Ist die Projektdokumentation Teil der Bearbeitungszeit des IHK-Abschlussprojekts (40h bzw. 80h)? – IT-Berufe-Podcast-Shorts #13

Ist die Projektdokumentation Teil der Bearbeitungszeit des IHK-Abschlussprojekts (40h bzw. 80h)? – IT-Berufe-Podcast-Shorts #13

vor 1 Tag
15 Minuten
0
0 0 0

Beschreibung

vor 1 Tag

Um das Einplanen der Projektdokumentation als Teil der
Bearbeitungszeit des IHK-Abschlussprojekts (40h bzw. 80h) geht es
in der dreizehnten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts.


Bei der Frage, ob die Zeit für die Projektdokumentation
in die 40 bzw. 80 Stunden der Projektarbeit gehört, gibt es keine
einheitliche Regelung, sondern es hängt von deiner IHK ab. Viele
IHKen und auch der DIHK verlangen, dass diese Zeit mit eingeplant
wird, auch wenn das in der Praxis oft als unrealistisch gesehen
wird. Ich würde dir deshalb empfehlen, die Vorgaben deiner
konkreten IHK zu prüfen und im Zweifel die Doku-Zeit
vorsichtshalber in die Planung aufzunehmen.
Inhalt

Ob die Zeit für die Projektdokumentation zur offiziellen
Projektzeit zählt, ist je nach IHK unterschiedlich
geregelt. Eine einheitliche bundesweite Regelung gibt es
dazu nicht, obwohl sich viele Prüflinge genau diese Klarheit
wünschen. Nach der Recherche im Podcast erwarten die meisten
IHKen, dass die Dokumentation innerhalb der vorgegebenen 40 oder
80 Stunden entsteht. Gleichzeitig wird das als praxisfern
bewertet, weil die Projektzeit ohnehin oft knapp ist und
umfangreiche Dokumentationen zusätzlich kaum realistisch in
wenigen Stunden erstellt werden können.
Worum es bei der Frage geht

Gemeint ist die Zeit für die finale Projektdokumentation für den
Prüfungsausschuss, also das ausformulierte Dokument mit Inhalt,
Struktur, Formatierung, Bildern und Anhängen. Die zentrale Frage
ist, ob diese Zeit offiziell Teil der Projektbearbeitungszeit ist
oder außerhalb davon läuft.
Warum es dazu unterschiedliche Auffassungen gibt

In den Berufsverordnungen steht, dass der/die Prüfling eine
betriebliche Projektarbeit durchführen und mit praxisbezogenen
Unterlagen dokumentieren muss. Außerdem wird dort genannt, dass
die Prüfungszeit für Projektarbeit und Dokumentation höchstens 80
Stunden beträgt, bezogen auf die Fachinformatiker:innen
Anwendungsentwicklung.


FIAusbV §12 (2)


Der Prüfling hat eine betriebliche Projektarbeit durchzuführen
und mit praxisbezogenen Unterlagen zu dokumentieren.


Die Prüfungszeit beträgt für die betriebliche Projektarbeit und
für die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen höchstens 80
Stunden.


Im ersten Teil hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage
ist, […] die Planung und Durchführung des Projektes
anforderungsgerecht zu dokumentieren.


Diese Formulierungen lassen sich unterschiedlich auslegen:


Eine Auslegung ist, dass damit auch die finale
Projektdokumentation für den Prüfungsausschuss gemeint ist.

Die andere Auslegung ist, dass hier die fachliche
Dokumentation gemeint ist, die ohnehin zum Projekt gehört, z.B.:

Entwickler:innen-Dokumentation

Benutzerhandbücher

Installationsprotokolle

Checklisten

Netzpläne





Nach dieser zweiten Sichtweise gehört die fachliche Dokumentation
zum echten Projekt, nicht aber das spezielle Prüfungsartefakt für
den Ausschuss.
Einschätzung zur Praxis

Es ist eigentlich offensichtlich, dass die vorgegebenen
Projektzeiten oft schon für die eigentliche Umsetzung knapp sind.
Wenn dann zusätzlich noch die vollständige Projektdokumentation
in dieser Zeit erstellt werden soll, finde ich das sehr
unrealistisch. Besonders kritisch sehe ich, dass manche IHKen für
die Dokumentation nur etwa 10 bis 15 Prozent der Gesamtzeit
vorsehen. Das wären bei 80 Stunden nur 8 bis 12 Stunden, bei 40
Stunden sogar nur 4 bis 6 Stunden.
Rolle von IHK und DIHK

Der DIHK hat eine Empfehlung beziehungsweise Vorgabe
herausgegeben, nach der die Zeit für die Projektdokumentation mit
eingeplant werden soll. Deshalb ist die Tendenz eher so, dass
viele IHKen diese Zeit inzwischen in die Projektzeit einrechnen.


Trotzdem gibt es unterschiedliche Regelungen je nach Region:



Nicht in der Zeit enthalten: z.B. Regensburg,
Bayreuth, Stuttgart


In der Zeit enthalten: z.B. Oldenburg, Gera,
Berlin, Bonn



Beispiele

Umsetzungsempfehlung DIHK: drin mit 20%,
https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6945168/0424ce44eab4c49eab8b0c078fe7d796/dihk-umsetzungshilfe-it-berufe-data.pdf

Regensburg und Bayreuth: nicht drin,
https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6637094/a7a0c7a26a07c581efc8f6784bdf0c3c/it-berufe-hinweise-stand-15-07-25-data.pdf

Stuttgart: nicht drin, "Auch das reine Dokumentieren des
Projektverlaufs gehört zur Zeitplanung (nicht die Erstellung
und Ausgestaltung der finalen Datei für den
Prüfungsausschuss).",
https://www.ihk.de/stuttgart/fuer-azubis/pruefungen/formulareneu6359/it-berufe-infos-ap2-6705038

Oldenburg, drin 15-20%,
https://www.ihk.de/oldenburg/geschaeftsfelder/ausbildungweiterbildung/ausbildung/tipps-zur-ausbildung/it-berufe-leitfaden-abschlusspruefung-6733866

Gera, drin 20%,
https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/3872458/df0b97a582369d0c4ae8bd448b1785aa/it-ihk-information-veroeffentlichung-internet-20170907-data.pdf

Berlin und Bonn, drin 15%,
https://www.ihk-bonn.de/fileadmin/dokumente/Downloads/Ausbildung/IT-Berufe/IT-Handreichung_IHK_Bonn_Rhein-Sieg_2.pdf





In Oldenburg lehnen wir Projektanträge ab, wenn die
Dokumentationszeit nicht in der Planung enthalten ist. Der Grund
dafür ist die formale Vergleichbarkeit: Wer die Doku-Zeit nicht
einplant, hätte auf dem Papier mehr Zeit für die eigentliche
Entwicklung als andere Prüflinge.
Was du für deine Planung mitnehmen kannst

Prüfe zuerst die Vorgaben deiner eigenen IHK.

Suche auf der Website nach Handreichungen, Merkblättern oder
FAQ.

Wenn du nichts findest, frage direkt nach, z.B. per E-Mail
oder telefonisch.

Wenn du keine klare Auskunft bekommst, ist es sinnvoll, die
Zeit für die Projektdokumentation vorsichtshalber mit
einzuplanen.

Praktische Empfehlung

Auch wenn die Regelung kritisch gesehen wird, ist die wichtigste
Empfehlung, dich an die Vorgaben deiner IHK zu halten. So
vermeidest du formale Probleme, z.B. eine Ablehnung deines
Projektantrags. Wenn dein Antrag genehmigt wird, kannst du davon
ausgehen, dass deine Zeitplanung formal passt.
Fazit

Die Frage, ob die Projektdokumentation zur Projektzeit zählt,
lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Viele IHKen rechnen
sie inzwischen mit ein, andere nicht. Weil die Regelung regional
unterschiedlich ist und der DIHK eher die Einplanung unterstützt,
ist der sicherste Weg: bei deiner IHK nachfragen und die dortige
Vorgabe konsequent umsetzen.
Links

Permalink zu dieser Podcast-Episode

RSS-Feed des Podcasts

FIAusbV: Verordnung über die Berufsausbildung zum
Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin

Umsetzungsempfehlungen für die Durchführung der
Abschlussprüfung in den IT‐Berufen (DIHK)

Transkription der gesamten Episode

Automatisch erzeugte Transkription der Episode

[0:21] Heute geht es um eine Frage, die sich viele
Prüflinge stellen, wenn sie vor ihrer Projektdokumentation
stehen. Und zwar soll ich die Zeit zum Erstellen der
Projektdokumentation mit in die Bearbeitungszeit der
Projektarbeit einplanen? Also ich erstelle die
Projektdokumentation für den Prüfungsausschuss, das 20, 30, 40,
50 Seiten Dokument. Das muss ich ja auch irgendwie
zusammenschreiben, formatieren etc. Die Zeit, die ich dafür
brauche, gehört das mit in die 80 Stunden bzw. 40 Stunden
meiner Projektzeit oder ist das extern und ich kann da so viel
Zeit investieren, wie ich will? Und ja, es ist leider wieder
so, dass die Antwort ist, es kommt drauf an. Und zwar auf die
IHK. Wir haben ja 79 verschiedene in Deutschland. Und wie bei
vielen anderen Themen, wo man sich fragen könnte, warum wird
das nicht einfach zentral geregelt, ist es auch hier wieder so,
dass jede IHK macht, was sie will, beziehungsweise machen kann,
was sie will.


[1:22] Kurz vorweg, die meisten IHK, die ich
recherchiert habe, ich habe nicht alle 79 recherchiert, nein,
aber die meisten, die ich gefunden habe, erwarten, dass die
Doku jetzt in der Projektzeit geschrieben wird. Und kurz
vorweg, bevor ich jetzt in die Details gehe, meine persönliche
Meinung. Ich finde das total schwachsinnig. Ich finde es total
bescheuert, dass wir in 40 oder 80 Stunden, was ja sowieso
sehr, sehr wenig ist, um ein einigermaßen passendes Projekt
umzusetzen und wo wir uns alle.


[1:52] Ganz sicher sind, dass die meisten
Prüflinge diese Zeit eh nicht einhalten, weil ihr Projekt
deutlich länger dauert als diese 40 oder 80 Stunden, dass man
dann auch noch erwartet, dass sie eine umfangreiche
Projektdokumentation und bei manchen IHK’en sind das wirklich
50 Seiten mit Inhaltsverzeichnis, mit Anhang, mit Bildern, mit
allem Pipapo, dann noch irgendwie damit reinquetschen. Und das
muss natürlich dann an einen einigermaßen realistischen Anteil
haben. Die Projektdoku darf natürlich nicht 90 Prozent der Zeit
in Anspruch nehmen. Das heißt, dann gibt es so Vorgaben wie
zwischen 10 und 15 Prozent. Das sind dann vielleicht, sagen wir
mal, zwölf Stunden, also anderthalb Arbeitstage. Und dann kann
man sich mal überlegen, wie realistisch das ist, dass ich 50
Seiten in anderthalb Arbeitstagen zusammenkriege. Ohne Fehler
und wunderbar alle Referenzen aufgelöst und Bilder benannt und
in der richtigen Reihenfolge und alles. Also das ist einfach
utopisch unmöglich und absolut schwachsinnig, das in diese Zeit
mit einzuplanen. Das ist meine persönliche Meinung zu diesem
Thema. Und jetzt kommen wir zu der Meinung der IACAN. Und
leider sehen viele IACAN das ein bisschen anders und sagen, nö,
ist absolut sinnvoll und total realistisch, dass Prüflinge
solche Dokumente auch noch innerhalb ihrer 40 oder 80 Stunden
schreiben. Und deswegen ist das einzuplanen.


[3:06] So, vorweg, bevor wir jetzt weiter in die
Details gehen. Das eine ist, was du laut Vorgabe zu planen
hast. Das andere ist die reale Welt. Und wir sind uns eh alle
einig, dass die Projekte sowieso meistens nicht in der Zeit
umsetzbar sind. Zumindest, wenn du einigermaßen eine
vernünftige Note haben willst. Deswegen, ehrlich gesagt…


[3:26] Drauf und schreibt das einfach außerhalb
der Projektzeit. Und das tut mir in der Seele weh, dass ich
Leuten empfehlen muss, die Regeln hier zu brechen. Ich bin ja
auch Prüfer und muss dann am Ende bewerten, ob das Projekt
hätte realistisch umgesetzt werden können, um dann eine Note
daneben zu schreiben. Aber wenn du wirklich alles, was für dein
Projekt nötig ist, in den 40 oder 80 Stunden ausschließlich
umsetzen willst, dann machst du ein echt schlechtes Projekt.
Das kann ich dir so schon mal sagen. Also Plan E, mehr Zeit für
dein Projekt ein, als erlaubt ist. Ein offenes Geheimnis, das
ich jetzt hier einfach mal ausspreche. Und wenn du dann noch 50
Seiten in anderthalb Tagen schreiben willst, also zum Leid,
absolut utopisch und lächerlich. Gut, kommen wir nochmal jetzt
zurück zum eigentlichen Thema. Warum gibt es überhaupt
Missverständnisse? Warum kann es sein, dass die eine IHK das
erlaubt und die andere nicht, dass die Zeit außerhalb der
Projektzeit läuft? Es gibt ja eine Berufsverordnung und für
jeden der IT-Berufe gibt es eine, für den Fachinformatiker zum
Beispiel eine, die alle vier Fachrichtungen umfasst. Für die
anderen Berufe gibt es eigene Berufsverordnungen. Und da steht
dann im Text so etwas drin, dass man eben so ein Projekt
umsetzen muss und das auch dokumentieren muss. Und da steht
dann wortwörtlich zum Beispiel in Paragraf 12 Absatz 2, der
Prüfling hat eine betriebliche Projektarbeit durchzuführen und
mit praxisbezogenen Unterlagen zu dokumentieren.


[4:50] Das ist ein Punkt. Dann die Prüfungszeit
beträgt für die betriebliche Projektarbeit und für die
Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen höchstens 80
Stunden. Ich bin jetzt beim Anwendungsentwickler, wie du gerade
merkst, die anderen Berufe haben nur 40 Stunden. Und dann gibt
es noch den Satz, im ersten Teil hat der Prüfling nachzuweisen,
dass er in der Lage ist, kleine Auslassung, die Planung und
Durchführung des Projektes anforderungsgerecht zu
dokumentieren. Du siehst, ich habe jetzt hier mal ein paar
Sätze rausgegriffen, wo der Begriff Dokumentation oder
Dokumentieren drinsteht. Und jetzt kann man sagen, wenn man das
so liest, ja, praxisbezogene Unterlagen, Dokumentation in
höchstens 80 Stunden, ja, hört sich ja so an, als würde das da
in die 80 Stunden reingehören. Ja, das kann man jetzt so sehen,
weil da einfach der Begriff Dokumentation steht. Aber in
vernünftigen IT-Projekten gibt es natürlich auch als Teil des
Projekts eine Dokumentation. Zum Beispiel bei
Anwendungsentwicklerinnen, für die Entwicklerkolleginnen, die
sich mal in das Projekt einarbeiten sollen. Zum Beispiel ein
Klassendiagramm. Oder bei Admins, die da irgendwie einen Server
aufsetzen. Vielleicht ein Installationsprotokoll oder eine
Checkliste, was man machen muss, um den Server zu klonen. Oder
was auch immer. Oder ein Netzplan oder Sonstiges. Und wenn wir
irgendwie eine Software bauen, zum Beispiel für
Endanwenderinnen, da muss es vielleicht noch ein
Benutzerhandbuch geben. Das ist auch eine Dokumentation.


[6:10] Und jetzt steht hier auch betriebliche
Projektarbeit und die Dokumentation mit praxisbezogenen
Unterlagen. Und deswegen interpretiere ich, und da bin ich
übrigens nicht alleine, auch viele andere Prüfende
interpretieren da rein, dass es hier um die Dokumentationsteile
geht, die ganz normal als Teil des Projekts umgesetzt werden.
Also Benutzer, Anwender, Admin, was auch immer Dokumentation.
Und nicht das Prüfungsartefakt, was für den Prüfungsausschuss
da ist. Ich meine, die Abschlussprüfung hat doch den Zweck,
eine praxisbezogene Projektarbeit umzusetzen. Man soll zeigen,
dass man nicht nur was aus dem Buch lernen kann, sondern dass
man es auch umsetzen kann. Dass man ein Projekt von A bis Z
umsetzt, inklusive Anforderungsaufnahme, lalalala, und
inklusive Dokumentation, die wir natürlich in echten Projekten
alle ständig machen, beziehungsweise durch KI machen lassen
jetzt in Zukunft, wie auch immer. Auf jeden Fall gehört das
einfach mit zum Projekt dazu und das soll man ja auch zeigen.
Das soll ja auch ein echtes Projekt sein. Also wieso sollte man
jetzt die Zeit, die man braucht, weil das hier eine
Prüfungsleistung ist und dieses besondere Prüfungsartefakt hier
zu erstellen ist, warum sollte man die Zeit mit in die 80
Stunden einplanen oder 40?


[7:16] Mir erschließt sich das nicht. Vor allem,
wir haben ja in der Neuordnung 2020 die Zeit fürs Projekt
erhöht. Von 70 auf 80 Stunden, beziehungsweise von 35 auf 40.
Und jetzt kommt irgendeine IHK und sagt, ja, Moment, von den 10
zusätzlichen Stunden, liebe Anbietungsentwicklerinnen, müsst
ihr aber 15 gleich wieder runternehmen, weil ihr müsst jetzt
auch noch die Doku mit in die Zeit reinquetschen. So, das ist
einfach kompletter, ich bin ganz ehrlich Bullshit. Das heißt,
ich habe nach der Neuordnung weniger Zeit für mein Projekt als
vorher, weil ich jetzt auch noch diese komische
Prüfungsgeschichte damit unterbringen muss. Also ich kann mich
da herrlich drüber aufregen, weil ich finde das so bescheuert,
dass das ganze Ding Abschlussbreit steht sowieso ständig zur
Diskussion, weil es unrealistisch ist und die Zeiten passen
nicht und was. Und dann muss man da noch jetzt 15 Stunden
abziehen, weil man eine Doku braucht. Also ich finde das ganz
beknackt. Auf jeden Fall, es ist jetzt so, dass andere Leute
halt der Meinung sind, dass in diesem Gesetzestext steht, ja,
das ist offensichtlich Dokumentation, Projektdokumentation,
also gehört das da rein, blablabla.


[8:12] Und übrigens, ich bin nicht alleine mit der
einen Meinung, es gibt aber auch viele, die der anderen Meinung
sind, dass die Projektdokumentationszeit halt mit da
reingehört. Unter anderem auch der DIHK, also der Deutsche
Industrie- und Handelskammer Tag, der hat tatsächlich eine
offizielle Empfehlung herausgegeben, beziehungsweise Ansage,
ich weiß es gar nicht, oder Vorgabe einfach, dass die Zeit da
nun mit einzuplanen ist. Also von daher kann ich jetzt hier
schlau schnacken. Trotzdem würde ich dir den direkten Tipp
geben, frag bei deiner eigenen IHK nach, was da die Vorgaben
sind. Denn ich weiß, Stand heute, ich nehme das gerade Mitte
2026 auf, kenne ich mindestens für beide Seiten zwei
verschiedene IHK, die es so machen oder eben auch anders
machen. Das heißt, wie bei vielen formalen Fragen zu deiner
Projektarbeit gilt, frag deine IHK, was da Vorgabe ist. Wenn du
keine Vorgabe findest, zum Beispiel im Internet, auf der
Website irgendwelche Handreichungen, Merkblätter, was auch
immer zur Abschlussdoku, dann frag nach, dann ruf an, dann
schick eine E-Mail. Und wenn du dann immer noch keine Aussage
kriegst, dann würde ich dir tatsächlich empfehlen, plan die
Zeit mit ein, weil meiner persönlichen Rechercherfahrung nach
jetzt ist es so, dass die meisten IHK inzwischen die Zeit
inklusive Projektdokumentation haben wollen und weil der DIHK
das ja auch vorgegeben hat, wird das wahrscheinlich auch
tendenziell die Richtung sein, wo die meisten IHK sich hin
entwickeln werden, wenn sie da jetzt noch nicht sind.


[9:37] Okay, wenn man dann guckt, was soll man
denn für eine Zeit einplanen? Die meisten IHKN geben irgendwas
zwischen 10 und 15 Prozent der Zeit an. Das heißt, da wären wir
irgendwo bei 8 bis 12 Stunden. Alles, was da drüber liegt, ist
dann wieder, also ich beziehe das immer auf die
Anwendungsentwickler, da kannst du jetzt runterrechnen auf
Fisis, dann bist du bei 4 bis 6 Stunden. Ja, herzlichen
Glückwunsch, schreib mal 50 Seiten in 6 Stunden. Also das ist,
ja, okay, lassen wir das Thema.


[10:03] So, trotzdem musst du natürlich in deiner
Projektarbeit die gute alte Dokumentation, die ich meine,
erstellen für Benutzende und Entwicklerinnen und ich weiß nicht
was. Das gehört natürlich trotzdem auch noch dazu.


[10:14] Und ich meine, auch da braucht man ja ein
paar Stündchen für, wenn man ein vernünftiges Benutzernbuch
schreiben will. Also da siehst du, dass das alles völlig
irrelevant ist. Naja, irrelevant, weil unrealistisch. Ja,
ansonsten solltest du, wenn du es falsch machst, in
Anführungszeichen, eigentlich sofort beim Prüfen des
Projektantrags ein Feedback bekommen. Bei uns in Oldenburg
wurde diese Regelung umgestellt. Vor der Neuordnung war die
Projektarbeit außerhalb der Zeit und man konnte quasi Stunden
und Wochen investieren, um seine Projektarbeit zu optimieren,
sage ich mal. Inzwischen ist es explizit genauso, dass die IHK
will, dass es in den 80 Stunden oder 40 Stunden mit drin ist.
Und deswegen würden wir tatsächlich auch Projektanträge, wo das
nicht der Fall ist, ablehnen. Also wenn jemand kommt und sagt,
ich verplane hier meine 80 Stunden für die Softwareentwicklung
komplett und die Doku ist nicht mit drin, dann lehnen wir den
Projektantrag ab, weil das nicht den formalen Anforderungen
entspricht. Das kannst du dir auch vorstellen, kommt ein Asubi,
der quasi 10 bis 8 bis 12 Stunden mehr Zeit hat, Software zu
entwickeln, weil dieses Prüfungsartefakt nicht eingepreist ist
und jemand, der das dann macht und sich an die Regeln hält, hat
weniger Zeit und kann demnach ja auch eigentlich nur ein
kleineres Projekt umsetzen, was also vielleicht zu einer
schlechten Note führt und das wäre natürlich unfair. Deswegen
ist es bei uns so, wird abgelehnt, wenn es nicht zur
Anforderung passt. Andere eher kann, vielleicht gucken die da
gar nicht drauf oder winken das einfach durch oder wie auch
immer, es dreht auch jeder sein eigenes Ding.


[11:36] Gut, ich habe einfach mal ein paar
Beispiele mitgebracht, was jetzt Stand Mitte 2026 so ist. Die
Umsetzungsempfehlung des DIHK und da steht drin, 20% der Zeit
sollen eingeplant werden, sogar noch mehr. Ich verlinke das
auch gerne mal in den Shownotes, dann kannst du das einfach
angucken.


[11:53] Ich habe dann zum Beispiel zwei IHK
gefunden, Regensburg und Bayreuth. Die sagen explizit, die Zeit
ist nicht mit drin. Dann gibt es in Stuttgart, gut,
Baden-Württemberg, die machen eh, was sie wollen. Das kennen
wir ja schon von den Prüfungen. Aber da steht zum Beispiel
auch, dass es nicht mit drin ist. Da steht dann zum Beispiel
auch, das reine Dokumentieren des Projektverlaufs gehört zur
Zeitplanung, aber nicht die Erstellung und Ausgestaltung der
finalen Datei für den Prüfungsausschuss. Da ist also explizit
nochmal das Prüfungsartefakt wieder ausgenommen. Ich habe
natürlich meine eigene IHK Oldenburg, da ist es mit drin. Da
haben wir 15 bis 20 Prozent angesetzt. Oh, ich hatte 10 bis 15
im Kopf. Na gut, ist egal, sogar noch mehr. Also 20 Prozent von
80 Stunden, das wären 16 Stunden. Das wären zwei komplette
Arbeitstage, die mir fehlen. Ja, gut, egal. Und dann haben wir
zum Beispiel noch Gera, sind es auch 20 Prozent. Berlin und
Bonn sind 15 Prozent der Zeit vorzusehen. Also ich habe jetzt
hier schon, ich habe für jede Seite sogar drei, vier Beispiele.
Da siehst du, es geht mal so, mal so, je nachdem, bei welcher
IHK du bist. Deswegen, ich empfehle dir dringend, frag bei
deiner konkreten IHK nach, was muss ich machen. Und sonst, ja,
siehst du spätestens beim Antrag, wenn der genehmigt ist, dann
weißt du, hast du alles richtig gemacht.


[13:05] Also, wenn du nicht weißt, was Sache ist,
ich würde dir empfehlen, nehme es mit rein in die Zeit. Die
meisten IHKern werden es so machen, weil der DIHK es halt auch
empfiehlt oder vorgibt. Und du kannst dich darüber ärgern und
ärgern, so wie ich. Oder du sagst einfach, ja komm, trage ich
da halt eine Zeit ein. Guckt sowieso keiner drauf. Die ganzen
Zeiten sind sowieso unrealistisch. Und dann setzt du es einfach
um. Ja, das war jetzt heute mein Rant zu diesem Thema, weil ich
finde diese Entscheidung einfach so beknackt. Ich kann es gar
nicht in Worte fassen. Aber gut, am Ende ist es auch nur eine
Zahl. dir steht und weil wir eh alle wissen, dass das
ausgedachte Zahlen manchmal auch sind, ist es vielleicht auch
am Ende gar nicht so schlimm. Also halt dich einfach an die
Vorgaben. Dann kannst du wenigstens nicht wegen solcher
Formalia, weil du irgendwo eine Stunde zu wenig geplant hast,
irgendwo, also durchfallen wirst du deswegen sowieso nicht.
Aber zum Beispiel könnte der Progdantrag ja abgelehnt werden,
dann musst du neu machen und dann hast du weniger Zeit für die
Umsetzung wegen der Frist und tralla. Also ja, ich empfehle
dir, frag nach, halt dich daran und dann war es das zu diesem
Thema. Und ja, jetzt weißt du auch, wie ich das sehe und dass
es wie viele andere Themen auch leider nicht deutschlandweit
einheitlich geregelt ist, sondern viele IHK, einfach ihre
eigenen Sachen durchziehen.


[14:15] Jo, das war’s für heute. Ich sag bis zum
nächsten Mal. Ciao.

15
15
Close