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Wicked Problems - Wissenschaft | Wirtschaft | Wandel

Wicked Problems - Wissenschaft | Wirtschaft | Wandel

Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich; Dr Martin Bethke 19 Episoden Neueste vor 1 Woche
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Episoden

43 Minuten
Im April 2026 meldete die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: Der Pro-Kopf-Fleischverzehr in Deutschland ist 2025 auf 54,9 Kilogramm gestiegen – 1,4 Kilogramm mehr als imVorjahr, Geflügel auf einem Allzeithoch. Vier Wochen später meldete das Statistische Bundesamt: Die Produktion von Fleischersatzprodukten ist erstmals seit Jahren gesunken, um 1,2 Prozent auf 124.900 Tonnen. Wer nur auf diese beiden Zahlen schaut, hält die Ernährungswende für gescheitert.

Godo Röben schaut auf eine dritte Zahl: Bei der Rügenwalder Mühle, dem Unternehmen, das er 26 Jahre lang von innen umgebaut hat, entfallen heute rund 70 Prozent des Absatzes auf vegetarische und vegane Produkte. Bei einem Hersteller, der 1834 als Wurstfabrik begann.

Wir haben ihn deshalb gefragt: Wie disruptiert man ein erfolgreiches Geschäftsmodell, ohne das Unternehmen zuzerlegen und woran erkennt man, dass eine Delle keine Trendwende ist?

Unser Gast ist Godo Röben: 26 Jahre beider Rügenwalder Mühle, zuletzt als Geschäftsführer für Marketing sowie Forschung und Entwicklung, und der Mann, der dort die vegetarische Produktlinie gegen den Widerstand der eigenen Branche durchgesetzt hat. Heute ist er Aufsichtsrat, Beirat, Berater und Investor im Bereich alternativer Proteine, unter anderem als Berater bei LIDL, Billie Green, Berief und Beirat bei REWE, Follow Food, Project Eaden, planted., und Planteneers. Bis Ende 2025 war er Vorstandsmitglied im Bundesverband Alternative Proteinquellen (BALPro).

Ein Gespräch über Selbstdisruption im Familienunternehmen, über Mitarbeitende, die eine Strategie stillschweigendblockieren, über den Unterschied zwischen Dreijahres-Vorstandsverträgen und Dreißigjahres-Verantwortung, und über die Frage, warum Transformationen nicht an der Einsicht scheitern, sondern am Tempo.

Hosts: Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich (Leuphana Universität Lüneburg) und Dr. Martin Bethke (Butterfly Effect Consulting).

Key Takeaways

Die Sequenz ist die Strategie. „Wir schütten erst das schlechte Wasser weg, wenn das gute Wasser da ist." Erst Wachstum im neuen Geschäft, dann Abbau im alten.

Widerstand ist selten laut. Er erscheint nicht als Widerspruch im Meeting, sondern als nicht erfolgte Listung beim Einkäufer und als ungewürzte Charge in der Nachtschicht. Wer Zustimmung misst, misst das Falsche.

Eine Ansage reicht nicht. Vier Wochen nach der ersten Erklärung war die Stimmung wieder wie vorher. Getragen haben erst dauerhafte Information, Jobrotation zwischen den Bereichen und sichtbar geteilte Erfolge.

Governance entscheidet vor Strategie. Wer in Dreijahresverträgen bezahlt wird, trifft keine Dreißigjahresentscheidung. Familienunternehmen können den Zeithorizont, den eine echte Transformation braucht – das ist ihr unterschätzter Wettbewerbsvorteil.

Teillösungen erzeugen neue Probleme. Tierwohl, Bio, größere Ställe: Jeder Optimierungsschritt führte zurück zum Ausgangsproblem. Genau daran erkennt man ein Wicked Problem.

Die Nachfrage kommt heute vom Handel, nicht von NGOs. Über Scope-3-Ziele wird die Verpflanzlichung von Sortimenten zur Lieferantenanforderung. Und die Wende kippt am Ende über den Preis, nicht über Moral.

Kapitel

00:00 Einleitung und Hintergrund von Godo Röben

02:01 Godos Wurst-Analogie: Zigarette der Zukunft

04:10 Gesundheit, Klima und Tierleid als Herausforderungen

07:03 Disruption im eigenen Unternehmen

10:08 Langfristiges Denken und gesellschaftlicher Wandel

14:55 Reaktionen der Branche auf Innovationen

19:59 Effekte der Transformation auf die Gesellschaft

25:04 Mitarbeitermotivation und interne Kommunikation

29:46 Politische Rahmenbedingungen und Lobbyarbeit

35:06 Zukunftsaussichten und Mut zur Veränderung

Shownotes & Links

Godo Röben auf LinkedIn

Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn

Dr. Martin Bethke auf LinkedIn
52 Minuten
Am 12. Februar 2026 verlor die Aktie von Heidelberg Materials an einem Nachmittag rund 9,5 Prozent. Nicht wegen schlechter Zahlen, der Konzern hatte gerade ein Rekordergebnis vorgelegt. Auslöser waren Äußerungen des Bundeskanzlers beim Gipfeltreffen der energieintensiven Industrien in Antwerpen: Der europäische Emissionshandel müsse gegebenenfalls überarbeitet oder verschoben werden. Genau darauf beruhte die Kalkulation eines Unternehmens, das früher als andere auf CO2-arme Produktion umgestellt hatte.

Wir haben Jürgen Trittin deshalb gefragt: Was bedeutet das alles für ein Unternehmen, das jetzt entscheiden muss, und für die Menschen, die die Veränderung mittragen sollen?

Unser Gast im Staffelfinale ist Bundesminister a. D. JürgenTrittin – von 1998 bis 2005 Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 25 Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages, 2006 ausgezeichnet mit dem Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik.

Ein Gespräch über Investitionssicherheit, Industriepolitikund die Frage, welches Risiko am Ende teurer ist: die Veränderung oder das Abwarten.

Hosts: Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich (LeuphanaUniversität Lüneburg) und Dr. Martin Bethke (Butterfly Effect Consulting).

Transparenzhinweis: Jürgen Trittin ist der Onkel unsererCo-Hostin. Das wird zu Beginn der Folge offen benannt.

Die wichtigsten Takeaways

Warum drei Prozesse gleichzeitig zu Ende gehen – dieOrdnungsfunktion der alten Hegemonialmächte, das fossile Zeitalter und der Westen als politische Idee und was das für Ihre Absatzmärkte heißt

Weshalb das deutsche Erfolgsmodell aus billigem Gas,exzellenten Maschinen und offenen Weltmärkten nicht in einer Delle steckt, sondern strukturell nicht mehr verfügbar ist

Warum der deutsche Industrielobbyismus systematisch dieVorreiter ausbremst, bis auch der Langsamste mitkommt

Wie aus fossiler Abhängigkeit gerade eine technologischeAbhängigkeit von China wird und woran sich entscheidet, ob die Wertschöpfung hier bleibt

Was Bürgerwindparks in Norddeutschland darüber verraten,wie Akzeptanz für Veränderung tatsächlich entsteht: nicht durch Kommunikation, sondern durch Beteiligung

Warum das Aufstiegsversprechen erodiert ist, und weshalbdas die eigentliche Ursache für Widerstand gegen Veränderung ist, im Land wie im Unternehmen

Kapitel00:00  Begrüßung und Vorstellung: Jürgen Trittin

02:06  Die Eingangsthese: Der Westen als geopolitische Idee ist am Ende

03:00  Drei Prozesse enden gleichzeitig: Hegemonie, fossiles Zeitalter, Westen

05:50  China und der neue systemische Rivale des demokratischen Kapitalismus

10:11  Das alte deutsche Geschäftsmodell: billiges Gas, offene Märkte, Maschinenbau

14:27  Sackgasse? Volkswagen, Offshore-Wind und die norddeutsche Rechnung

17:20  Warum Deutschland seine Vorreiter an die Leine legt

19:52  Der Fall Heidelberg Materials: Wenn Politik die Kalkulation entwertet

21:39  Klimaneutralität als Souveränitätsfrage – nicht als Umweltfrage

23:05  Wärmepumpe, Gasnetze und die Interessen hinter dem Widerstand

24:47  „Palliative Wirtschaftspolitik“

26:55  USA: Wie der Markt sich gegen die erklärte Politik durchsetzt

28:33  Von der fossilen in die technologische Abhängigkeit

33:08  Hört auf, über Belastungen zu reden: Teilhabe statt Kommunikation

39:32  Das erodierte Aufstiegsversprechen und die Verteidigung des Status

45:13  Ausblick: Industriepolitik, Local Content und Mut zur Zumutung

Shownotes & Links

Homepage Jürgen Trittin

Buch: Alles muss anders bleiben: Eine politische Autobiographie

Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn

Forschungen Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich | Leuphana Universität

Dr. Martin Bethke auf LinkedIn

Butterfly Effect Consulting GmbH | Strategie- und Unternehmensberatung für den deutschen Mittelstand
49 Minuten
Bürokratieabbau klingt nach Entlastung. Für Unternehmen, die längst investiert haben, ist es das Gegenteil.

Denn 46 Prozent der deutschen Unternehmen und Finanzakteure geben an, dass unsichere politische und regulatorische Rahmenbedingungen ihre Investitionen in die Transformation hemmen.

63 Prozent der Industrieunternehmen bewerten regulatorische Unklarheit als signifikantes Risiko für ihre strategische Zukunft. Das ist keine Umweltdebatte. Das ist eine Standortfrage.

Darüber sprechen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich mit Heike Vesper – Vorständin für Transformation, Politik und Wirtschaft beim WWF Deutschland. Die Meeresbiologin arbeitet seit 1999 für den WWF, verantwortet heute die Positionierung der Organisation gegenüber Politik und Wirtschaft und ist Autorin von „Wenn wir die Meere retten, retten wir die Welt".

Und Heike Vesper argumentiert konsequent ökonomisch: Der Emissionshandel war ein Instrument, das die Wirtschaft selbst gefordert hat – „lasst den Markt das richten". Jetzt richtet der Markt. Und er richtet hart. Wer ihn deshalb mit der Kettensäge bearbeiten will, zerstört nicht Bürokratie, sondern die Kalkulationsgrundlage jener Unternehmen, die vor zehn oder zwanzig Jahren umgestellt haben.

Die wichtigsten Takeaways

Warum die Deregulierungswelle die Industrie spaltet – und wer dabei verliert

Weshalb Kreislaufwirtschaft nicht mit Recycling anfängt, sondern mit Reduktion

Was Unternehmen unterscheidet, die früh investiert haben: Sie haben gerechnet

Warum Natur- und Klimaschutz Infrastruktur ist – genauso wie Brücken und Schienen

Wie man Naturrisiken in die Sprache übersetzt, die im Unternehmen ohnehin gesprochen wird: Risikomanagement

Das Bild, das jede Nachhaltigkeitsdiskussion abkürzt: die eine Bettdecke

Eine Folge über Planungssicherheit als Standortfaktor und darüber, warum der schärfste Vorwurf an die Wirtschaft nicht lautet, sie sei zu wenig moralisch, sondern zu kurzfristig incentiviert.

Kapitel

00:00 Einleitung und Vorstellung der Gäste

01:03 Heike Vesper stellt ihre Rolle beim WWF vor

02:11 These: Rückbau von Umweltstandards ist Planungsunsicherheit

03:05 Auswirkungen regulatorischer Unsicherheit auf Investitionen

04:25 Deutschland als Innovationsweltmeister? Herausforderungen

05:57 Wirtschaftliche Folgen der regulatorischen Unsicherheit

07:23 Anpassungen im Klimapfad und Zielsetzungen

08:46 Risiken und Chancen in der Kreislaufwirtschaft

12:13 Bedeutung von Natur für das menschliche Überleben

13:08 Risiken für Biodiversität und Klimaschutz

16:23 Technische Innovationen und Reduktion der Ressourcen

18:51 Skalierung der Kreislaufwirtschaft: Chancen und Modelle

22:07 Unternehmen und der Business Case für Nachhaltigkeit

23:43 Langfristige Planung und Verlässlichkeit der Gesetzgebung

27:41 WWF-Frameworks: Zusammenarbeit mit Unternehmen

29:20 Das One Planet Business Framework im Einsatz

34:30 Kommunikation und Narrative in der Krisenzeit

43:19 Hoffnungsschimmer und positive Bewegungen

45:49 Zukunftsperspektiven und systemisches Denken

Shownotes & Links

WWF-Analyse „Wer Naturschutz bremst, bremst die Wirtschaft" (Juni 2026)

WWF-Analyse „Die Gefahr regulatorischer Unklarheit für die Wirtschaft" (PDF)

Sustainability Transformation Monitor 2026 (Bertelsmann Stiftung u. a.)

WWF One Planet Business Framework (Report, PDF)

WWF „Modell Deutschland Circular Economy"

WWF Deutschland – Zusammenarbeit mit Unternehmen

WWF Deutschland auf LinkedIn

Heike Vesper auf LinkedIn

Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn

Dr. Martin Bethke auf LinkedIn

Butterfly Effect Consulting GmbH | Strategie- und Unternehmensberatung für den deutschen Mittelstand
54 Minuten
In immer mehr Unternehmen bewertet nicht mehr nur der Mensch, sondern auch die Maschine mit: Wer ist ein guter Mitarbeiter, wer nicht? Wen stellen wir ein oder befördern wir, wen nicht?

Neben der Führungskraft steht plötzlich ein zweiter, KI-Vorgesetzter und niemand kann genau sagen, wie dessen Urteil zustande kommt.

Darüber sprechen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich in dieser Folge mit Prof. Dr. Antoinette Weibel, Ordinaria für Personalmanagement an der Universität St. Gallen, Direktorin des Instituts für Arbeit, Arbeitsorganisation und Transformation und eine der führenden Vertrauensforscherinnen Europas.

Ihre Diagnose ist so unbequem wie ehrlich: Kontrolle ist teurer, als die meisten denken. Und Vertrauen ist kein moralischer Luxus, den man sich erst leisten können muss, sondern der effektivste und günstigste Mechanismus für gelingende Zusammenarbeit. Wer stattdessen auf KI-Überwachung setzt, zerstört genau das, was Leistung überhaupt erst möglich macht.

Die wichtigsten Takeaways

Der Algorithmus als Chef: Black Box, Function Creep, Dauerüberwachung. Warum niemand mehr versteht, wie Bewertungen zustande kommen, und das Gefühl, nur ein Rädchen zu sein, bis in die Führungsetage reicht.

Vertrauen rechnet sich: weniger Kontrollkosten, weniger Krankheitstage, weniger ungewollte Fluktuation und mehr Resilienz, wenn es kritisch wird.

„Boni würde ich sofort verbieten": Warum Bonussysteme intrinsische Motivation verdrängen und zu „funktionaler Dummheit" führen.

Einzelleistung ist ein Mythos: Nach 100 Jahren Forschung steckt in der Leistungsbewertung mehr Unschärfe als Wahrheit. Leistung entsteht zwischen Menschen, nicht in Excel-Zellen.

Was der Mensch besser kann: urteilen, kritisch hinterfragen, Empathie, und warum Unternehmen, die keine Juniors mehr ausbilden, sich genau diese Fähigkeiten abschneiden.

Die gute Nachricht für den Mittelstand: Gerade mittelständische Unternehmen können diesen Weg gehen – VAUDE zeigt, wie aus Vertrauen eine gute Organisation wird.

Eine Folge für alle, die Führung, Motivation und Zusammenarbeit nicht als Kostenstelle verstehen, sondern als Wettbewerbsvorteil.

Kapitel

03:37 Die These: Ist Vertrauen ein moralischer Luxus?

04:01 Warum Vertrauen sich rechnet: Transaktionskosten, Talente, Resilienz

06:55 Social Media und die Erosion von Expertise

08:30 Black Box, Function Creep und der Algorithmus als zweiter Chef

11:29 Das Meta-Beispiel: Überwachung per „freiwilliger" Zustimmung

12:49 Präfiguratives Organisieren: die Utopie jetzt schon leben

14:59 Was der Mensch besser kann als die Maschine: Urteilen und Empathie

16:07 Das Krücken-Problem: Wenn KI das Denken abkürzt

25:15 KI trifft Anreizsysteme: die Illusion der Steuerbarkeit

27:31 Der Mythos Einzelleistung – und 100 Jahre Leistungsbewertungsforschung

29:50 „Boni würde ich sofort verbieten": Verdrängung und funktionale Dummheit

31:26 Was wirklich motiviert – und was VAUDE anders macht

35:19 Hidden Champions, Nachfolgeproblem und die Strategiefrage

41:44 Zwei Schritte für Unternehmen: Verbünde bilden, Kräfte freisetzen

44:37 Das VW-Außenspiegel-Beispiel: Transformation braucht Vertrauen

46:48 Die gute Organisation beginnt mit mir

52:01 Zum Schluss: eine Akademie für Führung – auch für Politiker

Shownotes

- ⁠Prof. Dr. Antoinette Weibel auf LinkedIn

- Prof. Dr. Antoinette Weibe | Universtität St. Gallen

- Fortschungsprojekte "Good Organisation"

- P⁠rof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn 

- Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich | Leuphana Universität⁠

- ⁠Dr. Martin Bethke auf LinkedIn⁠

- ⁠Butterfly Effect Consulting GmbH⁠ | Strategie- und Unternehmensberatung für den deutschen Mittelstand. 
44 Minuten
Die deutsche Wirtschaft ist bei der Modernisierung längst weiter, als es in der Politik und in den Schlagzeilen klingt. Warum entsteht dann der Eindruck, das Thema Nachhaltigkeit sei erledigt? 

Weil eine laute Minderheit die Debatte prägt, während die handelnde Mehrheit kaum gehört wird. Das ist die zentrale These dieser Folge. 

Darüber sprechen Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich und Dr. Martin Bethke mit Prof. Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin des Bundesverbands Nachhaltige Wirtschaft (BNW), Honorarprofessorin für Corporate Political Responsibility und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.

Der BNW vertritt über 700 progressive Unternehmen, vom industriellen Mittelstand bis zum Cleantech-Startup. Und Katharina Reuter dreht die gängige Erzählung um: Nicht „der Markt" bremst die Modernisierung der Wirtschaft, sondern wenige laute Bremser. Und die politische Delegitimierung von Klimaschutz ist kein Kulturkampf-Nebenschauplatz, sondern schlägt eins zu eins auf die Märkte durch. Ihr Gegenentwurf heißt „die neue Wettbewerbsfähigkeit“.

Ein Gespräch, aufgenommen mitten im Rekord-Hitzesommer, der die volkswirtschaftlichen Kosten des Wegschauens gerade sehr konkret macht.

Die wichtigsten Takeaways 

Die laute Minderheit: Wie wenige Bremser die Debatte dominieren, obwohl über 60 % der Autounternehmen als Vorreiter der E-Mobilität gelten.

„Wir sind keine Bubble": Warum die nachhaltige Wirtschaft genauso Wirtschaft ist und ein neues Selbstbewusstsein braucht. 

Delegitimierung kostet Geld: Wenn Politik Klimaschutz kleinredet, sinkt die Zahlungsbereitschaft und bestraft ausgerechnet die Unternehmen, die vorangegangen sind. 

Leapfrogging: Warum China und Indien Deutschland bei Zukunftstechnologien wie der Wärmepumpe gerade überholen. 

Follow the Money: Was Lobby-Budgets mit der Klimapolitik zu tun haben und warum „Modernisierung" das ehrlichere Wort ist als „Transformation". 

Der teure Irrtum: Warum die Annahme „Die Klimakrise betrifft mein Geschäftsmodell nicht" für viele zur strategischen Fehleinschätzung wird. 

Plus: drei konkrete, sofort umsetzbare Tipps für Unternehmen, die die Modernisierung ökonomisch angehen wollen.

Eine Folge für alle, die Nachhaltigkeit nicht als Gesinnung, sondern als Standort- und Wettbewerbsfrage verstehen.

Kapitel

00:00 Intro: Aufnahme im Rekord-Hitzesommer 

02:49 Eröffnungsthese: Erreicht ihr nur die „grüne Vorhut"? 

04:30 Vom sperrigen „Transformations"-Begriff zur neuen Wettbewerbsfähigkeit 

05:40 Politische Delegitimierung – und warum sie 1:1 auf die Märkte durchschlägt 

11:57 Der Riss durch die Unternehmerlandschaft: Vorreiter vs. Nachzügler 

18:25 Leapfrogging: Wie China und Indien an Deutschland vorbeiziehen 

20:37 Follow the Money: die laute Minderheit der Bremser (Fraunhofer-Studie)

27:34 Wertschaften statt Wirtschaften: Nachhaltigkeit als USP der Zukunft 

34:38 Drei konkrete Tipps für Unternehmen auf dem Weg 

37:35 Der teure Irrtum: „Die Klimakrise betrifft mein Geschäftsmodell nicht" 

38:29 Drei Wünsche an die Politik – und was Mut macht

Shownotes

- Fraunhofer ISI & University of Sussex (2026): Unternehmensbefragung zur Transformation der deutschen Automobilindustrie 

- BNW-Positionspapier „Die neue Wettbewerbsfähigkeit" (2026) 

- Prof. Dr. Katharina Reuter auf LinkedIn 

- Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft 

- Plattform „Wirtschaft denkt weiter" 

- Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn 

- Dr. Martin Bethke auf LinkedIn

- Butterfly Effect Consulting GmbH | Strategie- und Unternehmensberatung für den deutschen Mittelstand. 
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Über diesen Podcast

Transformation, Wirtschaft, ESG, Leadership, Change, Zukunft: Dieser Podcast spricht über die großen Veränderungsfragen unserer Zeit. Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich (Leuphana Universität) und Dr. Martin Bethke (Butterfly Effect Consulting) verbinden Wissenschaft und Unternehmenspraxis. Mit Gästen aus Forschung und Wirtschaft diskutieren sie komplexe Herausforderungen, echte Erfahrungen und umsetzbare Lösungsansätze. Für Geschäftsführer:innen, Führungskräfte, Change Manager:innen und alle, die Wandel verstehen und gestalten wollen.
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