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13.01.2026
25 Minuten
Donald Trump zwischen Friedens- und
Kriegspräsident
Ein Standpunkt von Uwe Froschauer.
Donald Trump, der 45. und wieder 47. Präsident der Vereinigten
Staaten, polarisiert wie kaum ein anderer Staatsmann seiner
Generation. Seine außenpolitischen Entscheidungen wirken auf
manche wie ein Versuch, die Rolle Amerikas als Friedensstifter
wiederzubeleben, während andere sie als aggressiven Imperialismus
kritisieren. Trump vereint scheinbar widersprüchliche Strategien:
Verhandlungen und Waffenstillstände einerseits – militärische
Interventionen, territoriale Ambitionen und ökonomische Kontrolle
andererseits.
Im folgenden Artikel soll seine Politik anhand von vier zentralen
Konflikten beleuchtet werden: Palästina, Ukraine, Venezuela und
Grönland – und zeigen, wie sich in ihnen unterschiedliche Seiten
seiner Präsidentschaft widerspiegeln.
1. Palästina: Ein strategischer
Waffenstillstand
Hintergrund
Der Gaza-Konflikt ist kein neues Phänomen: Jahrzehntelange
Konfrontationen zwischen Israel und der Hamas haben wiederholt zu
blutigen Auseinandersetzungen und humanitären Katastrophen
geführt. Seit dem Jahr 2007 kontrolliert die Hamas den
Gazastreifen, während Israel wiederkehrende, meist
unverhältnismäßige militärische Operationen gegen Palästina
führt.
Ein oft ausgeblendeter Aspekt des Gaza-Konflikts ist die Rolle
der israelischen Politik selbst bei der Stabilisierung der
Hamas-Herrschaft. Unter Benjamin Netanjahu wurde über Jahre
hinweg zugelassen, dass finanzielle Mittel – vor allem aus Katar
– mit Wissen und Billigung Israels in den Gazastreifen gelangten.
Offiziell sollte damit ein humanitärer Kollaps verhindert werden,
faktisch jedoch trug diese Praxis zur Verfestigung der
palästinensischen Spaltung bei. Eine politisch und territorial
getrennte palästinensische Führung schwächte die Aussicht auf
eine verhandlungsfähige Einheit – und damit auf eine
Zweistaatenlösung. Die Hamas wurde so weniger aus Sympathie
geduldet als aus strategischem Kalkül: als radikaler Gegner, der
jeden ernsthaften Friedensprozess von vornherein blockierte.
Trumps Rolle
In der zweiten Amtszeit gelang Trump im Oktober 2025 ein
Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas, der zur
Freilassung der letzten israelischen Geiseln führte und einen –
wenn auch fragilen – Frieden ins Leben rief.
Er präsentierte einen „Friedensplan für Gaza“ mit 20 Punkten, der
unter anderem ein Ende der Kämpfe, einen Übergangsrat und den
Abzug militärischer Kapazitäten der Hamas vorsah.
Kritische Einordnung
Auf den ersten Blick erscheint dies als pazifistische
Errungenschaft: zwei Konfliktparteien zur Einstellung der Gewalt
bringen und Geiseln befreien. Doch Trump verhandelte seine
Lösungen schwerpunktmäßig aus einer relativen Stärke heraus, ohne
wirkliches Vertrauen zwischen den Parteien zu schaffen und ohne
tragfähige langfristige Strukturen.
Ein besonders strittiger Punkt war zeitweise Trumps Vorschlag,
dass die USA den Gazastreifen „übernehmen“ könnten, um eine
„Freiheitszone“ zu schaffen – eine Idee, die international
Empörung auslöste und von Staaten wie Saudi-Arabien und anderen
abgelehnt wurde.
Hier zeigt sich die ambivalente Haltung Trumps: Einerseits
Vermittlung und Waffenstillstand, andererseits die Bereitschaft,
territoriale Kontrolle oder politische Neuordnung – notfalls auch
ungeachtet internationaler Souveränität – in Betracht zu ziehen.
...https://apolut.net/donald-trump-zwischen-friedens-und-kriegsprasident-von-uwe-froschauer/
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12.01.2026
10 Minuten
Wer Trumps Pläne verstehen will, muss seine
Sicherheitsstrategie lesen.
Ein Standpunkt von Thomas Röper.
Die Aufregung um Trumps Aktionen ist groß und sie wächst fast
täglich, dabei kommen sie nicht überraschend. Wer seine
Sicherheitsstrategie vom November verstanden hat, der kann nicht
überrascht sein - und kann sich denken, was noch kommen dürfte.
Viele glauben immer noch, Trump habe keine Strategie, gehe
chaotisch vor, ändere ständig seine Meinung und so weiter. Ich
habe das nie gedacht und auch oft gesagt, dass ich der Meinung
bin, dass Trump sehr genau weiß, was er tut, und dass er einer
festgelegten Strategie folgt. Man darf nicht allen seinen
Erklärungen vor der Presse und Posts auf TruthSocial allzu viel
Bedeutung beimessen, denn seine Erklärungen und Posts wirken in
der Tat chaotisch.
Aber das ist seine Verhandlungsstrategie: Er will seine Gegner
und Verhandlungspartner verunsichern und ihnen auch Angst machen,
weil er dann in Verhandlungen mehr erreichen kann. Viele seiner
Erklärungen und Posts sind eher als Psychoterror gegen seine
Gegner und Verhandlungspartner zu verstehen.
Wer diese, oft wirr erscheinenden Erklärungen und Posts aber
ausblendet und nur auf das schaut, was Trump tatsächlich tut, der
kann eine recht klare Linie in seiner Politik erkennen.
Es steht alles in Trumps Sicherheitsstrategie
Und diese Linie hat Trump in seiner Nationalen
Sicherheitsstrategie vom November zu Papier bringen lassen.
Ich habe bereits in einem Artikel erklärt, dass weder
Trumps Vorgehen bei Venezuela noch seine Sanktionen gegen
EU-Bürger wegen Zensur von amerikanischen Internetplattformen
überraschend kamen, denn beides konnte man Wochen vorher mehr
oder weniger deutlich in seiner Sicherheitsstrategie nachlesen.
Bei Europa war Trump in der Sicherheitsstrategie besonders
deutlich, denn darin hieß es unmissverständlich:
„Die USA werden ihre Souveränität unmissverständlich
verteidigen. Dies schließt ein, deren Aushöhlung durch
transnationale und internationale Organisationen sowie Versuche
ausländischer Mächte oder Akteure zu verhindern, unsere
Meinungsäußerung zu zensieren oder die Meinungsfreiheit unserer
Bürger einzuschränken.“
Da Trump die EU in der Sicherheitsstrategie als eine der
„größeren Herausforderungen für Europa“ bezeichnet hat, weil sie
„die politische Freiheit und Souveränität“ unter anderem durch
„die Zensur der Meinungsfreiheit und die Unterdrückung der
politischen Opposition“ untergrabe, konnte wahrlich niemand
überrascht sein, als die Trump-Regierung Ende Dezember die ersten
EU-Bürger wegen „Zensur der Meinungsfreiheit“ zensiert hat. Das
wurde in der Sicherheitsstrategie mehr als offen angekündigt.
Auch bei Venezuela brauchte niemand überrascht sein, denn Nord-
und Südamerika, die in den USA als „westliche Hemisphäre“
bezeichnet werden, wurde in der Sicherheitsstrategie als die für
die Trump-Regierung wichtigste Region der Welt genannt, die Trump
wieder unter die Kontrolle der USA zu bringen will, weshalb er
sich ausdrücklich auf die Monroe-Doktrin beruft. In der
Sicherheitsstrategie konnte man nachlesen, dass Trump die
Monroe-Doktrin wieder aufleben lassen will, in der die USA vor
200 Jahren festgeschrieben haben, dass die beiden Amerikas ihr
Hinterhof sind, in dem sie schalten und walten, wie sie wollen,
und aus dem sich alle anderen Länder der Welt fernzuhalten haben.
...https://apolut.net/ist-die-nato-schon-tot-von-thomas-roper/
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09.01.2026
21 Minuten
Von der RAND-Studie zur Nationalen
Sicherheitsstrategie:
Wie Think Tanks Amerikas Kriegspläne schreiben
Ein Standpunkt von Michael Hollister.
Im November 2025 veröffentlichte die Trump-Administration ihre
National Security Strategy. Drei Kernaussagen stechen heraus: Die
EU ist nicht mehr verlässlicher Partner, Russland nicht mehr
Hauptfeind, der strategische Fokus liegt nun auf dem Pazifik. Was
wie eine geopolitische Kehrtwende wirkt, ist in Wahrheit die
Umsetzung eines detaillierten Kriegsplans, den die RAND
Corporation bereits 2016 vorgelegt hat.
Die National Security Strategy 2025: Der Pazifik-Pivot
als Doktrin
Die im November 2025 veröffentlichte National Security Strategy
(NSS) der Vereinigten Staaten markiert einen Wendepunkt in der
amerikanischen Außenpolitik – zumindest auf dem Papier. Während
die Trump-Administration Europa faktisch den Krieg erklärt und
Russland nicht mehr als Hauptfeind definiert, konzentriert sich
Washington nun offen auf das, was interne Strategiepapiere seit
Jahren fordern: die Eindämmung Chinas im Indo-Pazifik. Die NSS
formuliert glaskar:
"Der Indo-Pazifik ist bereits die Quelle von fast der Hälfte
des weltweiten BIP... Um im Inland erfolgreich zu sein, müssen wir
dort erfolgreich konkurrieren."
Weiter heißt es: "Die Abschreckung eines Konflikts um Taiwan,
idealerweise durch die Aufrechterhaltung militärischer
Überlegenheit, ist eine Priorität."
Noch deutlicher wird die Strategie auf Seite 24:
"Wir werden ein Militär aufbauen, das in der Lage ist,
Aggression überall in der Ersten Inselkette zu verweigern."
Diese Formulierungen sind nicht neu. Sie sind auch keine
originäre Trump-Doktrin. Sie sind die wortwörtliche Umsetzung von
Empfehlungen, die die RAND Corporation – eine der mächtigsten und
einflussreichsten Denkfabriken der Welt – bereits 2016 und 2017
in mehreren Studien ausgearbeitet hat.
RAND Corporation: Die Kriegsplanungszentrale mit
akademischem Anstrich
Die RAND Corporation ist kein gewöhnlicher Think Tank. Gegründet
1948 als gemeinsames Projekt der US Air Force und Douglas
Aircraft Company, verfügt RAND über ein Jahresbudget von über 350
Millionen Dollar und beschäftigt ein Heer hochqualifizierter
Experten: Militärstrategen, Physiker, Datenanalysten, Ökonomen
und Politologen – viele mit Regierungs- oder
Geheimdiensterfahrung.
Hauptkunden sind das Pentagon, Homeland Security, verschiedene
Geheimdienste sowie NATO-Partnerstaaten. RAND arbeitet nicht
politisch neutral, sondern entwickelt "Optionen,
Wahrscheinlichkeiten, Risiken" – auf Basis von Simulationen,
Datenanalyse und militärischer Machbarkeitsprüfung. Empfehlungen
aus RAND-Studien sind keine Denkmodelle, sondern werden
regelmäßig zur Grundlage realer Politik.
Die Organisation war maßgeblich an Konzepten wie der
Abschreckungsdoktrin (Mutual Assured Destruction) beteiligt und
prägte das strategische Denken im Kalten Krieg bis heute.
RAND-Mathematiker wie Herman Kahn entwickelten die
"Megadeath"-Kalkulationen – das zynische Durchrechnen von
Millionen Toten als strategische Variable.
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08.01.2026
15 Minuten
Analyse der neuen National Security Strategy
Ein Standpunkt von Michael Hollister.
1. Der Bruch, den niemand sehen will
Es ist eine Zäsur von historischem Ausmaß – und niemand redet
darüber. Während deutsche Politiker über „Kriegstüchtigkeit" und
„Siegfähigkeit" fantasieren, haben die Vereinigten Staaten längst
eine neue strategische Realität geschaffen: Europa ist für
Washington kein Partner mehr, sondern ein Risiko. In der neuen
National Security Strategy (NSS) der USA, analysiert von
Ex-UN-Inspektor Scott Ritter, wird Europa nicht nur auf die
Ersatzbank gesetzt – es wird als ideologischer Gegner bezeichnet,
als Bedrohung für die amerikanischen Interessen und Werte.
Wer jetzt noch von transatlantischer Freundschaft spricht, hat
das Memo nicht gelesen – oder will es nicht verstehen. Denn was
hier formuliert wird, ist eine kalte strategische Abrechnung: Die
USA wenden sich ab. Nicht abrupt, nicht militärisch. Sondern
planvoll, mit maximaler Wirkung. Erst energetisch entkoppeln.
Dann wirtschaftlich entwerten. Und am Ende politisch isolieren.
Was bleibt, ist ein Kontinent, der sich selbst überschätzt, sich
für unersetzlich hält – und dabei nicht einmal mehr als
verlässlicher Verbündeter gilt.
Es ist ein Bruch, der nicht kommen wird.
Er ist bereits da.
2. Der strategische Doppelschlag: Erst schwächen, dann
fallen lassen
Was Washington mit Europa macht, folgt keiner Laune. Es ist ein
strategischer Doppelschlag – und er sitzt.
Erster Schlag: Energetische und wirtschaftliche
Entkopplung.
Mit der Sabotage von Nord Stream – über deren Urheberschaft kein
ernstzunehmender Analyst mehr Zweifel hat – wurde Deutschland das
Rückgrat seiner Industrie gekappt. Der Verlust billiger
russischer Energie hat nicht nur die Produktionskosten
explodieren lassen, sondern auch Investitionen, Standorte, ganze
Wertschöpfungsketten aus dem Land getrieben. Nicht Russland,
nicht China – die USA haben Europa ökonomisch entwaffnet. Mit
voller Absicht.
Zweiter Schlag: Politische Abwertung und
Entsorgung.
Kaum ist Europa energetisch abhängig von amerikanischem LNG,
kommt der nächste Tritt – diesmal auf diplomatischer Ebene. Die
neue National Security Strategy macht klar: Europa ist kein
unverzichtbarer Partner mehr. Wörtlich heißt es, es sei
„alles andere als offensichtlich, ob bestimmte europäische
Länder über Volkswirtschaften und Streitkräfte verfügen werden, die
stark genug sind, um verlässliche Verbündete zu bleiben."
Europa ist, aus Sicht der USA, nicht mehr strategischer
Aktivposten – sondern Sicherheitsrisiko, Ideologie-Problem,
Bündnislast.
Die Reihenfolge ist entscheidend: Erst Stecker ziehen – dann
mit den Schultern zucken.
Was wie ein brutales Kalkül klingt, ist es auch. Die USA sichern
ihre Vormacht im globalen System, indem sie potenzielle
Gegenspieler frühzeitig neutralisieren. Deutschland, einst
geostrategisch prädestiniert für Vermittlung, Unabhängigkeit und
wirtschaftliche Stärke, wurde zum nützlichen Idioten, zur burned
asset. Und der Rest Europas gleich mit.
https://apolut.net/die-usa-erklaren-europa-den-krieg-von-michael-hollister/
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07.01.2026
24 Minuten
Das Völkerrecht ist schon lange tot, trotzdem reden noch
alle davon und deutsche Medien echauffieren sich darüber, dass
Trump oder auch Putin in Einflusssphären denken würden, dabei tun
auch Deutschland und die EU nichts anderes. Es ist Zeit, für
einen realistischen Blick auf die Weltpolitik.
Ein Standpunkt von Thomas Röper.
Die Idee zu diesem Artikel ist mir gekommen, als ich bei RT-DE
die zweiteilige Übersetzung eines Artikels von Alexander Dugin
(hier die Links zu Teil 1 und zu Teil 2) gelesen
habe. Dugin wird im Westen fälschlicherweise als Faschist oder
Nationalist bezeichnet, dabei kritisiert er nur den Globalismus
und das, was im Westen als „liberal“ bezeichnet wird. Tatsächlich
ist Dugin ein brillanter Analyst, wobei man, wie bei jedem
Analysten, über seine Analysen und ihre Ergebnisse natürlich nach
Herzenslust diskutieren und streiten kann.
Dugins Artikel ist im Original unter der Überschrift „Die Welt
steht am Rande eines großen Krieges“ erschienen. Ich will hier
nicht seine These wiederholen, die er schon in der Überschrift
genannt hat, sondern auf die Frage eingehen, warum es kein
Völkerrecht mehr gibt und wie deutsche Medien ihre Leser für dumm
verkaufen.
Dugins Artikel beginnt mit folgendem Absatz:
„Dieser Text ist eine philosophische Reflexion über den Angriff
auf Venezuela und die Operation zum Regimewechsel im Iran. Ich bin
überzeugt: Angesichts der aktuellen Ereignisse in der Weltpolitik
ist nun jedem endgültig klar geworden, dass es kein Völkerrecht
mehr gibt. Es existiert nicht mehr.“
Diese auf den ersten Blick simple Feststellung kann man in
abgeschwächter Form derzeit sogar in deutschen Medien lesen, wenn
sie über Trumps Vorgehen berichten, wobei sie das eher im
Zusammenhang mit Trumps Gelüsten nach der Annektierung Grönlands
als wegen Trumps Angriff auf Venezuela schreiben. Schon diese
Tatsache, dass deutsche Medien sich scheuen, das wegen Venezuela
genauso deutlich zu sagen, wie bei Grönland, zeigt, dass nicht
Trump das Problem ist, sondern dass es viel tiefer sitzt.
Wie funktioniert Völkerrecht?
Dugin beschreibt im ersten Teil seines Artikels, wie das
Völkerrecht historisch entstanden ist, was für jeden an
Geschichte Interessierten sehr lesenswert ist. Wichtiger ist aber
die Essenz dessen, was Dugin dazu schreibt.
Damit es tatsächlich Recht geben kann, müssen alle Beteiligten
das Recht anerkennen und es einhalten. Und es muss die
Möglichkeit geben, Rechtsbrecher zu bestrafen. In Staaten ist
dafür die Staatsmacht zuständig, also Staatsanwälte und Gerichte,
die die Einhaltung des Rechts überwachen und Verstöße bestrafen,
und die Polizei, die dafür sorgt, dass die Entscheidungen von
Staatsanwälten und Gerichten auch befolgt und umgesetzt werden.
In der internationalen Politik gibt es zwar einige internationale
Gerichte und es gibt als oberste Instanz auch einen Gerichtshof
der UNO, aber es gibt keine Polizei, die dafür sorgt, dass das
Völkerrecht und die Urteile dieser Gerichte auch umgesetzt und
eingehalten werden.
Die Folge davon ist offensichtlich: Staaten halten sich nur an
das Völkerrecht, solange sie nicht so mächtig sind, dass sie
straffrei ausgehen, weil niemand die Macht hat, sie für Verstöße
zur Verantwortung zu ziehen.
Daher gab es in der Geschichte nicht viele Perioden, in denen es
tatsächlich ein allgemein gültiges (und von allen eingehaltenes)
Völkerrecht gegeben hat. Das kann nämlich nur funktionieren, wenn
es viele ungefähr gleich starke Staaten gibt, die alle daran
interessiert sind, dass die beschlossenen Regeln auch von allen
eingehalten werden, sich also alle gegen einen „Störenfried“, der
die allgemein anerkannten Regeln (das Völkerrecht) bricht,
zusammentun und ihn gemeinsam bestrafen.
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Über diesen Podcast
"Standpunkte" ist der zweite Podcast, der bei Apolut sechsmal pro
Woche erscheint und Themen aus den unterschiedlichsten
Wissensbereichen aufgreift. In ausführlicher, vertiefender Art und
Weise werden dem Zuhörer politische, gesellschaftliche aber auch
ökologische Zusammenhänge näher gebracht.
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