Warum findet man immer seltener klassischen Mosel-Kabinett?

Warum findet man immer seltener klassischen Mosel-Kabinett?

vor 6 Tagen
Eine Fahrgastfrage über Mostgewicht, Klimawandel, Restzucker, Saar und die vielleicht zerbrechlichste Form deutscher Herkunft.
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Interviews mit Winzern und Menschen aus der Wein- & Food-Szene

Beschreibung

vor 6 Tagen
Warum findet man heute immer seltener klassischen Mosel-Kabinett —
diesen leichten, tänzelnden Riesling mit wenig Alkohol, hoher Säure
und spürbarer Restsüße, der trotzdem nicht einfach süß schmeckt? In
dieser Fahrgastfrage geht es um einen scheinbar kleinen Wein, an
dem sich eine große Geschichte des deutschen Weins erzählen lässt.
Früher war Mostgewicht ein plausibler Qualitätsindikator: In einem
kühlen Weinland war Reife knapp, und Kabinett, Spätlese und Auslese
beschrieben eine Dramaturgie der Reife. Heute hat sich diese Logik
verschoben. Hohe Mostgewichte sind in warmen Jahren leichter
erreichbar, während klassischer Kabinett immer häufiger präzises
Timing, kühle Lagen, vitikulturelle Disziplin und bewusste
Unterlassung verlangt. Die Mosel steht dabei im Zentrum: als
historischer Grenzraum, in dem Leichtigkeit, Säure, Restzucker und
niedriger Alkohol zu einem einzigartigen Balancecode wurden. Doch
was passiert, wenn dieser Grenzraum wärmer wird? Welche Rolle
spielen Saar und Ruwer? Warum wird Kabinett heute manchmal
schwieriger als Auslese? Und weshalb kann ein Wein mit 7,5 Prozent
Alkohol größer sein, als er aussieht? Eine Folge über Herkunft als
Balance — und über einen Weintyp, der sich weder durch Prädikat
noch durch Lage vollständig erklären lässt.
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