Behind The Fritten mit Co-Gründerin Leonie Schüssler:

Behind The Fritten mit Co-Gründerin Leonie Schüssler:

vor 1 Tag
Warum der Job dich nicht zum Arschloch machen darf, Leichtigkeit eine Business-Stärke ist und Kartoffeln mehr Potenzial haben als wir denken
1 Stunde 8 Minuten
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Podcast
Podcaster
Behind the Scenes. Der Branding, Marketing und Business Podcast

Beschreibung

vor 1 Tag

Leonie Schüssler, Co-Gründerin von The Fritten, einer
Kreativberatung die seit November am Markt ist. Vorher
Strategiechefin Ogilvy Deutschland-Österreich. Davor Cosnova und
Henkel.


Sie hatte nie ein klassisches Karriereziel. Mit 26 rutschte sie
bei Zoeva, einem Kosmetik-Startup, in eine Führungsrolle, weil
eine Bloggerin ihre Pinsel in einem YouTube-Video benutzte und
das Startup über Nacht explodierte. Sie musste Führung von heute
auf morgen lernen.


Was ihr half: sie war mal Türsteherin, da hat sie
Menschenkenntnis gelernt. Ihr Leitsatz: wenn der Job mich zum
Arschloch macht, ist es nicht mein Job. Vor 15 Jahren wurden
Emotionen und Empathie im Business noch nicht groß geschrieben.
Sie ist ein sehr emotionaler, empathischer Mensch, ist damit
angeeckt, hat es aber beibehalten. Vor zwei Jahren sagte jemand
zu ihr: Leonie, du bist total bei dir. Das bei sich bleiben war
ein harter Weg. Aber da lag der größte Hebel.


Führungskräfte-Einsamkeit ist real. Du musst funktionieren,
kannst dich nicht mit deinem Team über Sorgen austauschen. Sie
hatte eine Phase wo sie nicht mehr ganz bei sich war, dadurch
konnte sie nicht mehr gut führen.


Vor zwei Jahren war sie in einer Negativspirale im Job. Sie hat
sich eine Übung auferlegt: jeden Tag einer random Person ein
random Kompliment machen. Klingt banal, verändert aber was. Du
suchst plötzlich nur noch nach positiven Dingen. Das hat ihren
Blick wieder aufs Positive gelenkt.


Bei Henkel musste sie feststellen: nicht ihre Welt. Heimweh. Sie
war in Düsseldorf, als die Krebsdiagnose eines engen Freundes
kam. Zwei Wochen später ist ihr Großvater gestorben. Sie dachte:
das ist es mir nicht wert.


Dann kam Ogilvy. Das Nachhausekommen. Sie kannten sie noch als
Azubi, die kleine Leo kommt wieder, plötzlich ist sie deren
Vorgesetzte. Fünf Jahre dort. Irgendwann kam sie an ihre Grenzen
durch KI und Effizienzdruck, wollte sich nicht verbiegen.


Sie hat sich ein Jahr Zeit genommen. Ihr ehemaliges Team hat ihr
Love Letters geschrieben, berührende Nachrichten. Sie musste erst
mal lernen, sich selbst so zu sehen. Aber dann hat sie gelernt:
Leichtigkeit und Positives im Business-Kontext ist eine totale
Stärke. Wenn du Veränderung liebst, merkst du: da liegt ein
riesengroßer Hebel drin.


So kam die Business-Idee The Fritten. November 2024,
Trump-Wiederwahl, Ampelbruch, Rechtsruck. Sie hat sich gefragt:
was trage ich eigentlich dazu bei dass es besser wird?


Sie hat Gespräche mit UnternehmerInnen geführt. Was rauskam:
große Angst vor Veränderungen, Negativspirale, Stillstand. New
Normal gibt es nicht mehr. Daraus ist entstanden: wir müssen
UnternehmerInnen an die Hand nehmen, Chancen aufzeigen.
Kreativität ist der Business-Skill unserer Zeit. Sie sehen
wirtschaftliche Stabilität als riesengroßen Faktor für
gesellschaftlichen Zusammenhalt.


Ihre JFK-Analogie: als die USA total zerrüttet waren, sagte er:
wir fliegen auf den Mond. Er hat eine Vision in die Köpfe
gepflanzt. Uns fehlt gerade das Wofür.


The Fritten hat sie mit Sia und Nils, den sie noch aus
Türsteher-Zeiten kennt, gegründet. Sie ist der Kleber. Ihre
Kreativberatung liegt zwischen Agentur und Unternehmensberatung.
Für sie ist die Big Idea eine Wachstumsidee.


Warum The Fritten? Schwimmbad-Pommes waren ein unbeschwerter
Moment. Aber Sia sagte: eigentlich spannender ist, dass unter der
Schale der Kartoffel viele Potenziale liegen. Irgendwann kam
jemand durch Kreativität auf die Idee, aus der Kartoffel Fritten
zu machen, eines der bekanntesten Produkte der Welt zu schaffen.
Sie wollten unbedingt Fritten heißen, ein schönes prägnantes
deutsches Wort. Bescheuert genug dass jeder schmunzeln muss.
Genau das wollten sie erzeugen: Leichtigkeit, Positives.


Ihr bester Ratschlag: bleib du selbst. Ihre Motivation: ihr
gefällt die Welt draußen nicht. Sie will verändern, antreiben,
Menschen anstecken, etwas Positives in die Welt tragen. Dieser
Schwere draußen entschieden etwas entgegensetzen.


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