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  4. Ist die Projektdokumentation Teil der Bearbeitungszeit des IHK-Abschlussprojekts (40h bzw. 80h)? – IT-Berufe-Podcast-Shorts #13
Um das Einplanen der Projektdokumentation als Teil der
Bearbeitungszeit des IHK-Abschlussprojekts (40h bzw. 80h) geht es
in der dreizehnten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts.

Bei der Frage, ob die Zeit für die Projektdokumentation
in die 40 bzw. 80 Stunden der Projektarbeit gehört, gibt es keine
einheitliche Regelung, sondern es hängt von deiner IHK ab. Viele
IHKen und auch der DIHK verlangen, dass diese Zeit mit eingeplant
wird, auch wenn das in der Praxis oft als unrealistisch gesehen
wird. Ich würde dir deshalb empfehlen, die Vorgaben deiner
konkreten IHK zu prüfen und im Zweifel die Doku-Zeit
vorsichtshalber in die Planung aufzunehmen.

Inhalt

Ob die Zeit für die Projektdokumentation zur offiziellen
Projektzeit zählt, ist je nach IHK unterschiedlich
geregelt. Eine einheitliche bundesweite Regelung gibt es
dazu nicht, obwohl sich viele Prüflinge genau diese Klarheit
wünschen. Nach der Recherche im Podcast erwarten die meisten
IHKen, dass die Dokumentation innerhalb der vorgegebenen 40 oder
80 Stunden entsteht. Gleichzeitig wird das als praxisfern
bewertet, weil die Projektzeit ohnehin oft knapp ist und
umfangreiche Dokumentationen zusätzlich kaum realistisch in
wenigen Stunden erstellt werden können.

Worum es bei der Frage geht

Gemeint ist die Zeit für die finale Projektdokumentation für den
Prüfungsausschuss, also das ausformulierte Dokument mit Inhalt,
Struktur, Formatierung, Bildern und Anhängen. Die zentrale Frage
ist, ob diese Zeit offiziell Teil der Projektbearbeitungszeit ist
oder außerhalb davon läuft.

Warum es dazu unterschiedliche Auffassungen gibt

In den Berufsverordnungen steht, dass der/die Prüfling eine
betriebliche Projektarbeit durchführen und mit praxisbezogenen
Unterlagen dokumentieren muss. Außerdem wird dort genannt, dass
die Prüfungszeit für Projektarbeit und Dokumentation höchstens 80
Stunden beträgt, bezogen auf die Fachinformatiker:innen
Anwendungsentwicklung.

FIAusbV §12 (2)

Der Prüfling hat eine betriebliche Projektarbeit durchzuführen
und mit praxisbezogenen Unterlagen zu dokumentieren.

Die Prüfungszeit beträgt für die betriebliche Projektarbeit und
für die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen höchstens 80
Stunden.

Im ersten Teil hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage
ist, […] die Planung und Durchführung des Projektes
anforderungsgerecht zu dokumentieren.

Diese Formulierungen lassen sich unterschiedlich auslegen:

Eine Auslegung ist, dass damit auch die finale
Projektdokumentation für den Prüfungsausschuss gemeint ist.

Die andere Auslegung ist, dass hier die fachliche
Dokumentation gemeint ist, die ohnehin zum Projekt gehört, z.B.:

Entwickler:innen-Dokumentation

Benutzerhandbücher

Installationsprotokolle

Checklisten

Netzpläne

Nach dieser zweiten Sichtweise gehört die fachliche Dokumentation
zum echten Projekt, nicht aber das spezielle Prüfungsartefakt für
den Ausschuss.

Einschätzung zur Praxis

Es ist eigentlich offensichtlich, dass die vorgegebenen
Projektzeiten oft schon für die eigentliche Umsetzung knapp sind.
Wenn dann zusätzlich noch die vollständige Projektdokumentation
in dieser Zeit erstellt werden soll, finde ich das sehr
unrealistisch. Besonders kritisch sehe ich, dass manche IHKen für
die Dokumentation nur etwa 10 bis 15 Prozent der Gesamtzeit
vorsehen. Das wären bei 80 Stunden nur 8 bis 12 Stunden, bei 40
Stunden sogar nur 4 bis 6 Stunden.

Rolle von IHK und DIHK

Der DIHK hat eine Empfehlung beziehungsweise Vorgabe
herausgegeben, nach der die Zeit für die Projektdokumentation mit
eingeplant werden soll. Deshalb ist die Tendenz eher so, dass
viele IHKen diese Zeit inzwischen in die Projektzeit einrechnen.

Trotzdem gibt es unterschiedliche Regelungen je nach Region:

Nicht in der Zeit enthalten: z.B. Regensburg,
Bayreuth, Stuttgart

In der Zeit enthalten: z.B. Oldenburg, Gera,
Berlin, Bonn

Beispiele

Umsetzungsempfehlung DIHK: drin mit 20%,
https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6945168/0424ce44eab4c49eab8b0c078fe7d796/dihk-umsetzungshilfe-it-berufe-data.pdf

Regensburg und Bayreuth: nicht drin,
https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6637094/a7a0c7a26a07c581efc8f6784bdf0c3c/it-berufe-hinweise-stand-15-07-25-data.pdf

Stuttgart: nicht drin, "Auch das reine Dokumentieren des
Projektverlaufs gehört zur Zeitplanung (nicht die Erstellung
und Ausgestaltung der finalen Datei für den
Prüfungsausschuss).",
https://www.ihk.de/stuttgart/fuer-azubis/pruefungen/formulareneu6359/it-berufe-infos-ap2-6705038

Oldenburg, drin 15-20%,
https://www.ihk.de/oldenburg/geschaeftsfelder/ausbildungweiterbildung/ausbildung/tipps-zur-ausbildung/it-berufe-leitfaden-abschlusspruefung-6733866

Gera, drin 20%,
https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/3872458/df0b97a582369d0c4ae8bd448b1785aa/it-ihk-information-veroeffentlichung-internet-20170907-data.pdf

Berlin und Bonn, drin 15%,
https://www.ihk-bonn.de/fileadmin/dokumente/Downloads/Ausbildung/IT-Berufe/IT-Handreichung_IHK_Bonn_Rhein-Sieg_2.pdf

In Oldenburg lehnen wir Projektanträge ab, wenn die
Dokumentationszeit nicht in der Planung enthalten ist. Der Grund
dafür ist die formale Vergleichbarkeit: Wer die Doku-Zeit nicht
einplant, hätte auf dem Papier mehr Zeit für die eigentliche
Entwicklung als andere Prüflinge.

Was du für deine Planung mitnehmen kannst

Prüfe zuerst die Vorgaben deiner eigenen IHK.

Suche auf der Website nach Handreichungen, Merkblättern oder
FAQ.

Wenn du nichts findest, frage direkt nach, z.B. per E-Mail
oder telefonisch.

Wenn du keine klare Auskunft bekommst, ist es sinnvoll, die
Zeit für die Projektdokumentation vorsichtshalber mit
einzuplanen.

Praktische Empfehlung

Auch wenn die Regelung kritisch gesehen wird, ist die wichtigste
Empfehlung, dich an die Vorgaben deiner IHK zu halten. So
vermeidest du formale Probleme, z.B. eine Ablehnung deines
Projektantrags. Wenn dein Antrag genehmigt wird, kannst du davon
ausgehen, dass deine Zeitplanung formal passt.

Fazit

Die Frage, ob die Projektdokumentation zur Projektzeit zählt,
lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Viele IHKen rechnen
sie inzwischen mit ein, andere nicht. Weil die Regelung regional
unterschiedlich ist und der DIHK eher die Einplanung unterstützt,
ist der sicherste Weg: bei deiner IHK nachfragen und die dortige
Vorgabe konsequent umsetzen.

Links

Permalink zu dieser Podcast-Episode

RSS-Feed des Podcasts

FIAusbV: Verordnung über die Berufsausbildung zum
Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin

Umsetzungsempfehlungen für die Durchführung der
Abschlussprüfung in den IT‐Berufen (DIHK)

Transkription der gesamten Episode

Automatisch erzeugte Transkription der Episode

[0:21] Heute geht es um eine Frage, die sich viele Prüflinge
stellen, wenn sie vor ihrer Projektdokumentation stehen. Und
zwar soll ich die Zeit zum Erstellen der Projektdokumentation
mit in die Bearbeitungszeit der Projektarbeit einplanen? Also
ich erstelle die Projektdokumentation für den
Prüfungsausschuss, das 20, 30, 40, 50 Seiten Dokument. Das muss
ich ja auch irgendwie zusammenschreiben, formatieren etc. Die
Zeit, die ich dafür brauche, gehört das mit in die 80 Stunden
bzw. 40 Stunden meiner Projektzeit oder ist das extern und ich
kann da so viel Zeit investieren, wie ich will? Und ja, es ist
leider wieder so, dass die Antwort ist, es kommt drauf an. Und
zwar auf die IHK. Wir haben ja 79 verschiedene in Deutschland.
Und wie bei vielen anderen Themen, wo man sich fragen könnte,
warum wird das nicht einfach zentral geregelt, ist es auch hier
wieder so, dass jede IHK macht, was sie will, beziehungsweise
machen kann, was sie will.

[1:22] Kurz vorweg, die meisten IHK, die ich recherchiert habe,
ich habe nicht alle 79 recherchiert, nein, aber die meisten,
die ich gefunden habe, erwarten, dass die Doku jetzt in der
Projektzeit geschrieben wird. Und kurz vorweg, bevor ich jetzt
in die Details gehe, meine persönliche Meinung. Ich finde das
total schwachsinnig. Ich finde es total bescheuert, dass wir in
40 oder 80 Stunden, was ja sowieso sehr, sehr wenig ist, um ein
einigermaßen passendes Projekt umzusetzen und wo wir uns alle.

[1:52] Ganz sicher sind, dass die meisten Prüflinge diese Zeit
eh nicht einhalten, weil ihr Projekt deutlich länger dauert als
diese 40 oder 80 Stunden, dass man dann auch noch erwartet,
dass sie eine umfangreiche Projektdokumentation und bei manchen
IHK’en sind das wirklich 50 Seiten mit Inhaltsverzeichnis, mit
Anhang, mit Bildern, mit allem Pipapo, dann noch irgendwie
damit reinquetschen. Und das muss natürlich dann an einen
einigermaßen realistischen Anteil haben. Die Projektdoku darf
natürlich nicht 90 Prozent der Zeit in Anspruch nehmen. Das
heißt, dann gibt es so Vorgaben wie zwischen 10 und 15 Prozent.
Das sind dann vielleicht, sagen wir mal, zwölf Stunden, also
anderthalb Arbeitstage. Und dann kann man sich mal überlegen,
wie realistisch das ist, dass ich 50 Seiten in anderthalb
Arbeitstagen zusammenkriege. Ohne Fehler und wunderbar alle
Referenzen aufgelöst und Bilder benannt und in der richtigen
Reihenfolge und alles. Also das ist einfach utopisch unmöglich
und absolut schwachsinnig, das in diese Zeit mit einzuplanen.
Das ist meine persönliche Meinung zu diesem Thema. Und jetzt
kommen wir zu der Meinung der IACAN. Und leider sehen viele
IACAN das ein bisschen anders und sagen, nö, ist absolut
sinnvoll und total realistisch, dass Prüflinge solche Dokumente
auch noch innerhalb ihrer 40 oder 80 Stunden schreiben. Und
deswegen ist das einzuplanen.

[3:06] So, vorweg, bevor wir jetzt weiter in die Details gehen.
Das eine ist, was du laut Vorgabe zu planen hast. Das andere
ist die reale Welt. Und wir sind uns eh alle einig, dass die
Projekte sowieso meistens nicht in der Zeit umsetzbar sind.
Zumindest, wenn du einigermaßen eine vernünftige Note haben
willst. Deswegen, ehrlich gesagt…

[3:26] Drauf und schreibt das einfach außerhalb der
Projektzeit. Und das tut mir in der Seele weh, dass ich Leuten
empfehlen muss, die Regeln hier zu brechen. Ich bin ja auch
Prüfer und muss dann am Ende bewerten, ob das Projekt hätte
realistisch umgesetzt werden können, um dann eine Note daneben
zu schreiben. Aber wenn du wirklich alles, was für dein Projekt
nötig ist, in den 40 oder 80 Stunden ausschließlich umsetzen
willst, dann machst du ein echt schlechtes Projekt. Das kann
ich dir so schon mal sagen. Also Plan E, mehr Zeit für dein
Projekt ein, als erlaubt ist. Ein offenes Geheimnis, das ich
jetzt hier einfach mal ausspreche. Und wenn du dann noch 50
Seiten in anderthalb Tagen schreiben willst, also zum Leid,
absolut utopisch und lächerlich. Gut, kommen wir nochmal jetzt
zurück zum eigentlichen Thema. Warum gibt es überhaupt
Missverständnisse? Warum kann es sein, dass die eine IHK das
erlaubt und die andere nicht, dass die Zeit außerhalb der
Projektzeit läuft? Es gibt ja eine Berufsverordnung und für
jeden der IT-Berufe gibt es eine, für den Fachinformatiker zum
Beispiel eine, die alle vier Fachrichtungen umfasst. Für die
anderen Berufe gibt es eigene Berufsverordnungen. Und da steht
dann im Text so etwas drin, dass man eben so ein Projekt
umsetzen muss und das auch dokumentieren muss. Und da steht
dann wortwörtlich zum Beispiel in Paragraf 12 Absatz 2, der
Prüfling hat eine betriebliche Projektarbeit durchzuführen und
mit praxisbezogenen Unterlagen zu dokumentieren.

[4:50] Das ist ein Punkt. Dann die Prüfungszeit beträgt für die
betriebliche Projektarbeit und für die Dokumentation mit
praxisbezogenen Unterlagen höchstens 80 Stunden. Ich bin jetzt
beim Anwendungsentwickler, wie du gerade merkst, die anderen
Berufe haben nur 40 Stunden. Und dann gibt es noch den Satz, im
ersten Teil hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage
ist, kleine Auslassung, die Planung und Durchführung des
Projektes anforderungsgerecht zu dokumentieren. Du siehst, ich
habe jetzt hier mal ein paar Sätze rausgegriffen, wo der
Begriff Dokumentation oder Dokumentieren drinsteht. Und jetzt
kann man sagen, wenn man das so liest, ja, praxisbezogene
Unterlagen, Dokumentation in höchstens 80 Stunden, ja, hört
sich ja so an, als würde das da in die 80 Stunden reingehören.
Ja, das kann man jetzt so sehen, weil da einfach der Begriff
Dokumentation steht. Aber in vernünftigen IT-Projekten gibt es
natürlich auch als Teil des Projekts eine Dokumentation. Zum
Beispiel bei Anwendungsentwicklerinnen, für die
Entwicklerkolleginnen, die sich mal in das Projekt einarbeiten
sollen. Zum Beispiel ein Klassendiagramm. Oder bei Admins, die
da irgendwie einen Server aufsetzen. Vielleicht ein
Installationsprotokoll oder eine Checkliste, was man machen
muss, um den Server zu klonen. Oder was auch immer. Oder ein
Netzplan oder Sonstiges. Und wenn wir irgendwie eine Software
bauen, zum Beispiel für Endanwenderinnen, da muss es vielleicht
noch ein Benutzerhandbuch geben. Das ist auch eine
Dokumentation.

[6:10] Und jetzt steht hier auch betriebliche Projektarbeit und
die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen. Und deswegen
interpretiere ich, und da bin ich übrigens nicht alleine, auch
viele andere Prüfende interpretieren da rein, dass es hier um
die Dokumentationsteile geht, die ganz normal als Teil des
Projekts umgesetzt werden. Also Benutzer, Anwender, Admin, was
auch immer Dokumentation. Und nicht das Prüfungsartefakt, was
für den Prüfungsausschuss da ist. Ich meine, die
Abschlussprüfung hat doch den Zweck, eine praxisbezogene
Projektarbeit umzusetzen. Man soll zeigen, dass man nicht nur
was aus dem Buch lernen kann, sondern dass man es auch umsetzen
kann. Dass man ein Projekt von A bis Z umsetzt, inklusive
Anforderungsaufnahme, lalalala, und inklusive Dokumentation,
die wir natürlich in echten Projekten alle ständig machen,
beziehungsweise durch KI machen lassen jetzt in Zukunft, wie
auch immer. Auf jeden Fall gehört das einfach mit zum Projekt
dazu und das soll man ja auch zeigen. Das soll ja auch ein
echtes Projekt sein. Also wieso sollte man jetzt die Zeit, die
man braucht, weil das hier eine Prüfungsleistung ist und dieses
besondere Prüfungsartefakt hier zu erstellen ist, warum sollte
man die Zeit mit in die 80 Stunden einplanen oder 40?

[7:16] Mir erschließt sich das nicht. Vor allem, wir haben ja
in der Neuordnung 2020 die Zeit fürs Projekt erhöht. Von 70 auf
80 Stunden, beziehungsweise von 35 auf 40. Und jetzt kommt
irgendeine IHK und sagt, ja, Moment, von den 10 zusätzlichen
Stunden, liebe Anbietungsentwicklerinnen, müsst ihr aber 15
gleich wieder runternehmen, weil ihr müsst jetzt auch noch die
Doku mit in die Zeit reinquetschen. So, das ist einfach
kompletter, ich bin ganz ehrlich Bullshit. Das heißt, ich habe
nach der Neuordnung weniger Zeit für mein Projekt als vorher,
weil ich jetzt auch noch diese komische Prüfungsgeschichte
damit unterbringen muss. Also ich kann mich da herrlich drüber
aufregen, weil ich finde das so bescheuert, dass das ganze Ding
Abschlussbreit steht sowieso ständig zur Diskussion, weil es
unrealistisch ist und die Zeiten passen nicht und was. Und dann
muss man da noch jetzt 15 Stunden abziehen, weil man eine Doku
braucht. Also ich finde das ganz beknackt. Auf jeden Fall, es
ist jetzt so, dass andere Leute halt der Meinung sind, dass in
diesem Gesetzestext steht, ja, das ist offensichtlich
Dokumentation, Projektdokumentation, also gehört das da rein,
blablabla.

[8:12] Und übrigens, ich bin nicht alleine mit der einen
Meinung, es gibt aber auch viele, die der anderen Meinung sind,
dass die Projektdokumentationszeit halt mit da reingehört.
Unter anderem auch der DIHK, also der Deutsche Industrie- und
Handelskammer Tag, der hat tatsächlich eine offizielle
Empfehlung herausgegeben, beziehungsweise Ansage, ich weiß es
gar nicht, oder Vorgabe einfach, dass die Zeit da nun mit
einzuplanen ist. Also von daher kann ich jetzt hier schlau
schnacken. Trotzdem würde ich dir den direkten Tipp geben, frag
bei deiner eigenen IHK nach, was da die Vorgaben sind. Denn ich
weiß, Stand heute, ich nehme das gerade Mitte 2026 auf, kenne
ich mindestens für beide Seiten zwei verschiedene IHK, die es
so machen oder eben auch anders machen. Das heißt, wie bei
vielen formalen Fragen zu deiner Projektarbeit gilt, frag deine
IHK, was da Vorgabe ist. Wenn du keine Vorgabe findest, zum
Beispiel im Internet, auf der Website irgendwelche
Handreichungen, Merkblätter, was auch immer zur Abschlussdoku,
dann frag nach, dann ruf an, dann schick eine E-Mail. Und wenn
du dann immer noch keine Aussage kriegst, dann würde ich dir
tatsächlich empfehlen, plan die Zeit mit ein, weil meiner
persönlichen Rechercherfahrung nach jetzt ist es so, dass die
meisten IHK inzwischen die Zeit inklusive Projektdokumentation
haben wollen und weil der DIHK das ja auch vorgegeben hat, wird
das wahrscheinlich auch tendenziell die Richtung sein, wo die
meisten IHK sich hin entwickeln werden, wenn sie da jetzt noch
nicht sind.

[9:37] Okay, wenn man dann guckt, was soll man denn für eine
Zeit einplanen? Die meisten IHKN geben irgendwas zwischen 10
und 15 Prozent der Zeit an. Das heißt, da wären wir irgendwo
bei 8 bis 12 Stunden. Alles, was da drüber liegt, ist dann
wieder, also ich beziehe das immer auf die
Anwendungsentwickler, da kannst du jetzt runterrechnen auf
Fisis, dann bist du bei 4 bis 6 Stunden. Ja, herzlichen
Glückwunsch, schreib mal 50 Seiten in 6 Stunden. Also das ist,
ja, okay, lassen wir das Thema.

[10:03] So, trotzdem musst du natürlich in deiner Projektarbeit
die gute alte Dokumentation, die ich meine, erstellen für
Benutzende und Entwicklerinnen und ich weiß nicht was. Das
gehört natürlich trotzdem auch noch dazu.

[10:14] Und ich meine, auch da braucht man ja ein paar
Stündchen für, wenn man ein vernünftiges Benutzernbuch
schreiben will. Also da siehst du, dass das alles völlig
irrelevant ist. Naja, irrelevant, weil unrealistisch. Ja,
ansonsten solltest du, wenn du es falsch machst, in
Anführungszeichen, eigentlich sofort beim Prüfen des
Projektantrags ein Feedback bekommen. Bei uns in Oldenburg
wurde diese Regelung umgestellt. Vor der Neuordnung war die
Projektarbeit außerhalb der Zeit und man konnte quasi Stunden
und Wochen investieren, um seine Projektarbeit zu optimieren,
sage ich mal. Inzwischen ist es explizit genauso, dass die IHK
will, dass es in den 80 Stunden oder 40 Stunden mit drin ist.
Und deswegen würden wir tatsächlich auch Projektanträge, wo das
nicht der Fall ist, ablehnen. Also wenn jemand kommt und sagt,
ich verplane hier meine 80 Stunden für die Softwareentwicklung
komplett und die Doku ist nicht mit drin, dann lehnen wir den
Projektantrag ab, weil das nicht den formalen Anforderungen
entspricht. Das kannst du dir auch vorstellen, kommt ein Asubi,
der quasi 10 bis 8 bis 12 Stunden mehr Zeit hat, Software zu
entwickeln, weil dieses Prüfungsartefakt nicht eingepreist ist
und jemand, der das dann macht und sich an die Regeln hält, hat
weniger Zeit und kann demnach ja auch eigentlich nur ein
kleineres Projekt umsetzen, was also vielleicht zu einer
schlechten Note führt und das wäre natürlich unfair. Deswegen
ist es bei uns so, wird abgelehnt, wenn es nicht zur
Anforderung passt. Andere eher kann, vielleicht gucken die da
gar nicht drauf oder winken das einfach durch oder wie auch
immer, es dreht auch jeder sein eigenes Ding.

[11:36] Gut, ich habe einfach mal ein paar Beispiele
mitgebracht, was jetzt Stand Mitte 2026 so ist. Die
Umsetzungsempfehlung des DIHK und da steht drin, 20% der Zeit
sollen eingeplant werden, sogar noch mehr. Ich verlinke das
auch gerne mal in den Shownotes, dann kannst du das einfach
angucken.

[11:53] Ich habe dann zum Beispiel zwei IHK gefunden,
Regensburg und Bayreuth. Die sagen explizit, die Zeit ist nicht
mit drin. Dann gibt es in Stuttgart, gut, Baden-Württemberg,
die machen eh, was sie wollen. Das kennen wir ja schon von den
Prüfungen. Aber da steht zum Beispiel auch, dass es nicht mit
drin ist. Da steht dann zum Beispiel auch, das reine
Dokumentieren des Projektverlaufs gehört zur Zeitplanung, aber
nicht die Erstellung und Ausgestaltung der finalen Datei für
den Prüfungsausschuss. Da ist also explizit nochmal das
Prüfungsartefakt wieder ausgenommen. Ich habe natürlich meine
eigene IHK Oldenburg, da ist es mit drin. Da haben wir 15 bis
20 Prozent angesetzt. Oh, ich hatte 10 bis 15 im Kopf. Na gut,
ist egal, sogar noch mehr. Also 20 Prozent von 80 Stunden, das
wären 16 Stunden. Das wären zwei komplette Arbeitstage, die mir
fehlen. Ja, gut, egal. Und dann haben wir zum Beispiel noch
Gera, sind es auch 20 Prozent. Berlin und Bonn sind 15 Prozent
der Zeit vorzusehen. Also ich habe jetzt hier schon, ich habe
für jede Seite sogar drei, vier Beispiele. Da siehst du, es
geht mal so, mal so, je nachdem, bei welcher IHK du bist.
Deswegen, ich empfehle dir dringend, frag bei deiner konkreten
IHK nach, was muss ich machen. Und sonst, ja, siehst du
spätestens beim Antrag, wenn der genehmigt ist, dann weißt du,
hast du alles richtig gemacht.

[13:05] Also, wenn du nicht weißt, was Sache ist, ich würde dir
empfehlen, nehme es mit rein in die Zeit. Die meisten IHKern
werden es so machen, weil der DIHK es halt auch empfiehlt oder
vorgibt. Und du kannst dich darüber ärgern und ärgern, so wie
ich. Oder du sagst einfach, ja komm, trage ich da halt eine
Zeit ein. Guckt sowieso keiner drauf. Die ganzen Zeiten sind
sowieso unrealistisch. Und dann setzt du es einfach um. Ja, das
war jetzt heute mein Rant zu diesem Thema, weil ich finde diese
Entscheidung einfach so beknackt. Ich kann es gar nicht in
Worte fassen. Aber gut, am Ende ist es auch nur eine Zahl. dir
steht und weil wir eh alle wissen, dass das ausgedachte Zahlen
manchmal auch sind, ist es vielleicht auch am Ende gar nicht so
schlimm. Also halt dich einfach an die Vorgaben. Dann kannst du
wenigstens nicht wegen solcher Formalia, weil du irgendwo eine
Stunde zu wenig geplant hast, irgendwo, also durchfallen wirst
du deswegen sowieso nicht. Aber zum Beispiel könnte der
Progdantrag ja abgelehnt werden, dann musst du neu machen und
dann hast du weniger Zeit für die Umsetzung wegen der Frist und
tralla. Also ja, ich empfehle dir, frag nach, halt dich daran
und dann war es das zu diesem Thema. Und ja, jetzt weißt du
auch, wie ich das sehe und dass es wie viele andere Themen auch
leider nicht deutschlandweit einheitlich geregelt ist, sondern
viele IHK, einfach ihre eigenen Sachen durchziehen.

[14:15] Jo, das war’s für heute. Ich sag bis zum nächsten Mal.
Ciao.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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