Was passiert, wenn KI-Agenten eine eigene Stadt regieren? In einem
Experiment mit sechs Agenten pro Stadt hält sich Claude an die
Regeln und lässt die Gesellschaft florieren, während unter Grok
binnen zwei Tagen niemand mehr lebt. Mischt man die Modelle, kippt
das Zusammenleben ins Böse: Selbst Claude beginnt, Schutzgeld zu
erpressen. Mark und Jens nutzen diese Anekdote als Einstieg in eine
Folge, die sich um die großen Keynotes der letzten Wochen dreht und
immer wieder bei einer Frage landet: Wo soll KI eigentlich laufen,
lokal oder in der Cloud? Dazu passt der öffentliche Aufruf von
Anthropic, das Entwicklungstempo zu drosseln, das angekündigte
Modell „Mythos" und ein KI-Wurm, der sich zur Weiterverbreitung
selbst umschreibt. Den Auftakt macht NVIDIA, wo Jensen Huang
ankündigt, künftig Hardware für Agenten statt für Menschen zu
bauen. Gleichzeitig ziehen Grafikkarten- und Arbeitsspeicherpreise
an, sichtbar etwa am Steam Deck, das von rund 690 auf 890 Euro
springt. Der DGX Spark und neue KI-Chips für Windows-PCs sollen
KI-Rechenleistung zurück auf die heimischen Rechner bringen. Mark
fragt offen, ob hier nur die nächste Cashcow gemolken wird, den Weg
zur lokalen KI findet er trotzdem gut. Bei Microsoft geht es
dagegen um Enterprise-Agenten mit Schreib- und Löschrechten unter
Windows, einen intelligenten Firmenausweis mit generativer
Oberfläche und „Project Solara". Nebenbei fallen Zahlen wie OpenAIs
900 Millionen Nutzer und die kolportierten 900 Millionen Dollar
Server-Miete, die Google angeblich an SpaceX zahlt. Und Perplexity,
einst als „Google-Killer" gestartet, schwenkt mit dem „Perplexity
Computer" auf eine konsequente Local-First-Strategie um. Kurz, aber
wichtig: eine Recherche zu Font-Injection in PDFs zeigt, dass das,
was du im Dokument liest, nicht das sein muss, was die Maschine
liest: ein gutes Argument gegen blindes Vertrauen bei
automatisierter Vertragsprüfung. Kritischer wird es bei Apple:
Mark, sonst bekennender Fan, nennt die WWDC-Keynote die
uninspirierendste, die er je gesehen hat. Siri AI und der
Personal-Context-Ansatz klingen auf dem Papier gut, überzeugen ihn
aber trotz starkem Datenschutz nicht. Jens kontert mit Benedict
Evans und dessen These, dass wir uns beim Thema KI noch in einer
frühen, unausgereiften Marktphase befinden, sodass ein Second Mover
zu sein keine schlechte Position sein muss. Der persönlichste Teil
der Folge gehört Marks eigenem Setup: Googles neues lokales Modell
versteht Bilder und Audio und ersetzt bei ihm nach und nach die
lokalen Agenten. Dazu beschreibt er seinen selbstgebauten
Wissens-Vault in Obsidian, gespeist aus Nachrichten,
wissenschaftlichen Papern, YouTube und Podcasts, dazu ein
KI-News-Radar, eine öffentliche Identity-Datei auf GitHub und
LinkedIn sowie 19 GB Mails und 3,9 GB Notizen, verdichtet zu einem
Knowledge Tree und per MCP an Agenten wie Perplexity und NotebookLM
angebunden. Wie tragfähig das ist, zeigt ein Arztbesuch: Der neue
Hausarzt hat keine alten Blutwerte, der eigene Vault liefert sie zu
Hause in Sekunden, samt korrekter zeitlicher Zuordnung und Quelle.
Datensouveränität, so das Fazit, ist keine abstrakte Debatte,
sondern ein sehr konkretes Werkzeug. Zum Schluss skizzieren Mark
und Jens, wohin die Reise geht: Voice als Interface der Zukunft
samt Stimmungserkennung, das absehbare Ende von Word, Excel und
PowerPoint zugunsten reiner Text- und Knowledge-Dateien, und KI,
die sich vom einzelnen Gerät löst: vom Kühlschrank-Display über das
Auto bis zum Smart Ring. Mark vergleicht den heutigen Stand mit
MS-DOS kurz vor der grafischen Oberfläche und wirft die Frage auf,
ob wir mit unserem heutigen KI-Wissen in zwanzig Jahren die
COBOL-Programmierer dieser Ära sind. — Think Different. Think AI.
mit Mark Zimmermann und Jens Scharnetzki. Hören: Apple, Spotify,
YouTube, RSS https://think-ai.podigee.io Neue Folge zuerst im
WhatsApp-Kanal
https://whatsapp.com/channel/0029VbDJ4ZlGufIrpquad004 Wenn euch die
Folge was gebracht hat: einmal bei Apple bewerten. Das entscheidet,
ob jemand Neues uns findet.
https://podcasts.apple.com/de/podcast/think-different-think-ai/id1828021699
Feedback und Gäste: über die Show-Seite.
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