte Speditionskauffrau und hat viele Jahre im
Seefracht-Geschäft gearbeitet. „Jetzt ist es ein komplett neues
Tätigkeitsfeld – es ist unheimlich interessant und macht viel
Spaß“, sagt sie in der neuen Episode des HANSA PODCASTs und geht
darauf ein, ob ihr angesichts ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn
auch Skepsis im Rhedervereins entgegengebracht wurde. Neu ist vor
allem die politische Arbeit. Ihr Vorgänger stand ihr die ersten
Wochen beratend zu Seite. Völkl und Lorenz Medina teilen eine
ähnliche Sichtweise auf die Art und Weise, wie der Rhederverein in
der Arbeit mit Politik und Verwaltung erfolgreich sein kann:
"Gegeneinander erreichen wir absolut gar nichts“, sagt die neue
Geschäftsführerin. Ein enger Draht ist wichtig: „Unsere gemeinsame
Aufgabe ist es, den Schifffahrtsstandort zu erhalten. Und es ist
Aufgabe des Rhedervereins, immer wieder deutlich zu machen, dass
Bremen ein guter Schifffahrtsstandort ist, der hat alles, was eine
Reederei braucht“, sagt Völkl. Er spricht in diesem Zusammenhang
auch über zwischenzeitlich verloren gegangenes Renommee durch die
große Schifffahrtskrise, in deren Rahmen etwa die Bremer Landesbank
u.a. aufgrund vieler fauler Schiffskredite notverkauft werden
musste. Darüber hinaus teilt er seine Einschätzung darüber, ob die
Reeder-Stimme aus Bremen mehr Gehör und die dortige Branche mehr
Aufmerksamkeit verdient hätte. Im Gespräch geht es auch um eine
Halbierung der Flotte und ungesunde Dynamiken. Die aktuelle
Situation bewertet Völkl positiv und geht auf Investitionen ein,
die trotz der unsicheren geopolitischen Lage Sinn machen können.
Ein weiterer Aspekt: die deutsche Flagge, deren Modernisierung in
der Verwaltung derzeit sehr viel Aufmerksamkeit bekommt. Einen
„Turnaround“ sieht Völkl noch nicht, erläutert aber, warum und
unter welchen Umständen er dennoch optimistisch wäre, dass die
deutsche Flagge bessere Chancen bei deutschen Reedern haben könnte.
Lorenz Medina spricht über die Größe und Aufteilung der Bremer
Flotte, die Anzahl der Reedereien und Schiffe. Einen Schwerpunkt
ihrer Arbeit will sie künftig auch auf die Suche nach Fachkräften
für die Reedereien legen: „Ich möchte herausfinden, warum wir die
jungen Leute nicht mehr in die Ausbildung bekommen“, so Lorenz
Medina, die dabei auch auf konkrete mögliche Schritte eingeht, wie
man junge Leute besser erreichen kann. Völkl erläutert, warum
keinen Wehmut oder Abschiedsschmerz verspürt und berichtet nicht
zuletzt von „Highlights“ in seiner langen Tätigkeit und die
Ursprünge des bekannten Bremer Reederabends.
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