BTS Curated mit Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Felix Banaszak

BTS Curated mit Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Felix Banaszak

vor 4 Tagen
Warum bei sich bleiben die wichtigste Regel ist, Präsenz größer Perfektion gilt, progressive Kräfte zu viel Raum gelassen haben, das Patriarchat nicht weg ist und Politiker keine Sprechroboter sein dürfen
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Beschreibung

vor 4 Tagen

Felix Banaschak ist seit 2024 Bundesvorsitzender von Bündnis
90/Die Grünen. Mit 36 Jahren, verheiratet, Vater, pendelt er
zwischen Duisburg und Berlin. 2009 tritt Felix drei Wochen vor
der Bundestagswahl ein, weil er Agenda 2010 ablehnte. Grüne
Jugend, nach sechs Monaten Landesvorstand. 2014 zurück nach
Duisburg, Kreisverband am Boden, 40.000 Euro verschuldet. 2017
Tiefpunkt: Grüne stürzen in NRW von 12 auf 6,4 Prozent. Felix ist
27, Menschen fragen: Willst du Landesvorsitzender werden? Das
Muster: Felix kommt, wenn alles kaputt ist. Kampfkandidatur,
Lippenpiercing, Leute sagen: Nimm das Metall raus. Januar 2018
gewählt. Mit Mona Neubaer: Wie müssen die Grünen auftreten? In
viereinhalb Jahren von 6,4 auf 18 Prozent.


2021 Bundestag, verhandelt ersten schwarz-grünen
Koalitionsvertrag NRW. Am Tag der Unterschrift endet Amtszeit als
Landesvorsitzender. Jahre als Abgeordneter, freie Wochenenden.
September 2024: Lang und Nouripour treten zurück, steht in der
Zeitung. Größte Krise seit Jahren. Felix war häufig
Feuerwehrmann.


Passt nicht in Lebensplanung. Tochter ist zwei. Wie soll er guter
Parteivorsitzender und Vater sein? Präsenz größer Perfektion.
Windeln wechseln, krankes Kind. Seine Frau: Vielleicht musst du
es für sie tun. Zu meiner Verantwortung gehört, ihr eine Welt zu
hinterlassen, in der sie gleiche Freiheitsrechte genießt. Felix
und Franziska Brantner: Im Zweifel Familie vor.


Felix trennt Rolle und Person. Hass gilt dem Vorsitzenden, nicht
dem Menschen. Lob auch nicht zum Ego-Streicheln. Ricarda Lang:
Ich fühlte mich wie Sprechroboter, habe mich verloren. Felix will
frei sprechen. Manchmal ist schlechte Presse gute Presse.


Felix gibt Interview im Playboy. Er will sprechen, wie Männer
sich nicht aus Gleichberechtigung verabschieden. Wenn er in der
Taz spricht, lesen das die, die eh zustimmen. Provokation:
Femizide und neue Männlichkeit in Magazin für alte Männlichkeit.
Felix bekommt Nachrichten: Ich dachte, Grüne haben mit mir nichts
zu tun. Genau das Ziel.


Felix' Politik: Familie, die sich Geld für Mallorca
zusammenspart, soll sich nicht schämen. Menschen mit geringem
Einkommen haben winzigen Anteil an Klimaerhitzung. Wir müssen
weniger fliegen, Alternativen ausbauen. Warum kein Nachtzugnetz?
Wie vorwerfen, für 30 Euro Eurowings statt 140 Euro Bahn? Ansatz:
Menschen Leben ermöglichen im Einklang mit Werten und planetaren
Grenzen.


Fahrradweg: Fahrradfahrer freuen sich, Autofahrer auch.
Verkehrswende aus Liebe zur Freiheit. Füreinander. Aufgabe:
Politik als Politik für die vielen formulieren.


Felix in feministischer Partei, Doppelspitzen, quotierte Listen.
Ist Botschaft, wir machen Politik für Frauen, schon ganze? Oder:
Politik für Gleichberechtigung, davon profitieren alle?
Progressive Kräfte haben Raum gelassen. Welche Rolle wird Männern
angeboten?


Felix wird seinen Ansprüchen nicht gerecht. Eingeübte
Rollenmuster. Wer sorgt für kranke Kinder? Felix hatte Anfrage
für Vortrag. Antwort: Morgen bringe ich Tochter ins Bett. Seine
Frau hat Termine. Seine Arbeit nicht immer wichtiger.
Kita-Gruppe: außer Felix nur Mütter. Andere Väter haben viel zu
tun. Vermutlich nicht.


Warum schwer für junge Männer, Rolle zu finden? Alte
Vormachtstellung in Frage gestellt. Keine Vorbilder. Neue Ordnung
nicht etabliert. Unsicherheit. Starker Mann über TikTok sagt, geh
pumpen, findet Resonanz. Kriegt man Keil rein, dass daraus nicht
wird: Deswegen unterwerfen?


Patriarchat nicht weg. 32 Prozent Frauenanteil Bundestag, gleich
wie 90er. Gewalttaten gegen Frauen steigen. Toxische
Männlichkeit, da ist was dran. Männer sind Teil des Problems.
Aber nicht genetisch verdammt. Welches Bild wird angeboten?


Felix' Motiv: In Menschen etwas wecken. Wenn er erzählt und
sieht, das macht was, gehen Leute raus mit Motivation. Felix
nicht zufrieden mit Welt. Will nicht niederbrennen. Welt
gestalten. Bester Ratschlag: Bei sich bleiben. Man ist am
stärksten bei sich. Wenn man sich verbiegt, geht es schief.


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