Der einzige Experte ist das Pferd.

Der einzige Experte ist das Pferd.

vor 2 Tagen
49 Minuten
Podcast
Podcaster
Weil Pferde mehr brauchen als gute Absichten. Ein Podcast über Pferde, Menschen – und das, was zwischen ihnen schieflaufen kann, obwohl es gut gemeint ist.

Beschreibung

vor 2 Tagen
In dieser Folge erzählen Susi und Isabella erstmal, wie es ihnen in
den letzten Wochen ergangen ist – gesundheitlich etwas gebeutelt,
aber jetzt endlich wieder zurück am Mikro. Und natürlich geht es
auch darum, wie es den Pferden geht. Isabella nimmt euch mit in die
Entwicklung mit Fürst auf dem neuen Reitplatz mit der schönen
Aussicht – und ja, ganz so romantisch, wie das klingt, war es
erstmal nicht. Denn Fürst fand den neuen Platz ziemlich spannend
und hatte dazu auch eine sehr deutliche Meinung. Susi und Isabella
sprechen darüber, wie schnell man in alte Stressmuster rutschen
kann, wenn man allein ist, unsicher wird und das Pferd plötzlich
sehr groß erscheint. Und darüber, was sich verändert, wenn man den
Fokus anders setzt, klarer wird und dem Pferd nicht nur sagt, was
es lassen soll, sondern was stattdessen zu tun ist. Dabei geht es
ganz viel um ein Thema, das die beiden immer wieder begleitet:
Ruhe. Neutralität. Und die Frage, wie sehr der eigene innere
Zustand darüber entscheidet, ob ein Pferd mitarbeiten kann oder ob
es sich echauffiert, festmacht oder sich ausklinkt. Gerade bei
Fürst wird wieder deutlich, wie sehr er loslassen kann, wenn der
Mensch wirklich neutral wird – und wie sich das sofort auf seinen
ganzen Körper auswirkt. Susi erzählt außerdem von ihrer Arbeit mit
Bär und davon, wie schnell man sich auch mit dem eigenen Pferd mal
verfransen kann, wenn man zu viel will, zu viel macht oder zu
schnell irgendwo ankommen möchte. Es geht um Zirkel, gebogene
Linien, Ecken und Losgelassenheit – und um die Erkenntnis, dass man
manche Dinge nicht einmal „erarbeitet“ und dann einfach abrufen
kann. Sondern dass man sie in jeder Einheit, in jeder Gangart und
manchmal sogar in jeder Runde neu überprüfen muss. Ein großes Thema
ist außerdem das Gebiss – beziehungsweise die Frage, was ein Pferd
eigentlich verstanden hat und was nicht. Susi erzählt von einem
Unterrichtsmoment, der sehr berührt hat, weil ein Pferd nach einer
kleinen, freundlichen Erklärung am Boden plötzlich ganz anders mit
dem Gebisskontakt umgehen konnte. Und die beiden sprechen darüber,
wie oft man meint, ein Reitproblem vor sich zu haben, obwohl das
eigentliche Missverständnis viel früher beginnt. Und dann wird es
nochmal deutlich beim Thema Sattel. Denn manchmal zeigt ein Pferd
sehr klar, dass etwas nicht passt – selbst dann, wenn vermeintlich
alles „richtig“ gemacht wurde, der Sattel angepasst ist und man
sich auf Fachleute verlassen hat. Genau da wird wieder sichtbar:
Gute Absichten allein reichen nicht. Der eigentliche Experte bleibt
das Pferd. Diese Folge ist eine Einladung, genauer hinzusehen. Auf
das Pferd. Auf sich selbst. Und auf die kleinen Momente, in denen
sich etwas verändert. Denn am Ende bleibt genau das hängen: Der
einzige Experte ist das Pferd. Und gute Pferdearbeit ist immer auch
ein Inside-Job.
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