Mythos Anthropic

Mythos Anthropic

vor 2 Monaten
Warum Skill Engineering das neue Prompt Engineering ist
56 Minuten
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Beschreibung

vor 2 Monaten
Was passiert, wenn aus Prompt Engineering plötzlich Skill
Engineering wird? Für diese Folge holen sich Mark und Jens ihren
allerersten Podcast-Gast zurück ins virtuelle Studio: René, mit dem
sie schon vor Monaten über Agents und das IOC-Modell (Intent –
Operate – Control) gesprochen hatten. Die zentrale These der Folge
fällt schnell: "Prompt Engineering ist gestern, Skill Engineering
ist morgen", und zwar nicht nur für Agenten, sondern für ganze
Organisationen. Ein Skill, erklärt René, ist mehr als ein gut
formulierter Prompt: orchestrierter Zugriff auf Tools, ausführbarer
Code mitten in der Markdown-Datei (ja, auch Python-Snippets tauchen
darin auf) und persistente Speichereinheiten, und das alles
modellagnostisch, sodass derselbe Skill wahlweise mit Modellen von
Anthropic oder anderen Anbietern läuft. Als Aufhänger dient der
kurze Rückblick, wie sich seit der ersten gemeinsamen Folge N8N,
Managed Agents bei Notion und die gesamte Modelllandschaft schon
wieder verändert haben. Die Pixel-Rennen-Analogie aus der
Digitalkamera-Ära liefert die Einordnung: Irgendwann sättigt die
reine Modell-Leistung, und das System drumherum entscheidet. Sehr
konkret wird das, als René von seinem eigenen Skill erzählt, der
alte GitHub-Repositories durchforstet, brauchbaren Code in
eigenständige Skills überführt und den Rest als Python weiterlaufen
lässt. Mit Verweis auf Andrej Karpathy spinnt die Runde das weiter:
Statt ganzer Legacy-Codebasen forkt man in Zukunft nur noch das
Markdown-File mit der eigentlichen Idee, token-optimiert, ganz im
Sinne einer Jobs-to-be-done-Logik, bei der am Ende nur das Loch in
der Wand zählt, nicht der Bohrer. Ein Leadership-Paradox trägt die
zweite Hälfte der Folge: Je mehr Geschäftsprozesse automatisiert
werden, desto mehr Führung statt weniger wird gebraucht, weil
jemand die Feedback-Schleifen des Agenten-Korpus strategisch
steuern muss. Delegation wird damit zur Kernkompetenz, garniert mit
der Analogie zum autonomen Fahren, wonach das Lenkrad ganz
herauszunehmen manchmal sicherer ist, als auf menschliches
Eingreifen im Ernstfall zu hoffen. Auf Organisationsebene wird es
grundsätzlich: René zitiert Jack Dorsey mit der Warnung, jetzige
Org-Charts nicht einfach in agentische Strukturen zu übersetzen:
die alte Pyramide sei tot, Herrschaftswissen verliere an Bedeutung,
ganz im Geiste agiler Methoden, die schon immer hierarchiefrei
arbeiten wollten. Kritisch wird die Runde beim Blick nach China:
Kamera-Tracking in Fabriken zum Trainieren von Robotik, dazu ein
Tool namens Anti-Distillation Skill, mit dem Mitarbeitende ihr
wertvollstes Wissen aus abzugebenden Skill-Dateien wieder
herausfiltern, bevor sie beim Management landen. Parallel dazu
OpenClaw-Installationsdienste als Kiosk-Angebot in chinesischen
Städten, während man hierzulande eher zögert und reguliert. Zum
Ausklang plädieren beide dafür, Terminal- und Coding-Grundwissen
als "Life Skill" zu begreifen, man muss nicht selbst installieren
oder programmieren, aber ein Grundverständnis schafft Souveränität
im Umgang mit der Technologie.

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