Um den Umgang mit Fehlern in der Projektdokumentation in der
Projektpräsentation und im Fachgespräch geht es in der zwölften
Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts.
Wenn dir nach Abgabe deiner Projektdokumentation Fehler
auffallen, solltest du in der Projektpräsentation immer mit der
korrigierten Version arbeiten und größere
inhaltliche Fehler offen, aber knapp ansprechen. Triviale
Formfehler wie Rechtschreibung oder Kommas musst du nicht
thematisieren. Entscheidend ist ein professioneller Umgang:
Fehler nicht leugnen oder ignorieren, sondern zeigen, was du
daraus gelernt hast, wie du sie korrigiert hast und welche Folgen
sie für das Projekt haben.
Inhalt Umgang mit Fehlern nach Abgabe der Projektdokumentation
Wenn dir nach der Abgabe deiner Projektdokumentation noch Fehler
auffallen, gilt grundsätzlich: korrigieren statt
ignorieren. Kleine formale Fehler musst du nicht extra
erwähnen, größere inhaltliche Fehler solltest du dagegen offen
und professionell behandeln.
Grundidee
Die Projektdokumentation, die Projektpräsentation und das
Fachgespräch sind getrennte Prüfungsleistungen.
Deshalb solltest du Fehler aus der Doku nicht einfach in die
Präsentation übernehmen, nur weil die Doku schon abgegeben ist.
In der Präsentation solltest du immer die korrigierte
Fassung zeigen.
Wichtig ist dabei:
Fehler offen ansprechen, wenn sie relevant sind
keinen großen Fokus auf die Fehler legen
zeigen, wie du den Fehler erkannt und behoben hast
deutlich machen, was du daraus gelernt hast
Warum Fehler oft erst später auffallen
Zwischen Abgabe der Dokumentation und Präsentation oder
Fachgespräch liegen oft mehrere Wochen. In dieser Zeit bereitest
du deine Präsentation vor und schaust dir Inhalte wie
Kostenrechnung, Amortisation, Diagramme oder Projektplanung
nochmal an. Dabei kann dir auffallen, dass etwas falsch
gerechnet, unvollständig oder inhaltlich nicht mehr passend ist.
Welche Fehler du ignorieren kannst
Triviale formale Fehler musst du nicht
ansprechen. Dazu gehören z.B.:
Rechtschreibfehler
fehlende Kommas
falsche Seitenzahlen
kleinere Verweisfehler
Solche Kleinigkeiten führen nicht dazu, dass du durchfällst, und
sind in der Präsentation nicht relevant.
Welche Fehler du korrigieren und ggf. ansprechen solltest
Relevant sind inhaltliche Fehler, also alles,
was Auswirkungen auf das Projekt oder die Bewertung haben kann.
Beispiele aus dem Text sind:
Rechenfehler in der Kosten- oder Amortisationsrechnung
Fehler in der Zeit- oder Ressourcenplanung
vergessene Arbeitsstunden von Mitarbeitenden
falsche oder nicht mehr passende technische Entscheidungen
fehlende oder falsche Diagramme
geplante, aber nicht umgesetzte Features
Solche Fehler können zu einer anderen Einschätzung des Projekts
führen. Deshalb solltest du sie professionell behandeln.
Professioneller Umgang mit Fehlern
Fehler zu machen ist normal, auch in echten IT-Projekten.
Entscheidend ist nicht, dass nie etwas schiefläuft, sondern
wie du damit umgehst. Genau das ist auch in der
Prüfung relevant.
Ein professioneller Umgang bedeutet:
den Fehler erkennen
einschätzen, wie schwerwiegend er ist
überlegen, ob und wie er korrigiert werden kann
die Auswirkungen auf das Projekt benennen
erklären, wie du solche Fehler künftig vermeiden willst
Das entspricht auch dem Verhalten im Berufsalltag. Wer merkt,
dass sich ein Projekt später amortisiert oder länger dauert, darf
das nicht verschweigen.
Was in die Präsentation gehört
In der Projektpräsentation solltest du nur dann auf einen Fehler
eingehen, wenn er für die gezeigten Inhalte relevant ist.
Kleine Auswirkungen
Wenn sich durch einen Rechenfehler am Ergebnis praktisch nichts
ändert, kannst du in der Präsentation einfach die korrigierte
Version zeigen und den Fehler kurz mit einem Nebensatz erwähnen.
Beispiel aus dem Text:
Die Amortisation verschiebt sich nur um wenige Monate.
Die Entscheidung für das Projekt bleibt trotzdem gleich.
Dann reicht ein kurzer Hinweis, dass die Rechnung in der Doku
leicht falsch war, das Endergebnis aber unverändert bleibt.
Größere Auswirkungen
Wenn ein Fehler deutliche Folgen hat, solltest du ihn klar
benennen. Das kann z.B. sinnvoll sein, wenn:
das Projekt sich gar nicht mehr amortisiert
mehrere Features nicht umgesetzt wurden
sich wesentliche Projektentscheidungen ändern
Dann kann es sogar sinnvoll sein, dafür eine eigene Folie
einzuplanen und nachvollziehbar zu erklären:
was anders gelaufen ist als geplant
warum das passiert ist
welche Konsequenzen das hatte
wie du damit umgegangen bist
Was du nicht tun solltest
Unprofessionell wäre es,
einen bekannten Fehler absichtlich in der Präsentation zu
wiederholen
Fehler zu ignorieren
Fehler zu leugnen
lange auf Fehlern herumzureiten
in der Präsentation Fehler anzusprechen, die dort gar nicht
vorkommen
Wenn ein fehlerhaftes Diagramm in der Präsentation gar nicht
gezeigt wird, musst du es dort auch nicht thematisieren. Du
sollst dich nicht unnötig schlechter machen.
Vorbereitung auf das Fachgespräch
Auch wenn du einen Fehler in der Präsentation nicht ansprichst,
solltest du dich auf Fragen dazu im Fachgespräch vorbereiten.
Mindestens ein Teil des Prüfungsausschusses hat die Doku gelesen
und könnte den Fehler gefunden haben.
Dann ist eine gute Reaktion z.B.:
den Fehler bestätigen
sagen, dass er inzwischen erkannt und korrigiert wurde
die Auswirkungen kurz erklären
So kann es sein, dass du in der Doku für den Fehler einen Punkt
verlierst, im Fachgespräch aber einen positiven Eindruck
hinterlässt, weil du professionell damit umgehst.
Besonderheit beim Prüfungsausschuss
Nicht alle Prüfenden haben deine Dokumentation zwingend gelesen.
In vielen Ausschüssen wird die Arbeit aufgeteilt. Deshalb gilt
für die Präsentation generell:
geh nicht davon aus, dass alle deine Doku kennen
erkläre dein Projekt so, dass auch neue Zuhörende folgen
können
verschwende keine Präsentationszeit mit langen
Fehlererklärungen
Gerade deshalb solltest du Fehler nur kurz und zielgerichtet
ansprechen.
Einfluss auf die Note
Ein einzelner Fehler führt normalerweise nicht dazu, dass du
durchfällst. Das Projekt wird als Gesamtleistung bewertet. Auch
mit kleineren oder sogar größeren Fehlern kannst du noch eine
gute oder sehr gute Note erreichen.
Kritisch wird es eher dann, wenn du unprofessionell reagierst,
also z.B.:
Fehler bewusst verschweigst
sie abstreitest
Ausreden suchst
Zentrale Kernaussage
Wenn dir nach der Abgabe Fehler auffallen:
bleib ruhig
korrigiere inhaltliche Fehler
zeige in der Präsentation immer die richtige
Version
sprich relevante Fehler kurz und offen an
bereite dich auf Nachfragen im Fachgespräch
vor
zeige, was du daraus gelernt hast
Vorbeugung vor der Abgabe
Am besten ist es natürlich, Fehler schon vor der Abgabe zu
vermeiden. Dafür kann es helfen, die Doku vor dem Einreichen noch
einmal von anderen gegenlesen zu lassen, z.B. durch:
dein:e Ausbilder:in
andere Personen im Umfeld
ein geeignetes KI-Tool für Rechtschreibung und Kommasetzung
Das Optimum ist immer der Fehler, den du gar nicht erst machst.
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[0:20] Heute geht es um ein Thema, was wirklich sehr häufig
gefragt wird, und zwar bezüglich der beiden Prüfungsleistungen,
Projektdokumentation und Projektpräsentation und Fachgespräch.
Wie soll ich damit umgehen, wenn ich in meiner
Projektdokumentation Fehler finde, und zwar nachdem ich sie
abgegeben habe? Soll ich das in der Projektpräsentation
ansprechen? Soll ich die korrigieren? Soll ich darauf
hinweisen? Soll ich das ignorieren? Soll ich es leugnen? Wie
gehe ich mit Fehlern in der Doku um, nachdem die Doku abgegeben
ist. Und es kommen dann ja noch zwei Prüfungsleistungen,
nämlich die Präsentation und das Fachgespräch, wie gerade auch
schon gesagt. Und es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, wie
ich mit diesen Fehlern umgehen kann. Und wie man am besten
damit umgeht, ich würde erst mal sagen, wir fangen wieder mit
dem Too Long den Read an. Ich würde sagen, immer korrigieren.
Wenn dir Fehler auffallen, korrigiere sie im Nachhinein.
Trivialitäten auf jeden Fall einfach stillschweigend sogar
korrigieren. Und große Sachen explizit aber ansprechen, wenn
sie irgendwie wichtig fürs Projekt sind und krass andere
Entscheidungen zur Folge hätten oder das Projekt auf einmal
drei Jahre länger braucht, um sich zu automatisieren oder
Sonstiges.
[1:23] Das würde ich auf jeden Fall ansprechen, aber keinen
Fokus auf die Fehler legen. Projektpräsentation und
Fachgespräch sind separate Prüfungsleistungen. Die haben zwar
mit dem gleichen Thema zu tun, nämlich dein Projekt, aber die
Projektpräsentation ist eine eigenständige Prüfungsleistung,
unabhängig von der Doku. Also auch wenn du der Doku
durchfällst, mal als Beispiel, könntest du eine
Projektpräsentation bestehen, weil das sind halt zwei getrennte
Prüfungsleistungen. Also, kurz gesagt, sprich die Fehler an,
geh offen damit um, kommuniziere das und sag, dass du was
gelernt hast, aber leg nicht den Fokus auf die Fehler. Und was
ich jetzt genau damit meine, da gehen wir jetzt in den nächsten
Minuten drauf ein. Fangen wir mal vorne an. Um was für Fehler
soll es heute überhaupt gehen und warum kann und darf oder muss
man die überhaupt korrigieren? Ich glaube, das Zweite ist
einfacher zu beantworten. Zwischen der Abgabe der Dokumentation
und der Projektpräsentation und Fachgespräch liegen bei vielen
Prüflingen tatsächlich mehrere Wochen. Also jetzt mal nur als
Beispiel. Ich nehme das gerade 2026 auf. Da war die Prüfung
Ende April und zum Beispiel bei meiner IHK war dann eine Woche
später die Abgabe. Also Anfang Mai musste man die
Projektdokumentation abgeben.
[2:28] Die Fachgespräche und Projektpräsentationen gehen aber
bis Ende Juni. Das heißt, fast zwei Monate liegen eventuell
dazwischen, zwischen Abgabe der Doku und dem mündlichen
Prüfungstermin. Und in anderen Bundesländern, das richtet sich
ja oft auch nach den Schulferien, wann die anfangen. Es sind ja
auch immer Lehrer und Lehrerinnen mit im Prüfungsausschuss. Und
die werden natürlich nur in den Schulzeiten eingesetzt. Das
heißt, je nachdem, wann die Ferien starten, kann das halt noch
später sein oder eben auch früher. Das kommt halt ganz auch so
ein bisschen aus dem Bundesland an. Und natürlich auch noch auf
die IHK die Räumlichkeiten haben muss, etc. Also eine
Terminplanung mit so vielen Prüfenden und Prüflingen ist
grundsätzlich sehr schwierig. Aber bei vielen Prüflingen wird
es so sein, dass, ich sage mal, mehrere Wochen zwischen
Projektdokumentation, Abgabe und den anderen beiden Prüfungen
an Prüfungsleistungen liegen werden. So, und das kann natürlich
dann sein, dass man in diesen Wochen nochmal auf sein Projekt
schaut, vielleicht um die Projektpräsentation vorzubereiten.
Überraschung. Da guckt man sich vielleicht die Sachen nochmal
an. Da kommen ja auch wichtige Inhalte nochmal in die Präsi.
sowas wie eine Kostenrechnung, Amortisation, irgendwelche
Diagramme, die gezeichnet wurden, eine Projektplanung, eine
Zeitplanung, etc. Das gehört natürlich auch alles in die Präsi.
Habe ich schon genug Podcast-Debison zu gemacht zu dem Thema.
Da guckt man sich dann vielleicht nochmal an, was habe ich
eigentlich in der Doku da geschrieben? Vielleicht weiß man das
nicht mehr auswendig, weil es schon ein paar Wochen her ist.
[3:41] Und dann stellt man fest, oh, da habe ich mich ja
irgendwie verrechnet oder oh, das stimmt ja gar nicht oder ich
habe ja gar nicht Framework X genommen, sondern inzwischen Y
oder weiß der Geier was.
[3:50] Und jetzt ist die Frage, wie gehe ich dann mit solchen
Sachen um? Und fangen wir mal mit den kleinen Fehlerchen an.
So, ich habe irgendwo ein Komma vergessen oder ein
Rechtschreibfehler oder Sonstiges. Das ist natürlich völlig… Es
ist sinnfrei, das zu erwähnen. Ja, das kann jedem mal
passieren. Selbst nach der Abgabe kann man auf der Titelseite
noch einen Rechtsstaatfehler finden. Das habe ich auch schon
oft genug gesehen. Also niemand, kein Mensch ist fehlerfrei und
deswegen wirst du jetzt auch nicht durchfallen oder eine Note
oder geschweige denn vielleicht nur einen Punkt abgezogen
bekommen, weil irgendwo mal ein Komma fehlt. Also wenn wir das
machen würden, dann würden reihenweise Leute durch die Prüfung
fallen und das passiert nicht.
[4:23] Also solche Sachen sind, ich nenne die jetzt mal
triviale Fehler oder es ist irgendwo, keine Ahnung, ein Verweis
nicht richtig und eine Seitenzahl stimmt nicht oder sowas.
Solche Trivialitäten interessieren natürlich keinen Menschen in
der Projektpräsentation, da brauchst du gar nicht drauf
hinweisen. Und das würde ich auch nicht ansprechen oder so. Das
ist einfach, ja, ist passiert, fertig. Im Zweifel fällt das
noch nicht mal im Prüfenden auf, dass irgendwo ein Komma fehlt.
Also von daher, das ignorieren wir einfach. Aber wenn du jetzt
solche Sachen gemacht hast, wie ich gerade schon gesagt habe,
Kosten, eine Amortisationsrechnung zum Beispiel, du hast
irgendwo falsch summiert Oder du hast irgendwo eine falsche
Rechnung gemacht, hast falsche Zahlen benutzt oder so. Und dann
stellt sich heraus, oh, das Projekt amortisiert sich doch erst
drei Monate später und nicht nach dem ursprünglich
ausgerechneten Termin oder so etwas. Oder du hast, keine
Ahnung, ein Diagramm gezeichnet, was gar nicht zur Realität
passt oder du hast dich irgendwo vertan. Oder, keine Ahnung, es
gibt, sag ich mal, inhaltliche Fehler, die sich auch auf das
Projekt auswirken. Da sehen die Oberflächen auf einmal anders
aus, wie du bauen solltest. Oder das Projekt hat ein gewisses
Feature gar nicht, was du eigentlich eingeplant hast. oder,
keine Ahnung, statt drei Firewalls brauchst du doch nur zwei
oder.
[5:23] Alles, was halt wirklich sich inhaltlich auf das Projekt
bezieht, davon rede ich jetzt, wenn ich Fehler korrigieren
sage. Alles andere formale Fehler wie Rechtschreibung etc.
Kannst du auf jeden Fall ignorieren. Aber irgendwas, was
vielleicht zu einer unterschiedlichen Einschätzung im Projekt
geführt hätte, bei dir und auch bei den Prüfenden. Also zum
Beispiel, wie gesagt, Rechenfehler, Planungsfehler in der
Zeitplanung. Du hast Ressourcen vergessen, einen zu planen.
Arbeitsstunden von Mitarbeitenden hast du nicht eingeplant. Zum
Beispiel, da habe ich schon so oft gesehen, da schreibt jemand
in seinem Text bei einem Anwendungsermittlungsprojekt, ja, ein
Kollege hat noch drei Stunden ein Code-Review gemacht. Und dann
gucke ich in die Kostenplanung und stelle fest so, hä, wo sind
denn diese drei Stunden? Die tauchen da gar nicht auf. So sind
einfach vergessen worden. Aber je nach Stundensatz macht das
halt vielleicht mal 200 Euro schon aus insgesamt, wenn jemand
drei Stunden auf so ein Projekt drauf guckt. Und das wurde
einfach nicht mit eingeplant. Und das führt dann dazu, dass
natürlich, wenn ich die Amortizierungsrechnung mache, das Ding
sich später amortisiert, weil ich Kosten vergessen habe. Ganz
einfach. Solche Sachen. Oder ich habe vielleicht bestimmte
Frameworks, habe ich gerade schon mal angesprochen, benutzt,
die sich inzwischen aber überholt haben, die ich gar nicht
wirklich verwendet habe. Oder ich habe es anders gelöst. Oder
ich habe vergessen, ein Diagramm einzufügen, was ich eigentlich
gemalt habe. So, keine Ahnung. Ahnungsermittlung wieder beim
Klassiker. Use-Case-Diagramm habe ich eigentlich erstellt. Ist
aber gar nicht in der Doku zum Beispiel. Solche Sachen. Da ist
jetzt die Frage, wie gehe ich damit um? Und grundsätzlich, habe
ich ja gerade schon gesagt, jeder Mensch macht Fehler. Also
erstmal Ruhe bewahren. Du fällst jetzt wegen einem Fehlerchen
nicht durch die Prüfung. Klar, eventuell gibt es einen
Punktabzug.
[6:51] Aber wahrscheinlich wird das nicht dazu führen, dass du
jetzt hier ein arge Bedrängnis bekommst, nur weil du da
irgendwo einen kleinen Inhalt mal vergessen hast oder so. Das
kann halt passieren. Wir sind alle nur Menschen. So, jetzt ist
aber die Frage, wie gehst du professionell mit diesem Fehler
um? Und das ist ja auch etwas, was wir in der Prüfung auf jeden
Fall bewerten. Wir gucken ja nicht nur darauf, dass du eine
schöne Rechtschreibung hast, sondern vor allem geht es darum,
wie sieht inhaltlich dein Projekt aus? Hast du das vernünftig
geplant? Hat das einen passenden Umfang? Zeig das alles das,
was du als Abschlussprüfung zeigen musst. Hast du alles
gelernt, was für deinen Beruf wichtig war? Und dazu gehört
natürlich auch eine Planung, eine Kostenkalkulation,
Amortisation etc. Aber natürlich, auch in der Realität, können
natürlich in Projekten Fehler passieren. Da wurde irgendwie was
falsch geplant oder man hat sich verschätzt oder stellt sich
raus, oh, mitten im Projekt gibt es eine neue Java-Version und
ich muss hochziehen oder was auch immer. Und auf einmal passt
alles von und hin nicht mehr. Das ist ja normal. Ich glaube
nicht, dass es in der Realität irgendein Projekt gibt, was 100%
so funktioniert, wie es geplant wurde. Das gibt es nicht. Und
dann zeigt sich ja der Unterschied zwischen guten und
schlechten Prüflingen darin, wie sie denn damit umgehen, mit
solchen gefundenen Fehlern. Und das ist dann demnach eigentlich
auch Teil der Prüfungsleistung, wenn so ein Fehler passiert,
dass du vernünftig damit umgehst und dann genau wie im echten
Leben auch überlegst, was wäre jetzt sinnvoll? Soll ich diesen
Fehler einfach stillschweigend ignorieren und meinem Chef nicht
sagen, dass sich das Projekt doch erst ein Jahr später
amortisiert?
[8:14] Das wäre für die Realität auch keine gute Idee. Denn
wenn der Chef dann irgendwann merkt, eigentlich hätten wir
schon Kohle einnehmen müssen, aber ist noch nichts auf dem
Konto. Was ist da los? Dann wird er ja auch zu dir kommen oder
sie und sagen, was hast du denn da gemacht? Und dann ist
natürlich uncool zu sagen, ach ja, das wusste ich zwar, aber
ich habe es dir nicht gesagt, lieber Chef. Das ist gar keine
gute Idee. Ja. Wenn wir mal überlegen, wie es in der Realität
ist, du, keine Ahnung, du machst ein Projekt zum Einstieg und
jemand anderes wartet darauf, dass du fertig bist und kann dann
darauf aufbauend weitermachen, dann kannst du ja auch nicht
einfach schweigen und sagen, ach ja, ich brauche zwar zwei
Wochen länger, aber ich sage es keinem. Weil die Leute warten
ja darauf. Und je früher du weißt, dass etwas zum Beispiel
später fertig wird, desto früher musst du es auch weitergeben
an die Leute, die darauf warten. Weil sonst verzögert sich
alles Weitere und die Leute werden unruhig, das ganze Projekt
wird vielleicht verschoben etc. Das können wir auf gar keinen
Fall machen. Das heißt, wenn dir was auffällt, kommunizieren.
So ist es in der Realität und so erwarten wir es auch in der
Projektarbeit. Und wenn dir jetzt im Nachhinein ein Fehler
auffällt, dann ist es sinnvoll, damit vernünftig umzugehen, zu
sagen, ja, ich habe hier einen Fehler gemacht, ich habe das
erkannt.
[9:18] Und nicht einfach, ja, ich habe es erkannt, Ende.
Sondern viel wichtiger ist jetzt natürlich, was mache ich denn
jetzt damit? Also vielleicht eine erste Einschätzung. War das
ein schlimmer Fehler? Kann ich den korrigieren? Wenn ja, wie
habe ich den korrigiert? Oder war das etwas, das ich gar nicht
korrigieren kann, was so schlimm ist, dass das ganze Projekt
jetzt auf einmal scheitert? Das ist natürlich blöd in so einer
Abschlussprüfung, aber theoretisch könnte das ja auch
passieren. Aber dann kannst du trotzdem immer noch die Prüfung
bestehen. Ich mache nochmal eine andere Episode dazu, ob das
Abschlussprojekt erfolgreich sein muss. Und Spoiler, nein, muss
es nicht. Weil in der Realität scheitern ja auch. Was war das
im Chaos-Report? Den gibt es, glaube ich, zu Projekten. Ich
glaube, zwei Drittel aller Projekte scheitern in irgendeiner
Form. Werden nicht rechtzeitig fertig, kosten mehr oder
irgendwelche Features fehlen. Und von daher ist es eher die
Normalität in der Realität, dass Projekte nicht erfolgreich
sind. Jetzt mal, ja klar, in der Prüfung will man natürlich,
dass das Projekt erfolgreich ist. Man denkt ja auch an die Note
und so. Und ehrlich gesagt, ich habe noch keine Projekte dabei
gelesen, wo das Projekt tatsächlich gescheitert ist.
[10:14] Überraschenderweise funktionieren die IHK-Projekte
alle. Ja, es ist klar, es geht ja hier um eine Prüfung. Das ist
vielleicht nicht so das echte Leben. Und man schreibt natürlich
vielleicht auch nicht hundertprozentig alles auf, was nicht gut
funktioniert hat. Das ist ja auch alles in Ordnung. Aber
grundsätzlich wäre es kein Problem, wenn das Projekt in
irgendeiner Form scheitert, weil das sogar eher realistisch
ist, als alles schön zu reden und zu schreiben.
[10:35] So, also wir fassen nochmal zusammen. In der Realität
musst du mit deinen Fehlern ja auch irgendwo umgehen. Das
erwarten wir von einem professionellen Softwareentwickler,
Administrator oder was auch immer du als IT-Beruf lernst. Und
so erwarte ich das dann auch von dir in der Prüfung. Also wenn
du jetzt merkst, Mensch, ich habe da einen Fehler gemacht, dann
ist die Frage, was hätte ich denn tun können, um den zu
vermeiden? Was mache ich, damit es beim nächsten Mal nicht
nochmal passiert? Was habe ich jetzt im Nachhinein getan, um
den Fehler zu beheben? Und das wäre dann ein Inhalt, der dann
in der Projektpräsentation zum Beispiel kommen könnte, wenn der
Fehler so groß ist, dass sich das lohnt oder wichtig ist, das
anzusprechen. Bleiben wir nochmal bei meinem Beispiel mit
meiner Amortisationsrechnung. Wenn sich das Ding erst drei
Monate später amortisiert, aber das Projekt, weiß ich nicht,
trotzdem zehn Jahre im Einsatz ist und es keinerlei Ausführung
darauf hätte, das Projekt umzusetzen oder nicht, ob die
Amortisation jetzt drei Monate später oder früher stattfindet.
Also, das war jetzt ein komischer Satz. Also angenommen, egal
ob du ein oder zwei Monate später dein Projekt erst
amortisierst, wenn es keine Ausführung darauf gehabt hätte,
dass du das Projekt auch umsetzt, weil das Projekt sowieso viel
länger im Einsatz ist als diese ein, zwei Monate, dann ist das
ja im Prinzip irrelevant für die Entscheidung, die du aus
dieser Amortisationsrechnung triffst, nämlich das Projekt
umzusetzen. Wenn sich jetzt herausstellt, oh, ich habe so viele
Kosten vergessen, dass sich das Projekt niemals amortisieren
wird, das ist natürlich ein anderes Thema. Das musst du dann
natürlich nochmal ansprechen.
[11:54] Aber wenn es jetzt ein, zwei Monate, okay, du hast
einen Rechenfehler drin, ja, dann würde ich sogar so weit
gehen, in der Präsi einfach die korrigierte
Amortisationsrechnung zu zeigen und eventuell mit einem kleinen
Nebensatz darauf hinzuweisen. Ach, übrigens in der
Projektmodellation habe ich mich hier ein bisschen verrechnet,
das waren zwei Monate mehr oder weniger, was auch immer. Das
Endergebnis ist aber das gleiche. Wir setzen das Projekt um,
weil, lalalala, also eine Begründung wäre natürlich trotzdem
interessant. Das heißt, in der Projektpräsentation auf jeden
Fall immer die korrigierte Variante zeigen. Es ist absolut
bescheuert, wenn du etwas Fehlerhaftes gefunden hast in deiner
Doku, das dann fehlerhaft zu übernehmen in die nächste
Prüfungsleistung, obwohl du weißt, dass es falsch ist. Das ist
einfach dämlich. Das kannst du in der Realität auch nicht
machen, wenn du weißt, das Projekt, ich bleibe immer bei diesem
Beispiel, weil das so schön griffig ist mit der
Amtionsrechnung, das kannst du auch auf alle möglichen anderen
Inhalte deines Projekts beziehen. Wenn du weißt, dass das
fehlerhaft ist und du zeigst es dann.
[12:47] Das ist doch super unprofessionell. Du musst es doch
korrigieren, auch in der Realität. Weil die Leute werden ja
vielleicht sogar, im besten Fall, werden sie das nachrechnen,
was du da gezeigt hast und merken dann, hä, das ist ja
fehlerhaft. Warum ist das denn nicht aufgefallen? Und dann
musst du sagen, ach ja, eigentlich ist es mir aufgefallen, aber
ich habe es nicht korrigiert. Ich meine, wie dumm ist das? Also
du hast einen Fehler gemacht, dann musst du dazu stehen und
dann musst du vor allem dafür sorgen, dass das Ding korrigiert
wird und dass jetzt halt irgendwie nicht dein Unternehmen Geld
verliert, weil du da irgendwo einen Fehler gemacht hast. Also,
es ist, wie gesagt, es ist ja menschlich, Fehler zu machen,
aber man muss halt damit umgehen und sie ausbügeln, sag ich
mal. Also, bei den Prüfenden würde ich jetzt halt sagen, ja,
kurz ansprechen, war falsch, ist aber egal quasi, weil
Endergebnis ist das Gleiche und fertig. Wenn du jetzt richtig
krasse Fehler gemacht hast in deinem Projekt, dann würde ich da
vielleicht eine extra Folie für machen und sagen so, hier
anders als geplant konnte ich diese drei Features nicht
umsetzen, weil, so, und dann wird das halt vernünftig erklärt
und dann musst du aber auch mit den Konsequenzen nehmen und
sagen, ja, ich konnte die nicht umsetzen, dafür habe ich aber
die Zeit in andere Sachen investiert oder es hat sich
herausgestellt, es hat länger gedauert, dadurch sind die
Features weggefallen, der Kunde war aber trotzdem zufrieden,
weil das waren nur die Soll-Features und nicht die
Muss-Features oder wie auch immer. Also du musst es halt auch
erklären, was jetzt passiert. Und das unterscheidet halt, wie
gesagt, einen professionellen ITler oder ITlerin von jemandem,
der sagt, oh Fehler, interessiert mich nicht, ich mache nur,
was man mir sagt, ich denke nicht nach. Ja, sowas wollen wir
nicht.
[14:08] Okay, Hinweis nochmal zu den Prüfenden. Der
Prüfungsausschuss muss ja paritätisch mit mindestens drei
Menschen besetzt sein. Lehrer, Lehrerin, Arbeitnehmerin und
Arbeitgeberin, Vertreter. Und jetzt ist es einfach so, du
weißt, die machen das alle im Ehrenamt, kriegen dafür keine
Kohle. Und in den meisten Prüfungsausschüssen wird es so sein,
dass nicht alle Leute, die da sitzen, deine Dokumentation
überhaupt gelesen haben. Also mindestens zwei sollten es schon
sein, weil wenn ein Mensch alleine über die Note entscheidet,
das ist ja auch nicht ganz richtig. Aber sind wir ehrlich, in
der Realität muss das Ganze auch irgendwie in endlicher Zeit
stattfinden. Und wenn ich mir vorstelle, ich habe glaube ich,
dieses Jahr haben wir 40 Prüflinge, mündliche Prüfungen bei
uns. Und wenn ich 40 Projektdokumentationen lesen müsste, wann
soll ich das machen? Das ist ja mehr als eine ganze
Arbeitswoche, die ich nur für das Lesen benötige. Das ist
unmöglich, das darzustellen. Und das heißt, die meisten
Prüflinge, nicht Prüfungsausschüsse in der Realität, werden die
Arbeit in irgendeiner Form aufteilen. Und dann kann das so
sein, dass zwei Leute aus dem Prüfungsausschuss deine Doku
gelesen haben, aber die anderen, die da eventuell noch sitzen
und mindestens eine Person ist das, die haben deine Doku
eventuell gar nicht gesehen, gelesen.
[15:19] Das ist nochmal ein anderes Thema auch für die
Präsentation. Geh davon aus, dass nicht alle Prüfenden deine
Doku kennen. Das heißt, erzähl alles nochmal, als wenn da
jemand sitzen würde, der es noch nie gehört hat. Aber das ist
nochmal ein Thema für eine andere Episode. Aber heute geht es
ja darum um die Fehler. Das heißt, wenn zwei Leute die Doku
gelesen haben und zwei vielleicht diesen Fehler, den du gemacht
hast, erkannt haben, die dritte Person, die weiß davon
vielleicht noch gar nichts, weil sie deine Doku gar nicht
kennt. Ja, manchmal sitzt übrigens noch mehr Leute im
Prüfungsausschuss und die haben dann sicherlich auch alle die
Doku nicht gelesen oder doch. Es kommt auf die IHK an. Also man
kann es auch nicht pauschal sagen, aber meiner Erfahrung nach
wird in den meisten Ausschüssen die Arbeit aufgeteilt, sodass
nicht alle deine Projektdokumentation überhaupt kennen. Und
dann kannst du dir überlegen, wenn du jetzt den Fehler lang und
breit erklärst, wo eine Person mindestens dabei ist, die den
Fehler noch gar nicht gesehen hat, dann ist das vielleicht ein
bisschen verschenkte Zeit.
[16:05] Also fokussier dich nicht auf deine Fehler. Geh kurz
darauf ein. Zeig, was du daraus gelernt hast und was du getan
hast, um den Fehler zu korrigieren. Aber mach da jetzt nicht
einen mega Aufstand von. Weil im Zweifel wissen gar nicht alle,
dass du diesen Fehler überhaupt gemacht hast. Und selbst die
Prüfenden, die deine Doku gelesen haben, denen ist der Fehler
vielleicht auch gar nicht aufgefallen. Ich meine, das ist ja
manchmal nicht so offensichtlich, dass da ein richtig krasser
Schnitzer drin ist. Deswegen bitte nicht so den Fokus
drauflegen. Aber wenn du es erkannt hast, dass es falsch war,
dann bitte ansprechen. Und vor allem erzählen, was du daraus
gelernt hast, wie du damit umgegangen bist.
[16:37] So, ansonsten, wenn du zum Beispiel einen Fehler
gemacht hast bei irgendwas, was du in der Präsi gar nicht
zeigen willst, auch nochmal ein Thema für eine andere Episode,
die Präsi sind 15 Minuten, da kannst du nicht dein gesamtes
Projekt zeigen. Es ist einfach viel zu kurz, das heißt, du hast
weniger Möglichkeiten als in einer Doku. Jetzt mal nur ein
Beispiel, du hast 10 Diagramme in einer Doku, in der Präsi
kannst du aber nur 5 davon zeigen, weil die Zeit nicht reicht.
Wenn du einen Fehler gemacht in einem der Diagramme, was du gar
nicht zeigst, dann sollte es ein bisschen gesunder
Menschenverstand sein, zu sagen, ich habe einen Fehler gemacht,
den ich in der Präsi gar nicht zeige, dann brauche ich auch
nicht darauf eingehen. Also du musst dich ja nicht selber
schlechter machen, als du bist. Du musst ja deine Präsi nicht
anfangen mit, ich habe übrigens hier und da und dort noch
sieben Fehler gemacht, da gehe ich zwar heute gar nicht darauf
ein, weil diese Artefakte interessieren hier in der Präsi
niemanden, aber ich erzähle es euch trotzdem, dass ich Fehler
gemacht habe. So, das ist natürlich Quatsch. Aber wenn du zum
Beispiel, weiß ich nicht, in einem Verteilungsdiagramm einen
Fehler in der Doku hattest und zeigst das Verteilungsdiagramm
auch in der Präsentation, dann wäre es natürlich sinnvoll,
dieses Diagramm zu korrigieren und kurz zu sagen, hey, in der
Doku hatte ich das auch, da ist mir aber ein kleiner Fehler
unterlaufen, so habe ich das korrigiert. So, das reicht ja
schon. Du musst nicht stundenlang dich selber geißeln, sagen,
oh Gott, ich habe es falsch gemacht, sondern es ist sehr
wichtiger, wie gehst du damit um? Wie gesagt, immer der Blick
auf die Zukunft. Was habe ich gemacht, damit es nicht normal
vorkommt? Wie habe ich den Fehler korrigiert? Was ist das für
eine Konsequenz für das Projekt gewesen? Das ist das, was wir
da sehen wollen. Und dann kannst du sogar.
[17:55] Auch mit gemachten Fehlern trotzdem noch mit einem sehr
gut aus der Präse oder dem Fachgespräch gehen. Weil das zeigt
ja dann eine Professionalität, ich wiederhole mich glaube ich
jetzt zum x-ten Mal, wie du mit den Fehlern umgegangen bist.
Weil wir können Fehler nicht verhindern, selbst mit dem besten
Entwicklungs- und ich weiß nicht was Prozess, können Fehler
auftreten. Wir sind halt Menschen, wir sind keine Maschinen und
selbst die können Fehler machen, wenn sie falsch programmiert
sind. Also viel wichtiger, geh vernünftig mit dem Fehler um,
anstatt den irgendwie an den Tisch fallen zu lassen oder noch
besser zu leugnen, dass du ihm gedacht hast, nein, das stimmt
ja nicht, nein, wo haben sie das denn gelesen? Nicht in meiner
Doku. Habe ich auch schon gehabt. Tatsächlich in einer
Präsentation, bis wir uns im Fachgespräch danach. Hä? Das weiß
ich gar nicht mehr. Steht das so in meiner Doku wirklich? So
nach dem Motto, wollen Sie mich gerade verarschen? Und also das
geht überhaupt gar nicht. Also wenn du Fehler machst, dann steh
dazu und erklär, was du daraus gelernt hast und wie du sie
korrigiert hast. Das ist es. Und wenn die Inhalte aber nicht in
einer Präsentation vorkommen, wie gesagt, Verteilungsdiagramm
zeigst du gar nicht, dann sprich es auch nicht an.
[18:52] Aber bereite dich auf das Fachgespräch vor mit diesem
Fehler. Denn natürlich haben mindestens zwei, würde ich mal
behaupten, Prüfende deine Doku gelesen und vielleicht diesen
Fehler gefunden. Und das vielleicht machen wir mal zu sehr
wahrscheinlich haben sie diesen Fehler gefunden, weil das ist
ja die Aufgabe der Prüfenden, deine Arbeit zu kontrollieren.
Dann werden sie wahrscheinlich solche Fehler finden. Und dann
werden sie dich vielleicht auch im Fachgespräch darauf
ansprechen. Auch hier wieder, das ist alles vielleicht,
vielleicht, vielleicht, weil das Fachgespräch sind ja auch nur
15 Minuten und da wollen wir auch noch viele andere Sachen
fragen und nicht nur auf deinen Fehlern rum. Also wenn es jetzt
ein krasser Schnitzer ist und ich habe den als Prüfender
gefunden, dann spreche ich dich darauf an. Aber eventuell auch
nicht, weil ich habe noch tausend andere Themen, die ich mit
dir besprechen will in 15 Minuten und dann interessiert mich
der Fehler gar nicht. Aber vorbereiten darauf kannst du dich
trotzdem, weil wenn man dich dann anspricht, so hier, haben Sie
ja nicht gesehen, in Ihrem Verteilungsdiagramm, da fehlt ja
noch hier der Server und das passt ja so gar nicht. Dann kannst
du sagen, oh ja, das ist richtig, das habe ich auch gesehen.
Inzwischen ist es auch korrigiert und das hat folgende
Konsequenz, bla bla bla.
[19:49] Und dann ist die Sache fein. Und dann kann man den
eventuellen Fehler in der Doku dafür abziehen, dass du diesen,
also kann man dir einen Punkt in der Doku dafür abziehen, dass
du diesen Fehler gemacht hast. Aber im Fachgespräch kriegst du
sogar einen Pluspunkt dafür, weil du dich darum bemüht hast,
das zu korrigieren, das erkannt hast. Und das spricht ja auch
für irgendeine Form von Qualitätssicherung, dass es im
Nachhinein zumindest nochmal aufgefallen ist, dass der Fehler
da war und dass du ihn auch korrigiert hast und so weiter.
[20:13] Also, ja, jetzt sind wir doch bei 20 Minuten gelandet.
Ich wollte auf jeden Fall sagen, wenn du Fehler gemacht hast,
steh dazu, Du sprichst sie gegebenenfalls sogar an, geh aktiv
damit um, zeig, dass du professionell mit solchen Fehlern
umgehen kannst, dass du was daraus gelernt hast, dass du
irgendetwas tust, damit das in Zukunft nicht nochmal passiert.
Das wäre vielleicht das Wichtigste, Learning, dass du das
einmal zeigst. Aber du musst dich nicht auf deine Fehler
fokussieren. Du musst nicht sagen, oh, das und das und das war
alles falsch. Vor allem nicht beinhalten, die du eh nicht in
der Präsentation hast. Aber bereite dich auf mögliche Fragen im
Fachgespräch dazu vor. Das wäre auf jeden Fall sinnvoll. Also,
ich hoffe, das hat dir jetzt ein bisschen geholfen. Wenn dir
Fehler auffallen, dreh nicht durch. Auch im Nachhinein. Ich
habe es schon eingangs gesagt, Dokus gehabt, wo direkt auf der
Titelseite der Dokumentation Rechtschreibfehler war. Ja nun,
das kann halt passieren. Das erkennt man meistens erst, nachdem
man auf Absenden gedrückt hat und die Doku unwiderruflich
hochgeladen wurde. Das ist manchmal so. Also mach dich nicht
verrückt wegen solcher kleinen Fehler oder auch selbst wegen
größerer Fehler, wenn du irgendwo zwei Stunden eine Zeitplanung
vergessen hast. Deswegen fällst du nicht durch die Prüfung,
deswegen kriegst du keine vier, sondern es ist immer ein großes
Gesamtkunstwerk, dieses Projekt. Und da kann links und rechts
mal ein kleines Fehlerchen auftreten, das ist überhaupt kein
Problem. Trotzdem kannst du noch eine gute oder sehr gute Note
bekommen. Für solche Sachen dreht dir da keiner den Hals um.
[21:33] Man dreht dir aber den Hals um, wenn du die Sachen
ignorierst, wenn du sie bewusst leugnest, dass es den Fehler
gibt oder so etwas. Das ist absolut unprofessionelles
Verhalten. Überleg mal, das würdest du im Alltag auch nicht
machen, wenn dein Chef zu dir kommt und sagt, sie haben hier
aber was falsch gemacht. Nein, Chef, auf gar keinen Fall. Und
es war jemand anders.
[21:51] Also wie lange willst du dann da noch arbeiten? Kannst
du dir überlegen. Wenn du Fehler machst, steh dazu, überleg
dir, wie du damit umgehst, wie du es in Zukunft verhinderst.
Vielleicht kennst du den Spruch, ich weiß nicht, ist angeblich
so ein Urban Myth, Ich glaube von so einem IBM-Manager, der
irgendwie mal so einen Mitarbeitenden zu sich gerufen hat und
gesagt hat, hier, was haben Sie denn da für einen Fehler
gemacht? Das hat 100.000 Euro gekostet oder Dollar oder was
auch immer. Und dann hat der Mitarbeiter schon befürchtet, oh
Gott, der schmeißt mich raus und Hilfe. Und der Chef schmeißt
ihn aber nicht raus. Und dann fragt er, wieso wäre ich denn
jetzt nicht rausgeschmissen? Ja, weil ich gerade 100.000 Dollar
in ihre Fortbildung investiert habe. So ganz blöd gesagt. Also
wenn du aus den Fehlern lernst, dann ist das doch fürs
Unternehmen am Ende gut, weil ganz sicher, vorausgesetzt du
lernst wirklich daraus, wirst du diesen Fehler ja nicht nochmal
machen. Jemand anders, der den Fehler aber nicht gemacht hat,
der kann ihn vielleicht wiederholen und deswegen ist das
tatsächlich auch eine Investition in dich als Mitarbeitenden,
wenn man dir die Fehler verwendet.
[22:48] Wie soll ich das sagen? Durchgehen lässt sich blöd an.
Natürlich wollen wir keine Fehler machen. Niemand ist daran
interessiert, dass alle Mitarbeiter möglichst viele Fehler
machen. Das ist ja Quatsch. Aber wenn mal ein Fehler passiert,
dann sollte man daraus lernen und dann sollte das Unternehmen
daraus lernen, wie man sowas in Zukunft verhindern kann. Das
ist professionelles Vorgehen und Fehler zu leugnen und zu
sagen, ich war es gar nicht oder das ist aber nicht meine
Schuld, das bringt niemanden weiter und stellt dich auch in ein
ganz schlechtes Licht und ja, das wollen wir auch, wir wollen
ja die Prüfung möglichst realitätsnah haben und in der Realität
wollen wir solche Mitarbeitenden auch nicht haben, also fang
nicht an, irgendwas zu leugnen oder zu widersprechen oder ja,
das kommt gar nicht gut an, weder in der Realität noch in der
Prüfung. Steh dazu, lehren daraus, mach es beim nächsten Mal
besser. Das ist die Kernaussage. So, ich glaube, jetzt habe ich
alles. Ich hoffe, du hast meine Einstellung dazu verstanden.
Und ja, wenn du anderer Meinung bist, schreib mir gerne einen
Kommentar oder vielleicht hast du sogar Beispiele, wo du selber
einen Fehler zugegeben hast und wo es positiv ausgegangen ist.
Ganz besonders freuen würde ich mich natürlich auch über
Gegenbeispiele. So, hey, ich habe einen Fehler zugegeben. Am
Ende haben sie gesagt, du bist durchgefallen, wenn du einen
Fehler gemacht hast. Das fände ich absolut realitätsfähig in
der Prüfung. Aber bei 79 IHK mit jeweils x verschiedenen
Prüfungsausschüssen kann das deutschlandweit natürlich auch
noch ein bisschen anders gehandhabt werden. Also das hier ist
jetzt meine Meinung für einen professionellen Umgang mit
Fehlern. Wenn du andere Erfahrungen gemacht hast oder
Geschichten gehört hast, kommentiere gerne unter der Episode,
das würde mich sehr interessieren natürlich.
[24:10] Ansonsten hoffe ich, dass es heute ein bisschen
geholfen hat. Ich wünsche dir viel Erfolg für deine
Projektpräsentation und das Fachgespräch und falls du noch
nicht abgegeben hast, auch die Doku. Und da nochmal, der beste
Fehler ist der, den du gar nicht machst. Das heißt, wenn du vor
Abgabe der Doku nochmal jedem mal über die Doku drüber gucken
lässt, zum Beispiel Ausbilder, Ausbilderin oder im Jahr 2026
vielleicht auch die KI, die dann sowas wie Kommasetzungsfehler
oder Rechtschreibung zumindest glatt ziehen würde, das wäre auf
jeden Fall auch empfehlenswert.
[24:36] Denn wenn du einen Fehler gar nicht zugeben musst, weil
du ihn nicht gemacht hast, ist das natürlich das Optimum. So,
jetzt haben wir es aber auch. Vielen Dank fürs Zuhören und bis
zum nächsten Mal.
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