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  4. Trumps schmutziger Insiderhandel | Von Hermann Ploppa
Die Welt als Wettbörse

Einige verrückte Statements von Donald Trump dienen
offenkundig nur der Bereicherung des eigenen Familienclans und
der superreichen Kumpels.

Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.

Man staunt ja immer wieder erneut, wenn man Trumps Zickzack-Kurs
beobachtet.

Mal will Trump die ganze Welt mit seinen lähmenden Zöllen belegen
– um im nächsten Moment zu sagen: nee, alles nicht so schlimm!
Mal sagt er, er will eine ganze Zivilisation in einer einzigen
Nacht auslöschen – um dann wenig Stunden später einen
zweiwöchigen Waffenstillstand auszurufen.

Die Amerikaner machen dazu ihre Späße: Trump ist eben TACO. Soll
heißen: Trump always chickens out – also auf Deutsch: Trump zieht
dann doch immer wieder den Schwanz ein. Gebildete Königsdeuter
sprechen vornehm von einem „erratischen Regierungsstil“. Soll
heißen: Trump taumelt von einem Irrtum zum nächsten Irrtum. Naja.
Möglicherweise folgen Trumps Hakenschläge doch einer Logik.
Jedenfalls hat die britische Medienanstalt BBC in einer aktuellen
Fernsehdokumentation den schwerwiegenden Verdacht vorgebracht,
dass Trump womöglich seinem Hofstaat die Steilvorlage für
kriminellen Insiderhandel liefert (1). Insiderhandel bedeutet:
Leute aus dem engen Umkreis von Trump wissen genau, was der
Präsident in sehr naher Zukunft öffentlich verkünden wird. Und
die Insider kaufen oder verkaufen dann an der Wettbörse oder am
Markt für Warentermingeschäfte Anteilspapiere. Nach Trumps
überraschender Verkündung einer seiner berühmten
Einhundertachtzig-Grad-Wendungen haben die Insider dann
gigantische Gewinne realisieren können.

Die BBC dokumentiert dazu einige Auffälligkeiten.

Der erste Fall ereignet sich am 9. April letzten Jahres, also
2025. Zuvor hatte Trump am 2. April den so genannten „Liberation
Day“ ausgerufen. Die Zölle sollten drastisch erhöht werden für
Importe aus so ziemlich allen Ländern der Erde. Die Märkte
duckten sich weg. Die Börsen japsten. Und nun am 9. April
verkündet Trump ganz fröhlich, dass er eben diese Zollerhöhungen
für unbestimmte Zeit aussetzen will. Die Börse der S&P 500,
also der fünfhundert größten börsennotierten US-Unternehmen,
jubiliert und der Kurs steigt um 9,5 Prozent an. Seltsam,
seltsam: um 18 Uhr Mitteleuropäischer Zeit kaufen plötzlich eine
Handvoll Spekulanten wie verrückt Aktien, nachdem die Woche
eigentlich sehr flau gewesen war und nichts darauf hindeutet,
dass sich daran irgendetwas ändern könnte. Und, siehe da: um
18:18 Uhr verkündet Trump sein Zoll-Moratorium. Und bereits eine
Minute später springen die Aktienkurse nach oben. Jene
Spekulanten mit dem siebten Sinn haben mal eben in zwanzig
Minuten sage und schreibe zwanzig Millionen Dollar verdient. Für
nichts. Das soll man erst einmal der Kassiererin bei ALDI
erklären, die sich mit 400 Euro im Monat herumschlägt.

Nächster von BBC dokumentierter Fall: im Dezember 2025 wird auf
der Wettbörse Polymarket ein Kundenkonto mit Namen Burdensome Mix
eingerichtet. Der unbekannte Wettfreund setzt darauf, dass exakt
am 3. Januar 2026 der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro
seines Amtes enthoben wird. Tatsächlich werden Maduro und seine
Frau in einer Spezialoperation der US-Streitkräfte in der
venezolanischen Haupststadt Caracas exakt zu jener Zeit in die
USA entführt. Burdensome Mix hatte auf diese Entführung 32.000
Dollar gesetzt. Da seine Voraussage eingetroffen war, konnte er
nun am 3. Januar den Betrag von 436.000 Dollar abholen. Eine
beachtliche prophetische Begabung!

Nur mal so am Rande vermerkt: das Wettbüro Polymarket nimmt
Wetten zu fast allen Themen entgegen, egal ob es nun um Wetter-
und Klimageschehen geht, ob um Sport, um Scheidungen von
Filmstars oder um politische Ereignisse. Kurzfristig konnte man
auch darauf wetten, wann in diesem Jahr die Atombombe explodieren
wird. Das wurde aber dann doch aufgrund ethischer Bedenken wieder
eingestellt (2).

...https://apolut.net/trumps-schmutziger-insiderhandel-von-hermann-ploppa/

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„Trumps schmutziger Insiderhandel | Von Hermann Ploppa“

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