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Episoden

1 Stunde 43 Minuten
Ein Trollinger Rosé für 100 Euro: Provokation, Marketing oder großer Herkunftswein? Mit dieser Flasche beginnt mein Gespräch mit Matthias Aldinger über die Frage, wie Qualität, Vertrauen und Reputation über Generationen entstehen. Matthias erzählt, wie sein Großvater Gerhard mit dem Untertürkheimer Gips die materielle Grundlage des heutigen Weinguts schuf, wie sein Vater Gert den württembergischen Qualitätsanspruch neu formulierte und wie er und sein Bruder Hansjörg einen erfolgreichen Betrieb weiterentwickeln, ohne ihn lediglich zu verwalten. Es geht um familiären Unternehmergeist, ökologischen Weinbau, „kontrolliertes Nichtstun“ im Keller und den Aufbau einer eigenständigen Sektproduktion. Fünf Weine führen durch das Gespräch: der Gips Trollinger Rosé, der ungeschwefelte SINE, der aus Trauben aus Marsannay erzeugte Marcène, das Marienglas Spätburgunder GG und der Lämmler Lemberger GG. Im direkten Vergleich wird die zentrale Frage der Folge konkret: Wo endet die Handschrift des Winzers, wo beginnt der Ort – und kann die Reputation eines Erzeugers irgendwann auf seine Herkunft übergehen?
1 Stunde 35 Minuten
Heute geht es ins Remstal, nach Großheppach zum Weingut Bernhard Ellwanger. Mein Gast ist Sven Ellwanger, der den Betrieb gemeinsam mit seiner Schwester Yvonne führt. Auf den ersten Blick wirkt dieses Weingut bodenständig, gewachsen und angenehm unaufgeregt. Im Gespräch zeigt sich aber schnell, wie viel Bewegung in diesem Betrieb steckt: Sauvignon Blanc, Junges Schwaben, Bio-Weinbau, Piwis, Spontangärung, starke Privatkundschaft, Rotweinambition – und eine Region, die noch immer mit alten Klischees zu kämpfen hat. Im Zentrum der Episode stehen drei Weine: ein Muskat-Trollinger Rosé, ein Roter Riesling und eine Lemberger-Syrah-Cuvée. Der Muskat-Trollinger Rosé zeigt, dass Duftigkeit, Frucht und Leichtigkeit nicht banal sein müssen. Sven beschreibt ihn als einen der wichtigsten Weine des Betriebs – trocken ausgebaut, aromatisch, frisch und mit einem kleinen Anteil maischevergorener Partie, der dem Wein zusätzlichen Grip gibt. Der Rote Riesling erzählt eine besondere Geschichte: Im Weinberg wurde eine Mutation in einer alten Rieslinganlage entdeckt – eine Fruchtrute mit weißen Rieslingtrauben, eine andere mit rötlichen Beeren. Aus diesem Zufall wurde eine eigene Selektion, die heute als ernsthafter Wein im Sortiment steht: körperreicher, fülliger und säureärmer als klassischer Riesling, aber dennoch mit eigener Riesling-Prägung. Die Lemberger-Syrah-Cuvée führt schließlich mitten in die Frage, wie sich Württemberg heute verändert. Lemberger bringt kühle Beerenfrucht, Frische und regionale Identität; Syrah ergänzt Würze, Körper, Pfeffer, dunklere Noten und Struktur. Im Glas begegnen sich regionale Herkunft und internationale Rebsorte erstaunlich selbstverständlich. Außerdem sprechen wir über Svens Zeit in Neuseeland, Sauvignon Blanc und Fumé Blanc, über die Gruppe Junges Schwaben, über Bio-Weinbau, Bodenaufbau, Humus, Begrünung und Pflanzenschutz, über den Gravitationskeller, über ProWein, Wine Paris, Export, alkoholfreie Produkte und die Zukunft eines Familienweinguts mit großer Sortenvielfalt. Eine Folge über ein Württemberg, das sich leise verändert hat – pragmatisch, beharrlich, bodenständig und im Glas sehr überzeugend.
1 Stunde 40 Minuten
Die ProWein steht unter Druck: Wine Paris wächst, Nischenmessen gewinnen an Glaubwürdigkeit, der Weinmarkt schrumpft und die Branche sucht neue Käufer, neue Zielgruppen und neue Orientierung. Frank Schindler, Director der ProWein, spricht offen über Fehler der Messe, die neue europäische Positionierung, Hosted Buyers, ProWein Zero+, ProSpirits, die internationalen Satelliten-Messen und die Frage, was eine Weinmesse heute überhaupt noch leisten muss.
13 Minuten
Eine Teilnehmerin der Weinkenner Masterclass stellte mir vor einigen Wochen eine Frage, die mich nicht mehr losließ: Warum wollen manche Menschen Wein verstehen – und andere nicht? In dieser sehr persönlichen Solo-Episode erzähle ich, warum diese Frage für mich viel größer ist als eine Weinfrage. Es geht um Neugier, Leidenschaft und den Moment, in dem aus bloßem Genuss der Wunsch entsteht, tiefer zu schauen. Ich erzähle von einer Reise an die französische Atlantikküste, von einer Fahrradtour durchs Médoc, von den Schlössern des Bordeaux – und davon, wie sich damals für mich eine neue Welt öffnete. Eine Episode über Wein. Aber eigentlich über die Freude, die Welt genauer lesen zu lernen.
26 Minuten
Warum findet man heute immer seltener klassischen Mosel-Kabinett — diesen leichten, tänzelnden Riesling mit wenig Alkohol, hoher Säure und spürbarer Restsüße, der trotzdem nicht einfach süß schmeckt? In dieser Fahrgastfrage geht es um einen scheinbar kleinen Wein, an dem sich eine große Geschichte des deutschen Weins erzählen lässt. Früher war Mostgewicht ein plausibler Qualitätsindikator: In einem kühlen Weinland war Reife knapp, und Kabinett, Spätlese und Auslese beschrieben eine Dramaturgie der Reife. Heute hat sich diese Logik verschoben. Hohe Mostgewichte sind in warmen Jahren leichter erreichbar, während klassischer Kabinett immer häufiger präzises Timing, kühle Lagen, vitikulturelle Disziplin und bewusste Unterlassung verlangt. Die Mosel steht dabei im Zentrum: als historischer Grenzraum, in dem Leichtigkeit, Säure, Restzucker und niedriger Alkohol zu einem einzigartigen Balancecode wurden. Doch was passiert, wenn dieser Grenzraum wärmer wird? Welche Rolle spielen Saar und Ruwer? Warum wird Kabinett heute manchmal schwieriger als Auslese? Und weshalb kann ein Wein mit 7,5 Prozent Alkohol größer sein, als er aussieht? Eine Folge über Herkunft als Balance — und über einen Weintyp, der sich weder durch Prädikat noch durch Lage vollständig erklären lässt.
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Über diesen Podcast

"Genuss im Bus ist der mobile Weinpodcast von Wolfgang Staudt. Wolfgang trifft sich mit interessanten Typen der Weinszene und Persönlichkeiten, die den Wein ebenso lieben wie er selbst. In seinen Gesprächen versucht er herauszufinden, wie die so ticken, was sie begeistert und was sie zu den spannenden Themen rund um den Weingenuss zu sagen haben.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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