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Beschreibung
vor 2 Wochen
Man müsste mal wieder mehr Sport machen.
Aber nicht einfach irgendeinen Sport.
Krafttraining wäre wichtig.
Und Stretching.
Und Beweglichkeit.
Und die Faszien. Die dürfen wir nicht vergessen.
Wobei Regeneration ja auch wichtig ist.
Und Schlaf.
Aber guter Schlaf.
Erholsamer Schlaf.
Tiefschlaf möglichst.
Eine gute Schlafhygiene.
Dann nicht zu vergessen die Ernährung.
Ehrlich gesagt habe ich inzwischen das Gefühl, man braucht ein
Vollzeitstudium, um zu
wissen, was man überhaupt noch essen darf.
Zucker schlecht.
Gluten schwierig.
Milch vielleicht entzündend.
Hafermilch okay – aber nicht jede.
Protein wichtig.
Intervallfasten auch.
Darmgesundheit sowieso.
Und trinken nicht vergessen. Wasser. Mit Elektrolyten
wahrscheinlich und am besten vor
dem Essen.
Und währenddessen sollte man natürlich auch innerlich komplett im
Reinen mit sich sein.
Reflektiert.
Emotional verfügbar.
Verständnisvoll.
Aber bitte auch Grenzen setzen.
Für sich einstehen.
Locker bleiben.
Aber ambitioniert.
Sich selbst lieben.
Aber bitte nicht zu egoistisch wirken.
Und ganz ehrlich… manchmal frage ich mich wirklich:
Wann genau wurde Leben eigentlich zu einem Gruppenprojekt aus
Selbstoptimierung und
schlechtem Gewissen?
Weil man ja nicht nur gesund sein soll.
Man soll auch organisiert sein.
vorausschauend denken.
Ideenreich und kreativ sein.
Informiert.
Nachhaltig.
Humorvoll.
Interessiert.
Entspannt.
Effizient handeln.
Und natürlich sollte man auch tolle Ferien machen. Nicht einfach
irgendwo hinfahren.
Nein. Es sollte besonders sein. Authentisch. Einzigartig.
Vielleicht irgendwo, wo noch nicht
„alle“ waren.
Hauptsache erholt zurückkommen. Auch wenn man drei Wochen
gebraucht hat, um die
Reise zu planen, Unterkünfte zu vergleichen, Restaurants
rauszusuchen und noch schnell
Geheimtipps speichern. Und am Ende braucht man fast Ferien von
den Ferien.
Ich bin der Meinung, dass viele dieser Dinge ja gut sind.
Sich bewegen.
Sich gesund ernähren.
Reflektiert sein.
Irgendwann wird aus einem: „Das tut mir gut“
schnell ein: „Ich sollte eigentlich…“
Ich sollte mich mal wieder melden.
Ich sollte produktiver sein.
Ich sollte dankbarer sein.
Ich sollte weniger am Handy sein.
Ich sollte mehr lesen.
sollte früher schlafen.
Ich sollte entspannter sein.
Wobei… selbst Entspannung inzwischen ja auch Leistung geworden
ist.
Man meditiert.
Trackt seinen Schlaf.
Optimiert die Morgenroutine.
Macht Breathwork.
Hört Podcasts beim Spazieren, damit wenigstens der Spaziergang
noch produktiv ist.
Nicht mal das Nichtstun darf einfach nur Nichtstun sein.
Und wo bleibt da der Raum und Platz für das eigene Gefühl.
Irgendwo erklärt jemand, wie man besser lebt.
Gesünder.
Effektiver.
Bewusster.
Erfolgreicher.
Etwas, das man optimieren, analysieren und möglichst effizient
gestalten soll.
Aber Leben fühlt sich nicht immer effizient an.
Ja, manchmal ist es chaotisch.
Langsam.
Unklar.
Laut.
Emotional.
Ungeplant.
Genau da kommt für mich dieses Wort ins Spiel:
Sein.
Und nein – damit meine ich nicht, barfuß im Leinenoutfit auf
einem Berg sitzen und komplett
erleuchtet Kräutertee trinken.
Obwohl… klingt ehrlich gesagt manchmal auch nicht schlecht.
Aber Sein heißt für mich etwas anderes.
Sein heißt für mich: selbst entscheiden.
Was mir wichtig ist.
Was mir guttut.
Was mir Energie gibt.
Was mich begeistert.
Was mich glücklich macht.
Was mich inspiriert.
Was ich in meinem Leben lassen möchte – und was nicht.
Nicht alles, was möglich ist, muss ich auch ausschöpfen.
Und nicht alles, was andere für richtig halten, muss automatisch
auch zu mir passen.
Wie sich Sein für mich anfühlt?
Einen Kaffee trinken, ohne ihn sofort „to go“ mitzunehmen.
Einen Spaziergang machen, ohne Schritte zählen zu müssen oder auf
die Uhr zu schauen.
Ein Gespräch führen, ohne gedanklich schon bei der nächsten
Aufgabe zu sein.
Mal irgendwo sitzen, ohne sofort das Bedürfnis zu haben, die Zeit
sinnvoller zu nutzen.
Und ja — auch einfach mal einen Sonntag zu haben, der absolut
nichts Besonderes ist.
Kein Selbstoptimierungs-Sonntag. Kein „Ich nutze den Tag jetzt
bewusst“. Kein Journaling
mit Zimtkerze. Einfach nur ein Sonntag.
Ich mache nicht alles perfekt und bin auch noch längst nicht da.
Und ganz ehrlich:
Ich will mich bewegen. Ich will essen. Und ich will mein Leben
erleben — alles, weil es mir
guttut.
Ich glaube nämlich, dass ich und wahrscheinlich noch viele
Menschen mehr, ständig das
Gefühl haben, noch mehr sein zu müssen. Noch gesünder. Noch
bewusster. Noch
erfolgreicher. Noch ausgeglichener.
Vielleicht geht es viel mehr darum, wieder näher bei sich selbst
anzukommen.
Oder zu sagen, das hier reicht mir. Das fühlt sich gut an. So
möchte ich leben.
Ich glaube, wir könnten alle ein bisschen weniger müssen — und
ein bisschen mehr sein.
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