Podcaster
Episoden
13.02.2026
40 Minuten
Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer beim deutschen Verband für
Schiffbau und Meerestechnik (VSM), ist ein erfahrener Experte für
das Werften-Geschäft. Seit Jahren warnt er vor einer wachsenden
Abhängigkeit der Schifffahrt von der asiatischen, speziell
chinesischen, Schiffbau-Industrie. Er fordert deutlich mehr
Engagement seitens der hiesigen Politik, um einen fairen Wettbewerb
mit den staatlich enorm unterstützen Werften in Fernost zu
ermöglichen. Angesichts der welt- und geopolitischen Entwicklungen
der jüngeren Vergangenheit sieht er jetzt einen veränderten
Realitätssinn in Berlin. Allerdings spricht er sich auch für einen
stärkeren europäischen Schulterschluss aus: "Wir werden die Themen
nicht alleine national lösen und dürfen nicht den Weg gehen, den
wir in den letzten 20 Jahren gegangen sind", sagt Lüken im HANSA
Podcast. In der Episode spricht er über den Marine-Schiffbau, der
großes Potenzial berge sowie eine große Nachfrage in auch in den
anderen Segmenten, in denen die deutschen Werften aktiv sind. Aber:
"Nur mit Highend können wir die kritische Messe unter Umständen
nicht aufrechterhalten." Eine Verdopplung des Umsatzes der
Schiffbau-Industrie hält er dennoch für "nicht überambitioniert",
sieht die Branche in einer "absoluten Wachstumsphase". Lüken
spricht unter anderem über die Übernahme von NVL aus der
Lürsse-Gruppe durch den Rüstungskonzern Rheinmetall, die Querelen
um die Meyer Werft sowie seiner Ansicht nach schwierige Aspekte in
der Sanierung nach dem Staatseinstieg. Außerdem geht es um das
deutsche Vergaberecht ("Der Auftrag nach Spanien war ein Fehler"),
Vor- und Nachteile von Staatswerften, die Politik der US-Regierung
Trump für die Werften ("Wir können den Amerikanern helfen") und den
vieldiskutierten Jones Act sowie die anstehende Nationale Maritime
Konferenz in Emden. Von dem Treffen von Politik und maritimer
Wirtschaft erwartet er deutlich mehr Konkretes als von der letzten
Ausgabe in Bremen vor einigen Jahren: "Unser Anspruch an eine
Nationale Maritime Konferenz ist größer", so Lüken, der auf
entsprechende Initiativen aus der Wirtschaft sowie Gespräche mit
Wirtschaftsministerin Reiche und den Maritimen Koordinator der
Bundesregierung, Christoph Ploss, eingeht.
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30.01.2026
27 Minuten
Deutschland bekommt mit der "Polarstern II" ein neues
Forschungsschiff, das vor allem in arktischen und antarktischen
Gewässern eingesetzt werden soll. Die Regionen gewinnen – nicht nur
wegen geopolitischen Bestrebungen – immer mehr an Bedeutung. Und
sie stellen spezielle Anforderungen an Schiffe und Schiffsdesigns.
Nils Reimer, Leiter des Bereichs Arctic Technology bei der
Hamburgischen Schiffbauversuchsanstalt (HSVA) ist ein Experte auf
diesem Gebiet. Er sieht bei der Entwicklung von Schiffen für
Fahrten im Eis besondere Herausforderungen und einen Zwiespalt. Der
Schutz der marinen und maritimen Umwelt ist deutlich wichtiger
geworden, was sich etwa auf die Antriebstechnologie an Bord
auswirkt. Gleichzeitig müssen die Sicherheit von Schiff und vor
allem Besatzung gewährleistet werden. Schließlich verändern sich
die klimatischen Bedingungen kontinuierlich. Das alles muss unter
einen Hut bekommen werden. Reimer spricht im HANSA Podcast unter
anderem über "widrige Bedingungen", Propeller, Ruder und Rumpfform,
Beladungseinschränkungen und eine größere Einsatzflexibilität von
Schiffen. Außerdem geht es um unterschiedliche Eisverhältnisse,
Gefahren für Schiffe und Seeleute, Eisberge, "tolle
Herausforderungen", das spezielle Produkt "Polarstern" und den
Schutz der Umwelt.
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14.01.2026
25 Minuten
"Wir erwarten ein enorm bewegtes Jahr", sagt Martin Kröger,
Hauptgeschäftsführer des Verband Deutscher Reeder (VDR), gleich zu
Beginn des Gesprächs. Geopolitische Spannungen, mögliche neue
Hafengebühren und offene Weichenstellungen in der internationalen
Klimapolitik sorgten für erhebliche Unsicherheit in der
Schifffahrt. Auch die Sicherheitslage auf zentralen Seewegen
verschärfe sich weiter. Im ersten HANSA Podcast des Jahres 2026
erläutert der seit 2022 amtierende VDR-Hauptgeschäftsführer, warum
das Rote Meer, die Straße von Taiwan und zunehmende
Navigationsstörungen in der Ostsee für Reedereien zu ernsthaften
Risikofaktoren geworden sind. Für deutsche Reeder stehe dabei vor
allem eines im Mittelpunkt: die Sicherheit der Seeleute. "Wir
können nicht riskieren, dass wir unsere Seeleute durch ein
Seegebiet schicken, wo sie möglicherweise ihr Leben verlieren", so
der Jurist. Anders als manche Wettbewerber könnten deutsche
Reedereien nicht auf eine flächendeckende militärische Begleitung
setzen. Auch strukturelle Themen kommen zur Sprache. Der Experte
erläutert, wie die deutsche Handelsflotte heute aufgestellt ist,
warum Containerschiffe weiterhin dominieren und weshalb das
Bulker-Segment keineswegs eine Schwäche darstellt. Gleichzeitig
beschreibt er den Bedeutungsverlust Deutschlands als
Schiffsfinanzierungsstandort und die Folgen für den maritimen
Wirtschaftsstandort insgesamt. Ein zentrales Thema des Gesprächs
ist die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Ohne die Tonnagesteuer,
so Kröger, sei der Standort aus seiner Sicht nicht überlebensfähig.
Der Wettbewerb finde längst nicht mehr nur global, sondern auch
innerhalb Europas statt, etwa mit Dänemark oder den Niederlanden.
Ähnlich kritisch bewertet er die Situation der deutschen Flagge:
Sie biete klare Vorteile, leide aber unter Bürokratie,
Sonderregelungen und mangelnder Attraktivität im internationalen
Vergleich. Mit Blick auf die Nationale Maritime Konferenz (NMK)
Ende April fordert der VDR-Chef klarere Erwartungen des Staates an
die Handelsschifffahrt, gerade in Krisen- und Verteidigungsfällen.
Gleichzeitig spricht er über Tarifabschlüsse, Ausbildung,
Nachwuchsgewinnung und die Grenzen der Dekarbonisierung angesichts
fehlender alternativer Treibstoffe.
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12.12.2025
25 Minuten
Nach der jüngsten Übernehme von Hamburg Maritime Chartering steht
der nächste Zukauf für Frachtcontor Junge an. Jens Mahnke, „neuer“
Partner und Geschäftsführer, will den Hamburger Makler noch breiter
aufstellen. „Bis vor ein paar Monaten hatten wir schon Druck, etwas
zu tun. Wir sind nun erheblich besser aufgestellt, aber es geht
auch noch mehr“, sagt Mahnke in der neuen Episode des HANSA
Podcasts. Und Frachtcontor Junge hat in diesem Zusammenhang Nägel
mit Köpfen gemacht, denn der Geschäftsführer bestätigt exklusiv,
dass eine weitere Übernahme bereits vertraglich fixiert ist, die
unmittelbar zusätzliches Geschäft bringen soll. Für Mahnke ist die
Firma selbst kein Neuland, er war schon bis zum Jahr 2001 bei
Frachtcontor Junge. In seiner Karriere war er zudem bei einigen
namhaften Schifffahrtsunternehmen tätig, darunter der Makler Harper
Petersen, die Emissionshäuser Nordcapital und König & Cie.
sowie die Ernst Russ AG. Mahnke hat außerdem das
Investmentberatungsunternehmen Elbe Financial Solutions gegründet
und war Inhaber des Dock-Maklers Combitrade, der seit 2024 zu
Frachtcontor Junge gehört (und dessen Ergebnis zuletzt „gerettet“
hat). Den Wechsel zurück zu Frachtcontor Junge hatte er nicht
geplant und eine erste Anfrage auch abgelehnt. Also nun „zurück zu
den Wurzeln“? Er sei definitiv noch nicht fertig mit Frachtcontor
Junge. Im Podcast-Gespräch geht der Manager detaillierter darauf
sowie auf die Umstände des Wechsels und eine „lukrativere Zukunft“
ein. Auf die Frage nach der aktuellen Situation gibt er eine
„differenzierte Antwort“. Im Drybulk-Geschäft lief es zuletzt
schlechter, dafür in anderen Bereichen besser. Durch Firmenkäufe
konnte man negative Ergebnisse in bestimmten Teilbereichen
auffangen. Mahnke spricht über neue Partnerschaften und eine
„erfreuliche Dynamik im Unternehmen“ sowie eine positive
Perspektive. Dabei geht es auch um die Frage nach weiteren
internationalen Niederlassungen, die Gefahr des „Verfransen“ und
„overbroked Märkte“. Nicht zuletzt spricht er von einem
Makler-Wettbewerb „mit offenem Visier“ und darüber, wie er das
Unternehmen attraktiv machen will für künftige Mitarbeiter sowie
über potenzielle weitere Übernahmen und Verkäufe von
Unternehmensteilen.
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01.12.2025
27 Minuten
Als Betreiber der Kreuzfahrtterminals bildet Cruise Gate Hamburg
(CGH) als Tochterfirma der Hamburg Port Authority (HPA) seit Jahren
eine zentrale Schnittstelle zwischen Hafen, Stadt und Reedereien.
Unter Geschäftsführer Simone Maraschi hat sich das Unternehmen
zunehmend strategisch ausgerichtet, mit dem Fokus auf
Standortentwicklung, Nachhaltigkeit und internationale
Zusammenarbeit. Er spricht unter anderem darüber, warum Landstrom
in der Kreuzfahrt kein Allheilmittel ist und an welchen Stellen die
Reedereien bereits vorangehen. Die CGH setzt verstärkt auf die
Weiterentwicklung des Standorts und die enge Zusammenarbeit mit
lokalen und internationalen Partnern. "Wir lernen voneinander und
unterstützen Häfen, die vor gesellschaftlichen oder regulatorischen
Herausforderungen stehen“, so Maraschi. Neben der technischen
Entwicklung spielt die öffentliche Wahrnehmung eine wachsende
Rolle. „Die Wertschöpfung liegt bei über 420 Mio. € und rund 5.000
Arbeitsplätzen – heute vermutlich mehr. Deshalb ist es wichtig, die
ökologischen Fortschritte und wirtschaftlichen Auswirkungen noch
klarer zu kommunizieren.“ Hören Sie hier die komplette Episode:
Simone Maraschi geht u.a. ein auf: Aktuelle Marktsituation und die
Rückkehr nach der Pandemie, Hamburgs Rolle im deutschen und
nordeuropäischen Kreuzfahrtmarkt, den Austausch zwischen
europäischen Häfen, städtebauliche Aspekte und die Rolle des neuen
Terminals in der HafenCity, Potenziale und infrastrukturelle
Anforderungen der Flusskreuzfahrt.
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Über diesen Podcast
Willkommen zum HANSA Podcast! Ab sofort sprechen wir im maritimen
Talk mit interessanten Gästen über das, was sie und die Branche
bewegt!
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