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Notion hat schon wieder was getan, und diesmal ist es kein neues
Feature-Update, sondern eine eigene Developer-Plattform. Jens
kuriert sich diesmal krankheitsbedingt aus, dafür sitzt zum
wiederholten Mal Dirk Beckmann im Gespräch, Geschäftsführer der
Digitalagentur artundweise und, nebenbei bemerkt, Marks Cousin.
Anlass ist der Launch, den Notion im Stil einer vorab
aufgezeichneten Apple-Keynote präsentiert hat: ruhiger Vortrag,
dunkler Raum, Holzstuhl. Notion-CEO Ivan Zhao kündigt darin an, was
laut Dirk weit über „noch eine API" hinausgeht. Kern der Plattform
sind die sogenannten Worker: kleine TypeScript-Programme, die auf
der Notion-Plattform laufen, mit KI-Unterstützung geschrieben, aber
deterministisch ausgeführt, also ohne Tokenkosten und ohne
Halluzinationsrisiko. Ein Agent in Notion kann diese Worker als
Werkzeug aufrufen, wodurch sich im eigenen System bauen lässt,
wofür man bisher zu n8n oder Make gegriffen hat, nur ohne
zusätzliche Plattform dazwischen. Dirk zeigt an zwei eigenen
Workern, was das bedeutet: Der eine fragt über einen neuen
„Sync"-Feldtyp alle 15 Minuten ein Gmail-Postfach ab, der andere
bindet Hugging Face an, um lokal (auf seinem MacBook mit M5 Pro)
Bilder, Videos und geklonte Sprachausgabe zu erzeugen. Alles ohne
Cloud-Anbindung und ohne laufende Tokenkosten, dafür mit hörbarem
Lüfter. Bemerkenswert: Notion verdient sein Geld eigentlich mit
Tokens („we sell work"), verkauft im Kern also Rechenzeit. Mit der
Worker-Plattform öffnet sich das Unternehmen trotzdem für lokale
Modelle wie Mistral oder Qwen und für externe Anbieter wie Hugging
Face, ein Schritt, der kurzfristig Umsatz kosten kann, langfristig
aber die Plattform zementiert. Für den deutschen Mittelstand ist
das mehr als eine Randnotiz: Wer aus Compliance- oder Kundengründen
keine amerikanischen Modelle einsetzen darf, bekommt hier einen
Weg, KI trotzdem im eigenen System nutzbar zu machen, bis hin zu
EU-gehosteten Modellen über AWS Bedrock in Frankfurt. Zweiter
großer Baustein sind Managed Agents von Anthropic, die sich jetzt
direkt in Notion-Workflows einbinden lassen: lange laufende
Aufgaben, externe Trigger, abgeschottete Sandboxes, ohne dass man
selbst Infrastruktur betreiben muss. Mark hakt nach, worin der
Unterschied zum eingebauten Notion-Agenten eigentlich besteht, und
die Antwort bleibt im Gespräch bewusst unaufgeregt offen: Managed
Agents können außerhalb von Notion arbeiten, etwa Code auf GitHub
auschecken und wieder einchecken, während der Notion-Agent an die
Plattform gebunden bleibt. Dass solche Agenten in abgekapselten
Sandboxes laufen, hat einen konkreten Grund: die kolportierte KI,
die eine Produktionsdatenbank gelöscht und die Schuld danach
abgestritten haben soll. Nebenbei erzählt Mark, wie er für einen
befreundeten Neurologen in drei Stunden ein Abrechnungstool auf
Markdown-Basis gebaut hat, komplett offline, ohne Internet, ohne
WLAN. Und er berichtet, wie aus einer Notion-Sammlung „aus
Versehen" ein internes Marketing-Betriebssystem wurde, das
inzwischen an erste Pilotkunden weitergegeben wird. Der rote Faden
der Folge bleibt dabei der gleiche wie sonst im Podcast: Die
Technik ist da und kann eine ganze Menge, am größeren Hebel sitzt
trotzdem, wer Menschen tatsächlich mitnimmt, statt sie mit CLI,
Sync-Feldern und Sandbox-Begriffen allein zu lassen. — Think
Different. Think AI. mit Mark Zimmermann und Jens Scharnetzki.
Hören: Apple, Spotify, YouTube, RSS https://think-ai.podigee.io
Neue Folge zuerst im WhatsApp-Kanal
https://whatsapp.com/channel/0029VbDJ4ZlGufIrpquad004 Wenn euch die
Folge was gebracht hat: einmal bei Apple bewerten. Das entscheidet,
ob jemand Neues uns findet.
https://podcasts.apple.com/de/podcast/think-different-think-ai/id1828021699
Feedback und Gäste: über die Show-Seite.

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