MDR KULTUR trifft Claudia Buder

MDR KULTUR trifft Claudia Buder

vor 3 Wochen
Das Akkordeon ist das Instrument des Jahres. An der Hochschule Franz Liszt Weimar wird Akkordeon seit 1949 unterrichtet. Claudia Buder studierte dort und an der Folkwang Universität der Künste Essen.
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Beschreibung

vor 3 Wochen
Das Akkordeon, ein vielseitiges Klangwunder zwischen Tradition und
Moderne, wurde von den Landesmusikräten von 14 Bundesländern zum
Instrument des Jahres 2026 gekürt. Es kann die Klangfülle eines
ganzen Orchesters entfalten, aber auch sanft und leise Emotionen,
Rhythmus und Harmonie vereinen. In Wien wurde 1829 das erste
Akkordeon von dem Instrumentenbauer Cyrill Demian und seinen Söhnen
patentiert. Im Laufe der Zeit und seiner Verbreitung in der Welt
erhielt es die mundartlichen Beinamen Quetschkommode,
Schifferklavier, Schweineorgel, Leninraupe oder Zerrwanst. In
Weimar, an der Hochschule Franz Liszt, wird Akkordeon seit 1949
unterrichtet. Die in Leipzig geborene Akkordeonistin Claudia Buder
erhielt nach langer Lehrtätigkeit dort 2018 eine Professur für
Akkordeon. Sie selbst studierte einst an der Hochschule für Musik
Franz Liszt in Weimar und nach der politischen Wende 1989/ 90 an
der Folkwang Universität der Künste Essen, schloß mit zwei Diplomen
und dem Konzertexamen ab. Mit sieben Jahren hatte sie begonnen sich
dem Instrument zu nähern, da die Mutter es spielte. Jedoch, es war
eine Annäherung mit nur wenig Enthusiasmus für das Instrument. Erst
mit dem ersten Preis beim Internationalen Akkordeonwettbewerb in
Klingenthal weckte es in Claudia Buder Leidenschaft und
Begeisterung, wurde es das Instrument ihres Lebens. Claudia Buder
wurde mehrfach Preisträgerin verschiedener nationaler und
internationaler Wettbewerbe, u.a. im Jahr 1994 erste Preisträgerin
des III. Interpretationswettbewerbes für Musik des 20.
Jahrhunderts. Eine facettenreiche Ausbildung erwarb sie an
unterschiedlichen Bildungsstätten. Internationale Lehraufträge
führten sie später nach Finnland an die Fachhochschule Turku, in
die Slowakei an die Universität Prešov und in die Niederlande an
die Musikschule ARTEZ Enschede. Die Ausbildung von Kindern und
Jugendlichen, insbesondere am Musikgymnasium Schloß Belvedere ist
Claudia Buder ein wichtiges Anliegen. Neben Meisterkursen leitet
sie auch Förderkurse auf internationaler Ebene. Mit dem
Wintersemester 2009 eröffnete sie die Fachrichtung Akkordeon an der
Hochschule für Musik in Münster.
Claudia Buder selbst spielt bis heute in unterschiedlichsten
Besetzungen im kammermusikalischen Bereich. Zahlreiche Konzerte
erschienen auf CD. Engagements im In- und Ausland führten sie auch
mit größeren Ensembles wie dem Ensemble Ascolta, dem Ensemble
Modern und dem Ensemble Resonanz zusammen. Claudia Buder übernahm
den Akkordeonpart bei der Uraufführung der Oper „Emilia Galotti“
von Marijn Simons, der deutschen Erstaufführung der neu
instrumentierten Fassung von Alban Bergs Oper „Lulu“, der deutschen
Erstaufführung der Oper „Les Boulingrins“ von Georges Asperghis
sowie der Kammeroper „Powder Her Face“ von Thomas Adès. Als
Solistin war Claudia Buder u.a. zu Gast bei Amsterdam Sinfonietta,
der Königlichen Philharmonie Stockholm, den Wiener Philharmonikern
und arbeitete mit Dirigenten wie George Alexander Albrecht, Kent
Nagano, Andris Nelsons und Jonathan Stockhammer zusammen. 2016
spielte sie kammermusikalisch wie auch solistisch bei den BBC Proms
mit dem BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Sakari Oramo.
In Zusammenarbeit mit den Komponisten HK Gruber, Georg Katzer,
Steffen Schleiermacher, sowie mit den Komponistinnen Rebecca
Saunders und Annette Schlünz brachte Claudia Buder zahlreiche Werke
zur Uraufführung.

Moderation Carsten Tesch
Redaktion: Angelika Zapf
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