Wir sehen nur einen Ausschnitt

Wir sehen nur einen Ausschnitt

vor 18 Stunden
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Beschreibung

vor 18 Stunden

Heute spreche ich über das, was wir sehen – und das, was wirklich
dahinter steckt


Wie schnell wir Menschen einordnen.


Wie schnell wir Verhalten interpretieren.


Und wie selten wir wirklich wissen, was dahintersteckt.


Kennst du das?


Jemand erzählt dir etwas und dein Gegenüber reagiert ganz anders,
als du erwartet hast.


Du freust dich über etwas – und der andere bleibt ganz ruhig.


Du erzählst voller Begeisterung von einer Idee – und bekommst
kaum eine Reaktion.


Du begegnest einem Menschen, der eher still ist, wenig fragt oder
sich zurückzieht.


Und fast automatisch beginnt unser Kopf, Geschichten zu erzählen
und eine Meinung zu bilden.


Der interessiert sich wohl nicht.


Sie freut sich gar nicht.


Er ist verschlossen.


Sie ist kühl.


Dabei wissen wir das gar nicht. Wir sehen Verhalten. Aber wir
glauben, Gefühle zu sehen.


Nicht jeder zeigt Freude gleich.


Nicht jeder zeigt Trauer gleich.


Nicht jeder zeigt Liebe gleich.


Nicht jeder zeigt Interesse gleich.


Und trotzdem kann hinter all diesen unterschiedlichen Arten genau
dasselbe Gefühl stehen. Vielleicht sprechen Gefühle verschiedene
Sprachen. Und wir verstehen oft nur unsere eigene.


Ich beobachte das auch bei mir. Und auch wenn ich die Erfahrung
bereits einige male gemacht habe, passiert es mir immer wieder,
dass ich denke zu wissen, was der andere fühlt.


Hinter jedem Verhalten steht eine Geschichte. Eine Geschichte,
die wir meistens nicht kennen. Eine Geschichte aus Erfahrungen.


Aus Begegnungen.


Aus Freude.


Aus Enttäuschungen.


Aus Vertrauen.


Aus Verletzungen.


Aus Familie.


Aus Liebe.


Aus all den kleinen und grossen Momenten, die einen Menschen
geprägt haben.


Wenn wir einem Menschen begegnen, sehen wir oft nur einen
einzigen Moment. Aber dieser Moment ist Teil einer viel grösseren
Geschichte.


Manchmal begegnen wir einem Menschen mitten in einem Kapitel
seines Lebens. Und glauben, wir würden das ganze Buch kennen.


Dabei kennen wir oft nicht einmal das Inhaltsverzeichnis.


Und ehrlich gesagt… Ich glaube, das gilt auch für uns selbst.
Auch ich kenne meine eigene Geschichte nicht vollständig.
Natürlich kenne ich mein Leben. Ich erinnere mich an vieles. Und
doch gibt es Zusammenhänge, die mir gar nicht bewusst sind oder
ich nicht verstehe.


Auf meinem eigenen Weg habe ich begonnen, Menschen mit anderen
Augen zu sehen. Die systemische Aufstellungsarbeit hat diesen
Blick noch einmal vertieft. Sie zeigt mir immer wieder, wie viel
mehr hinter einem Verhalten steckt, als wir im Alltag erkennen
können.


In einer Aufstellung zeigt sich häufig, dass ein Verhalten gar
nicht dort entstanden ist, wo wir es vermutet hätten. Dass
Gefühle Zusammenhänge haben. Dass Geschichten weiterwirken.
Manchmal sogar über Generationen hinweg.


Genau deshalb berührt sie mich so sehr.


Jedes Mal erinnert mich das daran, wie vorsichtig ich mit meinen
Urteilen sein darf. Denn wir sehen immer nur einen kleinen
Ausschnitt. Nie das ganze Bild.


Heute frage ich mich viel öfter:


Was könnte hinter diesem Verhalten stehen?
Anstelle von: Jetzt weiss ich, warum dieser Mensch so
ist.


Ich glaube, echtes Interesse beginnt genau dort, wo Kontakt, wo
Kommunikation entsteht.


Wirklich zuzuhören.


Nachzufragen.


Nicht, um Recht zu haben.


Sondern um zu verstehen.


Denn oft sind es gerade Gespräche, die uns einen ganz neuen Blick
schenken. Ein Mensch erzählt uns seine Geschichte. Seine
Beweggründe. Seine Erfahrungen.


Und plötzlich merken wir:


«Ach so... ich habe das völlig anders interpretiert».


Kommunikation kann Brücken bauen. Sie kann Missverständnisse
auflösen. Sie kann Türen öffnen.


Und manchmal genügt schon eine einzige ehrliche Frage, damit wir
einen Menschen mit ganz anderen Augen sehen.


Vielleicht ist Kommunikation gar nicht dazu da, den
anderen von uns zu überzeugen.


Vielleicht ist sie dazu da, den anderen besser zu
verstehen.


Vielleicht dürfen wir deshalb etwas sanfter miteinander werden.
Etwas langsamer mit unseren Bewertungen. Und etwas grosszügiger
in unseren Gedanken.


Denn wir alle tragen Geschichten in uns. Sichtbare. Und
unsichtbare.


Wenn dich dieses Thema berührt hat. Wenn du dich selbst besser
verstehen möchtest. Wenn du neugierig bist auf die Geschichten,
die hinter deinem eigenen Verhalten stehen oder wenn du spürst,
dass es Zusammenhänge gibt, die du gerne besser verstehen
möchtest…


Dann ist vielleicht genau das der Moment. Ich möchte dir zwei
Möglichkeiten mitgeben.


Am 4. September leite ich gemeinsam mit meiner
Freundin Michèle einen Abend mit systemischen Aufstellungen in
der Gruppe.


Vielleicht möchtest du diese besondere Art der Arbeit einmal
kennenlernen und erleben.


Und wenn du spürst, dass du dir einen persönlichen Rahmen
wünschst, begleite ich dich auch sehr gerne in einer
1:1-Aufstellung – ganz in deinem Tempo und mit
deinem Anliegen.


E-Mail: ja@buendner-herz.ch
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