Corona: Die Pandemie der Spalter | Von Roberto de Lapuente

Corona: Die Pandemie der Spalter | Von Roberto de Lapuente

vor 3 Wochen
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Beschreibung

vor 3 Wochen

So mancher, der gegen Ungeimpfte gehetzt hat, erkrankt
nun, Jahre später, selbst ernsthaft und erfährt von jenen, die er
damals an den Pranger stellte, Hohn und Spott. Corona hat uns
alle ein Stück unmenschlicher gemacht.


Ein Standpunkt von Roberto de Lapuente.


Es liegt in der Luft, auch wenn nicht jeder es ausspricht. Viele
derjenigen, die sich in der Coronazeit maßnahmenkritisch
organisierten und auch heute Teil einer alternativen
Öffentlichkeit sind, denken sich ihren Teil, wenn sie davon
hören, dass ein junger Mensch aus ihrem Umfeld oder sogar ein
Prominenter an Krebs erkrankt. Es muss die Impfung sein, so die
Vermutung vieler. Generell bereuen wohl die wenigsten, die auf
die Impfung verzichtet haben, ihre Entscheidung. Bei manchen
kommt eine gewisse Genugtuung hinzu, wenn auch diejenigen von
schlimmen Diagnosen betroffen sind, die vor 4 oder 5 Jahren
Ungeimpften das Schlimmste an den Hals gewünscht und noch dazu
eine Impfpflicht gefordert haben. Man tut sich schwer damit,
diesen Menschen das entgegenzubringen, was sie einem einst
verweigerten: Fairness und Respekt. Diese Dynamik zeigt deutlich,
dass sich die Auswirkungen des damaligen Ausnahmezustands bis in
die Gegenwart ziehen. Es ist etwas kaputtgegangen in unserer
Gesellschaft.


Neulich erreichte mich die Nachricht eines Freundes: Der
Bürgermeister seiner kleinen Gemeinde sei gestorben — gerade
einmal 57 Jahre alt wurde er. Der Mann habe sich während der
dunklen Jahre virologischer Großmannssucht als ein Verfechter und
strikter Freund der Maßnahmen erwiesen. Der war doch ganz sicher
geimpft? Na aber ganz sicher! Wer, wenn nicht einer wie er? Aus
der Nachricht meines Freundes, der mir dies sicherlich nicht mit
böser Absicht mitteilte, drängt sich der Eindruck auf: Der
verstorbene Bürgermeister hat mitgemacht, sich ein Serum
verabreichen lassen — und nun starb er viel zu früh. Sowas kommt
von sowas. Ist doch klar, oder?


Nein, das ist es nicht. Menschen starben zu allen Zeiten auch
schon viel zu früh. Manche fielen wie aus dem Nichts um und waren
tot. Andere bekamen schon in jungen Jahren eine ungünstige
Krebsdiagnose. Oder man diagnostizierte eine andere schwere
Krankheit. Bevor es Corona gab, starben Menschen in allen
möglichen Altersphasen. Es war nie anders. Ich kann freilich
nicht ausschließen, dass der Tod jenes Bürgermeisters etwas mit
der Verabreichung von mRNA-Stoffen zu tun hat — verifizieren kann
ich es ebenso wenig.


Hier böte es sich an, nicht zu forsch vorzugehen, denn
Spekulation auf Kosten eines Toten (oder Kranken) ist nicht nur
unhaltbar — sie ist pietätlos. Und überdies schrecklich
selbstgerecht.


Zuletzt spottete die coronakritische Blase über einen Komiker,
der öffentlich machte, aktuell gegen einen Tumor anzukämpfen.
Grund des Spottes: Er hatte einst gegen Ungeimpfte Stimmung
gemacht.


Schadenfreude — ein kleinkariertes Gefühl


Der Name des Mannes: Torsten Sträter. Er ist Comedian mit eigener
Sendung in der ARD. Sie trägt schlicht seinen Namen. Dort talkt
er mit Gästen und versucht, sein Publikum zum Lachen zu bringen.
Sträter ist erfolgreich. Dies ist einigermaßen überraschend, denn
sein Humor kennt lediglich seichte Tiefen — er setzt gerne
künstliche Sprechpausen und philosophiert über Nonsens, in die
Stille seiner Sprechunterbrechungen hineinhorchend, ob man ihm
das als große Einordnung der Welt durchgehen lässt. Sträter ist
das Gewächs eines Zeitgeistes, der sich dazu entschlossen hat,
die lahme Durchschnittlichkeit zu einer Meisterleistung zu
verklären. Den Zeitgeist hat der Mann dann auch tatsächlich
aufgesogen, wie man in jenen Jahren sah, als der mündige Bürger
wie nie zuvor in der Geschichte dieses Landes zu einem
Mündelbürger degradiert wurde.
„Ich bin geimpft. Drei Mal. Und ich hab ne Nadel-Phobie, ihr
Affen.“
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