Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 5 Tagen
In dieser Folge sprechen wir über zwei Konzepte, die im Alltag
mit Kindern eine zentrale Rolle spielen, auch wenn sie oft
unsichtbar bleiben: Coregulation und Synchronizität. Beides
beschreibt im Kern, wie sehr wir als Bezugspersonen mit dem
Erleben unserer Kinder verbunden sind – körperlich, emotional und
auf Ebene des Nervensystems.
Coregulation bedeutet, dass Kinder ihre Gefühle und ihren Stress
nicht alleine regulieren können, sondern dabei auf uns angewiesen
sind. Gerade in den ersten Lebensjahren ist das keine Frage von
Erziehung oder Gewöhnung, sondern von Gehirnentwicklung. Die
Bereiche im Gehirn, die für Impulskontrolle und
Emotionsregulation zuständig sind, reifen erst nach und nach.
Diese gemeinsamen Regulationserfahrungen sind die Grundlage
dafür, dass Kinder nach und nach eigene Strategien entwickeln.
Selbstständigkeit entsteht also nicht im Gegensatz zu Nähe,
sondern auf ihrer Basis.
Synchronizität beschreibt, dass sich die Nervensysteme von Eltern
und Kind gegenseitig beeinflussen. Stress überträgt sich – aber
auch Ruhe. Das macht den Alltag oft herausfordernd, weil wir
natürlich nicht immer gelassen bleiben, wenn ein Kind weint oder
wütend ist. Es geht aber nicht um Perfektion: Schon kleine
Momente von Orientierung – ein bewusster Atemzug, eine ruhigere
Stimme, ein kurzes Innehalten – können helfen, wieder mehr
Stabilität in die Situation zu bringen.
Viele Schwierigkeiten entstehen, weil wir von Kindern
Selbstregulation erwarten, bevor sie dazu in der Lage sind. Ein
besseres Verständnis von Coregulation und Synchronizität kann
helfen, kindliches Verhalten einzuordnen – und im Alltag etwas
mehr Orientierung und Entlastung zu finden.
Fragen, Feedback oder Themenwünsche? Schreib uns an
podcast@juni-therapie.de
Quellen
Feldman, R. (2007). Parent–infant synchrony and the construction
of shared timing: Physiological precursors, developmental
outcomes, and risk conditions. J. Child Psychol. Psychiatry,
48(3–4), 329–354.
Giedd, J. N. (2004). Structural magnetic resonance imaging of the
adolescent brain. Ann. N. Y. Acad. Sci., 1021, 77–85.
Golds, L., Gillespie-Smith, K., Nimbley, E., & MacBeth, A.
(2022). What factors influence dyadic synchrony? A systematic
review of the literature on predictors of mother-infant dyadic
processes of shared behavior and affect. Infant Ment. Health J.,
43(5), 808–830.
Gunnar, M. R., & Donzella, B. (2002). Social regulation of
the cortisol levels in early human development.
Psychoneuroendocrinology, 27(1–2), 199–220.
Gunnar, M. R., & Quevedo, K. (2007). The neurobiology of
stress and development. Annu. Rev. Psychol., 58, 145–173.
Gunzenhauser, C., Fäsche, A., Friedlmeier, W., & von
Suchodoletz, A. (2014). Face it or hide it: Parental
socialization of reappraisal and response suppression. Front.
Psychol., 4, 992.
Lyons-Ruth, K., et al. (2023). Linking maternal disrupted
interaction and infant limbic volumes: The role of infant
cortisol output. Dev. Cogn. Neurosci., 60, 101223.
Morris, A. S., Silk, J. S., Steinberg, L., Myers, S. S., &
Robinson, L. R. (2007). The role of the family context in the
development of emotion regulation. Soc. Dev., 16(2), 361–388.
Pratt, M., Apter-Levi, Y., Vakart, A., Kanat-Maymon, Y.,
Zagoory-Sharon, O., & Feldman, R. (2017). Mother-child
adrenocortical synchrony: Moderation by dyadic relational
behavior. Horm. Behav., 89, 167–175.
Reindl, V., Gerloff, C., Scharke, W., & Konrad, K. (2018).
Brain-to-brain synchrony in parent-child dyads and the
relationship with emotion regulation revealed by fNIRS-based
hyperscanning. NeuroImage, 178, 493–502.
Sarro, E. C., Wilson, D. A., & Sullivan, R. M. (2014).
Maternal regulation of infant brain state. Curr. Biol., 24(14),
1664–1669.
Thomas, A., & Chess, S. (1977). Temperament and development.
Brunner/Mazel.
Music for Creators. (n.d.). Upbeat motivational acoustic
corporate [Music]. Free Music Archive.
https://freemusicarchive.org
Weitere Episoden
51 Minuten
vor 2 Wochen
46 Minuten
vor 1 Monat
46 Minuten
vor 1 Monat
43 Minuten
vor 2 Monaten
42 Minuten
vor 2 Monaten
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.