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Beschreibung
vor 4 Tagen
Ist echte Nachhaltigkeit im Kapitalismus möglich, oder bleibt sie
ein cleveres Marketing-Tool?
Mit dieser provokanten Frage starten Dr. Martin Bethke und Prof.
Dr. Hannah Trittin-Ulbrich in das Gespräch mit Prof. Dr. Johannes
Meuer, Associate Professor for Sustainability Strategy an der
Kühne Logistics University Hamburg (KLU).
Was folgt, ist eine nüchterne, faktenbasierte Einordnung der
Lage: Warum Unternehmen trotz öffentlichem Gegenwind intern
weiter an Nachhaltigkeit arbeiten. Warum das Klimaproblem
physikalisch real bleibt – unabhängig von politischer Debatte.
Und warum die eigentliche Herausforderung heute nicht mehr
fehlendes Wissen ist, sondern die Skalierung vorhandener
Lösungen.
Johannes Meuer gibt Einblick in aktuelle Forschungsprojekte zu
Carbon Removal (u.a. Biochar in der Landwirtschaft), erklärt
warum der Job des Nachhaltigkeitsmanagers sich radikal verändert
– weg von Ideologie, hin zu Daten, Regulatorik und
Hybridkompetenz – und warum Silos aufzubrechen oft der wirksamste
Hebel ist, den Unternehmen heute haben.
Die wichtigsten Takeaways
Green Hushing statt
Rückzug: Nachhaltigkeitsbudgets sind laut aktuellen
Umfragen (KPMG, EUI) nicht gesunken – Unternehmen arbeiten
weiter, reden nur weniger laut darüber.
Die Physik ist nicht
verhandelbar: Klimawandel, Biodiversitätsverlust,
Golfstrom-Risiken – die wissenschaftliche Evidenz wird robuster,
unabhängig von politischen Zyklen.
Von Scouting zu Skalierung: Wir haben
genug Nachhaltigkeitslösungen. Die zentrale Frage ist nicht mehr:
„Was gibt es?" – sondern: „Wie kriegen wir es auf die Straße?"
Biochar als Gamechanger? Eine
einfache, skalierbare Carbon-Removal-Technologie aus Kompostmüll
– mit Co-Benefits als Düngemittel. Konkrete Forschung, keine
Theorie.
Das Jobprofil des Nachhaltigkeitsmanagers wandelt
sich radikal: Weg von Ideologie und
People-Management, hin zu Datenkompetenz, juristischem Wissen und
Regulatorik-Verständnis.
Silos aufbrechen ist der unterschätzte
Hebel: Wenn Menschen aus Produktion, HR, Sales und
Verwaltung gemeinsam über Nachhaltigkeit nachdenken, entstehen
Lösungen – nicht weil sie Nachhaltigkeit gelernt haben, sondern
weil sie anfangen, miteinander zu sprechen.
Kapitel
01:54 – Eröffnungsthese: Nachhaltigkeit im Kapitalismus –
Ideologie oder Business Case?07:02 – Green Hushing: Unternehmen
arbeiten weiter, reden weniger10:54 – Was die Politik gerade
(nicht) versteht – und warum die Physik nicht wartet15:08 –
Ressourcenabhängigkeit, Geopolitik und globale Lieferketten19:00
– Wissenschaft trifft Praxis: Warum operative Komplexität
entscheidend ist21:42 – Der Business Case für Nachhaltigkeit:
Notwendig, aber nicht hinreichend24:25 – Die eigentliche
Herausforderung: Skalierung vorhandener Lösungen27:14 – Wie sich
das Jobprofil im Nachhaltigkeitsmanagement radikal verändert31:07
– Wo sind die Nachhaltigkeitsprojekte geblieben? Compliance vs.
Innovation34:22 – Konsolidierungsphase: Von Lösungsentwicklung
zur Marktdurchdringung35:27 – Carbon Removal: Was funktioniert –
und was wird gehypt?36:43 – Biochar: Eine skalierbare Technologie
mit echten Co-Benefits40:16 – CO₂ in Zement: Gamechanger oder
Marketingkampagne?46:45 – Warum Nachhaltigkeitslösungen trotz
Vorhandensein nicht skalieren50:20 – Silos aufbrechen als
Kernhebel – in Unternehmen und in der Gesellschaft51:17 –
Kulturwandel durch Lernen: Wenn Produktion, HR und Sales ins
Gespräch kommen54:10 – Wirkung von Wissenschaft und Lehre: Was
bleibt wirklich hängen?
Shownotes & Links
Kühne Logistics University
Center for Sustainable Logistics and Supply Chains
Direct Air Capture Forschungsprojekte
Kühne Climate Center
Prof. Dr. Johannes Meuer auf LinkedIn
Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn
Dr. Martin Bethke auf LinkedIn
Prof. Dr. Johannes Meuers Forschung an der KLU
Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrichs Forschung – Leuphana
Universität
Unternehmensberatung Butterfly Effect Consulting GmbH
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