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Beschreibung
vor 2 Monaten
Was, wenn die KI schon heute bessere Product Requirements Documents
schreibt als der gestresste Produktmanager nebenan? Diese Folge
widmet sich genau dieser unbequemen Frage, mit Markus Andrezak,
seit rund 30 Jahren im Produktmanagement unterwegs (Fireball, eBay,
heute Überprodukt), der seinen eigenen Weg vom KI-Skeptiker zum
überzeugten Nutzer offenlegt. Der Wendepunkt für Markus kam nicht
mit ChatGPT, sondern mit Context Engineering: Aufgaben in immer
feinere Schritte zu zerlegen und jeden Schritt gezielt mit dem
richtigen Content zu füttern. Das Ergebnis, sagt er, sind keine
"ganz okay"-Outputs mehr, sondern absurd gute. Konkret heißt das:
Ein KI-generiertes PRD aus 20 Kundeninterviews schlägt in der
Praxis oft das, was ein PM unter echtem Organisations-Zeitdruck
abliefert, nicht weil Menschen dumm sind, sondern weil sie in
Systemen arbeiten, die ihnen keine Zeit lassen. Klingt hart, ist
aber, wie im Gespräch mehrfach betont wird, kein Argument für den
Human out of the loop, sondern für Menschen, die sich die besten
Rohentwürfe erarbeiten lassen und dann kuratieren. Besonders
spannend wird es beim Thema synthetische Personas und simulierte
Workshops: Markus lässt Strategie-Workshops von KI-Agenten
durchspielen, bevor er echte Kunden trifft. Für rund 30 bis 40
Dollar API-Kosten bekommt er Diskussionen, die "geschworen so gut"
sind wie in echten Workshops, plus einen Erkenntnisvorsprung, den
er sich sonst über Wochen hätte erarbeiten müssen. Die Kehrseite
kommt im Gespräch auch nicht zu kurz: Wenn 25-jährige Produktteams
selbstgebastelte WG-Bewohner-Personas an die Wand hängen, obwohl
die eigentliche Zielgruppe 50+ ist, ist synthetische Research oft
die realistischere Alternative. Ein zweiter großer Strang der Folge
dreht sich um Führung und Organisation: Warum Unternehmen ohne
klare KI-Richtung (frei nach dem Kent-Beck-Zitat, dass 90 Prozent
alter Skills entwertet und 10 Prozent massiv aufgewertet werden) im
Chaos landen, während Firmen wie Amazon (Stichwort Andy Jassy)
zeigen, wie unmissverständliche Kommunikation von Grenzen und
Zielen aussieht. Die Parallele zur Continuous-Deployment-Debatte
von vor über zehn Jahren zieht sich durch die ganze Folge: Auch
damals hieß es erst "geht nicht, höchstens für Spielzeug", bis das
Deployment-Bottleneck verschwand. Genau das passiert gerade mit dem
Coding-Bottleneck. Wie sich das im Alltag anfühlt, illustriert das
Boris-Cherny-Beispiel (Claude Code, "ADHS-Development-Style" mit
zehn offenen Terminals) ebenso wie Markus' eigener Rat an seine
Kursteilnehmer: nicht ins Markdown-File reingrätschen und Details
fixen, sondern mit dem Agenten reden und den gewünschten Outcome
benennen. Die Beurteilung von Ergebnissen wandert dadurch ans Ende
der Wertschöpfungskette: Bauen wird billig, Kuratieren wird zur
eigentlichen Kernkompetenz. Zum Schluss wagen Markus, Mark und Jens
einen Blick zwei Jahre nach vorn: Werden Produktmanager, Entwickler
und Designer zu austauschbaren Generalisten? Markus' These: eher
nicht, denn Generalisten waren historisch immer selten, und auch
beim Management by Objectives oder beim Unified Process hat sich
das nicht geändert. Rollen verwaschen an den Rändern, bleiben aber
im Kern bestehen. Das eigentlich Schmerzhafte an der ganzen
Umstellung sei ohnehin nicht die Technologie, sondern der
Hirnumbau, der sie erfordert.
schreibt als der gestresste Produktmanager nebenan? Diese Folge
widmet sich genau dieser unbequemen Frage, mit Markus Andrezak,
seit rund 30 Jahren im Produktmanagement unterwegs (Fireball, eBay,
heute Überprodukt), der seinen eigenen Weg vom KI-Skeptiker zum
überzeugten Nutzer offenlegt. Der Wendepunkt für Markus kam nicht
mit ChatGPT, sondern mit Context Engineering: Aufgaben in immer
feinere Schritte zu zerlegen und jeden Schritt gezielt mit dem
richtigen Content zu füttern. Das Ergebnis, sagt er, sind keine
"ganz okay"-Outputs mehr, sondern absurd gute. Konkret heißt das:
Ein KI-generiertes PRD aus 20 Kundeninterviews schlägt in der
Praxis oft das, was ein PM unter echtem Organisations-Zeitdruck
abliefert, nicht weil Menschen dumm sind, sondern weil sie in
Systemen arbeiten, die ihnen keine Zeit lassen. Klingt hart, ist
aber, wie im Gespräch mehrfach betont wird, kein Argument für den
Human out of the loop, sondern für Menschen, die sich die besten
Rohentwürfe erarbeiten lassen und dann kuratieren. Besonders
spannend wird es beim Thema synthetische Personas und simulierte
Workshops: Markus lässt Strategie-Workshops von KI-Agenten
durchspielen, bevor er echte Kunden trifft. Für rund 30 bis 40
Dollar API-Kosten bekommt er Diskussionen, die "geschworen so gut"
sind wie in echten Workshops, plus einen Erkenntnisvorsprung, den
er sich sonst über Wochen hätte erarbeiten müssen. Die Kehrseite
kommt im Gespräch auch nicht zu kurz: Wenn 25-jährige Produktteams
selbstgebastelte WG-Bewohner-Personas an die Wand hängen, obwohl
die eigentliche Zielgruppe 50+ ist, ist synthetische Research oft
die realistischere Alternative. Ein zweiter großer Strang der Folge
dreht sich um Führung und Organisation: Warum Unternehmen ohne
klare KI-Richtung (frei nach dem Kent-Beck-Zitat, dass 90 Prozent
alter Skills entwertet und 10 Prozent massiv aufgewertet werden) im
Chaos landen, während Firmen wie Amazon (Stichwort Andy Jassy)
zeigen, wie unmissverständliche Kommunikation von Grenzen und
Zielen aussieht. Die Parallele zur Continuous-Deployment-Debatte
von vor über zehn Jahren zieht sich durch die ganze Folge: Auch
damals hieß es erst "geht nicht, höchstens für Spielzeug", bis das
Deployment-Bottleneck verschwand. Genau das passiert gerade mit dem
Coding-Bottleneck. Wie sich das im Alltag anfühlt, illustriert das
Boris-Cherny-Beispiel (Claude Code, "ADHS-Development-Style" mit
zehn offenen Terminals) ebenso wie Markus' eigener Rat an seine
Kursteilnehmer: nicht ins Markdown-File reingrätschen und Details
fixen, sondern mit dem Agenten reden und den gewünschten Outcome
benennen. Die Beurteilung von Ergebnissen wandert dadurch ans Ende
der Wertschöpfungskette: Bauen wird billig, Kuratieren wird zur
eigentlichen Kernkompetenz. Zum Schluss wagen Markus, Mark und Jens
einen Blick zwei Jahre nach vorn: Werden Produktmanager, Entwickler
und Designer zu austauschbaren Generalisten? Markus' These: eher
nicht, denn Generalisten waren historisch immer selten, und auch
beim Management by Objectives oder beim Unified Process hat sich
das nicht geändert. Rollen verwaschen an den Rändern, bleiben aber
im Kern bestehen. Das eigentlich Schmerzhafte an der ganzen
Umstellung sei ohnehin nicht die Technologie, sondern der
Hirnumbau, der sie erfordert.
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